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Dienstag, 8. Februar 2011

Kauder kaut Kaugummi.


                                                                                       (c) Dirk Vorederstraße/Eigenes Werk/WIKIPEDIA


Als " SPIEGEL "-Leser seit 1974 habe ich inzwischen mehrere tausend "SPIEGEL"-Gespräche gelesen. Davon waren viele interessant, manche uninteressant und nur wenige überflüssig. Die Qualität dieser Gespräche hing, hängt und wird es auch weiterhin tun, eben von der Persönlichkeit des Gesprächspartners ab. Ob es einst der KPdSU-Generalsekretär  und formeller Erster Mann des Staates, des einst zweitmächtigsten Landes der Erde Breschnew war, ob es das legendäre " glasnost " und " perestroika "-Gespräch mit Michail Gorbatschow war oder ob es die "SPIEGEL"-Gespräche mit Helmut Schmidt waren,sie alle waren vom Inhalt her etwas besonderes. Zu den weniger interessanten Gesprächen sind mir Interviews mit Künstlern oder Sportlern in Erinnerung.

Als vor einigen Wochen der CDU-Politiker Volker Kauder als MdB des Landkreises Rottweil-Tuttlingen seine Sicht der Dinge zu dem Reizthema " Islamisierung der Gesellschaft, Religionsfreiheit und christliche Grundwerte " gegenüber dem hamburger Nachrichtenmagazin zum Besten geben durfte,hat so mancher " SPIEGEL"-Leser mehr als nur einen kräftigen Würgereiz im Hals verspürt.
Was Kauder dort an unsinnigen Behauptungen in die Welt setzte,geht auf keine Kuhhaut. Er behauptet doch tatsächlich,dass das Grundgesetz auf einem christlich geprägten Wertekanon basiert:

" Unser Wertekanon ist im Grundgesetz formuliert, und dieser Wertekanon ist geprägt von christlichen Überzeugungen: Würde des Menschen, Unantastbarkeit des Lebens, Religionsfreiheit. Aber eine ausschließlich christliche Leitkultur, die womöglich noch missverstanden werden könnte als eine konfessionelle Leitkultur, die gibt es in Deutschland nicht."

Mensch Kauder, da musst Du irgendwas verwechseln. Das Grundgesetz garantiert zwar die Religionsfreiheit, dass heißt auch die Freiheit des Einzelnen einem Glauben aktiv vertreten zu können - was im Umkehrschluss auch bedeutet,dass die Freiheit nicht an eine Religionsrichtung gebunden zu sein hat, dazu gehört. Und hierin liegt der ganze Blödsinn in der Aussage  des praktizierenden Christen Kauder. Wer kein Christ, als Evangelist, Protestant  oder Katholik ist, muss die gleichen Rechte und Pflichten erhalten. Daran hapert es jedoch in der kauderśchen Hypothese von dem christlichen Wertekanon des Grundgesetzes.

Das Grundgesetz ist konfessionell völlig neutral. Es fußt aufgrund der mörderischen Erfahrung durch das Dritte Reich vor allem darauf, dass der einzelne Mensch nicht der so genannten Volksgemeinschaft gewaltsam unterordnet werden darf. Das GG enthält hierzu eben jene Schutzfunktionen in Form der unantastbaren Individualrechte. Hierzu zählen sicherlich die Menschenwürde, aber auch die Meinungsfreihit, auch die Versammlungsfreiheit. Selbstverständlich auch die Religionsfreiheit.
In Art. 4 GG ist deshalb fest geschrieben:

„(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“
„(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“
„(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.“

Hierin ist kein Wort darüber verloren, dass die durch das GG geschützten Werte, rein christlicher Natur sind. Eine christliche Leitkultur kann schon allein deshalb niemals durch das GG vorgegeben sein.

Wen Kauder nun meint, es gäbe allerdings keine konfessionelle Leitkultur, so irrt er auch hier. Die christlichen Werte, die sich angeblich in unserer Kultur wieder finden, werden doch ausschließlich von den beiden großen Konfession, nämlich der evangelisch-lutherischen und  der römisch-katholischen Kirche im Wege des jeweiligen Alleinvertretungsanspruchs verkörpert. Was Christentum ist, bestimmt nicht jeder Einzelne, sondern die Kirchengemeinschaft. Die Katholiken setzen sich dafür in einer durchaus aggressiven Weise ein,dass dieses auch künftig so bleibt.
Wer keine Katholik ist, ist nach ihrer Lesart auch kein Christ im Sinne der Bibel. So propagieren bis heute der Pope in Rom, seine Bischöfe und auch anderes hierarchisch untergeordnetes Fußvolk, das Dogma von der alleinig wahren Lehre durch den Katholizismus.

Kauder belügt sich doch selbst, wenn er in einer herablassenden Weise über die Notwendigkeit eines europäisierten islamischen Glaubens dozieren möchte. Der Islam ist eine Weltreligion, so wie der Buddhismus und Hinduismus auch eine  ist.Warum soll er sich ausgerechnet in den vermeintlichen Wertekanon des kleinsten Erdteils einordnen? Kauder möchte mit seinen irrationalen Gedanken etwas anderes ausdrücken: Wer in einem europäischem Land als Moslem lebt, der/die hat sich bitte schön an die dort herrschenden gesellschaftlichen Gepflogenheiten zu orientieren und diese werden - so seine Ansicht - eben von den Amtskirchen vorgegeben.

Das mag durch die Sonnenbrille eines schwäbischen Provinzler vielleicht in Rottweil-Tuttlingen, in Oberammergau oder in Cloppenburg so funktionieren,für das Zusammenleben in urbanen Umfeld sind solche Ratschläge denkbar ungeeignet.
So bläst sich der Kauder, Volker, in dem Gespräch als Retten der abendländischen Kultur auf,indem er den hier lebenden Mohammedanern eine Anpassung an das - nicht mehr vorhandene - christliche Wertesystem verschreibt.

Kauder kaut Kaugummi und zwar ein bereits mehrfach von seinen vorgängigen Trommlern aus der CDU/CSU ausgespucktes. Ein chewing gum, dass sich bereits von Rottweil-Tuttlingen bis Berlin und Kairo ziehen lässt. Denn dort wird zurzeit dem Provinzfürsten gezeigt, dass die freie Religionsausübung dort auf ihre Grenzen stößt,wo ein von den  -nur auf eigene ökonomische Vorteile bedachten westlichen Industrienationen - protegiertes Regimes in den letzten Zügen liegt,weil eine Bande von Verbrechern und Betrügern die eigenen Landsleute über Jahrzehnte unterjocht und dumm gehalten hat. Ob dieses im Namen von Allah, Gott oder Jesus Christus geschieht, ist dabei völlig unerheblich, denn sowohl unter Berufung des Einen wie auch des Anderen sind ungezählte Untaten geschehen.



http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-76397374.html

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