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Mittwoch, 16. März 2011

Bilder des Grauens.


Seit dem 11. März 2011 vergeht keine Stunde, in der nicht über das Tohuka-Beben vor der japanischen Küste berichtete wird. Das Medien-Zeitalter lässt uns hautnah an den dortigen Ereignissen teilhaben. Tausende Journalisten produzieren zehntausende Meldungen,Berichte und Nachrichten.
Die Welt ist längst medial globalisiert. Kaum ein Ereignis bleibt dabei im Verborgenen.

Ein besonderer journalistischer Leckerbissen sind natürlich jene Naturkatastrophen.die sich in unvorstellbaren Ausmaßen abspielen und dabei gigantische Schäden hinter lassen. Ob nun der Tsunami am 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean vor der Insel Sumatra, der allein in Indonesien über 130.000 Menschen das Leben kostete,der Hurrikan "Katrina", der am 29 August des  Jahres 2005 die Stadt New Orleans völlig verwüstete und 1.800 Menschenleben auslöschte sowie einen Gesamtschaden  innerhalb der heim gesuchten US-Staaten von 81.2 Milliarden US-Dollar verursachte oder aktuell eben vor der Küste Japans,sie alle hinter ließen sofortige, hektische Betriebsamkeit in den Redaktionen der Presse - Rundfunk - und Fernsehsender.



Wenn allerdings das Filetstück für journalistische Tätigkeit vor Ort verzehrt ist, wandert die Karawane weiter. Hin, zum nächsten Ort des Grauens.
Was vielfach an Betroffenen, deren vernichteten Existenzen und körperlichen sowie seelischem Leid zurück bleibt, interessiert später kaum noch. Allenfalls einige Dokumentationen nach dem Großereignis werfen dann kritische Fragen auf. So, wie das Krisenmanagement des US-Präsidenten und Flachdenkers George W. Bush jun. in den Wochen und Monaten danach als dilettantisch abqualifiziert wurde oder die Nachberichte über die Stadt Banda Aceh, vor deren Einzugsgebieten ein Jahr nach dem Unglück noch 180.000 Obdachlose in Zelten unter unwürdigen Bedingungen vegetieren mussten.



Auch schwachsinnige öffentliche Kommentare, wie die des eitlen Selbstdarsteller Berlusconi, seines Zeichens noch Ministerpräsident in Italien, der beim letzten Erdbeben in der abruzzinischen Provinz L'Aquila am 06. April 2009, bei dem 295 Menschen umkamen, doch tatsächlich formulierte, dass es den Obdachlosen so gut gingen, als seien sie zu einem Picknick zusammen gekommen, finden schon eher ein breiteres mediales Echo, als Einzelschicksale.



Gleiches gilt für die sozialen Verwerfungen innerhalb eines Landes, wenn sie im Zusammenhang mit einer Naturereignis gebracht werden. Als am 12. Januar des letzten Jahres in Haiti die Erde bebte, kreisten viele Berichte über die katastrophalen Bedingungen nach der Katastrophe. Selbst die statistisch nicht erfassten Opfer, deren Schätzungen sich zwischen 3000.000 bis etwa 500.000 belaufen,sind Fakten, die gerne zur großen Nachricht aufgebaut werden. Immer vor dm Hintergrund, dass es im Chaos noch chaotischer zugeht, als bei uns?



Auch das soziale Gewissen des globalisierten Industrie-Wohlstandsbürgers der westlichen Hemisphäre wird partiell arg strapaziert. Um dem geheuchelten Mitleidsbekundungen noch die Krone aufzusetzen, bliesen die ÖR zur Spendengala für die Tsunami-Opfer der betroffenen, jedoch gern besuchten Urlaubsparadiese im Indischen Ozean und sammelten von dem Blödmichel viele Millionen Euro ein, die dann in dunkle Kanäle versicherten.
Bei dem Schmuddelstaat Haiti, bei dessen Besuch die Anarchie, die Armut und das Analphabetentum nicht durch über dimensionierte Hochsicherheitstrakte in Form von gleichförmigen Ressorts abgeschottet werden kann, erhoben sich nur wenige Hände zur milden Gabe.

Wenn schon Hilfsbedürftigkeit medial vermarktet wird,dann - bitte schön - nur von den Ländern, die sich touristisch auch ausbeuten lassen. Armut hat auch hier eine Klassifizierung erfahren. Dass an der indonesischen Küste, auf den Malediven oder Sri Lanka ein Tsunami mehr Mitleid hervor ruft, als ein Erdbeben in den Abruzzen oder auf Haitit, dürfte spätestens dann klar werden, wenn der Blödmichel durch die Medien hierzu befragt  wird.
Der Grad der touristischen Verdummung nimmt mit der Vielzahl der Reiseangebote zu. Ein Land, dass dem Urlaubswütigen nichts anzubieten hat, wird eben nicht bereist und erhält in letzter Konsequenz auch keine Spendenakzeptanz, wenn ein großen Naturereignis dort eintrifft.



Während der Tsunami vor der japanischen Westküste eine Spur der Verwüstung in einer bisher unbekannten Größenordnung hinterlassen hat, das starke Erdbeben zuvor viele Bauten beschädigte, kapriziert sich der Medienzirkus auf die Berichte um die außer Kontrolle geratenen Atomreaktoren von Fukushima. Ein vierfacher GAU bedeutet einen journalistischen Klimax in der Karriere des einzelnen Berichterstatters; das ist das Topereignis des Jahres, des Jahrzehnts und des eigenen Lebens.



Was allerdings bei dem Berichterstattungs-Tsunami völlig außer Acht gelassen wird, sind sachlich fundierte Informationen. Insbesondere zu den Gefahren des atomaren Schrotts, den die Atom-Mafia in Japan den durchweg eher minder bemittelten Menschen vor die Haustür gesetzt hat. Da sich japanische Regierung eher in Schweigen hüllt, die Bundesregierung und die zuständigen Organe der Bundesrepublik zwar umfassender informiert,kommt es in der Bevölkerung zu erheblichen Irritationen.
Da werden denn schon mal in die aufgestellten Mikrophone und Kameras Fragen und Antworten über den Sender ausgestrahlt, über deren Sinnhaftigkeit nur das Kopfschütteln erfolgen kann.


Wenn eine wohl gestylte Mittzwanzigerin doch tatsächlich behauptet, sie empfinde keinerlei Gefahren durch die Atomkraft,weil sich ja nichts sichtbares an ihrem Körper verändere oder eine kultiviertere subalterne Dame im geleckten Designer-Outfit sich mit der existenziellen Frage herum quält, ob der sonst regelmäßig im Sushi-Restaurant im näheren Wohnumfeld verzehrte Fisch jetzt noch genießbar sei oder ob er nicht doch verstrahlt sein könnte.
Bei derartigen Luxusproblemen hätte ich die Antwort parat: " Nimm nicht Sushi, esse jetzt Fugu, das ist sicherer!"

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