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Freitag, 4. März 2011

Bim, bam,Böhmer!


                                                ( c ) Pehlmann-WIKIPEDIA

Hoi, das waren jetzt aber sehr klare und deutliche Worte in Richtung der Medienmafia. Der noch Ministerpräsident des Bundeslandes Sachsen-Anhalt hat wenige Wochen vor seinem Abschied aus der großen und kleinen Politik eine volle Breitseite gegen den Medienzirkus, den Talkshow-Zinnober und jenen Interview-Schwachsinn abgegeben und dabei einige Volltreffer gelandet. Was zunächst wie ein Resümee aus den vielen Jahren seines politischen Wirkens aussah, entlud sich flugs zu einem Donnerwetter gegen die Mediengesellschaft. Böhmer selbst ist seit einem langen Zeitraum nicht mehr medial in Erscheinung getreten. Das hat einen gewichtigen Grund. Er hält das gesamte Brimborium, welches von den unterschiedlichen Nachrichten – und Informationsorganen rund um die Politik sowie deren Protagonisten veranstaltet wird, für Unsinn.
Böhmer beklagte sich nicht nur darüber, dass viele Worte, Reden und Meinungen, die zu Themen aus dem Munde von Politikern unterschiedlicher Couleur abgegeben werden, aufgrund des Konkurrenzdrucks verfälscht, entstellt oder in einem völlig anderen Zusammenhang stehend veröffentlicht werden, um bessere Verkaufszahlen oder die Einschaltquoten zu erreichen.  Er bezeichnet das Wechselspiel zwischen Politik und Medien als der Sache nicht gerecht und das  ständige Herumgezettere um bessere Informationen oder Meldungen als der Politik unwürdig.
Böhmer kritisiert aber damit auch seine Kollegen, die sich auf das tägliche Schauspiel einlassen und dabei ihre eigentliche Arbeit vergessen. Weise Worte eines weisen Mannes. Wer das Szenario rund um die unzähligen Medienvertreter und deren Gegeiere um die aktueller Meldung, die schnellere Information oder das bessere Foto sich in kritischer Distanz betrachtet, der kann nur mit dem Kopf schütteln.
In den privaten Nachrichtensendern wird seit vielen Jahren eine öde Aneinanderreihung von formatierten Inhalten serviert. Bei den öffentlich rechtlichen Pedanten überwiegt der Zwang zur Ausgewogenheit, womit die Sendungen eher dröge und langweilig kredenzt werden. Die so genannten Nachrichtensendungen in den Bunt-Kanälen ähneln dagegen eher einer sinnlosen Zusammensetzung von sinnfreien Informationen aus dem Show-Biz-Blödsinn.
Die Talkshows in der ARD laufen sich langsam tot. Die Politikmagazine wurden auf eine halbe Stunde kastriert. Die Sondersendungen ähneln dem abgestanden Bier von der Feier des letzten Jahres. Die Rezipenten werden zudem mit Hintergrundinformationen zugekleistert, ohne diese kritisch zu durchleuchten. Show as show can!
Was Böhmer zum Ende seiner politischen Laufbahn mit Ross und Reiter nennt, sind eben jene Auswüchse, für die der abgetretene „Shooting star „ der CSU, zu Guttenberg, ein leuchtendes Beispiel abgibt. Nicht die Intelligenz, die sachliche Arbeit oder das konsequente Handeln zählt, sondern die Vermarktungsfähigkeit der nur personenbezogenen Informationen über den Handelnden selbst.
Getrieben von dem Boulevard mit seinen reißerischen nationalistischen und diskriminierenden Tönen, den Regenbogenpostillen mit ihren inhaltslosen Gewäsch über Liebe, Hiebe und Triebe oder der gnadenlosen Konkurrenz aus den eigenen Reihen – häufiger jedoch aus denen des politischen Gegners – hetzt der Berufspolitiker durch den Tag. Wenn die Anlässe auch noch so banal sind, das Gesagte noch so einfältig war oder das Interesse an einer Veranstaltung noch so gering sein wird, es finden sich dennoch genügend Journalisten, die darüber berichten.
Die Gesellschaft ist längst zu einer transparenten Informationseinheit zusammen geschmolzen, innerhalb derer die Abläufe ständig dokumentiert, kommentiert und worüber permanent informiert wird. Der Rückzug in das Private fällt deshalb nicht nur schwer, sondern wird für Politiker kaum mehr möglich sein. Der Preis der Macht ist definiert mit der Höhe der Verkaufszahlen oder Einschaltquoten der  Medien.
Böhmer hat zutreffend formuliert, dass damit auch die wirklichen Inhalte der Politik völlig in den Hintergrund treten. Worte werden zu Worthülsen umgemodelt. Absichtserklärungen werden zu großartigen Reformen umgedeutet. Programmatische Reden wiederum auf eine Kampfansage reduziert. Medienpolitik im Jahre 2011 ist ein Wechselbalg von Lüge und Wahrheit, das bereits am Folgetag keinerlei Aufmerksamkeit erfährt. Böhmer hat dieses mit seiner Medienschelte richtig erfasst und an die große Glocke gehängt: Bim, bam.Böhmer!

1 Kommentar:

Octapolis hat gesagt…

Hat er nicht ganz Unrecht. Dieses Gesülze bei Maischberger, Illner, Plasberg & Co. von den ewig gleichen kamerageilen Nasen bringt weder was, noch hat es wirklich Gewicht. Da hat man als Verbraucher immerhin noch die Möglichkeit einfach nicht einzuschalten, was einen aber leider nicht von der räuberischen Wegelagerei der GEZ entbindet, mit der man diesen Müll mitfinanziert. Und was die Printmedien angeht, reicht es schon zu (gerade im Falle Guttenberg) im Vorbeijoggen die Überschrift der Bild zu sehen. Übergeben möchte man sich da.
Bleibt es also in der Hand weniger Blogger, zu benennen, wo der Frosch die Locken hat. ;o)
In diesem Sinne, schönen Restfreitag noch!