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Mittwoch, 30. März 2011

"Watt" - Das 6. Album von Ten Years After - 40 Jahre danach.

Das Jahr 2011 begann nicht gerade mit wahren Freunden des wahren Lebens jenseits der 50. Erst ließ ein Heizungsausfall die Leitungen platzen, dann wollte das Mahlwerk der Kaffeemaschine seinen Dienst quittieren - was ich dem guten Stück jedoch ausreden konnte,da ich dank eines Schraubenziehers die Ursache des Streiks beseitigen konnte - zu schlechter Letzt gab der 30 Jahre alte Verstärker von Onkyo seinen Geist auf und produziert seit dem nur noch Kratzgeräusche, die sich so anhören, als würden sämtliche Schlageramseln auf einmal einen Hustenanfall bekommen.
Des Rätsels Lösung hatte ich - eigentlich wollte ich diese geflissentlich übersehen - nach erfolgter Rücksprache mit dem hilfreichen Nachbarn, dann doch erkannt: die Endstufe will nicht mehr!

Nun, in diesem Fall sprechen nicht nur wir Juristen von einem wirtschaftlichen Totalschaden. Das so ein GAU vor mehr als 40 Jahren dem Musik - und HiFi-Fan diverse Tränen in die Augen triebt, ergab sich schon alleine deshalb, weil die Reparatur eines Musikendverstärkers mehr als ein Gehalt kostete, eine Ausbildungsvergütung locker übertraf oder das Taschengeldlimit bei weitem überstieg. Einst lohnte eine solche Fachreparatur, weil die Geräte sündhaft teuer waren. Jedenfalls jene, die so edle Namen wie JBL, UHER oder BRAUN trugen. Aber selbst bei den Versandhausmarken, wie Universum von QUELLE, Körting von NECKERMANN oder andere Nicht-Markengeräte waren die Reparaturkosten exorbitant.

In jenen Jahren, als ich mir mühsam den ersten tragbaren Kassettenrecorder von Neckermann für 199,-- DM quasi vom Munde absparen musste, indem ich während der Schulferien auf einer Obstplantage, die sich etwa 1 Kilometer Luftlinie vom elterlichen Haus entfernt befand, ab 4.30 Uhr zum Erdbeeren pflücken für 50 Pfennig je 2,5 Kilogramm - Korb antrat,dauerte es zwar einige Wochen ehe ich das Teil zusammen gespart hatte,dennoch war ich stolz wie Oskar, als der Rekorder eines Tages dann mit dem Postpaketboten eintraf. Alles in der Pappschachtel roch neu, irgendwie nach Plastik und Fabrik.
Das gute Gerät hielt jedoch nicht ewig. Nach etwas mehr als 2 Jahren machte der Motor schlapp - die Garantiezeit betrug einst lediglich 1 Jahr - und ich trug mein Schmuckstück zu einem Radio-und Fernsehfachgeschäft nach Bückeburg. Der Techniker frozzelte sofort herum und meinte, das Ding wäre Schrott, weil eben von Neckermann; eine Reparatur lohne nicht mehr. Frustriert zog ich von dannen.
Bereits Monate zuvor zeigte der Neckermann-Rekorder mir eindeutig, wo die Grenzen der Technik aufgestellt waren: Er zog nämlich die C 90 Kasetten, deren Bänder wesentlich dünner waren, gleich über die Transportspule so ein, dass es zu dem gefürchteten Bandsalat kam. Die Höchststrafe für den Musikfan!

Weil die Hersteller-Mafia dieses Problem alsbald erkannt hatte, bot sie über den handel gleich so genannte Band-Reparatur-Sets an, mit denen es möglich war, die zerknüllten Bänder per Schere zu durchtrennen, dann an der Schnittstelle ein weißes Plastikklebeband in der Bandbreite anzubringen und so das Band gleichmäßig zusammenzufügen. Oft gelang diese Operation nicht, weil das Reparaturband nicht richtig klebte, der Schnitt asymmetrisch war oder Ungeschickt grüßen ließ. Fluchen, Nörgeln und Verwünschungen ausstoßen war somit an der Tagesordnung.

Es gab natürlich schon damals wesentlich bessere Geräte, die jedoch unerschwinglich waren. Gleiches galt für Verstärker, Plattenspieler und Boxen. Die Stereoanlagen mit den wohl klingenden Namen lagen preislich im Bereich des Utopischen.
So erwarb ich dann 1970 eine transportable Kompakt-Stereoanlage von Quelle mit der sagenhaften Leistung von 2 x 7,5 Watt Sinus. Der Plattenhobel hatte einen schweren Tonarm und ließ sich manuell bedienen. Immerhin besaß er zwei Geschwindigkeiten, nämlich 33 1/3 sowie 45 Umdrehungen pro Minute, womit sowohl LPs als auch Singels abgenudelt werden konnten.

Das gute Stück war mit 179,-- DM zwar günstiger als der Kassettenrekorder, dennoch - rein technisch betrachtet - eine Zumutung und deshalb auch völlig überteuert.
Etwa 1 1/2 Jahre darauf kaufte ich mir von meiner Ausbildungsvergütung von jetzt sage und schreibe 220,-- DM einen Universum Verstärker von Quelle mit einer Leistung von 2 x 35 Watt und zwei Duo-Reflexboxen mit der enormen Kraft von je 70 Watt. Die guten Teile begleiteten mich bis in die 80er Jahre. Schon reichlich ramponiert, haben sie dann in der Mülltonne meiner Eltern ihren Abgesang vollzogen.

Ja, und eben in den frühen 70er Jahren lag auf dem von Radio-VÖLKNER ( einem Elektronikversandhandel) gekauften Plattenspieler diverse Scheiben der Gruppe Ten Years After. Einer sich zum Ende der 60er Jahre formierten Blues-Rock-Formation um den superschnellen Gitarristen Alvin Lee. Von den ersten beiden LPs ( "Ten Years After", "Undead" ) hatte ich bis dato nichts gehört, die LP "Stonehedge" besaß damals ein Bekannter, "Ssssh" lag bei mir auch leihweise auf dem Plattenteller. Die LP "Cricklewood Green" hatte ich mir während meines Norwegen-Aufenthalts im Sommer 1970 gekauft. Und von der Auskoppelung des Titels "I`m comin'on " ( B-Seite " My baby left me" ) besaß ich eben nur die Single.

Ten Yeras After verband ich zunächst nur mit "Woodstock " 1969 und " I'm going home (by helicopter )". Die Gruppe mit Alvin Lee (Gitarren), Leo Lyons (Bass-Gitarren), Chick Churchill (Tasteninstrumente) sowie den nicht verwandten Ric Lee(Schlagzeug)war aber musikalisch viel mehr, als das während der Live-Auftritte permanent geforderte " I'm going home ".
Die Formation spielte Blues-Rock vom aller Feinsten und das hyperschnelle Gitarrenspiel von Alvin Lee sorgte für einen Sound, der bis heute unvergesslich ist. 
 Mit dem Album " Watt ", dass 1970 erschien stzte die Band eben diesen Stil kompromisslos fort. Knackige Gitarrensoli, gepaart mit einer satten Orgelbegleitung, dem brummenden Bass von Lyons und dem virtuosen Schlagzeug des gleichnamigen Lee.
Neben " Love like a man ", " I'm going home " gehörte auch " I' m coming on " zu den Stücken, die ich über einige Jahre bei den diversen Veranstaltungen abspielen musste.

Jetzt, nämlich 40 Jahre danach fetzen die Rhythmen immer noch, wie einst zu Zeiten, als ich die Single " I'm coming on " im Beat-Keller des elterlichen Hausen vor der Abfahrt zu ungeliebten Ausbildungsstelle auflegte und mich am frühen Morgen schon mit Rockmusik zudröhnte.  
"Watt" ist allerdings mehr, als nur " I'm coming on ", dieses Album hat keinen musikalischen Durchhänger und selbst der Chuck Berry Titel  "Sweet little sixteen " bringt den TYA-Fan noch heute in Wallung.
Die Besonderheiten dieses Stücks Musikgeschichte liegt aber vor allem darin, dass die Band mittels allerlei elektronischen Beigaben,den Boden des sonst üblichen Mehrklangs längst verlassen hatte und sich dem experimentellen Rock zuwandte, ohen jedoch die Blues-Wurzeln zu negieren.
Einfach klasse - auch 4 Dekaden nach ihrem Erscheinen:

  1. "I'm Coming On" - 3:48
  2. "My Baby Left Me" - 5:23
  3. "Think About the Times" - 4:43
  4. "I Say Yeah" - 5:17
  5. "The Band With No Name" - 1:37
  6. "Gonna Run" - 6:02
  7. "She Lies in the Morning" - 7:24
  8. "Sweet Little Sixteen" (live) (Chuck Berry) - 4:09

1 Kommentar:

exmagenta hat gesagt…

Also gegen TYA ist ja nix einzuwenden, aber kann es sein das Du den 60. des Herrn Niedecken verträumt hast? Wie sieht es aus, bekommt die Welt eine Lobster-Hommage auf de kölsche Revoluzer? Du hast doch unter Garantie Tonträger am Start.