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Dienstag, 3. Mai 2011

Selig - Heilig -Unheilig.



Da hat es doch der "Heilige Vater " in Rom tatsächlich geschafft, seinen vor 6 Jahren verstorbenen Vorgänger, dem Karol Józef Wojtyła, vormals in Amt und Würden als Johannes Paul II. in die Ebene der Wunderheiler aufsteigen zu lassen, in dem er ihn " selig spricht ". Wenn nicht am Sonntagmorgen jene Meldung permanent in den Kurznachrichten abgenudelt  und hierzu ein Bericht ständig wiederholt worden wäre, ich hätte nicht gewusst, was es mit diesem kirchlichen Akt auf sich hat.
Hierzu heisst es bei REUTERS:

" Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag seinen Vorgänger Johannes Paul II. sechs Jahre nach dessen Tod seliggesprochen. Mehr als eineinhalb Millionen Menschen pilgerten nach Rom, um der Zeremonie beizuwohnen. Zuletzt hatten sich so viele Kirchenanhänger nach dem Tod des Polen Karol Wojtyla in der italienischen Hauptstadt versammelt. "Und heute ist der erwartete Tag gekommen, er ist schnell gekommen, weil es dem Herrn so gefallen hat: Johannes Paul II. ist selig", erklärte Papst Benedikt. Auf die Seligsprechung seines Vorgängers dürfte bald die Heiligsprechung folgen.
Hunderttausende Gläubige aus der gesamten Welt versammelten sich allein auf dem Petersplatz und feierten euphorisch. Viele wedelten mit Nationalflaggen - darunter zahllose polnische - und sangen. Die Polizei schätzte die Zahl der Pilger auf 1,5 Millionen. Viele hatten die Nacht auf dem Petersplatz verbracht, um bei der Zeremonie eine gute Sicht zu haben. Der Petersplatz war geschmückt mit Bildern des Papstes.
An der Zeremonie nahmen auch zahlreiche Staatsvertreter sowie Mitglieder des europäischen Adels teil. Insgesamt waren 90 Delegationen aus der ganzen Welt vertreten, darunter auch der umstrittene Präsident von Simbabwe, Robert Mugabe. Er darf zwar nicht in die Europäische Union reisen - der souveräne Kleinstaat Vatikan ist jedoch kein Mitglied der Gemeinschaft. "

- Zitatende -

Quasi im Eilzugtempo soll der polnische Oberhirte wohl in den Stand der Heiligen auf genommen werden. Heilig aber dürfte bei dem einstigen Popen in Rom weder Name noch Wirken sein.Seine Einstellung zu der katholischen Moralethik war altertümlich und reaktionär, sein Reisetätigkeit indes legendär und mit dem mißglücken Attentat hatte er auch noch das Glück auf seiner Seite.


http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Paul_II.#Morallehre

Während sich in Rom jene Massen zu dem feierlichen Akt versammelten,blieben die Plätze anlässlich des  1. Mai als Tag der Arbeit eher leer. Das 3. Jahrtausend in den Industrienationen kennt wohl kaum noch dieses Datum als Feiertag. Zu schnell und zu radikal hat sich eben die Arbeitswelt gewandelt.
Dieses lässt sich von der Römisch Katholischen Kirche nicht behaupten. Sie verharrt in den starren Grundfesten der dogmatischen Lehre.
Da verwundert es kaum, dass in einigen Tagen ein "SPIEGEL"-Redakteur mit dem Namen Matthias Matussek (im folgenden M.M. benannt ) ein Buch mit dem Titel "Das Katholische Abenteuer - Eine Provokation -" veröffentlichen lässt, dass sich eben auch mit der alten Katholischen Kirche in der neuen, der modernen Gesellschaft befassen soll.

"DER SPIEGEL " bringt in seiner aktuellen Ausgabe ( Nr. 18/2011,S. 136 ff ) einen auszugsweisen Vorabdruck. Er trägt den Untertitel " Vom Mut, der Moderne ein Ärgernis zu bleiben ". Und jener Extrakt wirkt für einen Atheisten wie Opium für das Volk. Schon allein die ersten Sätze dieses M.M. zeigten deutlich auf, dass er an einer Paranoia im fortgeschrittenen Stadium leidet. Er behauptet: " Journalisten sprechen nicht über ihren Glauben. " und führt kurz darauf fort: " Wir sind aufgeklärt,allerdings ist uns nicht wohl dabei. Wenn Aufklärung der Ausweg aus selbstverschuldeter Unmündigkeit ist,müssen wir zugeben: Sie ist gescheitert.",um dann - quasi als I-Tüpfelchen seines unkontrollierten Rundumschlags zu der Erkenntnis zu gelangen: " In unseren Breiten ist der Katholizismus nicht mehr beherrschende Volksreligion,sondern Entscheidungsreligion. Da können sich noch viele verheiratete Viri probati auf der Kanzel drängen,in den Bankreihen unten wird es dünner. Ich glaube, dass die Kirchenkrise in Wahrheit eine Glaubenskrise,eine Gotteskrise ist."
- Amen! -

Mensch, M.M. das ist jetzt aber doch dick - für Deinen eigenen intellektuellen Anspruch viel zu dick aufgetragen. Wer soll das glauben? Insbesondere vor dem Hintergrund,dass der durchschnittliche Rezipient tagtäglich mich einer Unzahl von Meldungen zugeschüttet wird,deren Inhalte auf eben jene - sich unstrittig - in der Krise befindliche Katholische Kirche abstellen.
Die Kirchen, jedenfalls die Amtskirchen, sitzen in vielen Gremien der öffentlich rechtlichen Rundfunk-und Fernsehanstalten, sie dürfen sich in den verdummenden "Talkshows" dieser Anstalten auslabern,sie können mit Hilfe des Staates Kirchensteuern beitreiben, sie sind mehrfach dazu eingeladen worden, zu bestimmten offiziellen Veranstaltungen ihren Segen und sonstigen Senf zu erteilen.
Ich kann mich hier an eine Beteiligung eines oder mehrerer "Gottesdiener" bei der versuchten Eröffnung des Autobahnabschnitts A 20 zwischen Lübeck und Geschendorf im Juli 2009 erinnern, als die Kirche bei den Polit-Promis stand.

Es gibt darüber hinaus in den Portfolios verschiedener Fernsehkanäle diverse kirchliche Sendeformate, es gibt so gar eigene Kirchenkanäle (KTV,BibelTV) und es gibt in den Rundfunkanstalten kirchliche Nachrichten (z.B. sonntags bei MDR Info). Darüber hinaus existieren Druckerzeugnisse in Hülle und Fülle, die sich mit der Kirche und dem christlichen Glauben befassen.

Wem es beliebt, der kann sich rund um die Uhr, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr ein, Jahr aus, voll sülzen lassen. Und zwar von jenen Protagonisten, die auf Kosten der Allgemeinheit, des Steuerzahlers und der immer dümmer werdenden Bevölkerungsmajorität,ihre persönlichen Eitelkeiten, ihren Selbstdarstellungszwang und ihre Triebe sowie Gelüste frei ausleben dürfen.

Das Grundgesetz garantiert die Religionsfreiheit. Ein Postulat,das aufgrund der deutschen Geschichte und den neuzeitlichen Erfahrungen bis 1945, von der Verfassungsgebenden Versammlung als unabdingbar anerkannt wurde und in die Grundrechte der Art. 1 - 20 GG eingebettet worden ist. 
Hieraus sogen die Kirchen in der BRD, vor allem die RK bis vor wenigen Jahren noch ihren Honig, den sie im Bedarfsfall,nämlich dann,wenn sie öffentlich wegen vieler Mißstände in ihrem Umfeld ( Kindesmissbrauch,Steinzeiterziehung,Geldverschwendung)kritisiert wurden,dem noch gläubigen Volk ums Maul schmierten.

Die Aufklärung ist doch eine wunderbare Sache, M.M.,wenn sie die breite Masse dieser Gesellschaft nur für sich und auch noch richtig zur Anwendung brächte.
Wie war das noch gleich?

"Aufklärung steht im alltäglichen Sprachgebrauch für das Bestreben, durch den Erwerb neuen Wissens Unklarheiten zu beseitigen, Fragen zu beantworten, Irrtümer zu beheben. "

- Zitatende - ( WIKIPEDIA-Aufklärung )

Irrtümer zu beseitigen! Daran sollte sich die RK messen lassen. Die eigene Historie ist nämlich nicht nur mit einer riesigen Anzahl von Irrtümern belegt, sondern dazu auch noch blutrünstig. Die RK war über Jahrhunderte eine mordende Bestie,die alle Dinge und Menschen, die sich ihr und ihrer Machtgier in den Weg stellten, nieder metzelte. Vergessen,M.M.?

Die RK war auch an dem größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte, dem II. WK, aktiv beteiligt. Statt gegen den verbrecherischen Nationalsozialismus Front zu machen, standen Priester oder andere kirchliche Würdenträger mit den Hitler Schergen Spalier und hoben die rechte Hand steil gen Himmel - zum Deutschen Gruß!
Vergessen,M.M:?

Auch danach hat sich die RK nicht mit humanistsichen Ruhm bekleckert. Was war eigentlich in den BRD-Kinderheimen zu Beginn des WiWu los? Prügelnde Nonnen in Bethel, KZ ähnliche Zwangsarbeitslager im Wietingsmoor bei Nienburg an der Weser oder pädophile Geistliche in kirchlichen Einrichtung in Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen.Die einstigen Insassen jener kirchlichen Anstalten leiden heute noch unter dem Erlebten und müssen sich von Deiner Kirche und dem willfährigen Politikern öffentlich demütigen und verhöhnen lassen,wenn sie eine Wiedergutmachung verlangen.  Vergessen, M.M.?

Diese Themen spielen in dem Traktat der Herrn M.M. keine Rolle. Er kapriziert die kirchlichen Ärgernisse lieber auf die neuzeitlichen Auswüchse der pluralistischen Gesellschaft. Neben dem ständig beklagten gesellschaftlichen Werteverfall, der Gefahr durch den Islam und seiner aggressiven Verbreitungsmethodik und dem schleichenden Atheismus, rügt M.M. auch die Vielzahl der Kirchenkritiker innerhalb und außerhalb der Institution.
"DER SPIEGEL" gibt ihm dazu bis auf S. 138 Gelegenheit und wird sein Pamphlet auch noch als "SPIEGEL-BUCH" veröffentlichen.

M.M. zählt somit zu den Privilegierten seiner Zunft, die ihren hahnebüchenen Schwachsinn zur Stellung der Kirchen in diesem, unserem Lande auch noch Gewinn trächtig vermarkten dürfen, so wie es einst Peter Hahne vom ZDF mit dem Brüller " Schluss mit lustig!" vorexerzierte. Der eben auch die Verwerfungen der vom Konsumterror und Mediendauerverblödung malträtierten BRD-Jugend und jener Teile der Gesellschaft, die sich dem Perma-Rausch durch Alkoholika hingeben,erkannte und ein " Zurück zu Gott " hier entgegen setzt.

Wer aber soll eben jene Zeiterscheinung verhindern, die M.M. so beschreibt:
" Christi Himmelfahrt ist bei uns der freie Tag,an dem sich Väter am Baggersee besaufen. " und er in einem Atemzug dann fordert:
"Doch gerade deshalb,sollte Kirche erkennbare Gegenwelt bleiben,mit zölibatären Priestern und Heiligenlitanei und dem Mut,der Moderne ein Ärgernis zu sein."

Unabhängig davon, dass in den Klöstern u.a. auch schmackhaftes Bier gebraut wird, mit dem sich - meistens keine Väter,sondern sich ausprobierende junge Menschen - am "Vatertag" sinnlos betrinken können,hat jene hier geforderte Parallelwelt der Kirche sich längst als Eunuch entpuppt, der mit zarter Stimme versucht auf jene Fehlentwicklungen hinzuweisen,deren Bestandteil sie selbst geworden ist. Die christlichen Kirchen in den Industrienationen haben den Zug längst verpasst, auf dem sie hätten aufspringen müssen,um glaubwürdig eigene Werte und Lebensinhalte zu vermitteln. Stattdessen sitzen die RK und große Teile der Evangelischen Amtskirche in der 1.Klasse eines ICE 3-Zuges, der mit Höchstgeschwindigkeit in Richtung der Barbarei rast. So wäre nämlich die Quintessenz aus dem M.M.śchen Ergüssen.

In der selben "SPIEGEL"-Ausgabe versucht sich auf S. 22 ff der SPDler
Klaus von Dohnanyi, der als Rechtsbeistand des Hobby-Genetikers und Apologten Dr. Thilo Sarrazin in dem kürzlichen Parteiausschlussverfahren fungierte, als einsamer Rufer in der Wüste der Unwissenden, in dem er formuliert:" Eine Gesellschaft,die Korrekturen bei der künstlichen Befruchtung einer Frau zulassen will (PID) oder eine eugenische Abtreibung im 8. Monat erlaubt,sollte ohnehin nicht protestierend mit der Frage umgehen,ob auch Intelligenz und Begabung, Schulerfolg und Berufsweg durch Vererbung und Erziehung beeinflusst sein könnten. "

Dem weisen Alter von 82 Jahren sei dank, dass ich den werten Genossen und Kollegen nicht in einen Topf mit M.M. dem Papst und Thilo S. werfe,denn dort gehört er sicherlich nicht hinein. Dennoch frage ich mich, was Sarrazins erfolgreiches Hetz-Buch mit der wissenschaftlichen Seite der Vererbungslehre gemeinsam haben soll? Würde ich jetzt der Fraktion der Verschwörungstheoretiker angehören, ich hätte laut den Verdacht geäußert, dass die christlichen Einflüsse in der Meinungs--und Vorstellungswelt jener Herren hier die Gäule haben durch gehen lassen.

So bleibt lediglich die Feststellung,dass der seliggesprochene Papst, sein Nachfolger, der "Heilige Vater " in Rom und jenes pseudo-christliche Fußvolk mit ihren öffentlich zur Schau gestellten und Profit orientierten Privatmeinungen eben in jene unheilige Allianz der Rechtspopulisten eingepasst werden kann, deren Vormarsch sich u.a. an den letzten Wahlergebnissen in verschiedenen europäischen Ländern dokumentiert.

Hier geht es jedoch nur um Erhalt von Privilegien, um Pfründe - und Machtsicherung sowie um reflexartiges Abwehrverhalten gegen die Tendenz und Veränderungen einer weiter zusammen wachsenden Weltbevölkerung, deren Spiritualität sich allerdings nicht aus dem Christentum als Weltreligion ergibt. Und dieses scheint den alten Zossen Ratzinger,Sarrazin und Mattussek den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben.
Unheilge Allianz von selig säuselnden Memmen mit Heiligenschein über ihrem greisen Haupt.