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Sonntag, 1. Mai 2011

Wenn Walburga mit dem Holzbesen über den Blocksberg reitet.

                                                                                (c) L. S. Bestehorn

Es gibt Traditionen, die haben sich im Verlaufe der vielen Jahre gewandelt. Hierzu zählt sicherlich auch die Feier zur Walpurgisnacht, die ja bekanntlich vom 30. April zum 1. Mai abgehalten wird. Was da eigentlich gefeiert werden soll, dass war mir einst als kleiner Steppke nie richtig klar geworden. Während meine Großeltern öfters vom Ritt zum Blocksberg erzählten, bei dem Hexen auf ihren Reisigbesen um Mitternacht die Harzgegend unsicher machen würden, konnte ich mir partout nicht vorstellen, wie dieses funktionieren sollte.
Hexen, na ja, die kannte ich wohl aus Grimm's Märchen, Reisigbesen waren mir gut in Erinnerung, denn mit ihnen fegten meine Eltern ständig den Hof, aber wo der Blocksberg oder der Harz liegt, dass wusste ich damals noch nicht.
Dort wurde einst so gedichtet:


Es reitet bei Nacht im Mondenschein
Durch Sumpf und Moor über-Stock und Stein
Die Hexen zum nächtlichen Reigen;
Auf den Blocksberg führet sie ihre Pflicht,
Der ist umlagert von Wolken dicht,
Es deckt ihn düsteres Schweigen.
Doch hui ! Durch die dichten Wolken hinauf
Nimmt auf dem Besen das Hexlein den Lauf,
Und bald erreicht es die Spitze.
Da sitzt schon auf hohem Felsenaltar
Herr Urian wartend der lieblichen Schaar,
Umhüllt vom Donner und Blitze.
Und laut erhebt sich ein Freudengeschrei,
Es eilen die Hexen zum Tanze herbei;
Vor ihrem Herrn sich verbeugend,
Erheben sie ihren nächtlichen Reih´n,
Bei Uriens düsterem Feuerschein,
Die Hände sich ringsum reichend.
Die Hexe tanzt mit den Ziegenbock,
Rings um den riesigen Felsenblock,
In ungeziemenden Sprüngen.
Es rauscht der Reih´n über Stein und Stock,
Doch flattert das Haar, weit flattert der Rock,
Bei wildem Gejauchze und Singen.
Doch hört! Es tönet des Hahnes Geschrei,
Herr Urian fliehet dem Tage scheu,
Es fliehet der Hexen Getümmel.
Da reiten und jagen sie tüchtig husch, husch!
Wohl über die Klippe, wohl durch den Busch,
Und heiter wird nun der Himmel.
Die Wolken und Nebel vom Berge zieh´n,
Es erhebt sich im hellen purpurnem Glüh´n
Majestätisch die herrliche Sonne;
Und rings wird es Licht auf Bergen und Au´n,
Der Brocken scheint hoch in die fernesten Gau´n
Und füllet die Herzen mit Wonne.
1831 - Bürck

Wenn im Verlaufe der vielen Jahre sich die Menschen einem Sinneswandel unterwarfen, die Aufklärung und sonstige Errungenschaften der Zivilisation dazu geführt haben, dass die Majorität eben nicht mehr an Hexen glaubt, so halten doch eben auch viele Traditionalisten an den alten Zöpfen, Bräuchen und Sitten fest. Die lodernden Hexenfeuer am 30. 04. eines jeden Jahres, die Hinweise auf überlieferte Abläufe hierzu, können auch heute nicht darüber hin weg täuschen, dass jeder Mensch im Grunde genommen manipulierbar ist. Hexenverbrennungen im Mittelalter waren denn nur Ausdruck eines Prinzips mit dem sich der Adel und im Gleichschritt mit ihm, der Klerus, unliebsame Zeiterscheinungen vom Halse halten wollte.
Warum heute noch auf dem Brocken zur Walpurgisnacht gezündelt, gesoffen und gesponnen wird dürfte auch klar sein:
Dem gemeinen Plebs muss eine Abwechselung geboten werden, sonst begehrt es auf!



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