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Mittwoch, 13. Juli 2011

24. Juli 2010, der Tag, an dem die "Loveparade" zu Grabe getragen wurde.



                                                                                                              (c) Arne Müseler

Die heutigen zeit ist schnelllebig. Was gestern noch aktuell war, gilt einen Tag später schon nichts mehr. Ereignisse, die die Medien zu Beginn des Jahres beschäftigten, haben jetzt bereits keinen Stellenwert mehr.
Welche Nachrichtensendung berichtet noch von dem Tsunami an der japanischen Küste, dem Atom-GAU in Fukushima oder Massenprotesten in den arabischen Ländern?
Nur die Dauerkrisenherde erfahren einer permanenten Beachtung.
Was allerdings die Medienindustrie bereits vor Jahren als Ereignis aufgegriffen hat, ist in der Jetztzeit nicht einmal eine Kurzmeldung wert.

Als das ZDF am 12. Juli 2011 ein Doku-Drama zu dem am 24. Juli sich jährenden Ereignissen bei der Loveparade in Duisburg mit dem Titel " An einem Tag in Duisburg - Todesfalle Loveparade " ausstrahlte, war klar, dass diese Katastrophe auch von den Medien wieder aufgenomen werden wird.
Am 13. Juli folgt die ARD mit einer weiteren Dokumentation um jene Veranstaltung, deren Anfang einst mit einer handvoll jungen Menschen und einer mobilen Musikanlage in Berlin begann und deren Ende der Kommerz-Spuk in Duisburg war.
Auch RTL hat am 24. Juli eine eignen Sendung über die Loveparade in Duisburg in das Programm genommen.

Das ZDF Doku-Drama vermischte jene realen Ereignisse mit nach gestellten Szenen. Der Beitrag bleib dennoch nachvollziehbar und sachlich. Etwas verwirrend bleiben allerdings die Zeitsprünge, die sich vom Tag der Veranstaltung bis einige Monate zuvor in den Ausschusssitzungen hinein bewegen.
Hiermit soll einerseits erklärt werden, dass jenes Event von Beginn an nicht unumstritten war, jedoch dann - auf politischen Druck des Oberbürgermeisters der Stadt Duisburg - von den Fachgremien genehmigt wurde. Auch das mangelhafte Sicherheitskonzept wird in vielfacher Weise schonungslos dargestellt. Der eigentliche Veranstalter, die Lopavent GmbH, dessen Geschäftsführer Rainer Schaller aus Berlin ist,erhält in der Dokumentation eine ambivalente Rolle. Einerseits will diese das Ereignis auf Gedeih und Verderb durch drücken, nachdem ein Jahr zuvor die Stadt Bochum eine Genehmigung hierfür nicht erteilt hat, andererseits versucht sich Lopavent aus der direkten Verantwortung hinsichtlich der Einhaltung von Sicherheitsstandards dezent heraus zu reden. 

Was dem Zuschauer jedoch offenbart wurde, war die Tatsache, dass Schaller mit geschönten Besucherzahlen operiert. Ob dieses nun nur wegen der Vermarktung der Loveparade durch Werbeträger geschah oder eine Art von Notlüge war, damit die erheblichen Sicherheitsbedenken beiseite geräumt werden können, ergibt sich aus dem Beitrag nicht.
Trotzdem zeigt sich gerade in diesen Sequenzen, dass der Kommerzgedanke für den Veranstalter, aber auch für die Stadt - aus fiskalischen Gründen - die tragende Rolle spielt.

Der eigentliche Gedanke in den ersten Jahren der Loveparade ist damit längst abhanden gekommen. Nicht zu Unrecht übten viele Seiten hieran Kritik:

http://www.zoolamar.com/2010/07/24/weder-titten-noch-arsche-aber-spieser-aufmarsche/

Diese Mahner und Gegner des Kommerzes sahen sich denn auch voll bestätigt, als es am frühen Abend vor dem Tunnel des Veranstaltungsgeländes zu jener Katastrophe kam, bei der 19 Menschen erdrückt und einige Hundert Besucher zum Teil schwer verletzt wurden.


http://de.wikipedia.org/wiki/Ungl%C3%BCck_bei_der_Loveparade_2010

Der ZDF-Beitrag lässt die Augenzeugen, die Verletzten und Traumatisierten sehr ausführlich zu Wort kommen. Daneben werden Szenen aus den Gedenk - und Protestveranstaltungen eingespielt. Diese Originalbilder zeigen die Wut, die Fassungslosigkeit und die Ohnmacht von Besuchern, von Angehörigen und Betroffenen. 

Das Zuschiebendes Schwarzen Peter gehört beinahe schon zum Ritual von Behörden und Verantwortlichen bei Katastrophen diesen Ausmaßes. Dennoch wird hier aufgezeigt, wie perfide die Stadtverwaltung jedes nur ansatzweise erkennbare Maß an einem Mitverschulden von sich nimmt, indem beispielsweise OB Sauerland eine Rechtsanwaltskanzlei in Düsseldorf mit dem Erstellen eines Gefälligkeitsgutachten auf Kosten des Steuerzahlers zu seiner Entlastung beauftragt.
Aus dem Sammelsurium von menschlichen Unzulänglichkeiten, der Gier nach medialer Aufmerksamkeit und dem schlichten Ignorieren der Sicherheitsbedenken ist dann eine Melange entstanden, die jenes Unglück prdouziert hat.

Eine bedrückender Beitrag des ZDF. Eine Mahnung an künftige Großveranstaltungsverantwortliche. Eine retrospektivische Trauerfeier für jene Menschen, die ihr Leben lassen mussten, für die vielen Angehörigen und die an PTBS-Erkrankten, deren eigenes Leben nie wieder so wird, wie vor dem 24. Juli 2010. Danke an das Filmteam und  das ZDF.

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