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Montag, 4. Juli 2011

JBL - James Bullough Lansing, die Musikboxen mit legendärem Namen und Klang.

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                                     © Harman International, Courtesy Mark Gander and John Eargle

Als ich vor vielen Jahren, eigentlich schon Dekaden, einen einstigen Schulkollegen in Minden besuchte, zeigte dieser mir stolz seine HiFi-Anlage, die aus einem extrem teuren Verstärker, einer Revox-Bandmaschine und einem selbst gebauten Musikboxen-Paar bestand. Später veränderte dieser jenes Boxenpaar in eine einzige, Waschmaschinen große Box mit einer Musikleistung von beinahe 600 Watt. Sensationell, so dachte ich damals.
Das beeindruckende an dem Besuch war aber nicht die Anlage selbst, die in einem - eigentlich viel zu kleinem - Raum stand, sondern die vielen Fachzeitschriften, die der Schulkollege dort herum liegen hatte. Auf Hochglanz bedruckten Seiten und für schon einst relativ viel Geld, konnte sich der Leser über die aktuellen Trends, Entwicklungen und das dort gepflegte Fachvokabular, entsprechende Informationen erhalten, mit denen er später gegenüber den Bekannten und anderen Musikfans aufspielen wollte.

Die technischen Details von Abmaßen, Klirrfaktor bis hin zu Zuleitungen haben mich eigentlich bis heute nie so richtig interessiert. Was im Verlaufe der Folgejahre den vormaligen Freund immer wieder zu wahren rhetorischen Höchsleistungen ansporte, nämlich das Dozieren über eben jene Wunderwerke der Unterhaltungselektronik, ließ mich dabei mehr als einmal die Ohren auf Durchzug stellen.
Entscheidend is auf'm Plattenteller, so lautete meine Devise. Und auf diesem Sektor behielt ich immer noch die Oberhand. Meine Kenntnisse auf dem Rock und Pop - Markt waren weit aus vielseitiger, als die des Mindener Kollegen.

Aus der eher freundschaftlichen Konkurrenz ist später ein Unverhältnis geworden. Die Lebensläufe drifteten so weit auseinander, dass ich aus heutiger Sicht behaupte, es hat eigentlich nie Gemeinsamkeiten gegeben. Nun, sei's drum, die Jahre flogen vorüber und die technischen Veränderungen bestimmen mehr denn je den Tagesablauf. Aus den vielen Anbieter im Bereich der U-Elektronik sind zwar mehr Namen hinzugekommen, jedoch durch den Fusionswahn und das Haifisch-Verhalten der internationalen Kapitalmärkte konzentriert sich dieses Segment auf nur wenige weltweit agierende Konzerne.
So mancher Hersteller hoch klassiger Geräte ist längst von einem größeren Unternehmen geschluckt worden. Von den einst kleinen Betrieben, teilweise mit langer Familientradition, sind nur noch Sparten eines Konglomerats zu sehen, die dann irgendwo in den Konzernbilanzen auftauchen. Selbst wenn der Name des Herstellers bleibt, verbirgt sich dahinter eher ein Multi als ein spezieller Fachbetrieb.

Als ich in jenen Sturm - und Drangjahren, nämlich zum Ende der 60er und Beginn der 70er Jahre die einst gängigen Produzenten von hochwertigen HiFi-Elementen permanent um die Ohren gehauen bekam, fiel auch in schöner Regelmäßigkeit der Name James B. Lansing oder kurz " JBL ". Ein Name, der mit einer inbrünstigen, von Ehrfurcht getragenen Klaviatur an technischen Details dargestellt wurde, dass mir als Musikfreund beinahe der Atem stockte, wenn ich aus den neusten Fachzeitschriften eine Rezension über ein Segment aus dessen Produktpalette gelesen hatte. " JBL ", das war für uns als junge, eher naive Rock & Pop-Anhänger ein Ruf wie Donnerhall. Nicht nur deshalb, weil die HiFi-Komponenten per se über den " Grünen Klee gelobt " wurden, sondern weil die technischen Daten dermaßen heraus stechend waren, dass es kaum vergleichbare Konkurrenz gab.
Selbst gesehen und  gehört habe ich JBL-Produkte nur ein einziges Mal. Bei einem Bekannten des Mindener Schulkollegen in dessen Musikkeller, den dieser mit Eierstiegenpappen gedämmt hatte, um einen besseren Klangeffekt zu erzielen.
Ein einmaliges Erlebnis war es schon, als das zarte Klicken des angeschalteten Verstärkers den ansonsten leeren Raum für einen Wimperschlag lebendig machte. Als der stolze Eigentümer dann einige Musikstücke aus LPs auf seinen Plattenspieler, der dem Wert eines gebrauchten Kleinwagens entsprach, abspielte, war der Klang phantastisch.

Dieses exklusive Erlebnis hat mich zwar nicht geprägt, dennoch geisterte der Name James B. Lansing im Verborgenen des Langzeitgedächtnisses immer wieder herum. Ein Gespenst, ein Traum und ein über sehr viele Jahre unerfüllt bleibender Wunsch eines Musikanhängers, in die Champions League der Musikanlagen aufzusteigen. Das solchen Träumen im Bereich der Azubis mit minimalen Ausbildungsvergütungen, der Habenichtse unter den Schülern und Studenten und der darbenden Selbständigen aus der Rechtsanwaltschaft ganz enge Grenzen gesetzt waren und auch heute - mehr denn je - gesetzt sind, ergab sich vor allem aus den vormaligen Preisgefüge für Produkte der Marke JBL. Da konnte ein Verstärker schon mal locker die 2.900,-- DM Marke knacken, ein Paar Boxen als gleichwertige Notwendigkeit brachte es auf beinahe 5.000,-- DM und ein adäquater Plattenspieler einer Top-Marke auf 1.900,-- DM ( System eingeschlossen ). Unerschwingliche Größenordnungen eben.

Wer aber ist eigentlich dieser James Bullough Lansing. Das Internet hilft weiter. Ich zitiere:

"  Die Geschichte von JBL "

" Der Gründer: JBL begann mit J.B.L. – James Bullough Lansing. Lansing war ein besessenes und möglicherweise manisch-depressives Genie, das praktisch alles erfand, das innerhalb seiner Vorstellungskraft lag – sogar seinen eigenen Namen.
Er wurde am 14. Januar 1902 mit dem Namen James Martini in Macoupin County, Illinois als Sohn von Henry Martini und Grace Erbs Martini geboren. Macoupin County, ein Verwaltungsbezirk nördlich von St. Louis, war eine von Landwirtschaft und Bergbau geprägte Region. Henry Martini arbeitete als Bergbauingenieur.
Und auch sein Sohn (das neunte von vierzehn Martini-Kindern) sollte in seine Fußstapfen treten. Schon früh war der junge James fasziniert von Technik und Maschinen. Es wird berichtet, dass er bereits im zarten Alter von 12 ein kleines Sendegerät baute, dessen Signal stark genug war, um einen lokalen Radiosender zu stören.
James besuchte die Schule in Springfield, Illinois und begann, Kurse an einem kleinen College zu besuchen, ohne jedoch einen formalen Abschluss in Ingenieurwissenschaft zu erlangen. Als junger Erwachsener nahm er einen zweiten Vornamen an – Bullough (nach einer Familie, die er als Teenager kannte). Ebenfalls zu dieser Zeit, aber aus heute unbekannten Gründen, änderte er seinen Nachnamen in Lansing.
In den frühen 1920er Jahren arbeitete er als Automechaniker. Nach dem Tod seiner Mutter Ende des Jahres 1924 zog Lansing nach Salt Lake City. Die Stadt bot gute Arbeitsmöglichkeiten für einen ehrgeizigen jungen Mann, dessen Vorliebe und Stärke elektrische Maschinen waren. So fand Lansing schnell eine Stelle als Ingenieur in einem Radiosender.
Aber Lansing wollte mehr. Nicht lange nach seiner Ankunft in Salt Lake City gründete Lansing das Unternehmen Lansing Manufacturing Company zur Fertigung von Radiolautsprechern. Kurz darauf traf er einen Geschäftsmann namens Ken Decker, der sich um die Finanzierung und das Marketing seines Geschäfts kümmern sollte. Lansing konnte sich nun ganz auf die Technologie konzentrieren.
Allerdings war Salt Lake City nicht das Zentrum der elektronischen Fertigungsbranche im Südwesten der USA. Die meisten Unternehmen waren in Los Angeles angesiedelt. Zu Beginn des Jahres 1927 verlagerte Lansing deshalb seine Firma in diese Stadt.

Willkommen in Hollywood

Das Timing war perfekt. Am 6. Oktober war die Premiere des Warner Brothers Films The Jazz Singer – der erste Spielfilm mit sprechenden Darstellern. Der Film war eine solche Sensation, dass plötzlich jedes Studio in Hollywood nach Tonanlagen für seine Aufnahmestudios und Kinosäle fragte.
Unglücklicherweise war diese neue Technologie für die Vertonung von Filmen noch unzulänglich. Douglas Shearer zum Beispiel, der Cheftoningenieur bei Metro-Goldwyn-Mayer, hielt sie für zu schwach und grob im Klang. MGM, Hollywoods größtes und renommiertestes Studio, produzierte überwiegend üppig ausgestattete Musicals und andere Filme mit anspruchsvoller Tonwiedergabe.
Auf der Suche nach einer besseren Technologie suchte Shearer Rat bei Experten, und diese verwiesen ihn an Jim Lansing. Von 1933 bis 1935 entwickelten Shearer und Lansing ein System von hornförmigen Lautsprechern, die den Sound im Kinosaal verbessern sollten. Das Shearer-Lansing-System funktionierte so gut, dass ihm die Academy of Motion Picture Arts and Sciences im Jahr 1936 eine Auszeichnung für hervorragende technische Qualität verlieh.

Der Zusammenbruch

Lansing Manufacturing hatte einen Höhenflug – bis Ken Decker im wahrsten Sinne des Wortes abstürzte. Decker war Reserveoffizier der Luftstreitkräfte der United States Army und kam 1939 bei einem seiner Flüge ums Leben.
Ohne Deckers Geschäftssinn ging es mit Lansing Manufacturing zunehmend bergab. Um sein Unternehmen zu retten, musste es Jim Lansing schließlich im Jahr 1941 verkaufen.
Altec Service Corporation, eine Firma, die sich auf die Wartung und Reparatur von Tonanlagen für Kinosäle spezialisiert hatte, benötigte eine Quelle für Ersatzteile. Im Dezember 1941 kaufte Altec Lansing Manufacturing für angeblich 50.000 US-Dollar (ca. 730.000 US-Dollar auf das Jahr 2009 umgerechnet).

Altec, der Retter

Jim Lansing fungierte in dem in Altec Lansing Corporation umbenannten Unternehmen nun als Vice-President of Engineering und konnte sich wieder ganz auf die Entwicklung neuer Technologien konzentrieren. Gemeinsam mit seinem Konstruktionsteam entwickelte er unter anderem das A-4-Lautsprechersystem, das bald zum Standard für Kinosäle wurde.
Aber Lansing war es gewohnt, das Unternehmen nach seinen eigenen Vorstellungen zu führen. So kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der Geschäftsleitung von Altec Lansing. Die Laufzeit seines Vertrags betrug 5 Jahre. Als er auslief, verließ er das Unternehmen.
Am 1. Oktober 1946 gründete er Lansing Sound, Incorporated. Altec Lansing beschwerte sich, dass die offene Verwendung des Namens Lansing gegen die Rechte von Altec Lansing an dieser Marke verstieß. Daraufhin brachte LSI schnell den Namen seines Gründers geschickt in einem neuen Markennamen unter: James B. Lansing Sound, Incorporated.

J.B.L. und JBL

Lansing begann schon bald mit der Entwicklung von Lautsprechern für Kinosäle. Seine ersten Komponenten waren buchstäblich (bis hin zu den Modellnamen) originalgetreue Kopien der Lautsprecher, die er für Altec Lansing entwickelt hatte.
Lansing war ein brillanter Ingenieur mit einem Auge für innovatives Design und Materialien, aber ein lausiger Geschäftsmann. Sein Unternehmen machte Verluste, und gegen Ende des Jahres 1949 stand es mit 20.000 US-Dollar (ungefähr 180.000 US-Dollar auf das Jahr 2009 umgerechnet) in der Kreide.
Lansing, der schon immer unter depressiven Stimmungen litt, ging dieser Niedergang so zu Herzen, dass er, der einst JBL gegründet hatte, sich am 24. September 1949 das Leben nahm.

JBL nach J.B.L.

Lansing hatte eine Lebensversicherung über 10.000 US-Dollar abgeschlossen. Ein Drittel bekam seine Frau, die restlichen zwei Drittel gingen an sein Unternehmen. Mithilfe des Unternehmensanteils (ca. 60.000 US-Dollar auf das Jahr 2009 umgerechnet) konnte der Leiter der Finanzabteilung, William Thomas, das Unternehmen von seiner Schuldenlast befreien. In den frühen 1950er Jahren erwarb Thomas den in Besitz von Lansings Witwe befindlichen Anteil und wurde zum alleinigen Eigentümer.
Thomas wusste, dass er nun über einen unschätzbaren Vermögenswert verfügte: Jim Lansings Namen. Trotz Lansings finanziellen Schwierigkeiten hatte er noch immer einen hervorragenden Ruf bei der Entwicklung von hochwertigen Audioelektroniksystemen. Thomas brachte die Jim Lansing Signature-Lautsprecherreihe auf den Markt, deren Markenzeichen die erstklassige Design- und Fertigungsqualität war.
Aber eine einzige Reihe von Lautsprechern genügte nicht, um die Firma über Wasser zu halten – vorallem nicht, nachdem Altec Lansing Thomas die Verwendung des wertvollen Markennamens „Lansing“ untersagt hatte. Nach langen Verhandlungen erklärte sich Thomas schließlich bereit, den Namen nicht mehr zu verwenden. Von nun an firmierten James B. Lansing Sound, Incorporated und seine Produkte unter der Bezeichnung JBL.

Endverbraucher und Experten

Thomas legte Wert darauf, dass sein Unternehmen stets am Puls der Zeit war. Als die Kinosäle begannen, auf Stereosound umzustellen, sagte Thomas für JBL vertraglich zu, für Ampex und Westrex, beides Hersteller von Kinoaudiosystemen, neue Komponenten zu entwerfen.
In die frühen 1950er Jahre fiel auch die Geburtsstunde der hochwertigen Heimaudioanlage. Der Ausdruck „Hi-Fi“ (High Fidelity, hohe Klangwiedergabetreue) fand seinen Weg in den allgemeinen Wortschatz und in zahlreichen Zeitschriften sah man nun Fotos der neuesten Plattenspieler. Um sich auf diesem neuen Markt zu etablieren, nahm Thomas den Industriedesigner William Hartsfield unter Vertrag. Hartsfield entwickelte einen Lautsprecher, der ohne große Umschweife gleich der „Hartsfield“ genannt wurde. Dieser Lautsprecher wurde zu einem Verkaufsschlager, und JBL entwickelte sich plötzlich zu einem wichtigen Hersteller von Heimaudioanlagen.
1957 entwickelten der Ingenieur Richard Ranger und der Designer Arnold Wolf das erfolgreiche Soundsystem Paragon. Der in einem eleganten Hartholzgehäuse untergebrachte Paragon war sowohl als exzellenter Plattenspieler als auch als stilvolles Wohnzimmermöbel eine erstklassige Wahl. Der Paragon war so beliebt, dass ihn JBL mehr als 25 Jahre im Sortiment führte.
Selbst in der Phase, in der JBL erfolgreich neue Lautsprecher und andere Komponenten für zuhause entwickelte, wurde der Bereich, der heute die Bezeichnung „Professionelle Audiotechnik“ trägt, nicht außer Acht gelassen. In den 1950er Jahren bezeichnete der Pionier der elektrischen Gitarre Leo Fender das Modell D130 von JBL als den idealen Lautsprecher für seine Instrumente. Gitarristen auf der ganzen Welt ließen von nun an ihre Instrumente über D130-Lautsprecher ertönen.
Einige Jahre später, zu Beginn der 1960er Jahre, arbeitete JBL zusammen mit Capitol Records (Heimat der Beatles und Beach Boys) an der Entwicklung von Monitorboxen für Aufnahmestudios. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit, das 4320-System, war so erfolgreich, dass die Professional Division von JBL, die Abteilung für professionelle Audiotechnik, bis zum heutigen Tag Komponenten für Aufnahmestudios weltweit entwickelt.
Bestärkt durch diese Erfolge rief William Thomas in den späten 1960er Jahren mit JBL Professional eine eigenständige Abteilung für dieses Segment formell ins Leben. Die Consumer Division, die Abteilung für Endverbraucher, wurde als JBL weitergeführt.

JBL, darf ich vorstellen: Harman

Sidney Harman war (zusammen mit Bernard Kardon) der Gründer des Audiounternehmens Harman Kardon. Auch dieses Unternehmen zeichnete sich wie JBL durch seine Innovativität aus. So hatte Harman Kardon unter anderem den Stereo-Receiver entwickelt.
Aber Harman wollte, dass sein Unternehmen auf einer größeren Ebene agiert. Harman Kardon hatte ihm zu so viel Wohlstand verholfen, dass er in der Lage war, die Jervis Corporation, einen kleineren Konzern mit Sitz in New York, aufzukaufen. Jervis gab ein Angebot für JBL ab.
Nach zwanzig Jahren beeindruckender Erfolge und Produkte im Audiobereich war William Thomas bereit, JBL zu verkaufen. 1969 wurde das Geschäft beschlossen. JBL war jetzt Teil von Jervis, das später in Harman International Industries, Incorporated umbenannt werden sollte. Arnold Wolf, der Designer des Paragons (und des JBL-Logos), wurde zum Präsidenten von JBL ernannt.

Die Jahre des Booms

Unter den Fittichen Harmans wurde JBL zu mehr oder weniger der Marke, die man heute kennt: ein Audiohersteller, der sein Wissen und seine Fertigkeiten im Bereich Soundsysteme für Kino- oder Konzertsäle und Aufnahmestudios für Produkte für den privaten Konsumenten nutzt. 1969 übernahm das Unternehmen die Technologie seiner (in Aufnahmestudios äußerst beliebten) Monitorboxen 4310 und 4311 in den für Heimaudioanlagen konzipierten L100-Lautsprecher. Mit mehr als 100.000 verkauften Einheiten im Laufe der 1970er Jahre wurde der L100 zu einem enormen Verkaufsschlager.
Neben dem Vertrieb seiner vorhandenen Technologien vernachlässigte JBL in den 1970er und 1980er Jahren auch die Investition in Innovationen nicht. Mitte der 1970er Jahre zum Beispiel entwickelten die JBL-Ingenieure Symmetrical Field Geometry™, eine Lautsprecheranordnung, mit der die Klangverzerrung reduziert wird. Einige Jahre später entwickelten die Ingenieure von JBL die Horntechnologie Bi-Radial®, mit der die Klangleistung über einen Bereich von Frequenzen verbessert wird.
Währenddessen verhalf das weltweite Vertriebsnetz von Harman International der Marke JBL auch zu Kunden, die ansonsten niemals ein Produkt von JBL gekauft hätten. Das Unternehmen hat sich insbesondere in Japan sehr gut etabliert. Seit den 1980er Jahren sorgen beispielsweise High-End-Lautsprecher wie der renommierte K2 und der leistungsstarke, raumbeherrschende Everest DD6600 sowohl in japanischen Fachzeitschriften als auch im Einzelhandel für Furore.

JBL – Gegenwart und Zukunft

Jahrzehntelang stand Sidney Harman an der Spitze von Harman International Industries. Im Mai 2007, kurz vor seinem 88. Geburtstag, stellte er Dinesh Paliwal als CEO für Harman International ein.
Paliwal, ein Ingenieur mit Abschlüssen am Indian Institute of Technology und der Miami University of Ohio, war vor seiner Tätigkeit bei Harman International Leiter der im Bereich Energie- und Automationstechnik führenden ABB Ltd. Etwa ein Jahr nach seiner Anstellung wurde er Harmans Nachfolger als Vorsitzender des Unternehmens.
Die Entwickler und anderen Mitarbeiter von JBL beobachteten diese Veränderungen mit regem Interesse, doch keine dieser Veränderungen lenkte sie von ihrem üblichen Anliegen ab: dem Herstellen von großartigen Audioprodukten. So wurde mit der Kooperation mit Roxy, einem Sportbekleidungsunternehmen, der Grundstein für einen neuen Modetrend gelegt, die Entwicklung einer Serie von farbenfrohen Kopfhörern mit Stil. Es wurden Lautsprecher und Player für neue Unterhaltungstechnologien wie High-Definition-Fernsehen, Blu-ray Disc™ und Apples neueste iPod- und iPhone-Modelle entworfen. Und es wurde jede neue Entwicklung und jede neue Möglichkeit bereits von ihren Anfängen an aufmerksam verfolgt.
Was genau ist so eine Möglichkeit? Nun, was darunter genau zu verstehen ist, können wir nicht sagen (wir möchten schließlich nicht ein Geheimnis unseres Erfolgs verraten). Aber eines ist sicher: Die Art und Weise, wie die Mitarbeiter von JBL die Traditionen an handwerklich exzellenter Verarbeitung und technologischer Innovation, die schon immer unser Markenzeichen waren, fortführen, hätte Jim Lansing sicherlich mit Stolz erfüllt. "

- Zitatende aus: 
http://de.jbl.com/jbl-geschichte-de.html
Seit dem die Globalisierung die Ökonomie beherrscht, sind auch für den Durchschnittsverbraucher viele Produkte mit einer hochwertigen Qualität erschwinglich geworden. Das Stichwort hier heißt: " Made in China ".
Was zunächst allzu oft mit einem Negativimage behaftet war, hat sich inzwischen als segenreiche Entwicklung der international verflochtenen Wirtschaft heraus kristallisiert. Hinzu kommt, dass der vormals exorbitant hohe Dollarkurs mittlerweile auf ein Normalmaß geschrumpft ist. Ein Glück für den Endverbraucher, dessen Nettoeinkommen nicht die 6stelligen Bereiche überschreitet.
Auch die Konkurrenz und der Druck bedingt durch die Massenproduktion lassen die enorm hohen Preise von damals wie Schnee in der Frühlingssonne schmelzen.
Dass jene Entwicklung der einmaligen Akkustik, der Verarbeitung und des Designs der JBL-Boxen keinen Abbruch tut, durfte ich seit Freitagabend am eigenen Ohr hören.


Da standen sie nun, meine beiden JBL-Boxen. Zunächst in einer sicheren Verpackung, die die Abmaße einer Gefrierkombination entsprachen. Ausgepackt und vorsichtig zusammen gebaut, wuchtete ich die Perlen meiner HiFi-Anlage in das Zimmer. Das Anschließen war nicht so einfach, wie ich zunächst dachte. Nach einiger Zeit fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich benötigte zwei Anschlusskabel je Box ( JBL- Bi-Wiring ). Tja, die Suche war nicht so einfach. Ich hatte zu kurze Lautsprecherkabel, den die durch geheizten Elac-Boxen benötigen nun einmal nur eine Strippe. Ein Fachgeschäft auf der Tharandterstraße konnte mir zwar Anschlusskabel anbiete, jedoch nicht mit dem gewünschten Querschnitt.
Der Nachbar half mir aus der Patsche.

Die Installation dauerte dann noch weitere 10 Minuten. Dann das Primierenerlebnis: Mit einem sanften Knopfdruck stellte ich den Okyo-Verstärker an, drückte die " Play "-Taste des CD-Spielers und drehte ganz sacht den Lautstärkeregler des Vollverstärkers nach rechts. Sir Eric Clapton ertönte mit seinem Stück " Tears in heaven ".
Im siebten Himmel habe ich mich in diesem Moment auf gesehen. Im Klanghimmel von JBL. Ein kristallklarer Sound entwich den Boxen bei jeder Lautstärke. So hatte ich den Herrn " Klapperton " noch nie gehört.

Vielleicht braucht im Leben tatsächlich gut Ding Weile. Eines weiß ich jedoch mit Sicherheit, die Angeber von damals werden heute grün-gelb vor Neid, wenn sie den exzellenten Klang aus den JBL-Boxen hören könnten. Ich würde dann nur müde lächeln und den Spruch von der Rache des Indianers bringen.

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