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Dienstag, 12. Juli 2011

Vera, die Rächerin der von Mietern Geprellten.

                                                        (C)Maschinenjunge-WIKIPEDIA

Der Sommer ist - auch wettermäßig betrachtet - im vollen Gange, die Großen Ferien haben bereits begonnen, die Fernsehprogramme stellen auf Wiederholungen um. Saure Gurkenzeit für Vielglotzer, Dauerödnis für TV-Junkies und ein weiterer Grund nicht einzuschalten für Fernsehverweigerer.
Der viel besagte Blaue Montag in dem zweiten Drittel des Sonnenmonats Juli verkündete deshalb auch für Spontankonsumenten der ungezählten Programme nichts Gutes. Auf dem Rentnerkanal lief - natürlich - eine Wiederholung eines hanebüchenen Krimis aus Wismar. Der Erstausstrahlung war schon zum Wegsehen; die erneute Einflechtung in das ZDF-Programm denn eine Zumutung für den Zwangsgebührenzahler.
SAT1 brachte einen weiteren Beitrag aus dem unendlichen Startversuch, endlich eine vernüftige Krimiserie zu produzieren." Der letzte Bulle ", der aller letzte Unsinn aus einer Sat 1 - Klamotte ohne Sinn. Wer will das sehen?
Beim Herumzappen gerät der Gefrustete denn auch schnell auf den Marktführer der flachen Unterhaltung: RTL.

Die Buntfernsehmacher hatten eine längst ausrangierte Fratze der 90er und 2000er aus dem Abraum des Müllbergs heraus gezogen und sie mit einem staatstragenden Auftrag versehen. Im Fernsehen zu zeigen, wie unehrlich doch diese, unsere Gesellschaft ist. Es geht bei Frau Vera Int Veen um Mieter. Nein, nicht jene, die ordentlich und sauber sind, pünktlich ihren Mietzins vom Konto abbuchen lassen und jede betrügerische Nebenkostenabrechnung klaglos hinnehmen. Es geht Vera um den Randsatz der Mieterschaft, um Mietnomaden. Diese leben - wie der Name es schon sagt - als Nomaden, als Maden im Speckgürtel unserer Gesellschaft.
Sie zahlen keine Miete, sie hinterlassen einen Dreckhaufen und können dafür nicht zur Verantwortung gezogen werden, weil sie eben nichts besitzen, außer Schulden und vor allem Mietschulden.

Die Rächerin der Geprellten fährt deshalb in der Dokusoap schwere Geschütze gegen diese Schmarotzer auf. Sie setzt die Mietnomaden unter Druck und versucht ihnen in das nicht vorhandene Gewissen zu reden.
Was RTL mit diesem Billig-Format zur besten Sendezeit erreichen möchte ist klar: Mit einer flachen Geschichte aus dem Leben der anderen Schicht, nämlich der Unterschicht, soll ein Rechtsempfinden bei den Zuschauern aufgebaut werden, dass sich eben gegen jene Minorität in der Majorität der Millionen von Mieter entwickeln könnte. Motto: So etwas tut man/frau nicht!

Die heutige Folge spielte in Echte in Niedersachsen. Echte ist ein Nest im südlichen Niedersachsen, das bei Northeim liegt und der Samtgemeinde Kalefeld zugezählt wird. Einem Kaff, das 1.286 Einwohner hat. Hier hin hat es Vera, die RTL-Fahnderin verschlagen. Deshalb, weil hier angebliche Mietschmarotzer gewütet haben sollen, in der  Wohnung von Martina B. Zwei Jahre zuvor hatte diese, eine angeblich alleinerziehende Mutter ihre Eigentumswohnung arglos an eine 6-köpfige Familie vermietet.
Als die dann Hals über Kopf verschwand -hat sie ihre Wohnungsinhalt ( Müll, Schmutz, Dreck!) da gelassen. Vor dem Haus türmte sich ein Berg von Sperrmüll. Als die Nachbarn  sich bereits über Gestank aus der Wohnung beschwerten, schaltete Frau B. die vermeintliche Retterin Vera Int Veen ein.

Die Vermieterin, eine - laut RTL - zweifache Mutter zeigte sich vor der Kamera verzweifelt und hatte - so RTL - Angst, ihr Eigentum nach dem Auszug der einstigen Mieter zu betreten, weil sie sich - RTL- O-Ton - "so sehr fürchtet... "  " ...vor dem zu erwartenden schlimmen Zustand ihrer Wohnung. "  Die Vermieterin behauptete, dass  das Geld für eine - zu erwartende - Sanierung  nicht vorhanden sei. Das eigene Haus sei längst noch nicht abbezahlt und sie habe bereits schon einmal wegen - angeblicher - Mietnomaden 20.000 Euro aufzubringen gehabt.

Ihr Auftritt, Vera! Int Veen betritt zusammen mit der Vermieterin Martina B. zum ersten Mal nach dem Verschwinden der Mietpreller die - als  " Horrorwohnung" titulierte Unterkunft. Diese ist eine Müllhalde, von der - nach RTL-Angaben - ein bestialischen Gestank ausgeht. Vera Int Veen  will - RTL sei Dank - " die alleinerziehende Mutter unterstützen und die Mietnomaden zur Rechenschaft ziehen! "
Eine schöne Aufgabe, denn wer ein derartiges, Frevel haftiges Verhalten zeigt, der möchte dann wohl eher nicht aufgefunden werden.
RTL - Vera gibt nun Gas und schaltet dabei einen "Detektiv" ein, der die Schuldner ausfindig machen soll.

Nach einigen Brüll-Werbespausen gelingt es Int Veen und dem Detektiv, die angeblichen Mietnomaden zur Strecke zu bringen. Der Show-Down erfolgt in mehreren Abschnitten. Nach der erfolgreichen - wohl aber eher simplen - Suche nach den "Mietprellern, begehrt die joviale Int Veen bei diesen einen Gesprächstermin zusammen mit der Ex-Vermieterin. Aber nicht nur diesen, sondern die "Schmarotzer" sollen gleichzeitig ihren Unrat beseitigen; auf Kosten von RTL versteht sich. Schließlich muss die Werbe relevante Zeit sinnlos ausgefüllt werden. Obwohl sich die " Assis " erst zieren, gelingt es Int Veen sie von dem Sinn ihrer TV-wirksamen Aktion zu überzeugen. Wer seinen "Dreck" entfernt, kann selbst keiner sein. Int Veen gelingt es tatsächlich ( RTL zahlt die kleine Gage für die Laienschauspieler in der Reality-Soap ) die Ex-Mieter zu einer Zusammenkunft mit der Ex-Mieterin zu bringen. Nach einem weiteren Abschnitt, innerhalb dessen es noch einmal hoch her geht ( Werbepause eingeschlossen ) erfolgt das sensationelle Shake Hands. Huch, wer hätte das gedacht, Frau Int Veen. Ente gut, alles schlecht?

Nach diesem Grundschema werden auch die nächsten Folgen dieser Soap ablaufen. Frei nach dem Fassbender'schen Theaterstück " Der Müll, die Stadt und der Tod ",  verfolgt der Sender eine reziproke Aussage: Nicht der Vermeiter ist schlecht, sondern das Umfeld in dem er vermieten muss. Der Markt hat sich längst verändert. Es besteht hier ein Angebotsüberhang. Zwar nicht in den Ballungszentren, den Großstädten und der Region mit einer hohen Wirtschaftskraft, sondern in der Pampa. Dort, wo kein Mensch hinziehen will, weil es nur alte Leute, keine Arbeit und keinerlei Kultur gibt.

Das niedersächsische Nest Echte an der BAB 7 zählt hierzu. Eine überalterte, strukturschwache Region, die eher vor sich hin dümpelt, denn eine strahlende Zukunft hat. Der Wohnungsmarkt scheint wohl auch recht überschaubar zu sein. Dennoch stehen auch hier einige Objekte leer. Da ist die Freude groß, wenn ein Mieter neu einzieht. Mietnomaden aus Passion nutzen dieses für sich aus. Dieses Thema hat zwar bereits einen langen Bart, weil auf den angeblichen volkswirtschaftlichen Gesamtschaden von jährlich 200 Millionen Euro durch Mietausfälle die Medienmeute häufig hingewiesen hat. Auch RTL berichtet seit 2005 in einer gewissen Regelmäßigkeit von diesem Problem.
Was die seit Beginn des Jahres einlaufende Sendung aber eher bezweckt, ist das Zurschaustellen von Menschen, die es im Hirn nicht so dicke haben. Deren Familie keine bessere Ausbildung bieten konnte und deren Zukunft zwischen HARTZ IV und befristeten Aushilfsjob liegt.

Das Klientel der RTL-Glotzer ist auch dort anzusiedeln. Harald Schmidt nannte dieses einst - vollkommen zutreffend - " Unterschichtsfernsehen ". Ich würde sogar noch eine Nuance weiter gehen und es "Verdummungsfernsehen" nennen. Denn - entgegen der Darstellung und der Absicht des Senders dieses via Bild und Wort zu untermauern - benötigt ein Vermeiter in der BRD keine Int Veen als Fahnderin nach "Mietprellern ", die sich selbstdarstellerisch mit sozialem Elend befasst und die davon Betroffenen noch öffentlich vorführt, sondern eher einen informierten Vermieter, der mit einer Portion Misstrauen dem potenziellen Mieter entgegen tritt. Und zwar weit vor der Unterzeichnung des Mietvertrags.
Hierbei helfen Auskünfte bei dem vormaligen Vermieter, eine SCHUFA-Selbstauskunft oder das Einfordern einer Mietsicherheit.

Im Falle einer juristischen Auseinandersetzung stehen dem Vermieter entsprechende Verbände ( Haus - und Grundeigentümerverband ) oder Rechtsanwälte zur Verfügung. Der Abschluss einer Rechtschutzversicherung vor  der Vermeitung wäre auch ratsam, um die Rechtsverfolgungskosten zu minimieren.
Sendung, wie"Mietprellern auf der Spur " helfen hier mit Sicherheit nicht weiter, denn das Eigeninteresse an der Vermarktung eines Rechtsproblems liegt hier offenkundig vor.
Auch das hier von RTL hoch gejazzte Problem ist kein so gravierender Missstand, dass es sich lohnt, eine Serie zu produzieren.


http://de.wikipedia.org/wiki/Mietnomade

Woruas sich die Quintessenz herleiten lässt: Einfach abschalten!

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