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Mittwoch, 10. August 2011

Denn Engeland wird abgebrannt.


                                                                                    (c)Sodakan-WIKIPEDIA
Ein Zwischenfall, wie er in anderen Millionenstädten auf der Welt mehrmals pro Stunde vorkommt: Ein Einsatzkommando der Polizei rückt aus, um einen mutmaßlichen Straftäter zu verhaften. Es entwickelt sich eine Verfolgungsjagd, die in einer Schießerei der Polizei endet. Hierauf hin stirbt der vermeintliche Täter durch eine Polizeikugel. Was sich danach in dem Londoner Stadtteil Tottenham abspielte, war einem Bürgerkrieg ähnlich.
Die Medien berichteten weltweit.

Die Saure Gurkenzeit ist beendet, denn die Nachrichtenindustrie hat ein neues Thema: " Rassenunruhen " in London, Birmingham oder Manchester. In den Ballungszentren, die früher zum Teil der Garant für das englische Wirtschaftswachstum waren. In diesen Großstädten hat sich aber sukzessive eine explosive Melange aus Zuwanderern, Abgehängten und Zukunftslosen  entwickelt, die bereits in den 80er Jahren als die rechtskonservative Thatcher regierte zur Eruption kam. Straßenschlachten,Unruhen und Krawalle gab es einst auch. Sie wurden von den repressiven Staatsorganen unterbunden. Anschließend von der Justiz abgearbeitet und gleichzeitig von der Legislative untergepflügt. Schon einige Jahre später gerieten die Ereignisse sowie ihre Ursachen in Vergessenheit. Die Regierung, der Staat und die Gesellschaft beschäftigten sich mit sich selbst.

" Falkland "-Krieg, " Golf "-Krieg und der " Irak "-Krieg wurden vorgeschoben, um das Volk, dessen übersteigerten Patriotismus sowie Konsumwahn auf Pump bei Laune zu halten. Nebenbei produzierte die britische Medien-Mafia Vorzeigetypen wie Beckham, Glamour-Frauen wie die " Spice "-Girls und Märchenschreiber a'la'Rowling, die als Ex-Sozialhilfempfängerin mittlerweile Mulit-Millionärin ist. Nach dem Motto: " Du hast eine Chance, also nutze sie!" wurde den bereits vor mehr als 30 Jahren in sozialen Brennpunkten lebenden Jugendlichen suggeriert, dass sie in einer Schranken losen, einer quasi offenen und gerechten Gesellschaft leben würden.

Die Realität sieht anders aus. Auch England hat längst eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Die Reichen, Wohlhabenden und Besitzenden und die Armen, Habenichtse und Chancenlosen.
Diese soziale Schieflage wurde ständig verkleistert. Durch die Medien-Industrie ignoriert und von den parasitären Exponenten der konstitutionellen Monarchie ignoriert. Weil die Abgehängten keine Lobby besitzen, finden sie auch kein Gehör. Jetzt haben sich die in den Teilen der bundesdeutschen Meinungsindustrie als " Chaoten ", " Verbrecher " oder sanft mit " Schmuddelkinder " beschriebenen Jugendlich das fehlende Gehör verschafft. Der Majorität ist der Zerrspiegel vor die eigene Fratze gestellt wurden.

Zwar ist Gewalt kein propates Mittel, um Veränderungen herbei zu führen, doch ohne diese interessiert sich die Mehrheitsgesellschaft eben nicht für jene Randgruppen. Das verlogene Verhalten der englischen Regierung, die die Krawalle mit mehr Polizeipräsenz unterbinden will, statt den Dialog mit jenen jungen Menschen zu suchen, zeigt auch, wie hilflos jene Sachwalter des gesellschaftlichen status quo eigentlich sind. Sehenden Auges ist Cameron und seine Clique von Selbstdarstellern in eine Krise hinein geraten, aus der er nur unbeschadet wieder heraus findet, wenn sein mehrheitsfähiges Gemurkse mit dem " Weiter so " überprüft wird.

Die randalierenden Jugendlichen sind zwar Straftäter, deren kriminelle Handlungen sich primär gegen Ihresgleichen richten, sie aber nur als solche disqualifizieren wäre zu einfach. Wenn ganze Familien, Häuser und Straßenzüge nur aus Arbeitslosen bestehen, deren Chancen ein angemessenes Leben in einer Wohlstandsgesellschaft zu führen, bereits mit der Geburt gen Null gehen, dann stimmt in diesem Land einiges nicht. Einst wurden diese Abgehängten zur Armee einberufen, um im Namen des Vaterlandes Krieg gegen ebenso Rekrutierte zu führen. Es wurden bei den Römern "Brot und Spiele " ausgerufen, wenn die Volksmassen aufbegehrten. Das verordnete " panem et circenes " funktioniert aber nur noch bedingt, weil der in einer prekären Lebenslage Befindliche in dem Sport - oder Medienstar kein Vorbild hat, denn dieser erhält Unsummen für seinen Namen und seine Tätigkeit, die er über unsinnigen Konsum wieder verprasst.

Als die englische Fußball-Nationalmannschaft zu einem Länderspiel in München antrat, kommentierte die ZDF-Quasselstrippe Bela'Rethy: " Die Spielerfrauen waren vor der Begegnung shoppen; bis die Kreditkarten glühten. " Hier muss sich Jeder fragen, wem eine derartige Information eigentlich nutzt? Wem sie keineswegs etwas einbringt, sind jene Engländer, die erst  gar keine Plastikkarte erhalten. Flankiert von den britischen Boulevardblättern, deren einzige Aufgabe darin besteht, über das verschwenderische Luxusleben der zuvor selbst ernannten Stars täglich zu berichten, hierdurch entsteht ein Vakuum zwischen der hoch gekommenen Promi-Kaste und dem nieder gehaltenen Prekariat. Mehr noch: Der gesamte Glitzer - Glamour-Müll erweist sich als fragile Komponente der Gesamtgesellschaft, die ihre sozialen Probleme längst nicht mehr im Blick hat. Mit den Unruhen erfolgte in England der Tabubruch. Die Abgehängten aus den Slum artigen Stadtteilen der Großstädte, deren Verwaltungen sonst immer ihr eigenes Image verkaufsfördernd pflegen wollen, randalieren. Zunächst gegen Ihresgleichen, nämlich gegen jene Kleinsthändler und Geschäfte um die Ecke, dann gegen die voll gestopften Auslagen in den besseren Stadtgebieten.

Sie lösen damit einem landesweiten Flächenbrand aus, den Cameron nun mit der gesamten palette der staatlichen Represion zu löschen versucht. Ob es ihm und seinem Kabinett gelingt, die gefrusteten Jugendlichen zur Räson zu bringen, dürfte indes fraglich sein.
 

Kommentare:

Octapolis hat gesagt…

Sie werden zur Ruhe gebracht, so was glüht aus, früher oder später. Die Frage, neben der einseitigen Berichterstattung, ist doch, ob irgendwann irgendwer was draus lernt. Wohl eher nicht, also kracht es irgendwann wieder... usw. Traurig, aber wahr.

Lobster53 hat gesagt…

Genau so ist es abgelaufen und wird es auch weiterhin ablaufen.Abgreifen - Einsperren - Abstrafen!Lerneffekt = Null.