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Dienstag, 27. September 2011

Taxi bis vor die Schultür!



Der pure Zufall wollte es, dass ich heute Morgen Tatzeuge des täglichen Wahnsinns vor den Schulgebäuden dieses, unseres Landes werden konnte. Auf der Rückfahrt von unserem nicht ausgelasteten Flughafen, habe ich die A 4 bis Dresden- Nord und die Abfahrt der A 17 in Dresden-Gorbitz gewählt, um so über Pesterwitz zurückzugelangen. Nun, das Örtchen Pesterwitz ist beschaulich. Denn es liegt an der Peripherie der Landeshauptstadt.
Dem Besucher oder Durchfahrenden fallen sofort wunderbar ausgebaute Fußwege und geleckte Grundstücke mit kurz geschorenem Englischen Rasen und Einheitsbepflanzung auf gemulchtem Untergrund auf. Provinz eben, vor den Toren einer Großstadt.

Tja, und so führte mein Rückweg mich auch an ein Schulgebäude vorbei, das visavis zu einer Gärtnerei liegt. Kaum dass ich in Richtung Schule abbog, erkannte ich sofort, dass ab jetzt Schritttempo angesagt ist. Links und rechts auf der Straße parkte Blech an Blech, Schüssel an Schüssel, Schloren an Schloren. Blank gewienert,Bank finanziert und kaum älter als 2 bis 3 Jahre. Wer es nicht glauben möchte, dass es dem Bundesmichel trotz der einstigen Finanz - und heutigen Schuldenkrise gut geht, der erhält beim Anblick dieser Statussymbole genau den Beleg hierfür.

So quälte ich mich denn mühsam und mit angestrengtem Blick auf das Geschehen jenseits der beiden Straßenseiten durch das Autospalier. Immerhin hätte es sein können, dass plötzlich und unerwartet eines der verzogenen McDoof - Schulkinder auf die Fahrbahn tritt. Dennoch gelang es mir, einen kurzen Blick auf das Treiben, dass linksseitig der Straße stattfand. Das Schulhofsgelände war mit Blechkisten zum Bersten gefüllt. Teilweise standen die PS-Monstren bis an die Eingangstür. Während ich meine Fahrt langsam fortsetzte, kamen Erinnerungen an eine Schilderung einer Nachbarin aus Heeßen, die eben jenes Geschiße jeden Morgen von Montag bis Freitag während der Schulzeit hautnah miterlebt.

Als sie dann zu einem Arztbesuch ihre eigene Karosse aus der Garage fahren wollte, war ihre Ausfahrt von über besorgten Elternteilen ( meistens Müttern) zugeparkt. Die verbotswidrig abgestellten Kisten hatten allerdings keinen Fahrer mehr. In ihrer Sorge, den Termin nicht einhalten zu können, begab sie sich auf das Schulhofsgelände, wo eine Traube gackernder Mütter stand, die sich allenfalls über die neuen Schuhe, die Frisörpreise und die Öffnungszeiten des Nagelstudios unterhielten. Nebenbei wurde auch mit dem Urlaub auf Teneriffa in diesem Jahr geprotzt und dabei das Bedauern über den miesen Sommer, dem man/frau entflohen sei, zum Ausdruck gebracht und dabei ein Quäntchen Mitgefühl für die Daheimgebliebenen geheuchelt.

Bei derart hoch geistigem Gesprächsstoff, wirkt die profane Frage, wer denn zu den falsch parkenden Blechschüsseln gehöre, wie ein Tritt in gleich mehrere Fettnäpfchen. So war es wenig überraschend, dass aus der Runde der small-talkenden Mastgänse sofort die Gegenfrage nach dem Wieso und Warum kam. Wieso die "Alte" das nun wissen wolle? Warum es denn so verwerflich sei, wenn frau das blitzende PS-Monstrum direkt in dem - auch noch frei zugänglichen - Grundstückseinfahrtsbereich abgestellt habe? Bei derart großem Verständnis für die dann geschilderten Belange, der unter Termindruck stehenden Eigentümerin, ließen sich die betroffenen Falschparkerinnen zu der edelmütigen Geste herab, die alsbaldige Weiterfahrt in Aussicht zu stellen.

Endlich, nach weiteren, quälenden Minuten trollten sich die drei Damen vom Schulhof und ließen ihre rollenden Wohnzimmer an, um mit 60 in der 30er-Zone von dannen zu jagen. "Geschafft!", sagte sich die Nachbarin und  sann nach Abhilfe, denn die Erfahrungen der letzten Jahre zeigten, dass die selbstdarstellerischen Geschäftsführerinnen der Ein-Kind-Haushaltserwaltungs - und Fertiggerichtsverwertungs Gesellschaft bürgerlichen Rechts punktgenau am morgigen Tag wieder erscheinen würden. Der Ruf nach der längst in das über 50 Kilometer weit ausgelagerte Polizeirevier in Nienburg an der Weser erfolgte dann nach dem Arztbesuch.
Hier wurde der drangsalierten Eigentümerin nicht nur Verständnis entgegen gebracht, denn die Damen und Herren der Schicht seinen eben für mehr zuständig, als nur die Kontrolle über den ruhenden Verkehr auszuüben.

Am folgenden Morgen stand dennoch - auf nicht wundersame Weise - ein gleichfalls blitz - blank geputztes Fahrzeug der niedersächsischen Vertreter aus dem Genre " Dein Freund und Helfer ", ordnungsgemäß an der rechten Straßenseite abgestellt, in dem zwei Uniformierte dem schon bald einsetzenden Verkehrsnotstand durch den familiären Bringdienst hervor gerufen, entgegen fieberten. Doch, statt der erhofften Einnahmen mittels Knöllchenvergabe wegen festgestellter Wildparkerei, gab es eine bislang nie gekannte Disziplin beim Parken der motoriserten Protzsymbole. Artig, ohne Murren und -als habe die Fahrschule erst gerade begonnen - wurden die glänzenden Heiligtümer abgestellt. Mit aufgesetzter Besorgnis begleiteten die over dressten Fleischberge und Hungerhaken aus der Kategorie Anwärterin für den Klumpśchen Model-Gulag ihre schwer beladenen Prototypen der Rund-um-wohlbehütet-Generation mit eingebauter Tendenz zur Unerzogenheit bis vor die Schuleingangstür. Ein gespieltes Abschiedsritual inklusive, wird das Objekt der selbst auferlegten und so gelebten Selbstverwirklichungsmanie in den grauen Grundschulalltag entlassen.  

Zurück bleibt eine erleichterte Haushalts-Managerin, nicht wissend, dass die in den Sprößling hinein interpretierten Wahnvostellungen, dieser möge es später einmal besser haben als sie es in den 70er bis 80er Jahren selbst erlebt zu haben vorgibt, bereits dann an die Grenzen des Wachstums geraten, wenn die - wissenschaftlich nicht schlüssig dargelegte - Behauptung der angeborenen Intelligenz bereits die 50%-Marke erreicht hat und die Hoffnungen auf ein höheres Einkommen in einem bürgerlichen Beruf sich damit verflüchtigt, womit nur noch die Karriere in einer der Prekariats-TV-Formate verbleibt, Und während ich meine Schleichfahrt beendet hatte, das bundesdeutscher Autofahrer entnommene Grundrecht der freien Fahrt für freie Bürger wieder ausspielen durfte, kreisten meine Gedanken kurz um meine eigene Schulzeit.
Hach, was waren das für simple Funktionsdeterminanten, die vor und nach der Schule - im Wege der Umsetzung der Adenauerśchen Steinzeitpädagogik - uns eingebläut waren.
Losgelöst von dem Gedanken, dass bereits damals Alle vor dem Lieben Gott gleich waren, nur Einige eben gleicher, weil reicher, trotteten wir den Tornister auf dem geraden Rücken geschnallt, auf Schusterś Rappen gen Aue und Volksschule; ein Liedchen trällernd und die Gewissheit habend, dass wir uns nach den 6 Stunden Unterricht genauso bepackt wieder auf den Rückweg zu begeben hatten. Vom Taxi war nichts zu sehen.    

1 Kommentar:

exmagenta hat gesagt…

Mein Weg zum schnöden Mammonerwerb führt mich an jedem Werktag zweimal an der beschriebenen Bildungsstätte vorbei. Oft habe ich mich schon bei dem Gedanken ertappt: "Wenn Du jetzt einmal unaufmerksam bist und Du einem ABC-Schützen versehentlich die Schuhgröße mit dem Pneu veränderst, wirst Du gesteinigt und gelyncht." Es gab Zeiten da sprangen gleich ZWEI Lotsen heldenmutig vor den Grill, wenn auch nur ein Schatten eines Kindes zu erahnen war. Da galt es auch noch auf die Warnwesten zu achten. Die gibt es nun nicht mehr, waren auch völlig überflüssig. Interessant wird es stets wenn der fliegende Holländer seine Ware vom Truck in aller Ruhe in den besagten Blumenladen bringt. Dann ist die Straße sehr übersichtlich.
Der alltägliche Wahnsinn des "Ichbinjetzthierwichtiunterwegsundallemüssensichnachmirrichten". Mit einer schönen Bluesmugge aus den Autotröten lässt sich das mit einem Schmunzeln gut ertragen. Keep Smiling.