Haftung für externe Links - Datenschutz

Hinweis und Belehrung

Aus gegebenen Anlass erkläre ich hier durch, dass eine rechtliche Haftung für den Inhalt externer Links - unter Anwendung der bundesdeutschen Gesetze und der Rechtsprechung - ausgeschlossen ist. Ich distanziere mich ausdrücklich von Inhalten, die mittels Verlinkung in meinen Veröffentlichungen eingebettet werden und möglicher Weise gegen Rechtsvorschriften verstoßen könnten.

Da die Verwendung von so genannten Cookies auf diesem Blog nicht erfolgt, schließe ich auch die Haftung - aus welchen Rechtsgründen auch immer - ausdrücklich aus.

Beiträge mit strafrechtlich relevanten Inhalt, wie beispielsweise Volksverhetzung, Beleidigung, üble Nachrede, Bedrohung sowie das Verwenden von verfassungsfeindlicher Symbolik, werden unangekündigt gelöscht und den zuständigen Ermittlungsbehörden zur Kenntnis geleitet.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Wer war eigentlich Daisy Door?







Beim Durchlesen eines kürzlich für sage schreibe 0,97 € zuzüglich 1, 45 € Versandkosten erworbenen Exemplars mit dem viel sagenden Titel " Licht aus-  Spot an! Schlaglichter auf die Musik der 70er Jahre " - dessen Autoren der Musikredakteuer Ulli Engelbrecht sowie Jürgen Bobers sind - erworbenen Buches, stieß ich bereits auf den ersten Seiten auf mir längst entfleuchte Lebensinhalte jener Zeit. Da waren das " Pillhuhn ", da waren " The Sweet " und " Clerasil " gegen Pickel sowie " Tampax " gegen die sonstigen, widrigen Umstände der Pubertät, wieder ganz nahe. Auch sonstige Ereignisse werden in dem - wohl eher als zeitgeschichtlich einzuordnenden - Buch plötzlich wieder präsent.
Die Olympischen Sommerspiele von 1972 in München und der Anschlag auf die israelische Equipe, das Sonntagsfahrfahrverbot wegen vermeintlicher Benzinknappheit, das Waldsterben, der Smog-Alarm in den Großstädten, die grell-bunten, taillierten Hemden, Schlaghosen und Synthetik - Pullunder usw. usf.

Und, siehe da, es tauchte bei der Musik von damals - neben den von mir gehörten Gruppen - auch ein Titel auf, der während einer Folge der - ansonsten eher beschaulichen - Serie " Der Kommissar " im ZDF lief: " Du lebst in deiner Welt ". Die Interpretin " Daisy Door ", brachte das Stück im Dezember 1971 heraus.
Es wurde ein Nummer Eins-Lied, obwohl die Sängerin zuvor kaum bekannt war und sich eher in der grauen Masse der Beliebigkeiten unter den Schlager-Mamseln abmühte.

Der durchschlagende Erfolg von Door entstand anlässlich der 39. Folge des ZDF-Dauerbrenners, in dem Erik Ode einen Kriminalkommissar mimt, der seit dem 3. Januar 1969 in beinahe monatlichen Abständen auf Verbrecherjagd ging. Zusammen mit weiteren, im öffentlich - rechtlichen Fernsehen regelmäßig erscheinenden Schauspielern, wie den Gebrüdern Wepper, brachte es die ZDF - Krimi - Serie auf beachtliche 97 Folgen, ehe sie am 30. Januar 1976 eingestampft wurde. Da sämtliche Episoden in schwarz - weiß abgedreht wurden, kamen die farblichen Geschmacksverirrungen der einstigen Jahre, die von der Flower - Power - und Beatbewegung geprägt waren, nicht richtig zur Geltung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Kommissar

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Episoden_von_Der_Kommissar

In diesem Umfeld spielte sich auch die 39. Folge mit dem viel sagenden Titel " Als die Blumen Trauer trugen ", den das Idee gebende Duo Ringelmann / Reinecker ( ein ehemaliger SS-Propagandist ) wohl in Anlehnung an den damaligen Zeitgeist in der Rockmusik-Szene spielen lassen.
Die Handlung ist denn einfach strukturiert und gibt tendenziell eher die Sichtweise der vom faschistischen Deutschland ab 1932 geprägten Elterngenerationen wieder.

http://home.arcor.de/poesenau/deutsch/joker.htm

Obwohl es sich um einen biederen Krimi aus einer Serie handelte, wurde das dort gespielte Lied " Du lebst in deiner Welt " ein so genannter One-Hit-Wonder, da innerhalb kurzer Zeit in Westdeutschland mehr als 500.000 Single dieses Songs verkauft werden konnten.

Auch wenn der Schlager-Tante " Daisy Door " damit ein Coup gelungen war, zeigte sich dieser Umstand jedoch - auf ihre Zukunft bezogen - als nicht Karriere beeinflussend. " Daisy Door ", mit bürgerlichem Namen Evelyn van Ophuisen, wurde am 30. Januar 1944 in Duisburg geboren. Sie versuchte sich im nicht mehr ganz so zarten Alter von 20 Jahren, nämlich ab 1964, im Show - Biz; zunächst unter dem Pseudonym Eve, unter dem sie zusammen mit ihrer Schwester Liane einige - erfolglose - Platten aufnahm. Ab 1967 spielte sie dann unter dem Künstlernamen " Daisy Door ", den sie in Abwandlung der US-amerikanischen Schauspielerin Doris Day kreierte, eine Reihe von Vinylscheiben ein. Die Titel, sämtliche verlegt von der Schallplattenfirma ARIOLA, fanden sich allenfalls in den Wurlitzer - Musikboxen in Kneipen, Kaschemmen oder billigen, piefigen Pinten wieder.  

http://de.wikipedia.org/wiki/Daisy_Door

Den Erfolg von " Du lebst in deiner Welt " hat die Duisburgerin wohl eher glücklichen Umständen zu verdanken. Damals saßen auch viele Jugendliche zum kollektiven Glotzen der platten und genau so dämlichen Unterhaltung, wie sie sich in abgewandelter Form tagtäglichen in den ungezählten Kanälen wieder findet, mit ihren von der Maloche gestressten Eltern zusammen, um eben fern zu sehen. Auch wenn der ZDF - Kommissar ziemlich altbacken daher kam, hatten einige Folgen sehr wohl einen sozial-kritischen Anstrich. Es wurden Generationenkonflikte, Jugendkriminalität und Drogenkonsum aufgegriffen und zu einer Standardhandlung verwurstet, innerhalb derer es meistens um Mord und Totschlag ging.
Die längst vorhandenen gesellschaftlichen Umwälzungsprozesse kamen allenfalls am Rande vor.
Immerhin zeigte die damalige Fernsehserie mehr Inhalte als viele amerikanische Müll-Serien davor und danach. "Daisy Door " indes half dieses nur wenig; sie lebt heute immer noch in der Pütt-Stadt Duisburg und hat wohl das Trällern aufgegeben.

Es war auch besser so.



Tja, und einige Tage nach ihrem gespielten Liedchen beim Kommissar kam meine um zwei Jahre jüngere Schwester mit ihrer Single in der Hand in unseren " Beat - Keller " und bat mich das Traktat abzuspielen. Wohl an, ich tat ihr den Gefallen. Ähnliche Ausreißer hatte sie einst auch schon mit dem verblödeten Anti-Drogensong " Am Tag als Conny Kramer starb ", der von der hübschen, aber völlig Talent freien Juliane Werding auf den Markt geworfen wurde und tatsächlich ein Hit wurde. Geändert haben weder Door´s noch Werding´s Sangeskünste meine stringente Abneigung zu dem Schlagermüll, wenngleich sich deren Schund - in einer variantenreichen Art und Weise vorgetragen - nicht mit dem Oberdreck von Blanco und Konsorten vergleichbar ist.



Kommentare:

Octapolis hat gesagt…

Das kannte ich noch nicht. Schwerer Tobak... Finde die englische Version eträglicher, obwohl die Instrumentierung schon schwierig für´s junge Ohr ist. ;o)

https://www.youtube.com/watch?v=P_R8UaxolZ0&feature=related

charlytango hat gesagt…

Danke, ich bin beeindruckt, wie man für diesen, im Sinne des Autoren, Schrott, so viele interessante und zeitgenössische Informationen aufbereitet hat. Auch ich habe diese Kommissar Folge seinerzeit gesehen. Und von Zeit zu Zeit taucht das Lied in meinem Ohr auf. Und: Google macht's möglich: Dein/Ihr Artikel!
Danke!!!

charlytango

Chris Mike hat gesagt…

Sorry, aber jemanden der alles was er nicht versteht oder ihm nicht gefällt, als "Dreck", "Müll" etc bezeichnet kann ich nicht ernst nehmen.

Lobster53 hat gesagt…

Die Meinungsfreiheit in diesem, unserem, Lande ist nach wie vor ein hohes Rechtsgut. Wer sagt, was er denkt, hat deshalb bei mir ein ebenso hohes Ansehen. Deshalb, danke für Deinen Kommentar, Chris, wenngleich er mich nicht dazu bewegen kann, meine Meinung über diesen elenden Schlager - Schund zu ändern - auch wenn ich ihn verstehe, aber ihn eben deshalb nie mögen werde.