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Montag, 16. Juli 2012

Christiane Felscherinow und die Kinder vom Bahnhof Zoo.


Als vor mehr als 30 Jahren, genauer gesagt im Herbst 1981 ein Film in den Kinos der BRD für Furore sorgte, der da heisst " Christiane F.: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo ", befand ich mich im 3. Semester der Juristenausbildung. Von Strafrecht hatte ich bis dato nur sehr wenig gehört, von dem Betäubungsmittelgesetz ( BtmG ) nur bedingt und vom BtmG-Delikten nahezu gar nichts. Betäubungsmittel spielten zu jener Zeit schon längst keine Rolle mehr. Die wilden 70er waren vorbei, die Welt veränderte sich und mit ihr der Musikgeschmack sowie die Mode der Folgegenerationen. Die Erfahrung auf dem Gebiet der Rauschmittel fanden bei mir etwa 10 Jahre vorher statt. Ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen, kann ich mit Fug und Recht behaupten, bestimmte halluzinogene Mittel zumindest probiert zu haben. Ausgenommen davon ist das mörderische Mittel Heroin. Die Drogenkarrieren einiger näherer Bekannter wirkten da bei mir nachhaltig und als warnende Beispiele. . Das Elend, der körperliche Ruin, ja der schleichende Tod eines Heroinkonsumenten kam auch in der Provinz vor. Es waren zwar Einzelfälle, dennoch hatten sie einen extrem abschreckenden Charakter.

Ich hatte diese Erlebnisse längst aus meinem Gedächtnis gestrichen, als ich dann 1978 das BWL-Studium in Bremen fort setzte. Bremen kannte auch damals eine lokale Drogenszene. Sie war - soweit diese als " offen " bezeichnet werden konnte - verstreut auf das " Viertel ", die Stadtteile Ostertor und Steintor; später dann insbesondere die Sielwall-Kreuzung. Jene Subkultur also, mit der ich es während und auch nach Beendigung des Jura-Studium weiterhin beruflich zu tun bekam, denn mein Ausbilder war Mitte der 80er Jahre ein " Szeneanwalt ". Er verteidigte Deliquenten, die sich in dem Drogenmilieu verfangen hatten; die selbst drogensüchtig waren oder zu den Kleindealern zählten.
Ein Klientel, dass sich ständig zwischen Verhaftung, Verurteilung und Knast lancierte. Keine "großen" Kriminellen, die mit der Drogensucht anderer Menschen ihr eigenes Leben finanzieren. Eher Gescheiterte, Gestrandete,Geschundene. Von der Gesellschaft und vom Staat Augegrenzte. Oft bedauernswerte, herunter gekommene, mittellose junge Menschen. Ohne Perspektive, ohne Halt,ohne Zuwendung.

Im Jahr 1978 veröffentlichte die damals noch als links-liberal, als gesellschaftskritisch eingestufte Zeitschrift " stern " ein authentisches Buch über die Drogenszene in Berlin im allgemeinen und die Beschaffungskriminalität in Form der Kinderprostitution im speziellen, am Beispiel des so genannten " Babystrichs " am Berliner Bahnhof Zoo.
Die Geschichte einer 13jährigen drogensüchtigen Prostituierten mit dem Namen Christiane F. wurde in dem Buch beschrieben. Eine Anklage gegen die dortigen Zustände, die Elternhäuser, die Freier und die Gesellschaft, die dieses zulässt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wir_Kinder_vom_Bahnhof_Zoo#Handlung

Ein Sozialdrama in Echtzeit geschrieben, wie es sich bereits vor mehr als 30 Jahren zehntausendfach zutrug und ständig wiederholte. Aus einem zerrütteten Elternhaus kommend, schlägt sich ein junges Mädchen über "falsche" Freunde und von unfähigen sowie untätigen Behörden begleitet, in einer Welt durch, die gnadenlos ist. Ein Horrorszenario wird hier skizziert, in dem der junge Mensch zum Spielball seiner eigenen Sucht degradiert wird.
Ich habe das Buch erst viele Jahre später von einem Studienkollegen ausgeliehen und dann gelesen.
Den Film kenne ich nur vom Hörensagen. Das Buch hat mir schon ausgereicht, um zu erkennen, dass es Randbereiche in der industriellen Überflussgesellschaft gibt, deren Existenz im durchgestylten Alltag der genormten Bürger nicht vorkommen dürfen. Die Drogenszene gehört dazu.

http://de.wikipedia.org/wiki/Christiane_Felscherinow

Was damals viele junge Menschen in der BRD aufrüttelte, ist in der heutigen, der abgestumpften Industriegesellschaft mit ihrem Konsumfetischismus längst zu einem Betätigungsfeld von ganzen Heerscharen an Fachleuten, wie Sozialarbeitern, Ärzten, Psychologen, Kriminologen, Bewährungshelfern geworden. Mit der Sucht werden in der heutigen Zeit Millionen Euro umgesetzt; ganze Berufszweige finanziert. Ob nun Alkohol, weiche Drogen oder die Killerdroge Heroin, sie alle führen letztendlich in eine Abhängigkeit, die den Menschen verändert und schließlich zerstört.

Auch Christiane Felscherinow hat es trotzt zwischenzeitlicher Loslösung nach entsprechenden Therapien nicht geschafft. Nach dem Versuch ab 1981 einen Einstieg in die Musikszene der 80er Jahre vorzubereiten, der kläglich scheiterte, zog sich Felscherinow 1987 nach Griechenland zurück, von wo sie 1993 zurückkehrte. 1996 wurde ihr Sohn geboren. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht und das Sorgerecht wurden ihr 2008 wegen festgestellter Drogenrückfälligkeit entzogen.


http://www.spiegel.de/panorama/justiz/drogenprobleme-christiane-f-zurueck-im-drogensumpf-a-571034.html
 Felscherinow ist nur ein berühmtes Beispiel dafür, dass es nur wenige Drogenabhängige nach einem erfolgreichen Entzug auf wirklich schaffen, ohn Suchtmittel auszukommen.

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