Haftung für externe Links - Datenschutz

Hinweis und Belehrung

Aus gegebenen Anlass erkläre ich hier durch, dass eine rechtliche Haftung für den Inhalt externer Links - unter Anwendung der bundesdeutschen Gesetze und der Rechtsprechung - ausgeschlossen ist. Ich distanziere mich ausdrücklich von Inhalten, die mittels Verlinkung in meinen Veröffentlichungen eingebettet werden und möglicher Weise gegen Rechtsvorschriften verstoßen könnten.

Da die Verwendung von so genannten Cookies auf diesem Blog nicht erfolgt, schließe ich auch die Haftung - aus welchen Rechtsgründen auch immer - ausdrücklich aus.

Beiträge mit strafrechtlich relevanten Inhalt, wie beispielsweise Volksverhetzung, Beleidigung, üble Nachrede, Bedrohung sowie das Verwenden von verfassungsfeindlicher Symbolik, werden unangekündigt gelöscht und den zuständigen Ermittlungsbehörden zur Kenntnis geleitet.

Dienstag, 17. Juli 2012

Die Sarabande ist beendet - Einige Gedanken zum Tod von Jonanthan Douglas "Jon " Lord.



Der Versuch, verschiedene Musikrichtungen unter den berühmten Hut zu bringen, ist schon einigen Komponisten und Musikern gelungen. Anderer wiederum sind damit kläglich gescheitert. Die Mehrzahl hat es jedoch erst gar nicht versucht.

Zu den Künstlern, die während ihrer Schaffensperiode in überzeugender Weise eine Symbiose von Klassik und populärer Musik schaffen konnten, gehörte - zweifelsohne - der englische Organist, Komponist und Arrangeur Jonanthan Douglas Lord, kurz benannt  Jon Lord.

Lord wurde am 16. Juni 1941 in Leicester / England geboren. Im Alter von 5 Jahren erhielt er klassischen Klavierunterricht. Später interesiierte er sich jedoch für Jazzmusik und den Rock´n ´Roll. In den 50er und 60er Jahren beeinflussten Jon Lord diese Musikrichtungen außerordentlich, wobei er später in Richtung des Blues abdriftete.
Als er 1968 zusammen mit dem Gitarristen Ritchie Blackmore die Rock-Formation " Deep Purple " gründete, war Lord bereits bei anderen Musikgruppen spielend, ein " alter Hase ".

Die Erfolgsgeschicht von " Purple " ist auch eine Jon Lord - Storie. Er prägte nicht nur den Stil der Band, sondern war Hauptinitiator für musikalische Experimente der Truppe. Die Gruppe löste sich 1976 zum ersten Mal auf, versuchte jedoch 8 Jahre später einen Neuanfang, nachdem die einzelnen Bandmitglieder mehr oder minder erfolgreiche Soloprojekte absolviert hatten.

Jon Lord trieb es nach 1976 zu der Band Paice Ashton Lord oder auch David Coverdale´s Whitesnake.Dazwischen produzierte er mehrer Soloalbum, so auch die LP " Sarabande ", die er 1976 veröffentlichte.
Der zweite Anlauf mit der Formation " Deep Purple " war - so Jon Lords Aussagen von einst - dem  Umstand geschuldet, dass - seiner Meinung nach - in den Jahren nach der Auflösung der Gruppe, keine "gute" Rockmusik mehr produziert wurde.

Die Band blieb bis 2002 zusammen und veröffentlichte weitere Alben. Lord verließ " Purple " am 19. September 2002 endgültig nach einem Abschiedskonzert in Ipswich/England.

Sein musikalisches Werk, eine Fusion verschiedener Stile und Richtungen anzustreben, setzte er indes fort.
So formierte er The Hoochie Coochie Men und Jons Lord´s Blues Projekt. Grenzübergreifende Musik war auch auf seinen nach 2002 produzierten Soloalben zu hören.So unter anderem, als er für die Ex-ABBA Sängerin Frida ein Stück schrieb, dass von ihr live gesungen wurde.

http://de.wikipedia.org/wiki/Jon_Lord



Wir schreiben den 9. Februar 1972, einen Mittwoch. Das Konzert oder besser, der Auftritt der Hardrocker " Deep Purple " in der Niedersachsenhalle, die einst die größte Veranstaltungsmöglichkeit in der Landeshauptstadt war, wurde bereits Monate zuvor als ausverkauft gemeldet. Die Vorgruppe, die Krautrocker aus Hannover mit dem Namen " Eloy " sollte im Vorprogramm die mehr als 4.000 Zuschauer einheizen. Wir hatten die Karten in einer Verkaufsstelle in Bückeburg für 10,-- DM erworben, waren am Mittwochnachmittag nach Hannover getrampt und standen nun vor dem Eingangsportal.
Eine riesige Menschenmenge vor und hinter uns. Der Einlass funktionierte schleppend. Die Menschen wurden langsam unruhig.
Als in der Halle die ersten Orgeltöne zu hören waren drückte die Masse von hinten nach. Es gab schließlich kein Halten mehr. Hunderte von Wartenden pressten sich durch den Eingangsbereich. Die unbestuhlte Veranstaltung schien aus den Nähten zu platzen. Wir verloren uns irgendwie im Chaos, im Gewühl.



Dann gegen halb Zehn erschienen sie, die Angebeteten, die Hardrocker, die Steinernen aus Granit in Rock: Deep Purple! Schon das erste Konzert am 1. Dezember 1970 in Hannover war ausverkauft. Dieses aber war die Hölle. Leiber drückten, quetschten, pressten sich aneinander. Die Luft war stickig. Kaum zum Atmen geeignet. Dann die Enge.Es war ein Inferno, als Ian Gillan los röhrte: " Nobody gonna pick my car. I´m gonna race it to the ground....I´m a Highway Star..."
Der Mob tobte.Es folgten jene Stücke die ich längst mitsingen konnte:
Lazy, Smoke on the water, Space truckin´, Child in time,usw.

Um halb Zwölf war es geschafft; die Menge hatte sich abreagiert, die Klamotten waren schweiß -nass.So war " Deep Purple in Rock " eben!

Es war ein Samstag im Oktober 1976 in der Diskothek " Urwald " in Zetel bei Wilhelmshaven. Die Gaststätte wurde damals zu einer Dorf-Diskothek umgebaut. Nichts besonderes für damalige Verhältnisse. Ein großer Parkpaltz, weil die Landjugend aus den Umkreis der in der Nähe liegenden friesischen Stadt Zetel schon motorisiert war, ein großer Saal mit Tanzfläche, ein Flachbau, der zusätzlich an dem Gaststättenbereich angebaut waorden war. Eine Beschallungsanlage mit Lichtorgel, Strophoskopenblitze und weiteren zusätzlichen Spots in der Nähe der Tanzfläche. Es war noch relativ früh am Abend, vielleicht 22.00 Uhr. Der Schuppen, ehe nur mäßig besucht, machte deshalb den Eindruck einer Bahnhofsvorhalle an einem Montagabend. Es liefen die üblichen Stücke von den Eagles, Steve Miller Band oder Peter Frampton. Dann legte der DJ einen Titel auf, der sich wie aus dem Orient stammend anhörte. Es war " Sarabande " von Jon Lord. War die Tanzfläche vorher noch gut gefüllt, änderte dieses sich schlagartig. Doch plötzlich betrat eine junge Frau oder exakter ein Mädchen die kreisrunde Fläche und legte nach den Klängen des Lord´schen Opus einen dazu passenden orientalischen Tanz hin. Die Grazie wiegte ihre schlanken Körper nach den Klängen hin und her, ihre kastanien-brauen Haare wirbelten durch die Luft, die Hände glitten in schlangenförmigen Bewegungen von oben nach unten und zurück. Ein Solo für die Augen. Als die letzten Töne des Stückes von Jon Lord verklungen waren, verschwand die Dorfschönheit so schnell wie sie gekommen war, ins Dunkele der Tanzbude. Das Stück von Lord faszinierte mich, aber nicht nur das.



Beinahe 36 Jahre später, an einem der bisher wenigen Sommernächte erhielt ich zum Geburtstag die CD mit Titeln von Jon Lords letzten Projekt, nämlich dem Blues Projekt. ( Nochmals danke,Frankie!) Es sollte sein wohl letztes Album sein, dass er nach dessen Erscheinen noch selbst hören konnte. Eine Rezensentin schreibt dazu:

" Ziemlich unbemerkt und ohne große Fanfaren hat Jon Lord ein neues Album veröffentlicht. Im Gegensatz zu seinen letzten paar Veröffentlichungen enthält dieses Album keine ,klassische' Musik, noch ist es ein reines Soloalbum.


Sechs der prominentesten britischen Bluesmusiker haben sich zusammengetan um das Jon Lord Blues Project zu bilden. Und wirklich, hier ist der Name Programm, was sie spielen ist totaler Rhythm ,n' Blues, aber auf einem Level von umwerfender Höhe. Die Besetzung weist so illustre Namen auf wie Jon Lord an der Hammond, Maggie Bell (Gesang), Miller Anderson (Gitarre und Gesang), Zoot Money (Keyboard und Gesang), Colin Hodgkinson (Bass und Gesang) und zum guten Schluss Pete York am Schlagzeug (und gelegentlich Gesang).

Die Richtung ist also sehr klar, aber was gibt es zum Rest zu sagen?

Von den ersten Tönen weg (ein fabelhaftes Intro auf der Hammond) ist es mehr als klar dass diese Band voll loslegt. Sie feuern aus allen Rohren, und mit fünf Sängern bekommt man eine Vielfalt an Gesang, die ihresgleichen such. Jeder Song hat seine charakteristische Färbung, und jeder Musiker bekommt seinen (oder ihren) Moment um zu brillieren, wie zum Beispiel Colin Hodgkinson in Walking Blues oder Miller Anderson in einem besonderen Highlight, When a Blind Man Cries. Wenn man den Umstand bedenkt dass dies erst das vierte mal was dass diese Band zusammen auf der Bühne war, ist da ein erstaunliches ,Band-Gefühl', das sich im generell großartigen Zusammenspiel zeigt, und sogar noch mehr in den zahlreichen Improvisationsparts.

Die Hammond ist eine Art Roter Faden der alles zusammenhält, mit dem gelegentlichen Ausbruch in einem Intro oder einem Solo, aber auch im Zusammenspiel mit Zoot Moneys Keyboards.

Was den Klang angeht, so ist er kristallklar, alle Instrumente und Stimmen sind perfekt zu hören, und trotzdem hat man immer das Gefühl eines Livekonzerts. Tatsächlich hat man den Eindruck, mitten in einem Publikum zu sitzen, direkt vor der Bühne, und das ist wahrscheinlich eines der besten Dinge die man über eine Live-CD sagen kann. Immerhin nicht einfach nur irgendein Album, sondern die erste offizielle Live-CD von Jon Lord seit seinen Deep Purple Tagen.

Unbedingt empfehlenswert für jeden Liebhaber gepflegter Rhythm 'n' Blues-Kost. "

- Zitatende  - Monika Schwarz bei:  http://www.amazon.de/Jon-Lord-Blues-Project-Live/dp/B005AGNTVQ

Ein wunderbares Geschenk, eine nicht geplante Hommage an den großen Meister des Klassik-Rock, der den Blues aber auch längst beherrschte. Jon Lord verstarb knapp 2 Wochen nach meinem Geburtstag an einem Krebsleiden im Alter von nur 71 Jahren. Er hinter lässt eine breite Spur auf dem unendlich großen Feld der Musik. Die " Sarabande " ist ausgetanzt, beendet, für immer. Schade!

Keine Kommentare: