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Donnerstag, 5. Juli 2012

Ich erschoss den Gerichtsvollzieher, aber den wahren Feind traf ich nicht!


                                                                                                     (c) SGT141 by WIKIPEDIA


Mein Faible für Musik aus den Sechziger bis Endsiebziger Jahren ist auch 50 Jahre nach der Gründung der " Rolling Stones " nahezu ungebrochen. Während ich so manchen Titel aus jener Zeit zwar archiviert und konserviert parat halte und von Mal zu Mal abspiele, gibt es doch einige Songs, die mir aus einem völlig anderen Grund und in einem andersartigen Zusammenhang wieder einfallen. Es sind jene Ohrwürmer aus vergangenen Jahren dabei, die einst im Radio gedudelt wurden. Vielleicht schlummern sie im Verborgenen und warten nur darauf, wieder aufgewärmt zu werden, so wie Sir Eric Clapton´s " I shot the sheriff " aus dem Jahre 1974. Das Stück lief damals viele Wochen, ja Monate lang in den Charts und brachte dem sich in diesem Zeitraum in einer Drogen bedingten Sinnkrise befindlichen Eric Clapp alias Clapton jene Popularität im Musik-Biz stückweise zurück, die er zu verlieren schien.
Eigentlich hat den Titel der jamaikanische Reggae-Heroe BobMarley 1973 geschrieben. Die Coverversion des Bluesers Clapton wurde jedoch populärer und erbrachte dem zufolge auch für Marley einen höheren Bekanntheitsgrad.

http://de.wikipedia.org/wiki/I_Shot_the_Sheriff

Wie dem auch sei, Clapton´s erschossener Sheriff blieb ein Dauerbrenner. Und gerade deshalb fiel er mir wieder ein, als ich gestern von folgendem Ereignis hörte:

" Es ist acht Uhr am Mittwochmorgen, als der Gerichtsvollzieher an der Wohnungstür klingelt. Für den Gerichtsvollzieher war es ein Routinetermin. So stand er nach erfolgter Anmeldung morgens zusammen mit dem Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes vor der Tür der Dachgeschosswohnung in der Karlsruher Nordstadt. Unten warteten schon ein Umzugswagen und vier Möbelpacker, um die Wohnung leer zu räumen.Auch ein Sozialarbeiter war dabei, so ist es hier in schwierigen Fällen üblich.

Zur Zwangsräumung kam es, weil die Eigentümerin der Wohnung mit Zahlungen an die Hausgemeinschaft im Rückstand war, die Frau hatte offenbar keinen festen Job. Ende April wurde die Wohnung deshalb zwangsversteigert. Der Erwerber der Eigentumswohnung betrieb daraufhin das Räumungsverfahren, da die einstige Eigentümerin nicht auszog. Für die Frau stand für die Zeit nach der Zwangsräumung ein Platz in einer Sozialunterkunft bereit, der Mann hatte noch einen Wohnsitz im Elsass.
Der 47-Jährige Gerichtsvollzieher sollte nun aufgrund des erwirkten Räumungsurteils für den neuen Eigentümer über das Amtsgericht Karlsruhe die Wohnung zwangsweise räumen. Dabei half ihm - wie in solchen Fällen üblich - ein Schlosser, der die Tür öffnet, sofern der Gerichtsvollzieher nicht freiwillig hinein gelassen wird. Der Sozialarbeiter der Stadt Karlsruhe war als Beistand am Ort. Er soll den Bewohnern in solchen Fällen staatliche Hilfe anbieten und versuchen zu verhindern, dass sie auf der Straße landen.

Ein Mann öffnet die Tür und bittet die drei herein. Als sie sich weigern, im Wohnzimmer Platz zu nehmen, bewaffnet sich der 53-Jährige, es ist der Mieter der Wohnung. Er hat ein Schrotgewehr, ein Gewehr mit langem Magazin, zwei Pistolen und eine Übungshandgranate bei sich, dazu reichlich Munition.
Er zwingt den Schlosser, die anderen Männer zu fesseln. Auch der neue Eigentümer des Appartements, der wenige Minuten später ebenfalls an der Wohnungstür klingelt, wird gefesselt. Als der Täter den Schlosser zuletzt selbst fesseln will, versucht dieser, ihm die Schusswaffe zu entreißen, doch der mutige Versuch misslingt, der Geiselnehmer gibt mehrere Schüsse ab, der Schlosser bricht zusammen.
Nach gut 40 Minuten erlaubt der Mann dem Sozialarbeiter, zu gehen. Im Weglaufen hört er, wie weitere Schüsse fallen. Er alarmiert die Polizei.
Wenig später rücken die Beamten mit einem Großaufgebot an. Die Nordstadt, erst 1996 nach dem Umbau ehemaliger US-Kasernen entstanden, ist eine beliebte Wohngegend für Familien. Aus den Soldatenquartieren sind bezahlbare Wohnungen im Grünen entstanden. Die Beamten räumen drei Wohnblocks in der unmittelbaren Nachbarschaft. Ein Gymnasium wird abgeschlossen, Kinder und Lehrer werden aufgefordert, die Räume nicht zu verlassen. "

Ein dramatischer Verlauf eines eher undramatischen Anlasses, denn täglich werden in der BRD einige hundert Wohnung zwangsweise geräumt. Jedem dieser Fälle liegt eine oft sehr lange Vorgeschichte zugrunde. Häufig hat sie den sozialen Abstieg zum Inhalt. Einen manchmal schleichenden Prozess, der immer Verlierer im Kampf um Besitzstände sieht. Am Ende haben alle Beteiligten mindestens ein blaues Auge und etliche Blessuren davon getragen.

Der Schuldner, weil ein Traum alsbald zum Albtraum mutiert und eine Illusion von Wohlstand wie eine Seifenblase zerplatzt.

Der Gläubiger, weil das Geschäft, dass in festen vertraglichen Vereinbarungen sich irgendwann als Zusatzgeschäft als Verlustgeschäft zeigt, wenn die daraus resultierende Zwangsvollstreckung auch noch viel Geld kostet.

Die Gesellschaft und der Staat, weil er nach den gesetzlichen Vorschriften in solchen Fällen einzutreten hat und diese Hilfen kostspielig sein können.

Und - nachdem die Meldung von dem " Drama von Karlsruhe " im Viertelstundentakt über den Sender geleiert wird - werden bei  mir Erinnerungen an meine eigenen berufliche Praxis wach. Da hat so mancher Träumer von einem besseren Leben jenseits der eigenen Möglichkeiten, nach einer erlittenen Bauchlandung wegen Trennung, Ehescheidung, Insolvenz und vielen anderen Ursachen, den Weg ins Nichts, ins Abseits, ins Nirwana des hoch gelobten Sozialstaates nicht verkraftet. Statt wieder aufzustehen, einen Neuanfang zu versuchen, führte der eigene Weg schnurstracks in die Kneipen, den Suff, die Alkoholabhängigkeit. Tiefer kann der Fall kaum sein.

Obwohl der Karlsruher Fall nicht alltäglich ist, so hat er mich dennoch nicht erschüttert. Er hat mich eher nachdenklich gemacht, darüber, dass der Vollstrecker einer staatlichen Maßnahme selbst nieder gestreckt wurde, weil er seinen Beruf ausüben muss, der genau dort eingreift, wo vieles Elend ein Ende haben kann. Der Gerichtsvollzieher als Sheriff? So wie in den USA, wo er an vielen Tagen von morgens bis nachts die Zwangsversteigerungsmitteilungen von Hausgrundstücken an die Eingangstüren zu heften hat, weil die dortige Wirtschaftskrise, die von gewissenlosen Verbrechern aus der Finanzwelt verursacht worden ist, ihre eignen Kinder, nämlich die Hypothekenschuldner, frisst.
Der Gerichtsvollzieher als ausübendes Organ des staatlichen Zwangs, die Buchstaben des Gesetzes getreu den Vorgaben umzusetzen?

Wieso ich nun gerade auf den Titel von Sir Eric " Claperton " Clapton aus jener Zeit bei dem Hören jener Meldung aus Karlsruhe gekommen bin, liegt wohl daran, dass ich die glorifizierende Tätigkeit eines Sheriffs aus dem vormaligen Wilden Westen, aus den USA, nie richtig ernst nehmen konnte. Zu simpel waren die Handlungen, bei denen es um Gut gegen Böse, um Weiß gegen Schwarz / Rot oder um Gesetzestreue gegen Gesetzlose ( Outlaws ) ging.
Auch in dem hier beschriebenen Fall stellt sich die Frage: " Wer ist wer? " oder besser: " Ist der schießende Schuldner nicht eigentlich der wahre Gläubiger?"

Wie singen Clapton/Marley gleich?


I shot the sheriff,
But I did not shoot the deputy.
I shot the sheriff,
But I didn't shoot the deputy.

All around my home town
They're trying to track me down.
They say the want to bring me in guilty
For the killing of the deputy;
For the life of a deputy.

I said.
I shot the sheriff,
But I swear it was in self defense.
I shot the sheriff
And they say it was a capitol offense.

Sheriff John Brown always hated me.
For what? I don't know,
But every time that I plant a seed,
He said, "Kill it before it grows."
He said, "Kill it before it grows."

I said.
I shot the sheriff,
But I swear it was in self defense.
I shot the sheriff,
But I swear it was in self defense.

Freedom came my way one day
And I started out of town.
All of a sudden I see Sheriff John Brown
Aimin' to shoot me down.
So I shot, I shot him down.

I said.
I shot the sheriff,
But I did not shoot the deputy.
I shot the sheriff,
But I didn't shoot the deputy.

Reflexes got the better of me
And what is to be must be.
Every day the bucket falls to the world.
One day the bottom will drop out.
Yes, one day the bottom will drop out.

I said.
I shot the sheriff,
But I didn't shoot the deputy.
Oh, no, oh, no.
I shot the sheriff,
But I did not shoot no deputy.
Oh, no.
Hmmmmmmmmmmmmmmh!

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