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Dienstag, 24. Juli 2012

Lärmhölle Rheintal und warum Verkehrsminister Ramsauer nichts dagegen unternimmt.



Schon Heinrich Heine wusste 1822 zu sagen:


Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,

daß ich so traurig bin.
Ein Märchen aus uralten Zeiten,
das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt,
und ruhig fließt der Rhein.
Der Gipfel des Berges funkelt,
im Abendsonnenschein.


Seitdem sind 190 Jahre vergangen,es ist sehr viel Wasser an dem längst Fluss Deutschlands geflossen und der selbst hat sein Gesicht erheblich verändert. Zeitlich betrachtete ist er älter geworden, de facto zeigt er jedoch ein sehr modernes Gesicht. Der Vater Rhein, der Fluss aller Flüsse in der BRD und der Lastenträger des heutigen, des modernen Verkehrs.

Eine hoch gezüchtete Industriegesellschaft benötigt eben Transportwege, die es den Herstellern, Anbietern und Konsumenten von Waren ermöglichen, ökonomisch zu arbeiten. Wenn Güter von Rotterdam nach Basel bewegt werden sollen, dann geschieht dieses unter Zuhilfenahme von kostengünstigen Transportmitteln. Der globalisierte Erdenbürger, der Bewohner eines Industrielandes, der Konsum orientierte Mensch im 3. Jahrtausend erwartet, dass er zu seinen - oft von der Werbemafia beeinflussten - Lebensgewohnheiten,  jene Verbrauchsgüter erhält, die er sich wünscht und dann auch bezahlt. Das ist der Grundsatz der Konsumgesellschaft.
" Ich kaufe, also bin ich ".



Dieser Lebensinhalt verursacht Lärm. Lärm, den eigentlich niemand haben möchte, der aber mit jedem Transport, der durch jede angebotene Ware, jedes produzierte Gut entsteht, Verkehrslärm nämlich. Der nicht weg zu diskutierende Nachteil der mobilen Gesellschaft, der immense Schäden verursacht und exorbitante Folgekosten nach sich zieht.

Zu den stark frequentierten Verkehrsader in Europa zählt die Rheinstrecke der Deutsche Bahn zwischen  Koblenz und Bingen

http://de.wikipedia.org/wiki/Linke_Rheinstrecke

http://de.wikipedia.org/wiki/Rechte_Rheinstrecke

Was vor vielen Jahrzehnten den Bahnreisenden, aber nicht nur diesen, als Hochgenuss landschaftlicher Eindrücke entlang des großen Vaters der deutschen Flüsse galt, was mittels Dampflokomotive, rumpelnden Erster bis Dritter Klasse Wagons und in einem eher beschaulichen Tempo sich in unmittelbarer Ufernähe von Köln über Bonn nach Mainz und von Troisdorf über Neuwied nach Wiesbaden bewegte, waren Personenzüge und wenige Güterzüge in Zeitabständen von mehreren Stunden. Damals, als die Eisenbahn hier Bahnkreuzungen noch mit von Hand herunter zu kurbelnden Schranken, mit manuell zu stellenden Weichen und von viel Personal begleitend, betrieben wurde, war der Faktor Lärm fast kein Thema.
Das änderte sich schlagartig in den Nachkriegsjahren, den Wirtschaftswunderjahren und der Elektrifizierung und den rasant steigenden Güter - und Verkehrsaufkommen.

Die vielen, idyllisch am Fluss liegenden Ortschaften mit ihren Häusern im typischen Baustil, sie bekamen sukzessive den Wandel des Lebens zu spüren. Aus den wenigen Zügen wurden alsbald viele Dutzend und dann einige Hundert. Die Technik veränderte sich ebenfalls. Aus den Dampflokomotiven mit einigen Anhängern oder Wagons wurden Diesellokomotiven und leistungsstarke E-Loks, die 50 und mehr Güterwagen ziehen; es wurden IC-Züge und ICE-Geschosse, die mehr als 150 Km/h oder bis zu 300 Km/h fahren. Die Gleisbetten indes wurden nur marginal angeglichen, die Trassenführungen gar nicht. Es kam, wie es kommen musste: Die Zugfrequenz bei Tag und Nacht wuchs, die Züge wurden länger, aber die Zugtechnik bliebt veraltet.

Als vor mehr als 2 Jahren der Südwestfunk (SWR) eine Reportage über den Bahnlärm innerhalb des Rheintals sendete,  konnte ich es kaum glauben. Da lebten Menschen in Häusern, die nur wenige Meter von den Bahngleisen entfernt stehen. Da herrschte in diesen Wohnung beim Vorbeifahren der Zugmonster eine Lautstärke wie in einer Großraumdiskothek oder einem Rockkonzert. Mehr als 100 Db wurden gemessen, die von der DB verursachten worden; jeden Tag, 7 Tage in der Woche, 52 Wochen lang, 12 Monate hin fort. Terror, wie er in den schlimmsten Alpträumen eines Verkehrslärmgeplagten hätte nicht dargestellt werden können.
Gestern Abend zeigte nun das WDR Fernsehen jene Dokumentation im Rahmen seiner Reihe " Die Reportage ". Ich konnte mich nicht mehr exakt an jene vielen Sequenzen erinnern, die eindeutig wieder geben, unter welchen Lärmbelastungen die Bewohner und auch Besucher des sich auch dort wunderbar idyllisch zeigenden Rheintals heute leben müssen. Aus dem Unesco-Weltkulturerbe " Oberes Mittelrheintal " ist sukzessive eine Lärmhölle geworden. Der Bericht zeigt auf, wie der moderne Massenverkehr, selbst wenn er ansich eher klimafreundlich, per Bahn erfolgt, den dort lebenden Menschen und dessen unmittelbares Wohnumfeld zerstört. Was richtiger Weise über viele Jahrhunderte in Einklang mit der Natur gewachsen ist, wird durch den Lärmterroristen Deutsche Bahn zerstört.

In der Reportage kommen deshalb auf Sachverständige zu Wort, deren getroffene Feststellung nieder schmetternd sind. Es wird sich an dem Zustand in absehbarer Zeit nichts ändern. Die noch in der Erprobung befindlichen Lärm mindernden Bremssystem für die Güterzüge können allenfalls ab 2014 probeweise eingesetzt werden, sofern die zuständigen Stellen in Minden und Berlin dieses absegnen. Eine Übertunnelung kosten einige Milliarden Euro und wird von dem zuständigen Ministerium bzw. dem Minister Dr. Peter Ramsauer kategorisch abgelehnt; ebenso die Forderung, die Strecken links - und rechtsrheinisch durch Reduzierung der Güterzuganzahlen zu entlasten. Ramsauer will stattdessen diese Hauptverkehrsader noch weiter ausbauen und den Güterverkehr steigern. Ein perverses Ansinnen, wenn die heutigen Zustände zugrunde gelegt werden.

So wird in dem bereits mehr als zwei Jahre alten Bericht des SWR resignierend konstatiert:



"Wie mehr als in den Lärmschutz aber investieren Bund und Bahn in den Ausbau des Streckennetzes, um noch mehr Güterzüge auf den Weg zu bringen. So wird zur Zeit mit Hochdruck an der europäischen Güterfernverkehrsstrecke Genua-Rotterdam gearbeitet. Ab 2015 – nach dem Ausbau des Gotthard-Tunnels – sollen dann noch mal 20 bis 50 Prozent mehr Güterzüge – so die Schätzungen - durch das Nadelöhr Mittelrheintal rattern. Güterzüge mit einer Länge von bis zu 1.500 Metern. Ein Horrorszenario für die gebeutelte Region, in der jetzt schon immer mehr Dörfer aussterben, weil die Menschen flüchten. Dann – so Frank Gross von der Bürgerinitiative „Pro Rheintal“, könne man im Mittelrheintal einfach nicht mehr leben. Schon heute ist das Welterbetal eine aussterbende Region. Einzelne Gemeinden wie Stolzenfels oder Assmanshausen haben bereits bis zu 50 Prozent der Einwohner verloren und gleichen Geisterdörfern. Der Titel UNESCO-Welterbe wird im Mittelrheintal unter diesen Bedingungen nicht zu halten sein. Denn was ist eine Region noch wert, in der die Menschen nachweislich krank werden, weil es durch den Bahnlärm dauerhaft einfach unerträglich laut ist. "

So kommt der Zuschauer auch beim betrachten der Wiederholung dieser Reportage im WDR Fernsehen zu dem Ergebnis, dass hier mit aller Gewalt ein Landstrich verschandelt und nahezu entvölkert wird, wenn die Politik nicht bald Konsequnezen aus dem unerträglichen Lebenbedingungen zieht.

http://www.wdr.de/tv/diestory/sendungsbeitraege/2012/0723/durchzug.jsp

Deshalb haben sich längst Bürgerinitiativen gegründet, die auf die lebensfeindlichen Bedingungen in der von der Bahn verursachten Lärmhölle aufmerksam machen und Abhilfemassnahmen vorschlagen. Leider ist hier keine Lobby vorhanden, die Ramsauer und anderen Verantwortlichen mal so richtig den Marsch bläst.




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