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Mittwoch, 25. Juli 2012

"Sumpfklinik.de", eine Notiz aus der Provinz.



Auf die Frage: " Wer war Reiseweltmeister?", "Wer trank vor vielen Jahren weltweit pro Kopf das meiste Bier?" und " Wer war Weltmeister im Meckern?", lautete die Antwort: Deutschland!
Gut, dass es noch Tschechen und Iren gibt,denn die haben die Teutonen von ihrem Platz als Biertrinkernation Nummer Eins inzwischen abgelöst; allerdings nur landesweit, denn auf ein Bundesland bezogen, sind wir Sachsen einsame Spitze im Bierkonsum je Frau/Mann ( 206 l jährlich!).
Was die anderen beiden Kategorien angeht, dürfte das Reisen als Maßstab des individuellen Wohlstands einer Nation, tatsächlich die Bundesdeutschen an der Spitze sehen,denn in der BRD werden jährlich einige Milliarden für Urlaubsreisen ausgegeben. Und das Meckern, dass auch im Urlaub nicht fehlen darf, gehört selbst verständlich dazu; wenngleich dieser Begriff eher unbestimmt sein dürfte, denn Kritik könnte bereits als Meckern ausgegeben werden und Meckern ansich könnte sich auch auf das Kritisieren beziehen.
Wie dem auch sei, der Bundesmichel ist hierin - weltweit betrachtet - einsame Spitze.

So gilt es als ein Zeichen besonderer Individualität, wenn der Kritikus seinem Lebenfrust freien Lauf gibt und meckert, was das Zeug hält. Das kann auf vielfältige Weise geschehen. Ob nun schriftlich, mündlich oder in Form eines allgemeinen Protestverhaltens; die Meckerei kennt hier keine Grenzen.

Wenn sie sich auf Personen bezieht, kann daraus sehr schnell ein handfester Streit entstehen. Möglich ist dann, dass dieser die Dritte Gewalt beschäftigt. Der mündige Bürger von heute muss sich nun einmal nicht alles bieten lassen. Das gilt auch im Verhältnis Staat und Verwaltung zu jedem Einzelnen, in diesem, unserem Lande. Da kann es zu heftigen Kontroversen, zu langwierigen Prozessen und zu langatmigen, medialen Auseinandersetzungen kommen.

Ein Musterbeispiel für des BRDlers liebste Freizeitbeschäftigung bietet ein Ereignis aus der schaumburgischen Provinz. Dort, wo sich in der Regel spätestens ab 22.00 Uhr Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, ist eine Provinzposse am köcheln, die nicht nur Politiker, Bürger und neutrale Beobachter in Rage versetzt, sondern auch die Frage nach der Einsichtsfähigkeit der Beteiligten aufwirft.

Unter der Netzadresse http://www.sumpfklinik.de/ findet sich eine sehr übersichtlich aufgemachte Seite, die sich mit dem Problem des Neubaus einer Klinik in dem Ort Vehlen, Kreis Schaumburg, befasst. Hier steht zu lesen, dass seit 2008 ein Bauvorhaben kritisch begleitet wird, dass ein in die Landschaft hinein geklotztes Klinikum mit einem Investitionsvolumen von 95 Millionen Euro ( möglich, dass es mehr als 135 Millionen Euro werden ) betrifft. Es soll inmitten von einst landwirtschaftlich genutzten Flächen entstehen und so genügend Raum für spätere Erweiterungen bieten.

Das Schaumburger Land ist reich an Grünflächen, hat viele Wälder und dürfte eher als Puffer zwischen der Landeshauptstadt Hannvover und dem bevölkerungsreichen Ostwestfalen zu sehen sein. Es ist im Laufe der letzten Jahrzehnte somit zum Einzugsgebiet der Großstädte Hannover und Bielefeld geworden.
Durch infrastrukturelle Gegebenheiten weist der Landkreis Schaumburg seit 1987 eine positive Bevölkerungswanderungsentwicklung auf. Trotz rückläufiger Geburtenraten erhöhte sich die Bevölkerungszahl durch Zuzug aus den anderen Kreisen, Städten und durch ausländische Bürger sukzessive.

Damit verändern sich die Lebensbedingungen insgesamt. Als im Jahr 2008 der Neubau eines Klinikums auf der Grünen Wiese an der Peripherie zu der Ortschaft Vehlen beschlossen wurde, um die bisherige Akutversorgung ökonomischer zu gestalten, ließ der Protest gegen dieses Vorhaben nicht lange aus sich warten. Während der planerischen Abläufe zum Bauvorhaben Großklinikum Schaumburger Land erhoben eine Reihe von schaumburger Bürger hiergegen Einwände.

 http://sumpfklinik.de/category/einwande/

Nun mag dahin gestellt bleiben, ob der Landkreis Schaumburg tatsächlich ein Großklinikum benötigt. Allerdings steht fest, dass die vorhandenen Kliniken in Stadthagen, Rinteln und Bückeburg den Erfordernissen einer modernen medizinischen Versorgung schon vor vielen Jahren nicht mehr gerecht werden können. Dieses dürfte wohl auch der Anlass für die Planung des Klinikums an der Vehlener Peripherie gewesen sein. So trifft hier wieder einmal die Politik auf die Wirklichkeit in Form des Bürgerprotestes. Einerseits steht längst fest, dass die Bundesdeutschen im Durchschnitt von Jahr zu Jahr älter werden, womit die medizinische Seite dieser demographischen Entwicklung zu beachten wäre. Andererseits wird die Landschaft und die Natur durch solche Mammut-Projekte irreversibel zerstört oder in Mitleidenschaft gezogen. Was erst zu betoniert ist, kann nur schwer wieder renaturiert werden.

Anhand der eingestellten Beiträge unter der Webseite Sumpfklinik. de wird erkennbar, dass hier keine Chaoten und Maschinenstürmer des III. Jahrtausend am Werk sind. Es handelt sich um besorgte Bürger, deren Anliegen wohl eher der Landschafts- und Naturschutz ist. Die anderer Seite der Baubefürworter dürfte mit ökonomischen Argumenten ins Feld ziehen. Das Schaumburger Land ist kein mit Arbeitsplätzen reich besätes Terrain. Im Gegenteil: Hier sind seit den letzten 20 bis 30 Jahren viele Jobs verloren gegangen. Ob dieser Trend durch einen Betonklotz wie das geplante Klinikum aufgehalten werden kann, muss indes bezweifelt werden. Ein solcher, spezieller Arbeitgeber benötigt Fachkräfte. Die werden anderswo rekrutiert. Allenfalls die Zulieferer oder kleinere Dienstleister könnten von dem Großklinikum Schaumburger Land profitieren. Dieses werden aber wohl vorallem die an dem Millionenbau unmittelbar Beteiligten tun - weshalb auch von dieser Seite aus betrachtet, der Protest nachvollziehbar ist.

Dass hier aber nicht nur gemeckert wird, sondern dabei auch Alternativen aufgezeigt werden, ergibt sich allein aus dem Inhalt der durchaus professionell aufgebauten Webseiten. Meckern ist gut, wenn es sich um konstruktive Kritik handelt. Ein solcher Fall liegt hier alle Male vor.

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