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Sonntag, 5. August 2012

Des Roland Kaiser´s alte Kleider.



Es gibt Ereignisse im Leben eines Erdenbürgers, die treten nur ein Mal ein. Als da wären: die Geburt und der Tod. In regelmäßiger Abfolge könnten dann noch die jeweiligen Geburtstage hinzu kommen. Bei der Einen bis zu 90 und mehr, bei dem anderen nur ein paar dieses einmaligen Tages. Immerhin kann ein Mensch, der es auf mehrere Dutzend jener Ehretage gebracht hat, von sich behaupten, dass sie immer in schöner Regelmäßigkeit in einer bestimmten Jahreszeit statt finden. Dieses ist auch gut so, denn sonst würden nicht wenige jener Erdenbürger mit dem Zählen solcher Tage durch einander kommen.
Hat ein jenseits der ersten Dekaden eines Lebens Einzustufener bereits eine Vielzahl von Geburtstagen hinter sich gelassen, so stellt er sich alsbald unweigerlich die Frage, was noch nach jedem neuen Geburtstag an Erlebnissen kommen mag.
Ein älterer Bürger vermag dabei durchaus zu der Erkenntnis gelangen, dass es nicht mehr allzu viele Überraschungen im eigenen Leben geben wird.
Doch, weit gefehlt!

Das eigene Leben vollzieht da sehr oft auch im gesetzteren Alter so manche Kapriole. Da wird ein sich auf den ruhigeren Lebensabend Vorbereitender durchaus noch mal zum Rocker, der im Umgangssprachlichen Altrocker bezeichnet wird. Ein Musiker mutiert dann vielleicht zum jung dynamischen Künstler und lässt es richtig krachen. Ein in die Jahre gekommener Schlagersänger indes könnte bei dem Versuch, sich die Jugend, den Erfolg und die Sangeskünste wieder zurück zu holen, schlankweg auf die Nase fliegen.
Deshalb ist bei jenen Versuchen, ein so genanntes Comeback einzuleiten, äußerste Vorsicht geboten. Wenn ein angeblicher Künstler, ein Musiker, ein Sänger, nicht den richtigen Zeitpunkt zum Abdanken kennt und seine Röchellaute immer noch kredenzen möchte, verkommt er umgehend zur Lachnummer.

Es ist Freitagabend, genauer gesagt, wir schreiben Freitag, den 3. August 2012 und die Uhr zeigt auf 22.05 Uhr, als ich beim Bloggen durch einen infernalischen Lärm, der über das halb geöffnete Fenster an meinen Büroarbeitsplatz eindringt, in nicht unerheblicher Weise gestört werde. In der Glotze lief eh nichts mehr, Olympia ödete mich an und mein SVW spielte ja erst gegen die Arroganz-Truppe aus München am Samstag. Man o mann, welche Hirnlosen Knallköppe knallen da schon wieder? Zuvor konnte ich zwar, durch den sanften Luftzug hinein wabernden Musik vernehmen, dennoch waren die herüber wehenden Klänge nicht definierbar. Jetzt aber, als die Böller los dröhnten und die Raketen in den Dresdner Abendhimmel zischten, wurde mir klar, dass eine Großveranstaltung in der City endete. Ein Nachfragen bei meiner besseren Hälfte ergab auch keine Aufklärung. Die Vermutung, dass es sich um ein Konzert von " Silly " handeln könnte, erwies sich als falsch.

Des Rätsels Lösung konnte ich am folgenden Morgen in der Wochendausgabe der Sächsische Zeitung in Form eines Fotos auf der Frontseite und einigen Zeilen zu dem vorgängigen Ereignis erfahren: Roland Kaiser gab sich am Freitagabend das erste Mal in diesem Jahr die Ehre und mehr als 12.000 Zuhörer waren dabei. Ein weiterer Auftritt war für den darauf folgenden Samstag geplant.

Ach,d er schon wieder! Kurz und knapp wurde den Lesern des Lokalblattes offeriert, dass in der Montagsausgabe eine ausführliche Rezension zu diesen beiden Konzerten (?) folgen würde. Gut, dass die Montagsausgabe nicht in unserem Briefkasten landen kann, denn sie ist nicht bestellt.
Auf eine Kaiser-Konzert-Kolumne hätte ich am Blauen Montag am aller wenigsten Bock. Schon allein der Name verursacht bei mir ein Würgegefühl. Wie bereits mehrfach hier beschrieben, halte ich Kaiser für einen Träller-König, der im Verlaufe der Jahrzehnte seines Schaffens nicht besser, sondern eher bedauernswerter geworden ist. Seine Lieder sind eine Zumutung; die Texte als Fast-Food zu genießen und seine Moderation ähnelt der, eines Klippschülers.

Nun, ja, die Dresdner Schlager-Hansel ( und nicht nur die ) mögen ihn offensichtlich. Kaiser war so oft zu Gast hier, trat in der Landeshauptstadt in schön abgestuften Abschnitten auf, wie sonst kein anderer Schlageraffe. Was die Fangemeinde betrifft, so sind es mit Sicherheit einige Vielzahl von Nostalgikern, die es ihm wohl nicht vergessen haben, dass er unmittelbar nach der Wende hier sein Liedchen trällerte, obwohl es nur wenig Moneten dafür gab. Das ist lange her. Der smarte Roland war damals 22 Jahre oder noch mehr jünger, konnte zwar auch zu diesem Zeitpunkt nicht singen und fand in den Westmusik-Lobhudelern ein dankbares Publikum.

Jetzt war er wieder da, der alternde Roland mit seinen jüngeren Begleitmusikern. Was er geplärrt hat ist mir zwar nicht bekannt, es spielt aber auch keine große Rolle. Schlager-Fuzzi bleibt Schlager-Fuzzi, auch wenn er bereits 60. Mal seinen Geburtstag begehen durfte. Die Unerträglichkeit des eigenen Seins scheint an ihm längst vorüber gegangen zu sein, sonst hätte er sich auf das Altenteil begeben. Für die Nachwelt wäre dieses ein sehr weiser Entschluss, dann müssten nicht so viele Lärmgestresste die sinnlose Ballereien nach seiner Asthma-Orgie ertragen. Die Umwelt hätte sich mit Sicherheit gefreut,denn die Blechkarossen, die nach dem Gedudel in Richtung eigenes Wohnzimmer im Schritttempo fuhren, haben nicht nur für saubere Luft gesorgt.

Kaiser in alten Kleider in Dresden, dass kommt jedes Jahr so sicher wie das Amen in der Kirche, der kommende Herbst und Winter und der Sieg meines SVW gegen die Scheiß-Bayern. Wohlan, ihr Kaiser-Knechte, auf ein neues Konzert mit alten Liedern und einem mumifizierten Roland im nächsten Jahr. Schade um das viele Geld, die verlorene Zeit und die verpestete Umwelt. 

1 Kommentar:

Octapolis hat gesagt…

Kaiser konnte gegenüber denen, die glauben, den aktuelleren deutschen Schlager repräsentieren zu müssen, obwohl er praktisch tot ist, sehr wohl singen.

Vergleich mal die alte Riege mit der neuen, also Kaiser, Cordalis, Leandros früher, mit Berg, Reim oder Fischer heute. Von Unheilig ganz zu schweigen. Und ich glaube, genau da liegt der vielbesungene Hase im Pfeffer.