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Samstag, 4. August 2012

Nadja Drygalla, die FDGO, der DOSB und der DRV





Welche Aufgabe hat der Verfassungsschutz? Richtig! Er soll die Verfassung schützen. Was aber die Verfassung ist und wie der Verfassungsschutz sie schützen kann, wird so weit auseinander gezogen, wie ein ausgespucktes Kaugummi, nachdem es lange genug durchgekatscht wurde. Die kostspielige Institution Verfassungsschutz, bestehend aus dem Bundesamt für Verfassungsschutz mit ihrem Sitz in Köln und den 16 Landesämtern, machte in den vielen Jahren seit Bestehen der BRD und auch nach der Deutschen Wiedervereinigung nicht immer einen souveränen Eindruck, wenn es darum ging, die eigene Tätigkeit im Lichte der Öffentlichkeit darzustellen.
Der Skandal um das Mördern-Trio aus Zwickau hat dieses wieder einmal unter Beweis gestellt. Oft werden die " Schlapphüte " als eine Mischung von verkrachten Existenzen, überforderter und kleinkariert denkender Beamten und Mini - 007 aus den späten 60er Jahren charakterisiert.
Dieses führt in der Praxis nicht selten dazu, dass sich der Verfassungsschutz mehr selbst schützen muss, als dass er die bundesrepublikanische Freiheitlich Demokratische Grundordnung vor ihren dann überall lauernden Feinden in Schutz nehmen könnte.

Einst, nämlich in den späten 60er und den 70er Jahren, zur Hochzeit der APO, der K-Gruppen und sonstiger subversiver Elemente, hatten die BRD-Ämter alle Hände voll zu tun, die bösen Anti-Demokraten bei ihren Versuchen, ihren Allerwertesten in den Staatsdienst setzen zu wollen, mittels Konstrukten wie der Regelanfrage für Assessoren und anderen Bewerbern sowie dem daraus resultierenden " Berufsverbot " abzuschmettern. So durfte ein Lehrer eben kein Lehrer sein, wenn er Mitglied des KBW oder ähnlicher Politsekten war; ein Lok-Führer durfte kein Lok-Führer mehr sein, wenn er als Mitglied der DKP entlarvt werden konnte und ein Rechtsassessor konnte kein Richter werden, weil er irgendwann einmal ein Flugblatt einer kommunistischen Studentenorganisation gegen den Krieg in Vietnam oder den Bau von AKWs unterzeichnet hatte. Die Gesinnungsschnüffelei durch den Verfassungsschutz führte oft zu absurden Entscheidungen, woraus schließlich folgte, dass der Beamtenanwärter eine Erklärung zu unterzeichnen hatte, dass er jederzeit und ohne Einschränkungen für die Freiheitlich Demokratische Grundordnung ( FDGO) eintritt. Wer den Fetzen Papier nicht unterschrieb, hatte ein Problem, denn er wurde kein Staatsdiener.

Inzwischen, nämlich mehr als 4 Dekaden danach, liegen die Zwänge des Berufsbeamtentums auf ganz anderen Ebenen. Ein Anwärter wird überwiegend aus finanziellen Erwägungen nicht verbeamtet. Die Öffentliche Hand ist seit einigen Jahren chronisch klamm und lässt von daher die Mitarbeiter lieber als Angestellte mit Teilzeit - oder befristeten Verträgen für sich arbeiten. Die Frage nach dem Eintreten für die FDGO stellt sich nicht mehr, denn die Schnüffelpraxis von einst ist nahezu abgeschafft; allenfalls die Stasi-Überprüfung für Bewerber, die noch die volle Dröhnung DDR erhalten durften, wird - unsinniger Weise - immer noch aufrecht erhalten.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Verfassungsschutz


So hat der Verfassungsschutz inzwischen andere Aufgaben zu übernehmen. Aber auch bei dieser Umsetzung tut er sich sehr schwer. Oft fehlen Kommunikationsstrukturen zwischen den einzelnen Landesämter und dem Bundesamt sowie anderen Institutionen, deren Aufgaben im Bereich der so genannten Sicherheit und Ordnung liegen.
Erkenntnisse über vermeintlich verfassungsfeindliche Aktivitäten von Personen, die entsprechenden Organisationen oder Parteien angehören, deren Ziele nicht mit der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung in Einklang zu bringen sind, werden wie Herrschaftswissen gehortete und nicht weiter geleitet.

So stellt sich für manchen kritischen Beobachter der Polit-Szene die Frage, warum beispielsweise eine Partei wie die DPD nicht verboten werden kann, weil sie doch so offensichtlich verfassungsfeindliche Ziele verfolgt? Bereits mit der Pleite vor den Roten Roben in Karlsruhe in der Regierungszeit Schröder/Fischer, als der einstige Bundesinnenminister Otto Schily das angestrebte NPD-Verbotsverfahren abblasen musste, zeigen deutlich, wie hilflos und ungeschickt der Staat sich bei der Neo-Nazi - Partei anstellt.

Da wundert es nicht, dass nun während der Olympia in London ein unappetitlicher Nebenschauspielplatz zu den Hauptakteuren der 302 Disziplinen von Seiten des Deutschen Olympischen Sportbundes ( DOSB ) eröffnet werden musste.
Zu einem Eklat in London kam es, weil eine Ruderin mit dem wohl klingenden Namen Nadja Drygalla, angeblich eine Beziehung zu einem aktiven Mitglied der NPD unterhält. Dabei hat diese jetzt veröffentlichte Geschichte einen sportlichen Vorlauf: Im August 2006 ,bei der Weltmeisterschaft der Junioren in  Amsterdam rudert Nadja Drygalla aus Rostock im deutschen Achter und wird Dritte. Michael Fischer aus Rostock wird Zweiter mit dem deutschen Achter. Sechs Jahre später macht die angebliche Beziehung zwischen Nadja Drygalla und Michael Fischer Schlagzeilen.

Der Ex-Aktive Fischer ist mittlerweile ein weit über die Rostocker Szene hinaus bekannter Neonazi, der für die NPD bei der Landtagswahl antrat. Nadja Drygalla rudert immer noch und schied mit dem Achter bei diesen Olympischen Spielen auch im Hoffnungslauf aus. Ein "Ruder-Star", wie es nun in manchen Medien heißt, war sie nie und wird sie wohl auch nie werden. Dennoch stürzt sich die Medienmeute plötzlich auf die Ruderin, die mehr Schlagzeilen produziert als der Olympiasieg des Deutschland-Achters der Männer.
Verkehrte Medienwelt eben!

Als am Mittwoch, dem 1. August auf der Antifa-Internetseite "Kombinat Fortschritt" ein Beitrag erschien, der sich mit der angeblichen Verbindung zwischen Drygalla und Fischer befasste, thematisierten auch andere Print-Medien diese Meldung. So wurde dabei unter anderen getitelt: "Mecklenburgische Neonazifreundin bei Olympischen Spielen". Immerhin, solche Schlagzeilen lassen sich zurzeit besser verkaufen als die sportlichen Ergebnisse der Ruderinnen ( aber nicht nur dieser Athleten ). Einen Tag später wurde Nadja Drygalla, die in Eton im olympischen Dorf der Ruderer und Kanuten logierte, zur Teamleitung bestellt. Nach etwa 90 Minuten. in denen sie sich mit Michael Vesper unterhalten durfte, ( er ist der Chef der Mission und Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes - DOSB - ). An dem Gespräch im Deutschen Haus nahm auch Mario Woldt teil, Sportdirektor des Deutschen Ruderverbandes (DRV). Dabei stellten wohl beide Herren fest, dass sie es der deutschen Olympia-Mannschaft als auch den übrigen Teilnehmenr nicht zumuten mochten, Drygalla weiter im Olympischen Dorf zu behalten. Das olympische Abenteuer war für Nadja Drygalla beendet.

Kurz vor Mitternacht verschickte der DOSB eine Pressemitteilung. Der DRV äußerte sich zwei Stunden später. Weder Fischer noch die NPD werden in den Texten erwähnt. DOSB und DRV erklärten, Nadja Drygalla habe das olympische Dorf verlassen, "um keine Belastung für die Olympiamannschaft entstehen zu lassen". Um nicht weitere Wellen zu schlagen, ist dieser Abgang der Ruderin wohl für alle Beteiligten das Beste.
Dennoch bleiben viele Fragen unbeantwortet. Zum Beispiel behauptet der Ruderverband, erst am Donnerstag "Erkenntnisse zum privaten Umfeld" von Nadja Drygalla erhalten zu haben. Diese Feststellung erscheint indes eher als Schutzbehauptung gelten zu müssen, denn Michael Fischer hat jahrelang in der Junioren-Nationalmannschaft gerudert und dabei auch eine WM-Medaille holte? Was weiß der Ruderverband, der seine Sportler in wochenlangen Trainingslagern vorbereitet und über Tausende leistungsdiagnostische Daten seiner Athleten verfügt, wirklich über die Menschen, die er für Olympische Spiele auswählt? Warum hat Drygalla im vergangenen Jahr die Polizeischule Güstrow verlassen? Das Bundesinnenministerium, Hauptsponsor des olympischen Spitzensports, teilte mit: "Seit dem 30. September 2011 ist Frau Drygalla nicht mehr Polizeianwärterin."

Ah,ja, diese Verfahrensweise kommt dem historisch Bewanderten doch schon bekannt vor. In diesem, unserem Lande wiederholt sich denn Geschichte doch. Wenn auch auf einer anderen Ebene und in einer anderen Größenordnung.
Was allerdings zunächst wie ein konsequentes Vorgehen in Sachen Extremismus ( Rechtsextremismus ) und staatliche Sportförderung aussieht, entpuppt sich beim zweiten Hinsehen als eine seltsame Art von Doppelmoral.

Denn das olympische Grundgesetz wurde maßgeblich von damaligen Faschisten und bekennenden Sympathisanten des faschistischen Ideenguts geprägt. Etwa von Carl Diem, Cheforganisator der Olympischen Spiele 1936 in Berlin, der den olympischen Fackellauf einführte, und von den ehemaligen IOC-Präsidenten Avery Brundage (USA) und Juan Antonio Samaranch (Spanien). Brundage hatte sich 1936 gegen Boykottaufrufe amerikanischer jüdischer Organisationen gewandt und damit Adolf Hitlers Propagandaspielen zugearbeitet. Samaranch war einst franquistischer Sportminister. Sport und Totalitarismus sind unheimliche Gefährten.
Natürlich ist der Sport ein Spiegelbild der Gesellschaft. Natürlich gab es schon immer Hinweise auf Verbindungen vor allem ostdeutscher Kampfsportler in die rechte Szene. Neonazis rekrutieren ihren Nachwuchs bekannter Maßen gern unter Fußballfans. Sportverbände wie der DFB, der unlängst seine braune Funktionärsgeschichte aufgearbeitet hat, oder eben der DOSB versuchen, mit verschiedenen Projekten gegenzusteuern.
Ist Nadja Drygalla, die Olympiaruderin, eine Rechtsextreme? Michael Vesper, einst Mitbegründer der Grünen, sagt, er habe nicht den Eindruck. In der Hysterie der ersten Meldungen bittet er zu bedenken: "Wir reden über eine 23-jährige junge Frau. Ich habe mit ihr intensiv über ihre Entwicklung und ihre Haltungen gesprochen." Über Einzelfälle hinaus gebe es keine Hinweise, dass der Neofaschismus dem Leistungssport in Deutschland unheimlich nahe käme. Das mag ja sein, aber die Causa Drygalla gibt Anlass genug, um über die Verbindung von Sport im Allgemeinen und Spitzensport im Besonderen ernsthaft nachzudenken.
So gibt es denn unter den Olympia-Teilnehmern genügend Sportler, die keine nationalsozialistische Gefahr für den Sport in der BRD erkennen wollen. Das mag ja sein, trotzdem hat gerade der Fall Drygalla, vor allem wegen der Medienwirkung im Ausland, ein " G´schmäckle ".
Einerseits soll eine Einwirkung der Politik aus der NPD-Richtung verhindert werden; andererseits sind die Funktionäre oft blauäugig, wenn es darum geht, bestimmte Traditionen und deren Herkunft unter den Teppich zu kehren, ohne das die Öffentlichkeit davon Notiz nimmt.

So ist die Ruderin Drygalla denn eher als Bauernopfer zu sehen, um von der Unfähigkeit der Sportfunktionäre mal wieder abzulenken. Sport und gerade Olympische Spiele sind schon immer ein Politikum gewesen. Ob nun 1936, 1972 oder 1980, als die Schwachmaten in den westeuropäischen Verbänden die Olympiade in Moskau boykottierten und vier Jahre später die Retourekutsche in Los Angeles kam. Auch die Gigantomanie und der Kommerz gehören in die politische Schublade, denn warum sollen die Hauptsponsoren wie McDoof keine Wettbewerbsinteressen und damit als US-Konzerne, keine Politik mit betreiben?

Verlogen sind eben nur jene Handlanger aus der Funktionärskaste, den parteipolitisch gesteuerten Medien und jener Clique von Großverdienern, die nach außen hin den sportlichen Saubergmann mimen, tatsächlich jedoch alle Male mehr Dreck am Stecken haben, als die kleine und erfolglose Ruderin Nadja Drygalla.




1 Kommentar:

Octapolis hat gesagt…

Da möchte man brechen, so was dämliches. Sie rudert einfach, was ihr Knilch macht, geht ja wohl keinen was an. Scheinheiligkeit...