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Donnerstag, 30. August 2012

Schön, dass ihr alle wieder da seid!



Das der Sommer 2012 sich langsam, aber dafür sicher, dem Ende neigt, kann der Bundesdeutsche an vielen Faktoren erkennen. Die Tage werden kürzer, was da heisst, dass ab 20.30 Uhr MEZ das Licht in der guten Stube angeknipst werden muss. Gleiches gilt für den Frühaufsteher, sofern er vor 6.00 Uhr MEZ das Nachtlager verlassen sollte. Auch die Sommerferien neigen sich in Sachsen und anderen Bundesländern dem Ende, was wiederum an den gut gebräunten Einwohnern der Landeshauptstadt dokumentiert werden kann. So mancher Sonnenhungrige musste in diesem Jahr aber gar nicht in den Flieger steigen, um die Überschreitung der 30°-Marke erleben zu können. Auch an den heimischen Küsten von Nord - und Ostsee hat es Tage gegeben, die sich nur am Strand liegend aushalten ließen. Was inzwischen längst zur Selbstverständlichkeit für viele Bundesdeutsche geworden ist, nämlich der Pauschalurlaub, war noch in den Vorwendejahren überwiegend den Westdeutschen vorbehalten. Die unterschiedlichen Reisekulturen entwickelten sich deshalb, weil im anderen Teil der Republik, ein so genannter anti - faschistischer Schutzwall, die Erholungssuchenden daran hinderte, sich neben dem eigenen Land auch Westeuropa oder vielleicht die weite Welt ansehen zu können.

Aber auch weitere Hindernisse hemmten den gesamtdeutschen Reise - und Urlaubszwang. Wer kein Geld hatte, konnte nicht verreisen. Das galt in beiden deutschen Staaten. Verschärfend kam für die DDR-Bürger jedoch noch hinzu, dass die Quartiere und Plätze in vielen Urlaubsdomizilen rar waren. Da halfen meistens nur die üblichen Beziehungen.

Der BRDler indes, der weder Geld, einen eigenen PKW oder dann auch beides zur Verfügung hatte, musste sich in den Sommerferien mit Balkonia begnügen. Die Ferienzeit in den heimatlichen Gefilden zu verbringen war indes nicht immer eine Höchststrafe. Bis 1982 nutzte ich die üppig bemessenen drei Monate Semesterferien dazu, um in irgendwelchen Fabriken zu malochen und mir den erforderlichen Lebensunterhalt zu verdienen. So mancher wettermäßig schlechte Sommer konnte dadurch verkürzt werden. Über jenes Ärgernis, dass ein frustrierter Daheimgebliebener mittels Aufkleber am Heck seines VW-Passat kundtat, nämlich den Spruch " Scheiss Sommer ´82 " lachte ich nur ausgiebig. Sommerferien, Urlaub und Erholung waren für mich in diesen Jahren eher Frendworte, deren tieferen Sinn, ich zunächst nur darin wieder erkennen konnte, dass ein zurück gekehrter Urlauber seine mindestens 14tägig erhaltene Dauerbestrahlung durch den größten Himmelskörper unseres Planetensystems, in Form des Tragens von kurzärmeligen Hemden, T-Shirts oder kurzen Hosen offen zur Schau stellen durfte, um den anderen Zurückgekehrten demonstrativ zu zeigen, dass auch er/ sie dazu gehört.
Das Prahlen von dem " Superurlaub ", der in Spanien, Griechenland oder fernab auf einer exotischen Insel in der Karibik für nicht gerade wenig Geld verbracht wurde, gehörte genauso dazu, wie das unter vorgehaltener Hand eingeräumte Flugangsterlebnis, die ständige Abzocke am Urlaubsort und die verarmten Einheimischen, deren Betteleien dem ansonsten fröhlich gestimmten gewaltig auf die Nerven gingen. So musste sich so mancher Heimkehrer selbst eingestehen, dass der teure Auslandsurlaub doch nicht vom Feinsten war. Wenn Baulärm, Kakerlaken und versiffte Sanitäranlagen die Urlaubsfreuden minderten, eine Rechtsschutzversicherung vorhanden war, fiel dem Enttäuschten der Gang zum Rechtsanwalt nicht gar so schwer.

Eine Flut von Prozessen bei den Amtsgerichten waren in den Folgemonaten die Konsequenz aus dem zunehmend standardisierten Reiseangeboten, die in dicken Katalogen feil geboten wurden. Jedes Jahr streiten sich Zehntausende - fast schon routinemäßig - um entsprechende Preisnachlass nach Beendigung der vielleicht dann doch nicht mangelbehafteten Urlaubsreise. Das Verklagen der Reiseveranstalter gehört deshalb längst zum guten Ton eines auf " Geiz ist geil " getrimmten Pauschaltouristen. Und weil sich dieser bereits mit den Urlaubsplänen für 2013 herum plagt, lässt er sich auch nicht davon abhalten, zum 25. Mal Mallorca, Österreich oder die Insel Norderney zu buchen.

Der gute Deutsche favorisiert die Beständigkeit. Er mag keine Experimente; im Urlaub schon überhaupt nicht. Die Küche muss deutsch sein und es auch während des Urlaubs bleiben.
Das haben sämtliche Reiseveranstalter längst erkannt und ihre Angebote auf den teutonischen Geschmack eingestellt. Deshalb wird das Altbewährte im Urlaubsalltag an den vielen Urlaubsorten in ähnlicher Form kredenzt, wie es der Pauschaltourist aus Bottrop, Magdeburg oder Wolfsburg seit Jahrzehnten kennt. Auch die kulinarischen Verfehlungen werden eingedeutscht. Ob nun Currywurst mit Pommes Frites, Pizza Margherita oder Döner, zu mampfen gibt es am Urlaubsort genau das, was dick macht. Natürlich auch der Cheeseburger, Hamburger oder der Double Whopper. Eisbein mit Sauerkraut und Knödel, Jägerschnitzel mit Pilzen und Kroketten oder Schweinshaxe mit Kraut und Semmelknödel sind indes nicht mehr so gefragt und deshalb eher selten zu finden.

Und während sich die Mehrzahl der Pauschaltouristen in Fress -, Sauf - und Mitgröhlorgien abzocken lässt, zieht es einen anderen Teil in weit gelegene Länder dieser Erde oder auf Abenteuerurlaub in entlegene Gefilde der Welt. Diese normierten Individualtouristen treiben sich dann, mit " Jack Wolfskin " - Ausrüstung gut bestückt und gegen jedwede böse Überraschung aus dem Marterrepertoire der Natur gewappnet, an den entlegensten Winkeln des Planeten herum; immer auf der Suche nach dem ultimativen Kick, dem einen Moment, der das eigene Leben verändern könnte und natürlich sich selbst. Sündhafte teure Reiseangebote, wie Rafting in Kananda, Paragliding in den Rocky Mountains oder Camping im Dschungel von Venezuela gehören ebenso dazu, wie Besuche der Inka-Stätte Machu Picchu, die Felsentempel von Abu Simbel oder des Wat Tham Krabok in Bangkok. Je weiter, je exotischer, je unbekannter, desto größer der Protzeffekt bei den Bekannten, den Angehörigen oder den Gleichgesinnten.

Aber auch in Europa gilt für den Bundesdeutschen die touristische Dreikampfdisziplin, weiter, größer, teurer, alle Male. Da treibt es manchen Urlaubswütigen während der Hochsommermonate doch glatt in südliche Länder des Kontinents, die dafür bekannt sind, dass hier nicht nur Temperaturen von 35 ° im Schatten die untere Grenze darstellen, dass ein nicht mehr abkühlendes Bad im Meer, die Gefahr von einem Seeigel aufgesspießt zu werden, mit einer Feuerqualle gigantischen Ausmaßes intimen Kontakt zu erhalten oder einen, die weibliche Menstruation und deren eher unangenehme Begleiterscheinung hemmenden Hygieneartikel als monströs aufgeschwemmten Fremdkörper, bestenfalls zwischen die eigenen Beine katapultiert zu bekommen, mit sich bringt oder das eigene Badetuch nebst sonstigen mitgenommen Gedöns, vielleicht nur deshalb nicht mehr gefunden werden kann, weil jene Strandaccessoires inzwischen - rechtswidrig - den unmittelbaren Besitzer gewechselt haben. Die Leideswege des Teutonen im Sommer sind unerfindlich.

Auch die eventuell prall gefüllte Urlaubskasse kann sehr schnell an Schwindsucht leiden. Dann nämlich, wenn die sich in den Resthirnen der motorisierten Touristen eingebrannte, bundesdeutsche Absonderlichkeit der " freien Fahrt für freie Bürger " allzu demonstrativ in die Tat umgesetzt wird und die vielfältigen Schröpfmethoden via Laserpistole und mehr, die den repressiven Staatsorganen der Transit - oder Urlaubsländer einfallen, vollends zum finanziellen Supergau werden lassen. Aber auch in anderen Formen werden die Euromünzen - und scheine, wie von Geisterhand aus dem Geldbeutel des Urlaubers gezogen. Das Nachtanken an einem der ungezählten Geldautomaten kann da besonders teuer werden, wo der Euro Fremdwährung ist, die eigene Hausbank unverschämte Gebühren für die Geldabhebung im Ausland abknöpft. Weiteres Ungemach kann den Reisenden drohen, wenn er plötzlich erkennt, dass eine Restaurantbestellung wesentlich teuerer wird, als auf der - unverbindlichen - Karte offeriert. Nicht selten rechnet findiges Personal Getränke doppelt ab, versieht sich bei der bestellten Größe oder es kommen lokale Steuern auf die Rechnung herauf.

Auch von der Heimsuchung krimineller, während der Hauptreisezeit agierender Diebesbanden ist kein Tourist befreit. Eine winzige Unachtsamkeit, ein wenig zu viel Helferinstinkt oder einfach nur Dummheit, und schon sind Tasche mit Handy, Geld und Dokumenten auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Der Ärger ist groß, der finanzielle Schaden oft auch, selbst wenn die Hausratversicherung eintritt, gibt es nur Scherereien.

Ein weiteres, weites Feld unangenehmer Urlaubserlebnisse stellt die Erkrankung während der Anreise, am Urlaubsdomizil selbst oder bei der Rückreise dar. Neben leicht zu bekämpfenden Leiden, wie Sonnenbrand, Brechdurchfall oder auch durch vorsintflutliche Klimaanalgen verursachten Schnupfen, gibt es andere Gefahren, die den Menschen entgegen treten können. Verletzungen, wie Wunden, Brüche oder Kreislaufprobleme sind auch am Urlaubsort nicht selten. Dafür gibt es Ärzte, die teilweise mit einem Auslandskrankenschein der Kassen ihre Künste abrechnen können. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Nicht jene zusätzliche Reiseversicherung übernimmt sämtliche dadurch entstandenen Kosten.

Wer bereits derartige Urlaubserlebnisse der Dritten Art hinter sich gebracht hat, sollte eigentlich gewarnt sein. Trotzdem zieht es Jahr für Jahr wieder Millionen aus der Bundesrepublik in fremde Gebiete. Immer getrost dem Lebensgrundsatz " No risk, no fun! " handelnd, werden auch im nächsten Sommer ab Mitte Juni die Koffer gepackt, die PKW voll beladen und Reiseverträge fleißig unterzeichnet. Urlaub muss sein!
Mensch bleiben, Urlaub machen! Deshalb dürfen sich die Daheimgebliebenen bei der Rückkehr ihrer Urlauber doch ein wenig freuen. Oder, wie es einst die Bremer CDU-Stadtpostille " Weser Report " zu Beginn der 80er Jahre kurz vor dem Ende der Sommerferien titelte " Schön, dass ihr alle wieder da seid! ".  Als ich das auf " BLÖD "-Zeitungsniveau berichtende Gratisblatt mit jenem Aufmacher einst in den Händen hielt, musste ich mir keine Gedanken darüber machen, dass aus der Schmierfinken des CDU-Lobhudel - Redaktion mich damit weder angesprochen noch gemeint haben konnten, denn " Ich war ja nie weg, ihr Armleuchter!"






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