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Donnerstag, 9. August 2012

" Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Apotheker! " - Aber wie lange noch?

                                                                        ( C ) Stahlkocher bei WIKIPEDIA

Eine Meldung innerhalb der Frühnachrichten bei MDR Info befasste sich mit dem Thema " Apothekensterben " in der Bundesrepublik. Demnach befürchten Fachverbände, dass in den kommenden Jahren fast je 4. Apotheke schließen wird. " Jede 4., von wie vielen Apotheken denn? ", fragte ich mich beim Kaffee trinken und Zeitung lesen.  Damit aber nicht genug. Aus der Meldung ergab sich weiter, dass beinahe täglich weitere Apotheken schließen werden. 

Dieses ergeben aktuelle Zahlen der ABDA und der Steuerberatungsgesellschaft Treuhand Hannover zum Apothekenmarkt. Diese sind nicht ermutigend: sinkende Erträge, steigende Kosten werden als Ursachen für die prognostizierten Apothekenschließungen benannt.. Deshalb befindet sich fast jede vierte Apotheke nach Angaben der Treuhand in einer wirtschaftlichen Problemsituation. Zwar wurde von Seiten der Politik ein finazieller Ausgleich für die harten Spargesetze angekündigt, dennoch glauben viele Apotheker laut einer Umfrage von APOTHEKE ADHOC nicht daran, dass sich ihre wirtschaftliche Situation verbessern wird. Sie sprechen eher von dem Gegenteil.

Nach den Statistiken der ABDA sind für 2011 unter dem Strich 203 Apotheken mehr geschlossen als neu eröffnet worden. Den 221 Neueröffnungen standen 424 Schließungen gegenüber. Allerdings hat sich der Trend zur Filialisierung weiter fortgesetzt: 169 ehemalige Hauptapotheken wurden übernommen und in eine Filiale umgewandelt. Insgesamt gab es Ende 2011 im gesamten Bundesgebiet 21.238 Apotheken, während deren Zahl zum Jahresende 2010 noch 21.441 Apotheken lag. Ein Jahr später, nämlich Ende 2011, seien es nur noch 21.240 gewesen - ein Rückgang binnen Jahresfrist um 0,94 Prozent.

Nun, das hört sich nicht unbedingt dramatisch an ,denn im EU-Vergleich der Apothekendichte liegt die BRD im Mittelfeld. So gehen die erhobenen Zahlen 2011 durchschnittlich von 3.300 Einwohnern pro Apotheke aus.  Deutschland liegt mit seiner Apothekendichte von rund 3.800 Einwohnern pro Apotheke zwischen den beiden Nachbarländern Polen (3.600) und Tschechien (4.500). Ebenfalls zum Mittelfeld gehören Frankreich 2.800 und Österreich mit 6.600. Die geringste Apothekendichte hat Dänemark (17.700), gefolgt von den Niederlanden (8.300) – die größte besitzen Griechenland (1.200) und Bulgarien (1.700).


Na also, was soll das Geschrei, könnte ein Bundesdeutscher denken. Doch bei den veröffentlichten Zahlen handelt es sich um allgemeine Werte, die für viele ländliche Bereiche nicht zutreffen. Hier ist die Apothekendichte nur ein Bruchteil der in den städtischen Bereichen. Demzufolge schließen in den Städten mehr Apotheken, wovon 2011 besonders die Stadtstaaten betroffen waren: In Bremen schlossen elf Apotheken (minus 6,3 Prozent), in Hamburg 13 (minus 2,4 Prozent) und in Berlin zwölf (minus 1,4 Prozent).
Hier liegt die Apothekendichte jedoch weit über dem Bundesdurchschnitt.

Dass in Deutschland die Zahl der Apotheken auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesunken ist, könnte dazu auch noch als bedenklich eingestuft werden, wenngleich diese Entwicklung auch von dem jeweiligen Bundesland abhängig war, denn nach Angaben des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) sank ihre Zahl im vergangenen Jahr in Bayern, dem größten Flächenland um 44, in  Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Land, um 34 und Hessen nur um 24.  Zusammen verzeichnen die drei Bundesländer die Hälfte des bundesweiten Rückgangs von insgesamt 203 im Jahr 2011. Den Rückgang der Apothekenzahlen begründet der  DAV mit den Entwicklungen auf dem Kostensekotor, denn - so die dortige Argumentation - die Apotheken sind verpflichtet, bestimmte gesetzliche Leistungen zu den Kosten den aktuellen Kosten erbringen zu müssen, während die Vergütungen hierfür, nach den Honoraren von vor acht Jahren erfolgen würde.  Weiterhin gibt der DAV zu bedenken, dass auch in diesem Jahr den Apotheken über das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz weitere Zusatzbelastungen aufgebürdet werden, wie etwa der erhöhte Zwangsabschlag für die Krankenkassen.
Laut Arzneimittelpreisverordnung liegt das Fixhonorar seit 2004 bei 8,10 Euro – abzüglich der 2,05 Euro, die das AMNOG vorschreibt. Der DAV fordert daher eine Anpassung der Vergütung pro rezeptpflichtigem Arzneimittel an die allgemeine Kostenentwicklung. Vor allem die Nacht- und Notdienste, die Rezepturen und die Abgabe von Betäubungsmitteln müssten leistungsgerecht bezahlt werden.

Allerdings sollte dabei auch festgehalten werden, dass dieses Jammern auf hohem Niveau ist, denn durch die radikalen Veränderungen im Vertriebsbereich infolge der neuen Technologien, können Personalkosten und Vorhaltekosten bei der Beschaffung von Arzneien drastisch gesenkt werden.
Auch auf dem Gebiet der Apothekenversorgung findet eine strukturelle Änderung, hin zu vermehrten Onlinediensten statt. Dieses ist eine riesige Chance, bei zunehmenden Konkurrenz - und Kostendruck, auch künftig überlebensfähig zu bleiben.
Ob es dabei noch für die drei Säulenheiligen des bundesdeutschen Wohlstands, nämlich Haus,PKW und Urlaub immer ausreicht, bleibt indes fraglich. Wer sich auf den Apothekerberuf einlässt, ist mit Sicherheit darüber informiert, dass dieser längst einem radikalen Wandel im Sozailisationsgefüge der hiesigen Konsum - und Industriegesellschaft unterlegen ist. Deshalb gilt auch hier: " Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Apotheker! "







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