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Donnerstag, 11. Oktober 2012

Zossen ist überall!


Während ich am Mittwochnachmittag die Vorbereitungen zum Einstellen unserer Grünpflanzen in ein Zimmer des Untergeschosses traf, plärrten im " Grundig " - Kofferradio die Beiträge der DLF - Sendung " Deutschland heute ", die werktäglich ab 14.10 Uhr gesendet werden. Neben einem Bericht über die Tätigkeit von Salafisten in Münster und über die Zunahme von psychischen Erkrankungen bei Kindern, wurde eine Reportage zu den rechtsradikalen Umtrieben in dem brandenburgischen Städtchen Zossen ausgestrahlt.
Zossen? Das kante ich doch von der Autobahn in Richtung Berlin, der A 10.

Zossen hat 17717 Einwohner. Eine Stadt mit einem durchschnittlichen Charakter und einer Fläche von knapp 180 Km². Nichts besonderes also, in Teltow - Fläming Kreis ( TF ). Wären, ja, wären dort nicht seit vielen Jahren eben jene rechtsradikalen Umtriebe, die sich wie folgt zeigten:

" Im November 2008 wurden vor dem Haus Berliner Straße 11 im Zentrum der Stadt Stolpersteine zum Gedenken an die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten Bewohner verlegt. Dabei wurde ein städtischer Mitarbeiter von einem Holocaustleugner tätlich angegriffen. Der Holocaustleugner betrieb in der Folgezeit in diesem Haus ein Geschäft.[2] Im Januar 2010 brannte das von dem gegen rechtsradikale Umtriebe in der Stadt engagierten Verein „Zossen zeigt Gesicht“ genutzte Haus der Demokratie aufgrund Brandstiftung durch einen jugendlichen Rechtsradikalen ab, die Reste wurden wenige Wochen später abgerissen.[3]. Der jugendliche Rechtsradikale wurde aufgrund mangelnder Reife freigesprochen[4]. Daniel T., der den Täter angestiftet hatte, wurde am 1. Dezember 2011 u.a. wegen Anstiftung zur Brandstiftung und Volksverhetzung zu 3 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt. "

- Zitatende - aus:

http://de.wikipedia.org/wiki/Zossen

Der neofaschistische Spuk hatte damit jedoch kein Ende. So berichteten am 7. Oktober 2012 die Postdamer Neuesten Nachrichten ( PNN ) über einen Anschlag mit vermutlich rechtsextremen Hintergrund:
Was von dem Redakteur in jenem Artikel mit dem Titel " Wieder Anschlag in Zossen " Alexander F. zusammen getragen wird, klingt für einen Außenstehenden zunächst wie Gewalt gegen Andersdenkende. Obwohl die Polizei und Justiz wegen jener Taten tätig geworden war, kommt das Städtchen Zossen offensichtlich nicht zur Ruhe. Auch in diesem Jahr wurden erneut beinahe identische Vorfälle den Ermittlungsbehörden angezeigt.

http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/687446/

Gerade um die aktuellen Straftaten ging es auch in dem Bericht des DLF.  Dort kam ein Geschädigter, nämlich der Sprecher einer gegründeten Bürgerinitiative gegen die neofaschistischen Aktivitäten in Zossen, Herr Jörg. W.,selbst zu Wort. Er berichtete, dass der Briefkasten an seinem Privathaus des Zossener in der Nacht zu Sonntag gesprengt worden sei. Zugleich haben versuchten die Täter die Glasscheibe in der Haustür des abgelegenen Gebäudes mit einem Stein einzuwerfen. Nachbarn und Jörg W. selbst hörten ein Auto davon rasen.
Der Geschädigte bewertete diese Straftaten als Fortsetzung des rechtsradikalen Spuks, den nicht nur erklärte Gegner der Neofaschisten in Zossen seit einigen Jahren zu ertragen haben. W. kritisierte gleichzeitig das laxe Auftreten der örtlichen Polizei und sprach von nur unzulänglichen und eher widerwilligen Ermittlungen gegen die in Zossen aktiven Rechtsradikalen.

Eine solche Verhaltensweise hat durchaus Methode und ist nicht nur bei den hier geschilderten Fällen zu bemängeln. Seit dem die Morde der NSU - Neofaschisten aufgedeckt werden konnten, haben Medien darüber berichtet, dass gegen das rechtsradikale Umfeld häufig nur stümperhaft und ohne das erforderliche Engagement ermittelt wird. Hier zeigt sich, dass die geäußerte Kritik, wonach die Polizei - und Verfassungsschutzbehörden meist auf dem rechten Auge blind sind, durchaus berechtigt ist.


Es sind eben keine Einzelfälle, wie so mancher Politiker uns Glauben machen will. Die Straftaten aus dem faschistischen Dunstkreis nehmen zu. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Es ist die zum einen eine strukturell hohe Jugendarbeitslosigkeit, ein damit einhergehende Perspektivlosigkeit und der sich seit mehr als 3 Dekaden vollziehende Wertewandel innerhalb der BRD - Gesellschaft, die junge Menschen in die Arme rechtsradikaler Spinner und Rattenfänger treiben. Es sind aber andererseits die einfallslosen und gescheiterten staatlichen Konzepte, die sich gegen eine Radikalisierung von Jugendlichen als untauglich zeigen. Im Zuge der Überschuldung vieler Städte und Gemeinden werden in den sozialen Bereichen ständig Kürzungen vorgenommen, womit Jugendprojekten quasi das Wasser abgegraben wird.

Statt mit öffentlichen Lippenbekenntnissen sich gegen rechte Gewalt auszusprechen, sollte die Politik das oft geheuchelte Entsetzen über Gewalttaten in einen Maßnahmenkatalog für jugendliche Arbeitslose und Rechtsbrecher umwandeln und den - sicherlich nicht mit der Geburt - zum Neofaschisten gewordenen jungen Menschen eine Perspektive aufzeigen. Hieran dürfte es auch in der Stadt Zossen fehlen. Die Vielzahl der rechtsradikalen Aktionen in der BRD sagt uns jedoch auch, dass Zossen überall ist.






1 Kommentar:

Octapolis hat gesagt…

Was die Sache radikal macht ist allenfalls Gewalt als Stilmittel des Ausdrucks politischen Gedankenguts. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, aber ist dieses Land, bzw. dessen schwarzgelbe Führungsriege nicht schon weit genug nach rechts gewandert? Warum sollen sie ihren Leichtmatrosen also die Justiz intensivst auf die Pelle hetzen?

Außerdem hätte da auch die Wählerschaft genügend Stimmen um gegebenenfalls irgendeine Farbe außer schwarz, gelb oder grün zu wählen. Schüttet man diese übrigens in einen Eimer und rührt um, wird es einfach braun, kannste ausprobieren...