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Freitag, 7. Dezember 2012

Der deutsche Bahnnikolaus, ein Hoffnungsschimmer am Horizont der Servicewüste?

Wenn ein Unternehmen einen bestimmten Markt beherrscht, denn nennen die Ökonomen diesen Zustand marktbeherrschende Stellung, das Agieren des Unternehmens auch monopolistisches Auftreten und den Betrieb schlechthin Monopolisten. Der Monopolist muss in einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung niemanden fürchten, denn er steht ja allein auf weiter Flur. Allenfalls die zarten Regeln der Gesetze, etwa des GWB, könnten ihm einen Strich durch die Rechnung machen, die da lautet: Profitmaximierung. Die Globalisierung erbringt ja nicht nur erheblich Nachteile, sondern auch einige Vorzüge, die dazu geführt haben, dass es Monopolisten nicht mehr so leicht haben, neben ihrem Bestreben, den Profit zu maximieren, auch noch über Lobbyismus, Krieg und sonstiger Politikauswüchse, ihre Stellung auszuweiten.

Die Weltgechichte hält unzählige Beispiel für dieses Verhalten parat. Ob es nun die US-amerikanische United Fruit Company war, die in Südamerika mittels kräftiger Finanzspritzen an diktatorische und faschistische Militärregime, ihre ökonomischen Interessen durchgesetzt hat und die " Bananen " - Staaten von einst damit am Leben erhielt, damit diese ihre eigenen Bürger über dort gezahlte Hungerlöhne und menschenunwürdiger Arbeitsbedingungen systematisch auspressen konnten oder ob es Rüstungskonzerne sind, die durch Waffenlieferungen in afrikanische Staaten die dortigen Bürgerkriegsparteien unterstützten, dieses alles zeigt, dass die Wirtschaft auch hässliche Seiten hat.


In unserer, durch einen permanenten Informationsfluss geprägten Gesellschaft ist die Gefahr, dass solche Halunkenstücke aufgedeckt werden, immer größer geworden. Deshalb gehen Großbetriebe, Konzerne oder Multis dazu über, ihre wirtschaftliche Macht und ihren Einfluss durch diffizilere Methoden auszuweiten. Weil Moneten nun einmal die eigene Stellung bestimmen, werden die Möglichkeiten, diese von anderen Menschen, die Geld besitzen, einzusammeln, ständig variiert.

Zu den klamm heimlichen Geldeinsammelungsmaschinerien zählt seit vielen Jahren die Deutsche Bahn AG. Das 1994 aus den beiden Hauptbetriebsteilen, nämlich der Deutsche Bundesbahn ( West ) und der Deutsche Reichsbahn ( Ost ) zusammengesetzte Unternehmen hat insgesamt 1.000 ( Eintausend ) Tochterunternehmen. Schon diese Zahl kann bei dem unvoreingenommenen Betrachter leichte Schwindelgefühle hervorrufen. Auch der 2011 getätigte Umsatz von über 31 Milliarden Euro, der Gewinn von 1, 33 Milliarden Euro und die Bilanzsumme von mehr als 51 Milliarden können bei einem Außenstehenden schon die Augenbrauen hoch gehen lassen.  Wenn dann noch die Mitarbeiterzahl von mehr als 284.000 benannt wird, steht auch für den Nicht - Ökonomen fest, dass hier ein Gigant am Werke ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Bahn

Und dennoch hat die DB den vormals geplanten Gang an die Börse auf unbestimmte Zeit verschoben. Zuvor allerdings wurde dafür ein sünthaft teures Gutachten einer US - Technologieberatungsagentur in Auftrag gegeben, um die strukturellen Risiken zu analysieren. Die Banken - und Finanzkrise ab 2007 beendete die von Hartmut Mehdorn geschmiedeten, hoch trabenden Pläne vorerst. Für dessen Nachfolger Rüdiger Grube ist die weitere Privatisierung des de facto Staatsunternehmens zurzeit kein Thema. Das ist gut so,denn allein die Größe des Kolosses DB lässt erahnen, dass hier viele Probleme zu lösen sind, die selbst einen Liberalisierungsfan, der das Hochlied auf den Kapitalismus quasi mit der Muttermilch eingesogen hat, verängstigen.

Es gibt einige Tausend Kilometer an sanierungsbedürftigen Strecken. Es gibt auf vielen Teilstrecken zu jeder Jahreszeit technische Probleme. Es gibt eine Verwaltungsstruktur, die eher ineffizient agiert, denn den Betrieb reibungslos am Laufen erhält.
Weshalb die DB in schöner Regelmäßigkeit in die Negativ - Schlagzeilen gerät. Ob nun Streiks der Lokomotivführer, Datenskandale oder einfach Pannen, wie jene ausfallenden Klimaanlagen in den ICEs, sie alle nagen am Image des Transportmolochs.
Der versucht unterdessen dieses mittels Werbekampagnen aufzupolieren. So gab es denn für die gestressten Pendler auf der Strecke von Dresden nach Chemnitz am gestrigen Tag eine Art Wiedergutmachungsaktion des Transporteurs. Der Zugbegleiter verteilte eine winzige Aufmerksamkeit in Form dreier in Plastefolie eingeschweißter " Schneebälle " und begründete deren Gratisverteilung damit, dass die Bahn gehört habe, am 6. 12. sei Nikolaustag. Einige Male variierte er die Begründung für diese Schenkungsorgie, denn es waren viele Schneebälle, die er zu verteilen hatte.

Grinsend, feixend und mit einem gerüttelt Mass an Häme nahmen die Beschenkten, die Fahrgäste oder Kunden die Offerte des rührselig agierenden Herren in Dienstkleidung ( früher Uniform genannt ) an. Immerhin war wohl das durchaus vorhandene schlechte Gewissen, der Verantwortlichen der Regionalsdirektion dabei erkennbar. Schließlich steigen ihre Saläre nur bei statistisch nach gewiesener Kundenzufriedenheit. Und die ist nach den Horror-Erlebnissen in der letzten Woche, als komplette Züge ausfielen, als wegen Schneebruchs die durchaus bedeutsame Verbindung von Dresden - Chemnitz - Zwickau - Hof in Klingenberg - Colmnitz unterbrochen war und Zuginsassen dort in den Weiten der schneeverwehten Pampa einfach ausgesetzt wurden, sicherlich nicht vorhanden.

Tja, dieses Präsent wird ja eigentlich nur den ICE -Reisenden oder Fernreisenden kredenzt, denn die bringen eben mehr Kohle in den prall gefüllten Grube´schen Weihnachtssack. Das der gute Rüdiger in Berlin aber auch die Rute einstecken und diese wieder einmal mehr hervor geholt hat, ergibt sich bereits aus der ab 9. 12, 2012 oktroyierten Fahrpreiserhöhung um drei Prozent. Die zweite bereits; in allein 2012, versteht sich. Somit verteuert sich denn eine Hin - und Rückfahrkarte in der II. Klasse  von Flensburg nach Garmisch - Patenkirchen um 3,60 € auf 122,-- € bei einer Reisedauer von 16 Stunden und 31 Minuten; eine solche mit dem ICE und als Nachtfahrt um satte 8 € auf sagenhafte 274,-- €, bei einer Reisezeit von 28 Stunden und 1 Minute;  diese Fahrtmöglichkeit von Aachen nach Frankfurt / Oder um 4, 20 € auf nunmehr 142,-- € bei einer Transportzeit von 16 Stunden und 31 Minuten und dasselbe mit dem ICE um 5,80 € auf jetzt 198,-- € mit einer Gesamtreisezeit von 14 Stunden und 34 Minuten. Das sollen Sparpreise aus dem " Sparpreis-Portal " sein. Fairer Weise dazu gesagt: Ohne jedwede Vergünstigungen ( BahnCard etc. ).

Na, denn: Nur fliegen im Nikolaus-Clipper ist teurer, aber nicht schöner, denn in den Fleischtransport-Container gibt es oft auch nichts zu lachen. So ist bei längeren Flügen innerhalb Europas in vielen Flugzeugen die mittlere Toilette zugunsten von drei weiteren Sitzen weg gefallen, womit der Passagier entweder warten muss, bis er darf oder sich die genervten Blicke der Erste Klasse - Arschkrampen anzutun hat, wenn er die Fronttoilette aufsuchen will. Immerhin hat die Bahn damit keine Probleme und mobil machen kann sie ja auch; was - quod erat demonstrandum - die Nikolausgeschenkaktion eindrucksvoll aufzeigt.

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