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Donnerstag, 10. April 2014

Barbara - Der Versuch, ein Bruchstück DDR - Historie aufzuarbeiten?


Wenn in einigen Monaten der inzwischen - wohl - weltbekannten Leipziger Montagsdemonstrationen vor einen Vierteljahrhundert gedacht werden wird, jener Ereignisse also, die den Anfang von Ende der Deutsche Demokratische Republik ausmachen, dann werden die Medien sich wieder in einem erheblichen Maße befleissigen, dem Gesamtdeutschen, insbesondere aber jenen nach 1991 geborenen Bundesbürgern, näher dartun zu wollen, welchen gravierenden Unterschiede es nun im Lebensstil der DDR - Bewohner zu denen der BRDler gegeben haben soll.
Es sind wohl nicht jene plakativen Divergenzen, derentwegen sich bereits zu Zeiten der Existenz beider deutscher Staaten ein Unzahl von Fachleuten und solchen, die vorgaben, welche zu sein, riesige Mengen von Papier, Tonnen an Celluloid und Massen an sonstigen Datenträgern verbraten haben.,um den jeweils anderen Teil der Nation zu zeigen, dass dieser der schlechtere und auch der bessere sein soll.

Inzwischen wissen wir, dass nicht alles, was das Experiment einer anderen Staatsform, was nach und neben der faschistischen Diktatur sich entwickelte, so schlecht war, wie es häufig dargestellt wird.

Ein Versuch, ein Segment der DDR - Historie anhand einer, der Realität  angelehnten, biografischen Abhandlung, der Nachwelt erklären zu wollen, könnte in dem deutschen Spielfilm " Barbara " des Regisseurs und Drehbuchautors Christian Petzold zu sehen sein. Die Handlung lässt sich - kurz gehalten - so skiziieren:

Barbara ist eine junge Ärztin, die in der ( Ost ) - Berliner Charité arbeitet. Eine privilegierte DDR - Bürgerin also, die ihr Leben jenseits des alltäglichen Schlangestehens, um " was zu erwischen ", den Ödnissen der so genannten " Fliesengeschäfte ", der " Plattenbau - Siedlungen " und " Kombinate " sowie der allgegenwärtigen Schattenwirtschaft des " Sozialistischen Gangs " in geordneten Bahnen laufen lassen könnte. Tut sie aber nicht.
Stattdessen verliebt sie sich in einen Westdeutschen.Jörg, mit dem sie Fluchtpläne schmiedet. Als sie dann einen Ausreiseantrag in die BRD stellt, schlägt die Staatsmacht zu. Strafversetzung an die Ostsee, Schikanen, Bespitzelung durch die Staatssicherheit. Inmitten der staatlichen Willkür, die durch den auf sie angesetzten Offizier der Stasi Schütz angeordnet werden, kommt sie dem Leiter der dortigen Kinderchirurgie Reiser nicht nur beruflich näher.
Es entwickelt sich eine eigene Beziehung zwischen den beiden Ärzten, die von wechselseitigem Respekt ob der beruflichen Fähigkeiten und einer gewollten Distanz getragen wird, denn auch Reiser wurde zwangsversetzt.
In dieses Beziehungsgeflecht dringt dann die minderjährige Ausreißerin Stella ein, die aus dem " Kinder - und Jugendwerkhof " Torgau geflohen ist und ein Kind erwartet, jedoch wegen eines Zeckenbisses an einer Meningitis leidet.
Zwischendurch wird Reiser von Schütz unter Druck gesetzt. Er soll als Informant Berichte über seine Kollegin Barbara liefern.
Als Stella nach ihrer Genesung wieder nach Torgau zurück gebracht wird, erhält Barbara von ihrem Geliebten bei einem Treff in einem Rostocker Hotel Westmark um die Flucht über die Ostsee vorzubereiten. Nach einer Vielzahl von weiteren Ereignissen lässt Barbara die minderjährige Stella in einem von einem Jet - Ski gezogenen Schlauchboot über die Ostsee nach Dänemark fliehen und kehrt wieder in das Krankenhaus zu Reiser zurück.

Wenn Westdeutsche, die nie in der DDR gelebt haben, das Leben, den Alltag und die dortigen Bedingungen der einstigen Bürger zu beschreiben versuchen und - noch schwieriger -, diese filmisch darzustellen, kann dieses gewaltig in die Büxe gehen. Der Film von Petzold indes versucht erst gar nicht, graue Alltagswirklichkeit en miniature umzusetzen. So steht denn fest, dass viele Handlungsstränge des Petzold´schen Beitrags zur DDR - Wirklichkeit im Ostseesand versickern.

Während ich den Bayern beim spielerischen Ball - und Lauftraining gegen die Engländern von Manchester United zusah, ließ meine bessere Hälfte den Petzold - Film über sich ergehen. Nach einer morgendlichen Kurzdiskussion stand denn fest, dass die schauspielerischen Qualitäten einer Nina Hoss, eines Ronald Zehrfeld oder Rainer Bock tadellos waren. Sie reflektierten jene situative Gefühlslagen durchaus nachvollziehbar, wenn etwa die Hauptakteurin des Films, die Ärztin Barbara Wolff durch den Stasi - Offizier Schütz mittels diverser Schikanen gedemütigt und erniedrigt wird.

Andererseits muss sich der Zuschauer vielen Fragen stellen, wieso die Ärztin nicht gleich die Flucht vorbereitet und durchgeführt hat?. Wieso ein Westdeutscher problemlos in der DDR herum reisen konnte, dort eine bereits von der Stasi überwachte DDR - Bürgerin treffen durfte, dieser auch noch einen erheblichen DM - Betrag übergeben konnte, um die geplante Flucht durchzuführen? Woher die Ärztin Kenntnisse von dem Kinder - und Jugend - KZ Torgau hatte?

Der Film soll im Sommer 1980 spielen. In dem Nachbarland, der Sozialistischen Volksrepublik Polen rumort es gewaltig. Walensa und Konsorten mischen die Staatsmacht mit ihrer unabhängigen Gewerkschaft " Solindarnoscz ( Solidarnośćz[ ) auf. Die Führung der UdSSR ist mehr als nur beunruhigt, die der DDR ruft eine Krisensitzung nach der anderen ein. Da ist doch klar, dass eine intelligente, akademisch hoch ausgebildete Frau, keinen Ausreiseantrag stellt, weil die Repressalien auf dem Fuße folgen. Auch sonst sind die Gründe - bis auf den des westdeutschen Geliebten -, warum Barbara nun die DDR verlassen möchte, in der sie überdurchschnittlich gut lebt, eher nebulös.

Die filmisch aufgetragene Behauptung der Protagonistin, sie möchte nicht weiter in einem Staat leben, der seine Bürger unterdrückt, ist denn nur bedingt verwertbar und als Erklärung für den Ausreiseantrag plausibel. Fakt dürfte - wie in vielen Fällen auch - wohl eher sein, dass die Hoffnung, ein materiell höher gestelltes Leben mit Auto, Urlaub in Spanien, den USA oder sonstwo sowie anderen Konsumartikeln, da eher eine gewichtige Rolle spielten, denn die eigene politisch abweichende Überzeugung. Die große Liebe kann es wiederum auch nicht gewesen sein, denn von der wurden weder Ärzte in der DDR, noch ihre Berufskollegen im Westen satt: letztere schon allein deshalb nicht, weil einige Jahre später die Einkommensmöglichkeiten durch die Budgetierung, Krankenkassenreformen und ständig steigende Praxiskosten überschaubarer wurden. Zudem durften DDR - Abschlüsse auch in der Medizin nicht anerkannt werden. Basta!

Barbara, ein Film, der interessant ist, aber mehr Fragen aufwirft, als Antworten zu den Lebensbedingungen in der DDR im Jahr 1980 gibt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_(2012)

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