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Mittwoch, 23. April 2014

" Betriebsstörung ", Zugverspätung und dann?



Eigentlich sollten die Tage vor den Feiertagen für den sie begehenden Durchschnittsmichel schon Stress genug bringen. Die Kauf - und Konsumtempel sind ständig mehr als gut besucht, weil eben der familiär denkende und handelnde Bundesrepublikaner eben einen Solchen erwartet. Also: Vorbereiten, Einkaufen, Adrenalinausstoß steigern!

Ist der letzte Arbeitstag vor den so genannten Hohen Feiertagen ( Ostern, Pfingsten, Weihnachten ) abgeschrubbt, freut sich der heimkehrende Pendler auf die zusätzlichen, ihm vom christlichen Glauben aus, aufoktroyierte Freizeit.

Da kommt es mehr als ungelegen, wenn auf der Heimfahrt plötzlich nichts mehr geht. Auf den Autobahnen, dieses, unseres Landes, nennt sich jenes Phänomen Stau. Bei der Deutsche Bahn Zugverspätung.
Das Dauerärgernis jenes Bahnkunden aber ist nicht der verspätete oder ausgefallene Zug, sondern die mangelhafte Informationspolitik der Bahn.

Die dann in eine Desinformationsstrategie mündet, wenn der Zug unverhofft verspätete eintrifft. Hierfür gibt es - laut Bahn interner Statistik - folgende Gründe:


Gründe aus dem unmittelbaren Bahnbetrieb:
17 % Verspätungen eines vorausfahrenden Zuges
12 % Bauarbeiten
11 % Technische Störungen an der Strecke
9 % Warten aus Fahrgäste aus einem anderen Zug
6 % Verzögerungen im Betriebsablauf
6 % Gleiswechsel
6 % Signalstörungen
5 % Verspätung im Ausland
3 % Verspätung Bereitstellung
2 % Verspätung aus vorheriger Fahrt

7 % Sonstiges: Oberleitungsstörung, außerplanmäßige Geschwindigkeitsbeschränkung, Warten auf verspätete Zugteile, Warten auf freie Einfahrt, Streckensperrung , Verzögerung beim Ein- /Ausstieg, Warten auf einen entgegenkommenden Zug..

Dann werden auch noch Gründe aufgelistet, die außerhalb der Betreibsstrukturen der Deutsche Bahn liegen:

2 % Notarzteinsatz am Gleis, Personen im Gleis, Störungen an Bahnübergängen
1 % Vandalismus, Polizeiermittlungen, witterungsbedingte Störung, ärztliche Fahrgast-Versorgung
1 % Umgestürzter Baum im Gleis, Tiere/ausgebrochene Tiere/Gegenstände im Gleis, Feuerwehreinsatz auf Bahngelände, Unfall an Bahnübergängen, Betätigen der Notbremse.

Die Häufigkeiten dieser " Betriebsstörungen " hat die Bahn ebenfalls statistisch erfasst und nach durchschnittlichen Verspätungsminuten gelistet:

29 Ausgebrochene Tiere im Gleis
28Umgestürzter Baum im Gleis
27 Notarzteinsatz am Gleis
21 Wildtiere im Gleis
21 Beeinträchtigung durch Vandalismus 
20 Feuerwehreinsatz auf Bahngelände
20 Streckensperrung
19 Warten auf verspätete Zugteile
19 Unfall an einem Bahnübergang
17 Oberleitungsstörungen

Unter dem " Notarzteinsatz am Gleis " werden jene Fälle subsumiert, die auch als " Schienensuizid " bekannt sind.
Was es damit auf sich hat, kann u.a. hier nach gelesen werden:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schienensuizid

In der Online - Ausgaben der Presse sind Artikel eingestellt, die von 3 Selbsttötungen pro Tag oder 1.000 Suizidenten je Jahr ausgehen. Für die unmittelbar betroffenen eines solchen Suizids, den Lokführer oder das weitere Bahnpersonal, hat eine solche " Betriebsstörung " dramatische Folgen. Oft werden, vor allem die Zugführer, durch post -traumatische Belastungen für immer dienstunfähig.
Die Deutsche Bahn und andere Streckenbetreiber agieren äußerst zurück halten bei der Informationshergabe zu den Fällen von  " Schienensuizid ", weil sie den berüchtigten " Werther " - Effekt befürchten.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/suizid-auf-den-gleisen-es-passiert-drei-mal-am-tag-1.133473

Nur bei den so genannten Prominenten wird ausführlich berichtet. Dieses war in dem Fall des einstigen Nationaltorwarts Robert Enke so oder auch bei dem Unternehmer Merckle.
Enke und Merckle, zwie Exponenten einer grausamen Variante, mit dem eigenen Leben Schluss zu machen?
Wie es den jeweiligen Lok - oder Zugführer geht, danach haben die wenigsten Journalisten gefragt.
Für sie wurde keine voluminöse Abschiedsfeier veranstaltet. Eine, die den Abschied aus dem zuvor geführten Berufs - und Privatleben hätte bedauern können. Das mediale inszenierte Mitleid hält sich dort in sehr, sehr engen Grenzen. Eine lebenslange psychichische Erkrankung ist eben nicht spektakulär genug.

In der Münchner " tz " ist ein sehr gut geschriebener Artikel hierzu nachlesbar:

 http://www.tz.de/muenchen/stadt/leiden-lokfuehrer-528644.html

Von ähnlicher, sehr guter Qualität ist dieser Artikel in der " shz ":

http://www.shz.de/schleswig-holstein/panorama/was-bleibt-ist-dieser-letzte-blick-id568096.html

Hier wird beispielhaft über Schicksale der Zugführer berichtet, die innerhalb von Sekunden zu Beteiligten an dem geplanten Suizid eines Menschen werden, obwohl sie dieses gar nicht wollen; eine Art " doloses Werkzeug ", wie es die Juristen nennen.

Donnerstag, 17. April 2014 gegen 16.30 Uhr: Hauptbahnhof Chemnitz. Der Osterreiseverkehr hat bereits eingesetzt. Auch Gründonnerstag packen viele Sachsen und jene. die Sachsen besuchen möchten, ihre Taschen. Auf geht´s in den kurzen Oster - Urlaub - mit der Bahn.
Der Regionalzug 17227, der ab 16.30 Uhr vom Chemnitzer Hauptbahnhof die Strecke RB 30 von Zwickau nach Dresden bedient, fährt pünktlich in den Chemnitzer Bahnhof ein.
Die weitere Fahrt führt über Chemnitz - Hilbersdorf, Niederwiesa, Flöha, Falkenau ( Süd ), Oederan, Frankenstein, Kleinschirna, Freiberg, Muldenhütten, Niederborbritzsch, Klingenberg - Colmnitz, Edle Krone, Tharandt, Freital - Hainsberg ( West ), Freital - Hainsberg, Freital - Deuben, Freital - Potschappel, Dresden - Plauen nach Dresden - Hauptbahnhof.
Nach 1 Stunde und 20 Minuten wäre die Fahrt beendet.


Chemnitz Hbf

Chemnitz-Hilbersdorf
04
Niederwiesa
09
Flöha
13
Falkenau (Sachs) Süd
16
Oederan
22
Frankenstein (Sachs)
28
Kleinschirma
32
Freiberg (Sachs)
36
Muldenhütten
41
Niederbobritzsch
46
Klingenberg-Colmnitz
50
Edle Krone
57
Tharandt
62
Freital-Hainsberg West
65
Hainsberg
67
Deuben
69
Potschappel
72
Dresden-Plauen
76
Dresden Hbf
80


Wenige hundert Meter vor dem Bahnhof in Freiberg tutet der Zug - Nr. 17227 mehrere Male, ehe es plötzlich fürchterlich ruckelt. Der Lokführer hat eine Vollbremsung eingeleitet. Dann ein lautes Knacken, ein berstendes Geräusch unter dem ersten Abteil. Es brechen menschliche Knochen. Viel später kommt der Zug, noch vor dem Freiberger Bahnhof zum Stehen. Es herrscht Unruhe im Abteil. dann spricht der Zugführer über die Lautsprecheranlage. Es dürfe niemand den Zug verlassen. Es handele sich um einen Unfall.
Polizei erscheint mit mehreren Dienstwagen. Ein Notarzt, Rettungssanitäter - das ganze Programm.
Der Kollisionsort wird abgesperrt. Erst nach 1 Stunde können die Reisenden den Zug verlassen.
Nur, wohin?

Auf dem Bahnhof in Freiberg herrscht das Chaos. Keine Durchsage, keine ausreichenden Informationen, keinen Plan von der Bahn. dann heißt es, es wird der übliche Schienenersatzverkehr eingesetzt. Ansonsten bestünde die Möglichkeit nach Chemnitz zurückzufahren und von dort über Riesa nach Dresden zu gelangen. Eine Irrfahrt also.

Später, nach 2 Stunden der Desinformation zu der " Betriebsstörung " fährt ein Einsatzzug ein - nach Dresden, wie sich heraus stellt.

Den Suizidenten hat die Polizei einen Tag später identifizieren können. " Eine egoistische Wiese, sich das Leben zu nehmen. ", formuliert ein junger Mann neben mir auf den Bahnhof in Dresden - Plauen. " Das sehe ich genau so. ", antwortete ich ihm.
Nur der Suizident kann darauf nicht mehr antworten. Kurz vor Ostern soll die Häufigkeit der Selbsttötungen enorm ansteigen; so, wie vor dem Weihnachtsfest.
Warum wohl?




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