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Mittwoch, 7. Mai 2014

Bela Woda hin und zurück - in die tiefste DDR - Vergangenheit?



Wo liegt Weißwasser? Ja, wo denn? Wer diese Frage einem Bewohner aus den Alten Bundesländern stellt, wird auch 25 Jahre nach der Wende, keine befriedigende Antwort erhalten.
Weißwasser, ein Städtchen am Zipfel des Freistaats Sachsen. Eine vergessene Stadt nach der Wiedervereinigung?

http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fwasser/Oberlausitz

Die Bevölkerungszahl schrumpfte von einst 38.000 auf nunmehr 17.000 Einwohner. Die Arbeitsplätze gingen im gleichen Umfang verloren. Also: Was treibt einen Dresdner in die Oberlausitz?

Nun, es galt für mich, eine von meiner besseren Hälfte ergatterten kleinen Katze, ein neues Zuhause zu geben.
So fuhr ich denn am Dienstag, den 6. Mai 2014 über die A 4 in Richtung Görlitz und geriet bereits hinter der Abfahrt Dresden - Flughafen in einen 5 Kilometer langen Verkehrsstau. Keine guten Startbedingungen für einen weiteren Hausbewohner, denn ich kam dann mehr als 1/2 Stunde zu spät in Weißwasser an.


3

A4
E40
Fahren Sie auf A4 / E40 Richtung:
A4 - GÖRLITZ - BERLIN
8 km00h23Fahren Sie vorbei an Radebeul
10 km00h24Fahren Sie vorbei an Hellerau/Wilschdorf
69 km00h59 Nehmen Sie die Ausfahrt in Richtung:
B156
  90
  BAUTZEN-OST
BAUTZEN-OST
BAD MUSKAU
WEISSWASSE
70 km00h59

4
B156
In der Nähe von Burk, Nach rechts abbiegen : B156 Richtung:
B156
BAD MUSKAU
WEISSWASSER
BOTA WODA
73 km01h02 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 50 km/h
73 km01h03 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 30 km/h in 0.2 km
74 km01h04 Mehrere gefährliche Kurven 0.3 km
76 km01h06 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 50 km/h
77 km01h07 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 50 km/h
82 km01h12 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 50 km/h
85 km01h14 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 50 km/h
86 km01h16 Geschwindigkeits-Begrenzung auf 50 km/h in 0.5 km
93 km01h23 In der Nähe von Uhyst, Weiterfahren nach rechts : B156
115 km01h39 Scharfe Rechtskurve
116 Km 01h40                            Ankommen in Weißwasser
118 km01h42 Nach rechts abbiegen : Professor-Wagenfeld-Ring
Nach mehr als 2 Stunden kam ich in der eher tristen Siedlung an. Professor - Wagenfeld - Ring: Das sah so aus, wie eine Einheitshäuserzeile aus den 1960er Jahren. Das hätte auch Bremen - Vahr oder Hannover - Lehrte sein können. Zweckmäßig aneinander geklatschte Mietsbaracken. Furchtbar!

Der alte geist der DDR schien hier wieder hochzusteigen. Aus den grauen Betonfarben der DDR - Baukultur in den 1960er und 1970er Jahren. Weißwasser oder  obersorbisch Běła Woda, Kommt da nicht der Tillich her. Na. egal, den würde ich eh nie wählen.

Mit dem Fahrstuhl und einem Katzen - Transportbehälter fahre ich in den 3. Stock des Gebäudes, das eben so aussieht, wie jenes davor und auch danach. Brrrrh! Mich schüttelt es ein wenig. Die zwangsweise ernannten Katzenhalter machen die Tür auf. Sie sind gesprächig und da auch noch Enkel in der Wohnung spielen, gebe ich ihnen ein wenig Aufmerksamkeit, ehe ich versuche, den auserkoren, neuen Hausbewohner in das Transportbehältnis zu bringen. Ich rede dem niedlichen, kleinen Kerl einige Minuten lang zu. Dann setze ich den längst zur Routine gewordenen Katzen - Mama - Griff an. Er lässt sich die wenigen Sekunden gefallen, bis ich ihn in den Plaste - Korb verbracht habe. Kein Gejammere, keinen Ton. Als wenn er es ahnt, dass er bald ein besseres Zuhause erhält. Ohne eine wesentlich ältere Katze, die sich mit ihm kloppt, weil sie eben mehr Existenzrechte besitzt als der kleine Kerl.

Koater - Vater zückt das Portemonnaie und zahlt 5 Euro extra - für die Enkel. " Was sagt man? ", fordert die unfreiwillige Zwei - Katzen - Oma den Enkelsohn auf. " Danke ! ", piepst der, etwas verlegene, Weißwasseraner. Die kommende Genration wird es nicht viel einfacher haben, als deren Eltern, die noch knapp dem Joch des einst real existierenden Sozialismus entflohen waren.
Ich bedankte mich und gehe mit " Nero ", der von nun an " Diego " heißen wird, zur Tür.
Diego sagt keinen Mucks. Nicht einmal, als ich ihn in den Kofferraum stelle. Nur beim Losfahren mauzt er ein paar Mal. Kurz und eher leise. da habe ich schon ganz andere Katzentransportfahrten in Erinnerung. Der kleine Kater bleibt auch in der Folgezeit völlig lautlos. So, als würde er eine stressige Autofahrt als Reise in die Freiheit genießen. So, wie es einst, vor  25 Jahren die DDR - Bürger in der Prager Botschaft der BRD glaubten, die dann dank des Genschman ihre Ausreise in das andere Deutschland erhielten.



Diego verhielt sich auch noch ruhig, als ich wegen eines dringenden Bedürfnisses kurz vor dem Kraftwerk Boxberg in der  Oberlausitzer Heide und dem Bärwalder Seen anhielt. " Hier sagen sich doch Fuchs und Hase Gute Nacht!", dachte bei mir, als ich auf die gut ausgebaute Bundesstraße 156 wieder einbog.

http://de.wikipedia.org/wiki/Boxberg/O.L.

Nach mehr als 1 Stunde traf ich mit dem neuen Hausbewohnern wieder in Dresden ein.
Diego, der Tapfere konnte nun das Zimmer beziehen, um sich zu verkriechen, so, wie es auch seine Vorgänger machten, ehe meine Hand sie streicheln durfte.

Ein Mal um die ganze Welt? Ein Mal nach  Bela Woda und zurück. Eine Reise in die Überbleibsel der unter gegangenen DDR. Eine Fahrt, die mir klar machte, dass auch 25 Jahre nach dem Fall der Mauer und 23 Jahre nach der formellen Wiedervereinigung nicht überall blühende Landschaften zu sehen sind.













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