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Samstag, 17. Mai 2014

DDR - Nostalgie Teil I: Aus der Kommode in die Tonne?

Bald ist es soweit: Ein Vierteljahrhundert Wende und 23 lange Jahre Wiedervereinigung. Wer hätte das gedacht? Wer wollte das? Wir waren doch auch wir? Ohne den Osten wäre es uns  damals im Westen - laut " SPIEGEL " - Redakteur Markus Feldenkirchen ( http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-74090654.html ) - sogar weiterhin besser gegangen. Wozu also die Wiedervereinigung? Wenn sie einst aber viele nicht wollten, wer wollte sie eigentlich?
Kohl, de Maziere, die Wirtschaftsbosse?

Diese Gedanken kamen mir sofort beim Ausräumen weiterer Hinterlassenschaften der verstorbenen Schwiegereltern.
Aus den Untiefen der Eichen - Kommode förderte ich einige Schätze zu Tage, über deren Herkunft das allwissende Internet doch noch Auskunft geben konnte:

Da wäre die kleinste Zahlungseinheit der DDR, der Pfennig. Genauer gesagt: Es ist eine Ein - Pfennig - Münze. Sie fühlt sich liecht an. Ist sie auch, denn die Legierung bestand aus 
Kupfer, Nickel und Zinke; sogenanntes Neusilber.
Die Münzen gab es es neben dem Ein- Pfennig, als Fünf -, Zehn -, Zwanzig und Fünfzig - Pfennigstück. Die kleinste Mark - Münze wurde als Eine - Mark geprägt. Es folgten: Zwei - Mark -, Fünf - Mark -, Zehn - Mark und Zwanzig - Markmünzen.
Die Banknoten waren:
der Fünfmark -, der Zehnmark -, der Zwanzigmark -, der Fünfzigmark -, der Hundertmark -, der Zweihundertmark - und der Fünfhundertmarkschein.

Am 1. Januar 1968 bis 30. Juni 1990 war die Mark der Deutsche Demokratische Republik offizielles Zahlungsmittel. Dann gab es nur noch die Westmark, die D - Mark des Klassenfeindes, das Zahlungsmittel der vormaligen Wi-Wu - Republik - bis, ja, bis auch sie eingeschmolzen und eingestampft wurde. Der Euro hat es jetzt bereits 12 Jahre, 5 Monate und 15 Tage mit dem vereinigten Deutschland ausgehalten. Würde es nach den Schwachmaten aus der AfD gehen, wäre er alsbald wieder abgeschafft und der Gnom Lucke nebst Konsorten, die laut Prognosen bis zu 10 % Stimmenanteile bei der Stadtratswahl erhalten, könnte sich wieder mit der heiß geliebten, harten Deutsche Mark die Taschen füllen.  






Die DDR war ja bekanntlich die Republik der Orden, Ehrungen und Auszeichnungen. Was sich für die meisten BRDler kaum erschloss, gehörte für die Brüder und Schwestern im Land des real existierenden Sozialismus zum Alltag. Für viele besonderen Leistungen im täglichen Kampf um Planerfüllung, der Abwehr klassenfeindlicher Infiltrationen oder der pflichtgemäßen Wahrnehmung staatsbürgerlicher Pflichten, gab´s Blech ans Revers. Was es allerdings mit jenem aufgefundenen Ansteckabzeichen auf sich haben könnte, erschloss sich mir nicht. " ITourist Moscow " steht hier in winzigen Buchstaben eingeprägt. Neben einem Vogel ähnlichen Emblem, rangt sich die einstige sowjetische Fahne. Seltsam!  


Weil dort " Tourist Moscow " zu lesen ist, reime ich mir einfach etwas zusammen, nachdem ich auch auf einigen Internet - Seiten nicht fündig geworden bin:

http://www.ddr-abzeichen.info/dsf-abzeichen.shtml

Ich vermute, dass ein DDR - Bürger damals beim Besuch der Haupstadt des Großen Bruderlandes so ein Abzeichen geschenkt bekam. Einfach nur so, weil er/sie in Moskau waren. Was dem Touristen in Westdeutschland beim Urlaub in Spanien, Der Türkei oder in Kenia gegen klingende Münze als Souvenir offerierte wurde, allereli Nippes, geschmackloser Schund und unechte Gebrauchsgegenstände, hat der DDRler einst franko frei ans Jackett oder Kostüm gepappt bekommen. Blech, wo Blech hingehört!




Dann fand sich noch ein längst vergilbtes Informationsheftchen über die Vertragswerkstätten der damaligen Fotokameras, nämlich der " Exakta " und von " Pentacon ".
Beides waren sehr gute Marken, die sich allerdings der Normalo - DDRler nicht leisten konnte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pentacon

http://de.wikipedia.org/wiki/Ihagee

Die Objektive dieser Spiegelreflex - und Kleinbildkameras waren in der Regel mit hochwertigen Linsen ausgestattet, so unter anderem von Carl Zeiss Jena oder Meyer Optik.

Ob sich eine dazu gehörige Kamera im Nachlass der Eltern befindet, weiß ich nicht.




Dann fand ich noch einen Bleckbehälter mit Stecknadeln. Es waren allerdings keine gewöhnlichen Nadeln, sondern solche, die einen farbigen Plastekopf vorweisen. " ICH - Nadel " ist hier zu lesen." Stecknadeln Plastekopf " steht dort auch und " VEB Nadelwerk Ichtershausen Thür... " - weiter geht es nicht, weil der Platz wohl dazu fehlte. Ein Blick nach dem Öffnene des Behälters ist so überwältigend, dass ich gleich mehrere Fotos hiervon einstellen wollte. Bunte Köpfe, wohin das Auge reicht. Na, ja, irgendwie wiederholt sich das Motiv - so, wie es im realen Leben damals in der DDR wohl auch der Fall war.



Da stellte sich mir natürlich die Frage, ob der Volkseigene Betrieb " Nadelwerk Ichterhausen ", das heute zum Amt Wachsenburg gehört, noch existiert?
Ja, er lebt noch, er lebt noch, der Betrieb, starb nicht!

Die über 130 Jahre die Wirtschaft von Ichtershausen bestimmende Nadelfabrik, in der im Jahr 1989 (VEB Nadelwerk Ichtershausen) etwa 800 Menschen beschäftigt waren, die 3.000 Nadelsorten herstellten, musste nach der Wende die bis dahin überwiegend auf den Export in den RGW ausgerichtete Produktion stark reduzieren. Heute arbeiten nur noch etwa 35 Mitarbeiter im TNI Chirurgisches Nadelwerk GmbH. "

Zitatende aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Ichtershausen


Und weil ich einmal bei den Gebrauchsgütern zu DDR - Zeiten bin, fand ich noch einen Artikel aus dem VEB Leon. Feindrähte im benachbarten Freiberg. Rot - weiße Schnur, die auf einem Pappstück aufgerollt ist. " 10 Meter " und " EVP -, 70 M " steht dort aufgedruckt zu lesen.
Häh, Schnur im Feindrähte - Werk? Wie passt das zusammen?
Nun, das, was ich als Schnur einordnete, ist in Wahrheit starkes Nähgarn und dieses wurde in dem VEB Leonische Feindrähte Freiberg hergestellt.



Auf der Suche nach dem nach der Wende - selbstverständlich - abgewickelten Volkseigenen Betrieb, konnte ich folgendes in Erfahrung bringen:


1.
Thiele & Steinert Drahtwerk GmbH
Berthelsdorfer Str. 7709599 Freiberg, Tel.: 03731 78800
Web: www.thiele-steinert.de (Drahtfeder Freiberg)
Thiele & Steinert GmbH wurde im Jahr 1693 gegründet und entwickelte sich zu einem bedeutenden Hersteller leonischer Feindrähte und Feindrahterzeugnisse.
Drahtwaren Freiberg


Also wurde aus dem VEB eine GmbH, ganz im Sinne der neuen Wirtschaftsordnung. Und Drähte gibt´s es dort immer noch. Da kann doch nicht alles so schlecht gewesen sein, im Staat von Erich H. und wie sie alle hießen?

Tja, und für die Raucher wurde auch etwas geboten:


Da fand ich doch tatsächlich ein ausrangiertes Benzin - Feuerzeug.


Mit einer Gravur: " Werbung 1893 ". Leider funktioniert es nicht mehr.



Zu Tage trat auch eine Blechschachtel, in der sich einst Zigaretten der Marke " Erntekrone Klasse 2000 " befunden haben müssen.



Die kamen indes aus Lübbecke bei Minden / Westfalen und waren einst kapitalistisch hergestellt worden.



Doch der Inhalt brachte eine andere Zigarettensorte hervor: " Semper ", so nennt sich das Kraut. Nix da mit Westen und Qualm aus einem Glimmstengel des Klassenfeindes.
Die Zichten kamen vom VEB Kombinat Tabak Dresden:

http://www.ostfirmen.de/tag/zigaretten-semper/




Dieser Nostalgie - Konsumartikel kann - sofern noch in Original - Verpackung schon ein wenig Euronen erbringen ( bei ebay 11,70 € für eine 20 - Stück - Schachtel ). Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Tabakwaren eh extrem teuer geworden sind, weil Papa Staat den Lugentorpedos den Garaus machen möchte ( von wegen Genuss = Lugenkrebs "! ).

Un d so beende ich das Posting mit der Erkenntnis, dass zwischen Konsum und Konsum in beiden Staaten kein großer Unterschied bestand, vorausgesetzt, mann/frau hatte Beziehungen und Geld oder auch umgedreht.

Na, denn schönes Pokalendspiel mit " NSU " von " The Cream ":

 

Kommentare:

Octapolis hat gesagt…

Haha, NSU, welch Fettnapf, wenn es um die Hinterlassenschaften unseres sozialistischen Vaterlandes geht... ;o)

Lobster53 hat gesagt…

Immerhin spannender als die 1. Hälfte des Pokalendspiels. Lang lebe der BFC!

Octapolis hat gesagt…

wobei es ja noch spannend wurde... wenn es jemand verdient hatte an diesem abend, war es arjen robben, auch wenn der für dich beim falschen verein spielt. ;o)

und soviel wieder mal zum thema torlinientechnik... mit so einem sensor für drei euro fuffzig, hätte sich das, was die kameras nur von schräg einfingen, eindeutig klären lassen. aber das kostet ja geld. sagen die funktionäre. und die müssen es wissen, die haben ja selber kaum welches...