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Dienstag, 13. Mai 2014

Wenn Beelitzer Spargel nicht gleich Beelitzer Spargel ist.


Unser modernes, durch gestyltes und vom Konsumwahn geprägtes Leben im 3. Jahrtausend n. Chr. bietet auch für so manch leidenden Mitbürger, dessen kognitive Fähigkeiten als sehr überschaubar einzustufen sind, genügend Möglichkeiten, schier unlösbare Aufgaben bewältigen zu müssen, sich dieses Dilemmas auf simple Weise zu entledigen: Er, sie plagiieren.
Das hat Koch - Mehrin von der FDP getan, das hat Carl Theodor von und zu Guttenberg vorgemacht und das brachte auch die Bundesbildungsministerin a.D. Anette Schavan zustande. Das von dem " Otto Normalo " hoch alimentierte Trio Infernale wurde bekanntlich geschasst, die Titel sind futsch, der Ruf und das Leben sind indes nicht völlig ruiniert. Alle drei Strategen aus dem großen Umfeld der Mitbürger mit beschränkter Begabung, sind zwar nach ihrem Ausscheiden aus dem erlauchten Kreis der promovierten Politiker, auf den Boden der harten Realität gefallen. Dieses allerdings in finanziell gut gepolsterter Weise.

Die Frage, die sich einem Normalbürger in jenen Fällen sofort aufzwängt, könnte lauten: " Was treibt einen Menschen überhaupt dazu, sich unehrlich zu geben? "
Beim Plagiieren dürfte der Grund darin liegen, sich fremde Leistungen ( hier:  in Form von Wort und Schrift ) zu eigen zu machen, weil dieses bequemer sein kann und dieses die eigenen Unzulänglichkeiten kaschieren hilft.

http://de.wikipedia.org/wiki/Plagiat

Dann wäre noch das Imitieren. Ein Imitat steht dem Plagiat sehr nahe. Das Nachahmen von Gütern, Leistungen oder Personen soll dazu aber auch oder vornehmlich finanzielle Vorteile erbringen. Eine Nachahmung ist somit auf vielen Feldern des Lebens möglich:

http://de.wikipedia.org/wiki/Imitation

Eine nicht unbedingt widerrechtliche Verfahrensweise stellt schließlich das Surrogat dar. Der Ersatz für ein Gut, ein Lebensmittel beispielsweise, dass anstelle eines anderen tritt, jedoch häufig als minderwertig gilt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensmittelsurrogat

Da stand ich nun vor den Verkaufsauslagen eines vietnamesischen Geschäfts an der Kesselsdorfer Straße und überlegte, ob ich die " frischen " Erdbeeren aus Deutschland für 2,99 € je 500 Gramm oder doch lieber jene für 1,99 €, die 500 Gramm - Verpackung aus Italien kaufen sollte. Was macht da den Unterschied? Die aus den eigenen Landen sahen zwar appetitlicher aus, weil sie eine hell - rote Farbe vorwiesen, die von wenigen blässlichen Flächen unterbrochen wurde. Sie waren garantiert bissfest, wie es so schön im Fachjargon der Lebensmittelindustrie heißt. Frisch, bissfest, von deutschen Feldern geerntet. Warum sollte ich nicht 2 Schalen mit nehmen? Mich störte nur der Preis. Fast 6 Euronen für 1 Kilogramm Erdbeeren?

Teuer!

Zumal etwas mehr als die Hälfte der Früchte auf einen selbst hergestellten Tortenboden wandern sollte, den meine bessere Hälfte am Wochenende backen wollte. " Immer noch zu teuer! ", dachte ich bei mir, während ich noch um die Erdbeerschälchen herum schlich.

Bei meinen Überlegungen und Zweifeln kamen auch die Erinnerungen an jene Wochen der Ferienarbeit, die ich mit einem gleichaltrigen Nachbarjungen auf den Erdbeerfeldern jenseits des elterlichen Hauses verbrachte. Damals erhielten wir für das Pflücken von 2, 5 Kilogramm Früchten, die in einem entsprechenden Holzkorb gelegt werden mussten, sage und schreibe 50 Pfennig. Das entspricht umgerechnet 0,26 Eurocent. Vielleicht erhalten die Erdbeerpflücker in Italien, Spanien oder aus Polen auch nicht mehr.

So entschloss ich mich, zwei Plastschälchen mit den billigeren italienischen Erdbeeren mitzunehmen. Dann schaute ich mir noch die Spargelkisten an. Nö, der war auch zu teuer. 7,99 € je Kilo für Deutschen Spargel. Dann aber hatte der Besitzer des Geschäfts auch noch solchen in Plasttüten für 5,00 € je 2 Kilogramm abgepackt. Ein prüfender Blick sagte mir, dass dieser zwar schon älter sein musste, denn die Spitzen, die Köpfe des " Königlichen Gemüses " färbten sich leicht violett. Aber warum sollte ich noch etra mit dem Auto zum Verkaufsstand in Gompitz fahren? Eine übliche Kosten - Nutzen - Schnellanalyse erbrachte das Ergebnis: Es lohnt sich nicht, zum Winkelmann´schen " Beelitzer - Spargel - Stand " hinzufahren.

So nahm ich denn die Erdbeeren und den Spargel in die Hände und begab mich in das Geschäft. Der vietnamesische Mann hinter dem Tresen fragte mich höflich, ob ich noch einen Wunsch hätte. " Nein, danke, das war´s!", antwortete ich ihm zackig.
Dann musste ich doch nachfragen: " Woher stammt der Spargel? Ist das Beelitzer Spargel? ", wollte ich von dem Mann wissen. " Ja, der kommt aus Belitz. ", gab er mir zur Antwort. " Ich frage deshalb, weil da drüben auch welcher verkauft wird. ", erklärte ich ihm halb entschuldigend, ob meiner ungebührlichen Neugierde.
Er lachte dezent auf, " Haah, nein, nein, das ist kein Beelitzer Spargel! Der kommt aus Polen. Das sind Betrüger! ", war seine sofortige Antwort.
" Wie jetzt? Betrüger? Warum? ", schaute ich ihn etwas entgeistert an. Da steht aber der Name " Beelitzer Spargel " oder " deutscher Spargel " über dem Verkaufsstand.

" Nein, das ist Betrug! Der Spargel kommt aus Polen! Das ist kein Beelitzer Spargel! Schauen Sie, hier auf der Kiste, da steht Beelitzer Spargel drauf! " Wumm - das hatte gesessen. Kein Beelitzer Spargel drin, obwohl über dem Verkaufsstand Beelitzer Spargel steht?
Nun konnten wir uns auch erklären, weshalb der Spargel beim vorherigen Mal völlig anders schmeckte, die Spargelstangen eher dünn waren und zudem auch noch relativ viel abgeschält werden musste.

Meine bessere Hälfte schaute ins Netz. Klar doch, da schrieben andere Kunden bereits über die angeblichen " Spargel - Piraten ". Häh, wie jetzt? " Spargel - Piraten? " Was hat Piraterie oder Produktpiraterie eigentlich damit zu tun? Wenn polnischer Spargel in Polen geerntet in Dresden als Beelitzer Spargel verkauft wird, dann ist das kein Betrug und kein Verstoß gegen Markenrecht. Aber, " Piraterie " beim Spargel? Es ist nur ein einfacher Verstoß gegen das Lebensmittelrecht, weil eine bestimmte Qualität suggeriert werden soll, für die der Spargel aus Beelitz zweifelsohne bekannt ist.
Immerhin schmeckt auch der falsch deklarierte Spargel nach Spargel und nicht nach Chemie, so, wie in den USA der Gen - Mais!

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/streit-um-markennamen--beelitzer----gemuese-kam-aus-polen-erster-spargel-prozess--haendler-muss-tausend-mark-strafe-zahlen,10810590,9798510.html


Und deshalb gilt:

Wo der Name auf einer wissenschaftlichen Arbeit steht, muss nicht immer eine eigene Leistung dahinter sein.
Das ist für die Guttenbergs, Koch - Mehrins und Schavans bislang straffrei ausgegangen.

Wo Doktor geführt wird, muss nicht immer Doktor drin sein. Das ist bislang nie ohne Sanktion hingenommen worden.

Wo Beelitz dran steht, muss auch Beelitz drin sein, sonst schmeckt´s nicht!





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