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Donnerstag, 10. Juli 2014

Akademisches Proletariat



Die Gefahr, dass durch die WM - Euphorie in diesen Tagen, so manchem Michel das Bier vernebelte Hirn noch weiter zugekleistert werden könnte, ist groß. Bei jener "..schland " - Hype bleibt eben auch sonst kein Auge trocken. Vielen geht der Sinn für die Realitäten in diesem, unserem Leben, in diesem, unserem Lande, zuweilen völlig abhanden, wenn er sich grölend und in voller "..schland " - Montur in die Massen beim Public Viewing wirft.

Aber, alles hat auch mal ein Ende. Und die Wurst hat von einem solchen sogar zwei. Und so stellt sich denn die Frage, was tun, mit den weiteren zwei Fußball freien Tagen?
Nach dem müden Gebolze zwischen Holland und Argentinien, das erst nach Mitternacht ein glückliches Ende und einen Sieger fand, war der Donnerstag eigentlich schon verplant. Auf geht es zum " Kaufland " in die Filiale in Dresden - Naußlitz, dorthin, wo in den frühen Morgenstunden der Rentner - Express durch die Gänge rollt.

Gesagt, getan! Gegen 10. 30 Uhr begann der Wochen - Einkauf und endete für uns eine gute halbe Stunde später vor der Kasse Nummer 5. Brav legten wir - wie zuvor die weiteren Kunden auch - unsere Waren auf das Band und warteten - ebenso brav und geduldig - auf das Ende des Einkaufs, dass in der Regel mit dem Herreichen der EC - Karte verbunden ist.
Öder Trott in einem ebenso öden Umfeld.

Doch dieses Mal war die Einkaufszeremonie etwas abgeändert. Nicht dadurch, dass irgendeine Verpackung undicht war und es aus dem Behältnis leckte, auch nicht dadurch, dass eine heraus gesuchte Ware sogar eine leicht grünliche Verfärbung aufwies, nein, die Kassiererin war der Grund allen Übels.
Es war zwar keine Aushilfe, die als Studentin ihr BaföG versuchte aufzubessern, dabei den Frust des monotonen Ablaufs zwischen Einscannen der Ware und dem Bezahlvorgang durch schnippische Bemerkungen abzubauen gedachte. Dieses Mal trafen wir eine ausgebildete Akademikerin vor.

Vielleicht erkannte diese an der Art unseres Auftretens, dass wir nicht zu der grauen Masse der Rentner - Rollatoren - Anwärter zählen, sondern wohl irgend so ein Zwischending von aufstrebendem Endvierziger und auf den nächsten Rentenbescheid wartenden Vorruheständler sein könnten. Jedenfalls ließ die nicht mehr ganz taufrische, aber dennoch junge Dame, ihr Leid bei uns ab.
Es begann eher mit einer Oberlehrer haften Bemerkung, dass der Einkaufswagen, den ich mit dem Haltegriff zum Band zeigend, in die Abstellnische geschoben hatte, denn doch eigentlich anders herum gehöre, weil es sich da angeblich leichter einpacken ließe. Nun, ja, bei einer Größe von 1,86 m lässt sich trefflich darüber streiten, ob es bequemer ist, die Waren von dem Band 10 cm höher zu hieven oder nicht. Zumindest entwickelte sich daraus ein kurze Diskussion, innerhalb derer, die Mitarbeiterin durchblicken ließ, dass sie auch über einen akademischen Abschluss verfüge. Sie sei als Magister in den Bereichen Kunstgeschichte ausgebildet worden und habe dann fest gestellt, dass die wenigen Stellen dafür bereits unter der Hand vergeben wurden.

Tja, Pech gehabt, urteilte meine bessere Hälfte und fügte hinzu, dass ein gründliches Informieren vor dem Beginn des Studiums vielleicht sinnvoll gewesen wäre. Irgendwie erweckte die nicht mehr ganz so junge und völlig frustrierte Dame an der Kasse ein wenig Mitleid bei mir.
Ich erinnerte mich auf der Rückfahrt an einen ähnlichen Fall, in dem der Absolvent eines Magister - Studiengangs in den Bereichen Politologie und Geschichte in Hannover, in der Provinz einen Job in einem Altenheim fand, wo er für allerlei kalfaktorische Aufgaben eingesetzt war.

Der arme " Willi " hatte sich 7 Semester geplagt, dann keine Stelle bekommen und schließlich eine befristete Tätigkeit in einem Projekt erhalten, dass dann auslief, bevor er die Alten und Grauen mit betreuen durfte. Das Gehalt war eigentlich eine Farce. Aber immerhin besser als Kassieren, Taxi fahren oder Post austragen.

So kann es auch heute noch jenen Studierten gehen, die kein entsprechendes Elternhaus vorweisen können, dass eine Stelle durch Beziehungen ergaunert, obwohl der Sohnemann oder die Tochter eine Niete ist. Bereits vor 40 Jahren las ich in einer " SPIEGEL " - Ausgabe, dass sich eine erhebliche Zahl von Hochschulabsolventen mit Aushilfstätigkeiten über Wasser halten muss. Da gab es promovierte Chemiker, Biologen oder Philologen, die in Kiel, Hamburg oder Frankfurt Taxi fuhren.

Kann sich ein so reiches und hoch technisiertes Land eine akademisches Proletariat leisten? Nein!
Statt hämisch, wie es in einer Sendung des Propagandasenders " Deutschlandfunk " ( den eh kaum jemand hört ), über das akademische Sub - Proletariat in Berlin zu berichten, wäre es sinnvoller die Ursachen für eine solche Fehlentwicklung zu benennen.

Während ich in der künftigen Schlafzimmer mühsam die Fliesen einschlämmen konnte, erinnerte ich mich noch an jene blöden Sprüche aus meiner Studienzeit. " Nicht jeder, der studieren möchte, darf auch studieren. " oder " Ein Studium ist noch keine Garantie für einen bessere bezahlten Job ",.
Und so stellte ich mir selbst die Frage, was in den mehr als 35 Jahren, seit meinem Studienbeginn sich eigentlich geändert hat?
Okay, " Kaufland " gab es damals noch nicht.

Na, denn: Gut´s Nächtle mit " Lynyrd Skynyrd ", dem Leader "Ronnie " van Zant und " Tuesday´s Gone " - Live aus dem Jahr 1976 im " Winterland " von San Francisco:


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