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Mittwoch, 23. Juli 2014

Sylter - Sandzüge


Die Sommerferien sind bei uns nun seit mehr als 6 Wochen im vollem Gange. Die Reisewelle rollt und rollt und rollt. Überall werden Urlauber, Touristen und Reisende von A nach B, von B nach C und von C nach gekarrt. Volle Autobahnen mit Kilometer langen Staus sind in diesen Tagen, Wochen und Monaten bis Ende September die Regel.
Da hilft kein Zetern, kein Fluchen, sondern nur Duldsamkeit, wenn proppe volle Züge, überlastete Reiserouten oder lange Schlangen in den Abfertigungshallen der Flughäfen den Urlaubswütigen bevorstehen.

Die Menschenmassen treibt es im Sommer vornehmlich an das Meer. Das Wasser hat - neben der Sonne und dem Strand - eben doch eine große Anziehungskraft. Für die Bundesrepublik reduziert sich der Zugang zum offenen Meer auf die Bundesländer Niedersachsen, Schleswig - Holstein und Mecklenburg - Vorpommern. Weshalb es eben Hunderttausende während des Sommers dorthin zieht.
Und weil diese Länder auch noch mit  dem Meer vorgelagerten Inseln die Touristenmassen ködern können, sind diese besonders beliebt.

Zu den angeblichen Perlen der norddeutschen Inseln zählt zweifelsohne Sylt. Jenes nordfriesische Eiland, dass sowohl mit dem Schiff als auch über den Hindenburg - Damm mittels Eisenbahn zu erreichen ist.
Sylt, die Insel der Reichen und Schönen führt ein besonderes Flair. Hier wird geprotzt, geprahlt und aufgeschnitten.
Ob nun durch das Vorzeigen eines geleasten, gemieteten oder fremd finanzierten PKW, das Zeigen besonders edler Kleidung oder das Bewohnen eines - zumeist versteckten - Hauses als Zweitwohnsitz.

Die Insel indes lebt aber nicht von der Schicki - Micki - Bagage, sondern von den zig Tausend Besuchern, die dort täglich wie die Fliegen auf dem Haufen einfallen und meistens dort ihren Urlaub verbringen. Um jene Massen anzuschleppen, bedarf es eben der Eisenbahn, die als Nord - Ostsee -Bahn ( NOB ) diese Aufgabe zu lösen versucht. Oft mit Erfolg, häufiger jedoch nur durch Improvisation und unter Hinnahme von Verspätungen.

Eine besondere Herausforderung stellen neben den Touristenmassen, die Vielzahl der Pendler dar, die wegen inzwischen unerschwinglicher Mieten, die Insel längst verlassen haben und auf dem Festland wohnen. Sie müssen in den völlig überfüllten, morgendlichen Zügen, zur Maloche gebracht werden. Dort kommen sie gestresst und genervt an, dürfen jedoch - weil zumeist im Gastronomiebereich arbeitend - keinen Flunsch ziehen, sondern haben von Null auf Hundert sofort das Zahnpastalächeln aufzulegen.

Auch die Rückkehr zum eigenen Wohnsitz gestaltet sich nicht gerade einfach. Die Fleischcontainer der NOB werden genauso voll von der Insel fahren, wie sie zuvor in den frühen Morgenstunden angekommen sind. Eine Zumutung für jeden Pendler. Doch es gibt hierzu keine Alternative.

Nun hat sich die NOB für die Fahrten von Hamburg nach Sylt seit einiger Zeit einen besonderen Service ausgedacht. Es werden während der Hauptreisezeiten zusätzliche Wagons angekoppelt. Aber nicht für die vielen Pendler, sondern nur für die Urlauber und Besucher auf der Insel. In den Wagons wurde eigens weißer Sand eingelegt, um das grandiose Urlaubsgefühl bereits bei der Abfahrt herüber wachsen zu lassen.
Originalsand aus Sylt nach Sylt in der Bahn! Was für eine Dünnschiß, angesichts der beklemmenden Zustände in den Fleischcontainer der NOB während der Pendlerzeiten!


    http://www.sylt-tv.com/nob-strand-in-den-zug-26903.html

Was die davon halten, liest sich unter anderem so:

Sehr interessant!Statt Spielereien wäre es doch mal ganz toll,wenn die NOB zur Abwechslung mal pünktlich fährt und ausreichend Wagen bereitstellt,damit Pendler nach einem harten Arbeitstag wenigstens mal einen Sitzplatz bekommen?Wenn an den Haltestellen Keitum und Morsum die Bahnfahrenden darüber informiert werden,daß ein Zug (mal wieder) ausfällt oder sich verspätet.Ständig steht man im Regen und Sturm und ist dauererkältet. Aber jetzt gibts ja Strand im Abteil... für die Touris natürlich!

Sagt mal?? gehts noch?? Wir Pendler die jeden Tag auf die Insel fahren,dürfen uns in überfüllte Züge quetschen und für die Touris gibs Urlaubsfeeligswagen?? Es geht ja schon nicht an,das wir im Sommer aus dem Zug geschmissen werden,wei lwir ja nur nach Niebüll sollen! Vielleicht solltet ihr die Kohle lieber in längere Züge als in die Deko stecken!

Neben exorbitanter Mieten, Hungerlöhnen und Slaventreiberarbeitsplätzen klingt es - nachvollziehbar - für jeden Berufstätigen und Pendler wie glatter Hohn.
Hauptsache die Knete stimmt, der Urlauber wird mit Speichelleckermethoden gelockt und es wird ihm eine heile Welt vorgegaukelt - auf Kosten der Arbeitnehmer.

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