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Mittwoch, 6. August 2014

Trapper John B., der kanadische Biberzahn und die große Kunst des Improvisierens in der Wildnis.


Wenn der Mensch langsam, aber dafür sicher, älter wird, sein Gesundheitszustand nicht mehr dem, eines Sportlers mit Anfang 20 entspricht und so manche Narbe, manches Furunkel und eine schrumpfende Haut, die damit Falten werfen kann, ihm zu schaffen macht, sollte er ( sie aber auch ) viele Jahre jenseits der 50 sein.
Sollte, aber in der Realität sieht es heutzutage viel dramatischer aus. Denn: Kinder mit Fettleibigkeit, Atemnot und Diabetes zählen ebenso zur Normalität einer schrumpfenden Gesellschaft, die immerhin noch immer älter wird, wie dickbäuchige Männer im Twenalter, verunstaltete Frauen mit Schlauchbootlippen, Silikon - Super - Mörder - Brüsten sowie runzeliger Haut und ein - durch extensive Höhensonnenbräunung - verunstalteter Teint.

Wer diesem narzisstischen, durch Verblödungswerbung entfachten, Schönheitswahn nicht frönen möchte, lehnt sich in seinem Fernsehsessel entspannt zurück, um dort die Jahre nach dem Renteneintritt zu genießen, ohne den Müll in Form des sinnlosen Konsums umsetzen zu müssen, der dem Glotzer jeden Tag bis zu 20 Stunden um die Ohren geschlagen wird. Aber, auch wenn der Konsumverweigerer, im Gegensatz zum Konsum - Terroristen, das Geld nicht zum Fenster heraus wirft, gibt es keinen Weg bei der Befriedigung der Grundbedürfnisse, wie Essen, Trinken und Ruhen, der nicht an irgendeinem Supermarkt vorbei läuft.
Es sei denn, ja, es sei denn, die Frau, der Mann lebt in der Einöde, in der Wildnis, in der Einsamkeit. Als Eremit, im Gleichklang mit der Natur, so, wie es jener Trapper aus Kanada zelebriert, über den ein Dokumentarfilm vor vielen Jahren gedreht wurde.

Ich nenne diesen Einsiedler, der in den unendlichen Weiten Kanadas sein Leben bestreitet, einfach mal John B. Dieser Mann lebt irgendwo zwischen dem Großen Bärensee, dem Yellow Knife und dem Großen Sklavensee, in der tiefsten Wildnis Kanadas. Jenseits der Zivilisation, mit ihren angeblichen Wohltaten, wie Strom, fließendem Warm - oder zumindest Kaltwasser und einer automatischen Heizung. Es befindet sich kein Supermarkt in der Nähe. McDoof ist mehrere Hundert Meilen entfernt. Auch Fernsehen hat John B. nicht. Ebenso keine Frau. Frauen sind nämlich in der heutigen Zeit oft sehr teuer, denn sie stellen hohe Ansprüche. Und auch die übrigen Beigaben eines zivilen Normallebens können nur mit klingender Münze genossen werden.

Trapper John B. jagt, um dennoch nicht nur von der Wildnis, der Natur, abhängig zu sein, Biber. Die gibt es in Kanada millionenfach. Kanada hat die höchste Biber - Population. Der Kanadische Biber ( Castor canadensis ) hat ein weiches Fell. Dieses Fell lässt sich durchaus zu Bekleidungsstücken oder Stiefeleinlagen verarbeiten. Allerdings sind die besten Zeiten für Biberfelle längst vorbei. Die Modeindustrie verarbeitet heute andere Stoffe. Das weiß auch Trapper John B., wenn er mit seinen Dutzenden an abgezogenen Biberfellen in die nächst größere Stadt im kanadischen Nordwesten fährt, um dort seine Felle an einen Händler zu verkaufen. Der gibt ihm jedoch nicht mehr viel Geld dafür.
Die Jahre der Biberfellmützen, die mauschelig warm sind und vor den extremen Temperaturen im kanadischen Winter von minus 40 Grad und darunter schützen, gehören längst der Vergangenheit an.

Auch der Beruf  des Trappers,  der nun keiner mehr ist, dürfte deshalb beinahe ausgestorben sein. John B. weiß auch das, als ihn vor vielen Jahren ein Team der ARD in der kanadischen Einöde aufsuchte, um über die Landschaft, die Flora und Fauna und über ihn einen Beitrag zu drehen. John B. ist ein waschechter Kanadier, dazu ein Eremit, ein Trapper eben, der mit der Natur verheiratet zu sein scheint.
Deshalb hat es John B. nie zu Reichtümern gebracht. Er lebt in einer selbst gebauten Blockhütte, jenseits der Zivilgesellschaft mit all ihren schwachsinnigen Moden, den Auswüchsen in Form von Kriminalität und dem Konsum - Terror.
Weil John B. eben nicht wohlhabend ist, kann er sich auch keine regelmäßigen Arztbesuche leisten.
John B. ist dennoch kerngesund, weil er nämlich kein Fast Food - Dreck isst, keine süßen Getränke, wie Coca Cola, 7Up oder Red Bull in sich hinein schüttet und keine Plastik - Pizzen frisst, in denen nur Designer - Food verarbeitet wurde.

Dennoch: Eines Tages bekam John B. höllische Zahnschmerzen. Er betäubt den Schmerz zunächst mit selbst gebranntem Whiskey. Als dieses nichts mehr nütze, fuhr John B. mit seinem Pick Up zum nächsten Zahnarzt. Der zog ihm einen vereiterten Augenzahn und wollte gleich sein Gebiss sanieren. Für viel, viel Geld, versteht sich. John B. hat aber keine sündhaft teure Krankenversicherung, weil er die monatlichen Prämien nicht leisten kann. John B. hat zudem auch kein Konto, weil er nicht einsieht, dass die Verbrecher in den Banken ihn ausplündern.
John B. ist nämlich Trapper, ist Eremit und nach dem Zahnarztbesuch, ohne Eckzahn.
Da John B. aber auch etwas eitel ist, möchte er, dass die sichtbare Zahnlücke wieder verschwindet. Doch die 1.000 Kanadischen Dollar, die der Zahnarzt für einen implantierten Wolfszahn verlangt, will John B. nicht bezahlen, denn er hat sie nicht und einen Kredit bei einer Bank bekommt er nicht, weil er kein Bankkonto hat und auch kein ausreichendes Einkommen, um einen Bankkredit bewilligt zu bekommen.

John B. überlegt und findet die Lösung seines Problems vor Ort. Er weiß seit vielen Jahrzehnten, dass Biber, jene Tiere also, die er jagt, tötet und deren Felle er verkauft, extrem harte und unverwüstliche Zähne besitzen. Er nimmt deshalb den Schädel eines erlegten Bibers und sieht sich dessen Zähne an. Dann extrahiert er - so, wie es der Dentist erledigt - einen Biberzahn, der von der Größe her, dem fehlenden Augenzahn in seinem Gebiss entspricht und beginnt ihn mit einer feinen Feile, Schmirgelpapier und Wasser sukzessive abzuschleifen. Solange, bis John B. ihn für sein Gebiss passend gemacht hat.

Trapper John B. fährt nun mit dem präparierten Zahn zu der Praxis des Zahnarztes und lässt sich dort den Zahn in die Lücke einsetzen. Die Kosten dafür sind minimal, denn der Dentist muss ja nur den vorgefertigten Zahn implantieren. John B. erledigt dieses an einem Tag. Jetzt hat er keine Zahnlücke mehr. John B. ist ein normaler Mensch. Ein Trapper, ein Eremit, ein Außenseiter in unserer wahnsinnigen Welt, in der sich Menschen tagtäglich mit modernen Waffen umbringen, in der Millionäre und Milliardäre einige Tausend Kinder in Afrika, Indien und Bangla Desh oder anderswo den Hungertod sterben lassen und in der Banken, Hedge Fonds und Versicherungen durch bandenmäßigem Betrug Milliarden in die eigenen Taschen transferieren lassen, bleibt er dennoch - und dieses dank seines Improvisierens - so etwas, wie der wahre, der natürliche Menschen. Inmitten der ungezählten Schwachköpfe, die sich selbst zu wichtig nehmen und dabei auch noch von anderen Verblendeten unterstützt werden.

John B., der Trapper mit dem Kanadischen  Biberzahn - Implantat - ein Genie. Auf seine eigene Weise.
" The Roadrunner " - Tucker Zimmerman aus dem Jahr 1969, LP: " 10 Songs ".


Und " The Monkees " mit " D. W. Washborne " ( so könnte Trapper John B. auch heißen ) aus der Edition " Best of... " aus dem Jahr 1968:



Na, denn: Gut´s Nächtle und nicht vergessen: Oft ist weniger mehr als gar nichts.





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