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Donnerstag, 16. Juni 2016

Zum Glück Deutschland oder: Der Versuch ein Stück Normalität zu zeigen.


Wenn Menschen aus anderen Länder der Welt befragt werden, was ihnen zu Deutschland einfällt, bekommen die Fragesteller seit geraumer Zeit überwiegend positive Antworten. Da ist von Freiheit, von einem hohen Lebensstandard und von einer überwiegend liebenswerten Bevölkerung die Rede. Deutschland scheint sich 71 Jahre nach dem Ende des II. Weltkriegs von einem Land, dass von der Welt eher skeptisch betrachtet wurde, zu einem Musterland gemausert zu haben. Doch, ist dieses auch in der Realität des Alltags für hier lebende Ausländer der Fall?

Dieser Frage sind die beiden Journalistinnen Birgit Schulz und Luzia Schmid in ihrem Beitrag " Zum Glück Deutschland " nach gegangen, der am 15. Juni 2016 von dem ARD - Spartensender Eins festival gezeigt wurde.

In der Dokumentation kommen deshalb überwiegend  Immigranten zu Wort und schildern ihre eigenen Erlebnisse mit der deutschen Bevölkerung, der hiesigen Gesellschaft und den staatlichen Institutionen.

In der Inhaltssynopse ist die Rede von einer Umfrage der BBC, die Deutschland zum zweiten Mal zum beliebtesten Einwanderungsland ermittelt. Eine Überraschung für alle Deutschen? Ja, schon, denn in der Bevölkerung selbst, wird dieses nicht so deutlich heraus gestrichen. Der typische Deutsche ist angeblich eher bemüht im Ausland nicht als solcher aufzufallen. Das war nicht immer so. Noch vor einigen Jahrzehnten galt Protzerei, das Pochen auf Vorrechte und Nörgeleien von deutschen Urlaubern im Ausland als erforderlich, um sich selbst aufzuwerten. Das gehört wohl der Vergangenheit an. Dafür soll es den meisten Deutschen eher schwer fallen, ihre Heimat, ihr eigenes Land, Deutschland eben, zu lieben.

So wird das deutsche Liedgut, der deutsche Patriotismus, die Landschaften, wie das Rheingebiet, angeblich von der Mehrzahl als " spießig " angesehen und stattdessen auf ein weltgewandtes Image wert gelegt.
Lediglich die erklärte " Freie fahrt für freie Bürger " wird mit einem gewissen, stolzen Unterton als wahre Errungenschaft in Deutschland heraus gestrichen.

Das sehen die in dem Film befragten ausländischen Menschen ein wenig anders.

Da ist die türkische Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyan Ates, die das deutsche Grundgesetz als das fortschrittlichste der Welt betrachtet. In dem Begleittext zu jenem Film heißt es: 


" Die türkische Menschenrechtlerin Seyran Ates glüht für das deutsche Grundgesetz, das ihr die Freiheit garantiert, ihre politische Meinung klar und ungefährdet auszusprechen. Mit sechs Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Berlin. Zuhause lebt sie traditionell türkisch, doch in der freiheitsbetonten Welt der Schule erlebt Seyran eine neue Welt. Als junge Jurastudentin engagiert sich sie sich in einer Beratungsstelle, die türkischen Frauen einen Weg aus der häuslichen Gewalt weist. Der Mann einer Klientin schießt sie eines Tages nieder. Obwohl sie nur knapp überlebte, kämpft sie heute erst recht für die Freiheiten auch der muslimischen Bevölkerung in Deutschland:... "

- Zitatende - aus: http://www.einsfestival.de/sendungen/sendung.jsp?ID=17710745161


Da ist der israelische Maler Eldar Faber, der sich auf die Darstellungen von Lichteffekten in den deutschen Waldgebieten festgelegt hat und dessen Vater einst im Konzentrationslager einsaß. Er lebt in dem Land, dessen Bevölkerungsteile - wie er meint - sich wegen der belegten, historischen Schuld ständig in Frage stellen und definiert dieses eben als eine große Chance zur Weiterentwicklung. Als er seine Werke in Israel ausstellte, hatte er die feste Überzeugung, dass sie dort niemanden interessieren würden. Doch, weit gefehlt: Er konnte alle Bilder in seinem Heimatland verkaufen.


Da ist der sympathische Mediziner Amin Ballouz, der gebürtige Libanese unterhält in Schwedt und Pinnow eine Arztpraxis und fährt mit einem Trabant zu Hausbesuchen in die schwach besiedelte Uckermark. Zu den ihm dort begegnenden Widersprüchen zwischen der Alltagsrealität in der häufig noch vorhandenen Tristesse aus den Zeiten der längst untergegangenen DDR hat er ein pragmatisches Verhältnis. Er passt sich den Lebensgewohnheiten jenes Landstrichs an:  

Amin Ballouz hat eine Praxis in Schwedt und fährt häufig zu Hausbesuchen über Land. Er ist nicht nur »jut im Pieksen«, wie seine Patienten sagen, sondern hat auch stets ein offenes Ohr für sie. Die Menschen vertrauen ihm, er nimmt Anteil an ihrem Leben. Ein Hausarzt, wie ihn sich jeder wünscht, von denen es aber immer weniger gibt. Und solche wie ihn schon gar nicht: Der gebürtige Libanese floh als Junge aus der bürgerkriegsgeschüttelten Heimat, studierte in der DDR Medizin, kam nach Jahren in London und Paris wieder nach Deutschland zurück und ließ sich in der Uckermark nieder. "


Zitatende - aus: http://www.dr-ballouz.eu/


Da ist die US - amerikanische Internetaktivistin Allegra Serale - Lebel, die in Berlin lebt und jene Überwachungsmethoden ihres Heimatlandes anprangert, deren sie sich einst ausgesetzt fühlte. Frau Serale - Lebel kritisiert die perfide amerikanische Vorgehensweisen eines allmächtigen Überwachungsapparats. der sich dabei der Zuhilfenahme der Internet - und Kommunikationstechnologien rühmt und attestiert Deutschland einen restriktiveren Umgang bei der Nutzung jener Spionagemöglichkeiten; weshalb sie sich hier auch freier und sicherer fühle.

Da sind die Ausführungen des englischen Journalisten Philip Oltermann, der für die Tageszeitung " The Guardian " aus Deutschland berichtet, der sich darin mit der Meinungsfreiheit befasst und diese in seiner Wahlheimat sogar noch vor jenen Rechten und deren Umsetzung in England stellt.

Da sind die beiden jungen Männer Ali Duran und Themis Nustafa Emin, die sich über den bundesdeutschen Lebensstandard und deutsche Automobile in lobenden Worten auslassen.

Da ist der in Syrien geborene Dresdner Tayser Fakouch, der seine Meinung zu deutschen Lebensinhalten, Verhaltensweisen und Einstellungen kund tut.

Einige Sequenzen befassen sich - kommentarlos - mit einem Pegida - Aufmarsch, aber auch mit einer Demonstration für Menschen - und Freiheitsrecht, auf der die Anwältin Seyan Ates spricht.

Es sind aber auch die Flüchtlinge zu sehen, die als Neuankömmlinge in ihren Behördengängen und von den Unterkünften in Friedland aus in ihr zugewiesenes Zuhause begleitet werden.

Ein kurzer Einblick über deutsche Normalität aus der Sicht von Immigranten aus verschiedenen Erdteilen und Ländern?

Ja, auch. Aber insbesondere, ein Filmbeitrag zum Nachdenken und zur Selbstreflexion. Haben wir Deutschen nach 1945 nur Glück gehabt? Oder haben wir dieses Land, so, wie es dort gezeigt wird, nicht verdient, weil wir es eigentlich nicht lieben? Patriotismus in gefilterter, gesitteter und dosierter Form ist gut; Nationalismus muss deshalb schädlich sein.

Wenn heute Abend kurz vor 21.00 Uhr im fernen Stade de France in Paris St. Denis, die deutsche Nationalhymne intoniert wird, dann werde ich nicht mitsingen, nicht mitsummen, wohl aber mich als Deutscher nach 45 fühlen. 



" Tor 11 " und eine Rio Reiser - Coverversion des " König von Deutschland " :


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