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Sonntag, 24. Juli 2016

" San Quentin " . Ein Lied, ein Leiden, ein Leben.



Das US - amerikanische Rechtssystem galt ja vor vielen, vielen Jahren als das fortschrittlichste der Welt. Lang´ist´s her. Inzwischen muss klar und deutlich gesagt werden: In einem so großen Land, wie es die Vereinigten Staaten von Amerika nun einmal sind, gilt in diversen Bundesstaaten immer noch die Todesstrafe, deren Exekution in martialischer Form mittel Giftspritze oder Elektrischen Stuhl vorgenommen wird. Das dieses jenseits westlicher, so hoch gehaltener und gelobhudelter Werte, geschieht, ist absolut beschämend.

Viele andere, nicht so bedeutende Länder, haben diese Bestrafung längst aus ihren Gesetzen gestrichen. Die USA eben nicht und es wird wohl noch Jahrzehnte dauern, bis dieses geschieht.

Auch sonst lässt die Transparenz der Jurisprudenz der angeblich ältesten Demokratie der ( Neuen? ) Welt sehr zu wünschen übrig. Durch das so genannte Case - Law - Prinzip bleiben oft zu entscheidende Fälle dem Zufall, dem Geschick der teuren und nach einem irrsinnigen Honorarsystem zu bezahlenden Anwälten überlassen. Wer nur lange genug in den Wälzern der Dritten Gewalt herum wühlt, wird irgendwann einmal fündig und kann den dann vergleichbaren Fall als Entscheidungsrichtschnur heran ziehen.

Und dann wären da noch jene exorbitant hohen Schmerzensgeld - und/oder Entschädigungszahlungen bei Rechtsverstössen; vor allem aber im Rahmen von Ehescheidungen. Wobei hier der Grundsatz angewandt wird: " Wer viel ( Dollar ) hat, der viel ( Dollar ) gibt. "

Vor diesem Hintergrund lässt sich vielleicht dann auch der Bundesstaaten uneinheitlicher Strafvollzug erklären. Für jeden zivilisierten Westeuropäer ein wahres Horrorszenario. Nicht nur, dass der Gefangene in überfüllten Knästen " brummen " muss, nein, auch der Vollzugsalltag ist ein Albtraum. Korrupte Wärter, prügelnde und vergewaltigende Häftlingen oder auch beides in persona, lassem den Häftling schon bald zerbrechen. Von Resozialisierung nicht der Hauch einer Spur. Dieses alles zusammen manifestiert sich in dem berühmt, berüchtigten Knast von " San Quentin ", der sich im Marine County im Bundesstaat Kalifornien befindet.



https://de.wikipedia.org/wiki/San_Quentin_State_Prison


Am 24. Februar 1969 trat vor den Inhaftierten und Wärtern der am 26. Februar 1932 in Kingsland, Arkansas, geboren Johnny Cash zum insgesamt vierten Mal auf. Cash war bereits ein sogar außerhalb der USA bekannter Folklore - Country - Interpret, dessen Karriere in den 1950ern stetig bergauf ging. Johnny Cash war zu diesem Zeitpunkt bereits ein wohlhabender Künstler, der allerdings große Probleme mit seiner Amphetaminsucht hatte.


https://de.wikipedia.org/wiki/Johnny_Cash


An jenem denkwürdigen Auftritt in Staatsgefängnis von San Quentin wurde Cash von der Familie sowie seiner neuen Lebensgefährtin June Carter und diesen Musikern:



Auf dem Vinyl - Album befinden sich diese Stücke:


A1Wanted Man
Written-By – B. Dylan*
A2Wreck Of The Old 97
Arranged By – B. Johnson*, J. Cash*, N. Blake*
A3I Walk The Line
A4Darling Companion
Written-By – J. Sebastian*
A5Starkville City Jail
B1San Quentin
B2San Quentin
B3A Boy Named Sue
Written-By – S. Silverstein*
B4(There'll Be) Peace In The Valley
Written-By – T. Dorsey*
B5Folsom Prison Blues




Die später veröffentlichte CD und die Collection mit der DVD zu jenem Auftritt, beinhalten hingegen 18 Songs.

https://de.wikipedia.org/wiki/At_San_Quentin


Aus dem Live - Album von Johnny Cash wurde 1969 auch die Single " A boy namend Sue " ausgekoppelt. Die in Westdeutschland unter dem " CBS " - Label erschienene 45er - Vinyl - Scheibe war mit der B - Seite " San Quentin " versehen.

" A boy named Sue " konnte sich im ersten Halbjahr 1969 auch in den europäischen Hitparaden platzieren.



https://de.wikipedia.org/wiki/A_Boy_Named_Sue




AA Boy Named Sue
Written-By – S. Silverstein*
3:40
B





San Quentin
Written-By – J. Cash*





http://www.swr.de/swr1/bw/musik/a-boy-named-sue/-/id=446320/did=16801158/nid=446320/1h91c98/index.html


Und während der gute Johnny sein Image als Outlaw weiterhin pflegte, was er zumindest vom Textlichen her auch durchaus war, denn das, was er sang, hatte mit dem sauberen Friede - Freude - Eierkuchen - Umfeld der Country and Western - Musik nun wahrlich nicht viel gemeinsam und auch die schmalzigen Lobhudel - Terminologien über die einzigartigen Landschaften des Riesenlandes, die Heimat der Interpreten und die ach so wunderbaren Menschen dort, waren nicht Johnny Cash´Ding.  

Er sang eher von dem Sozialmüll, dem Dreck in den Städten, dem Suff, dem Tod und der Einsamkeit der Menschen, die nichts auf der Naht hatten und schon gar nichts auf die reihe bekamen.

Und so nahmen wir, als Provinz - und Westentaschen - Desperados ihm den Schwarzen Mann, der sich nicht an die Regeln hielt und - so das Ammenmärchen über Johnny Cash - sogar einen Anderen umgebracht habe, absolut ab. Auch wenn er mit seiner Rockabilly - Pomaden - Frisur nicht so ganz unseren geschmack von Mode und lässigem Outfit wiedergab.

Die 45er - Single von CBS drehte sich dennoch hunderte Male auf meinem Plattenhobeln ab Mitte des bedeutungsschwangeren Jahres 1969. Johnny sang also:


Well, my daddy left home when I was three,
And he didn't leave much to ma and me,
Just this old guitar and an empty bottle of booze.
Now, I don't blame him cause he run and hid,
But the meanest thing that he ever did,
Was before he left, he went and named me Sue.
Well, he musta thought that is quite a joke,
And it got a lot of laughs from a lots of folks.
Seems I had to fight my whole life through.
Some gal would giggle and I'd get red,
And some guy'd laugh and I'd bust his head,
I tell ya, life ain't easy for a boy named Sue.
Well, I grew up quick and I grew up mean,
My fists got hard and my wits got keen,
Roamed from town to town to hide my shame.
But I made me a vow to the moon and stars,
I'd search the honky-tonks and bars,
And kill that man that gimme that awful name.
Well, it was Gatlinburg in mid-July,
And I'd just hit town and my throat was dry,
I thought I'd stop and have myself a brew.
At an old saloon on a street of mud,
There at a table, dealing stud,
Sat the dirty, mangy dog that named me "Sue."
Well, I knew that snake was my own sweet dad,
From a worn-out picture that my mother'd had,
And I knew that scar on his cheek and his evil eye.
He was big and bent and gray and old,
And I looked at him and my blood ran cold,
And I said: "My name is Sue!
How do you do!
Now you gonna die!!"
Yeah, that's what I told him!
Well, I hit him hard right between the eyes,
And he went down, but to my surprise,
He come up with a knife and cut off a piece of my ear.
But I busted a chair right across his teeth,
And we crashed through the wall and into the street,
Kicking and a' gouging in the mud and the blood and the beer.
I tell you, I've fought tougher men,
But I really can't remember when.
He kicked like a mule and he bit like a crocodile.
I heard him laugh and then I heard him curse,
An' he went for his gun and I pulled mine first,
He stood there lookin' at me and I saw him smile.
And he said: "Son, this world is rough,
And if a man's gonna make it, he's gotta be tough,
And I knew I wouldn't be there to help you along.
So I give ya that name and I said goodbye,
I knew you'd have to get tough or die,
And it's the name that helped to make you strong."
He said: "Now you just fought one hell of a fight,
And I know you hate me, and you got the right,
To kill me now, and I wouldn't blame you if you do.
But ya ought to thank me, before I die,
For the gravel in your guts and the spit in ya eye,
Cos I'm the son-of-a-bitch that named you Sue."
Yeah, what could I do,? What could I do?
I got all choked up and I threw down my gun,
And I called him my pa, and he called me his son,
And I came away with a different point of view.
And I think about him, now and then,
Every time I try and every time I win.
And if I ever have a son,
I think I'm gonna name him
Bill or George!
Anything but Sue!
I still hate that name!


Doch den großartigen Vereinigten Staaten von Amerika wären eben nicht so großartig gewesen, hätten wir den Originaltext von damals selbst vorliegen gehabt, denn die Passage:
" Cos´I´m the son - of - a - bitch that namend you Sue " wurde auf den Vinyl - Scheiben durch eine kurzen, vielleicht eine Sekunde andauernden Pfeifton überspielt. Der von Cash besungene , sich dann selbst als " Hurensohn " bezichtigende Vater, durfte im ober - prüden Amerika der Endsechsziger nicht so besungen werden. Wohl aber dort im Knast - Loch " At San Quentin ".
Weil unser Englisch nicht nur miserabel war, sondern wir auch keine große Allgemeinbildung, noch eine ausreichende Lebenserfahrung besaßen, haben wir von dieser, durch die US - Administration verordneten Zensur erst gar nichts mitbekommen. Trotzdem war Johnny´s Song " in " und wurde später ebenfalls " Kult ", so, wie seine berühmte LP " Live At San Quentin " mit dem dunkelblauen Cover, auf dem Cash nur als Fragment, als Silhouette mit Gitarre zu sehen ist.
Die Single verschwand irgendwann aus meiner Sammlung; die LP habe ich mir nie angeschafft. So großartig fand ich denn den von Johnny Cash geprägten Musikstil auch nicht, als dass ich hierfür satte 22 DM hätte hingeblättert:

  
  


2:30

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