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Donnerstag, 4. August 2016

Des Wahnsinn´s fette Beute = Ein Demonstrant - Fünfzig Gegendemonstranten - Einhundertundsiebzig Polizisten!



Das nördlichste Bundesland, unseres so bedeutenden Deutschlands, ist bekanntlich Schleswig - Holstein. Der letzte Zipfel unseres starken Stücks Erde, wird allerdings vom
Wasser begrenzt. Im Nordwesten ist dieses die Nordsee; im Nordosten, die Ostsee. Infolgedessen die Eigenwerbung des Bundeslandes auch " Schleswig - Holstein, meerumschlungen " lautet. Wer daraus ableiten möchte, dass dieser Slogan aus den Spatzenhirnen irgendwelcher Werbe - Fuzzis entstammt, die von der dortigen Landesregierung mit einen sechsstelligen Betrag aus dem Haushalt üppig belohnt worden sind, wird enttäuscht sein. Der Begriff " meerumschlungen " entstammt der Landes - Hymne, deren Melodie aus der Feder des Kantors Carl Gottlieb Bellmann entstammt und dessen Ursprungstext, den der Berliner Rechtsanwalt Karl Friedrich Straß schrieb, von dem Advokaten Matthäus Friedrich Chemnitz dann beinahe vollständig umgeschrieben worden ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schleswig-Holstein_meerumschlungen


Das " Vaterland " im hohen Norden der Republik hat eine bewegte Vergangenheit. In der Neuzeit, also ab den 1600 er Dekaden, hatte das Land eine Reihe von Kriegen zu überstehen, wurde mehrfach besetzt und erfuhr sogar eine Teilung. Dieses führte zu einer fortlaufenden Verarmung der Bevölkerung, was unter anderem den Nationalsozialisten Ende der 1920er Jahre Auftrieb gab. Schleswig - Holstein galt bis zum Kriegsende auf NS - Domäne. Dieses prägte natürlich auch die Menschen in den Nachkriegsjahren. Weshalb über Jahrzehnte stramm rechts und CDU gewählt wurde.

Das änderte sich zum Ende der 1980er Jahre als eine SPD geführte Regierung ( Björn Engholm, Heide Simonis ) bis 2005 regierte; ehe der CDUler Carstensen an das Ruder kam, der dann von einer SPD/Bündnis90/Die Grünen/SSW - Koalition unter Torsten Albig abgelöst werden konnte.

In dem Bundesland mit den vielen Wiesen, Weiden und Äckern, in dem die Kühe schöner sind als die Frauen und die Männer eher Handball als Fußball spielen, spielt die SPD - trotz der seit Schröder zu diagnostizierten Schwindssucht bei den Wählern und den Mitgliedern - eine große Rolle. Da liegt zum Teil daran, dass auch die " Sozen " es verstanden haben, den gravierenden Strukturwandel innerhalb der heimischen Wirtschaft zu erkennen und dort zu gestalten, statt nur, wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, bis es zu spät ist. Mit dem Siechtum und dem Niedergang der Schiffs - und Fischindustrie, der industrialisierten Landwirtschaft und dem Massentourismus, wurden neue politische Herausforderungen an das Land heran getragen.

Der moderne Tourismus ist längst zu einer tragenden Säule des Nord - Bundeslandes geworden. Was natürlich auch bedeutet, dass der Einheimische dem Fremden gegenüber aufgeschlossen sein muss. Der Gast ist Kunde und der Kunde sollte König sein. Fremdenhass und Intoleranz werden dabei keine guten Ratgeber sein. Negativschlagzeilen, wie der Brandanschlag in Mölln 1992, bei dem drei türkische Mitbürger starben und weiter türkisch - stämmige Personen schwer verletzt wurden. Die beiden, dafür rechtskräftig Verurteilten, ehemaligen Neo - Faschisten sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Weil solche, aber auch andere, ähnlich gelagerte Verbrechen, wie die im selben Zeitraum in benachbarten Bundesland Mecklenburg - Vorpommern von einem besoffenen Mob und Neo - Faschisten initiierten Gewaltexzesse vor den Asylunterkünften in Rostock - Lichtenhagen, dem Image der Region und des Landes insgesamt schaden, denn in der medial durch gestylten Gesellschaft und der globalisierten Welt, kann dieses unweigerlich zu einem Rückgang der Feriengastzahlen und Urlauber allgemein, führen, was sich wiederum - unstrittig - als negativ auf die Arbeitsplätze auswirkt und - vor allem - auf das eigene Konto, haben die Schleswig - Holsteiner nolens volens mit offen gezeigter Fremdenfeindlichkeit nicht viel an der eigenen Flagge.

Vor diesem Hintergrund ist denn auch ein Geschichte zu sehen, die sich an einem Samstag im Juni diesen Jahres im beschaulichen Bad Segeberg ereignete und die vielleicht zum Brüller des Jahres werden könnte.

Ich las sie in dem " SPIEGEL " 30 / 2016 auf Seite 53 bei der morgendlichen Hintergrundunterhaltung durch MDR aktuell, einem ordentlichen Pott Maschinen gebrühten Bohnenkaffee und einem Schmunzeln in meinem Gesicht. Es sind jene kleineren Artikel, die das Hamburger Nachrichten Magazin dann und wann in seine Rubriken einstellt, um nicht nur die negativen Seiten des Lebens zu erklären; nicht ausschließlich von an Größenwahn leidenden Politikern, wie Erdogan, Trump oder Kim Jong Un, von Katastrophen auf dieser Welt und grenz - debilen Dummköpfen, wie Gauland, Petry, Poggenburg oder Doping - Skandalen im Sport berichten zu müssen.
Es sind solche, oft wunderbar menschlichen Artikel, wie jene von Alexander Osang, Nils Minkmar oder Elke Schmitter, die beim Lesen, leider nur für kurze Zeit, dem Rezipienten vergessen lassen, dass die Welt dort draußen per se feindlich, schlecht und lebensgefährlich sein kann.

Das gilt vielleicht nicht für das verträumte Bad Segeberg. Dort, wo jährlich die über das Land hinaus bekannten Karl - May - Festspiel und inzwischen noch mehr, aufgeführt werden. Wo es zumeist friedlich und gesittet voran geht und dort, wo durch den Zuzug von vielen Flüchtlingen aus den einstigen Ostgebieten des untergegangenen Tausendjährigen Reichs nach 1945, sich die Einwohnerzahl verdoppelte. Die über 16.000 Bewohner zählende Stadt ( amtl. Kfz - Kennz.: SE ) wird von einem Sozialdemokraten geführt.

Und just um ein einstiges SPD - Mitglied geht es auch in dieser von Claas Relotius geschrieben Geschichte, der er in Anlehnung an eine Meldung aus dem " Hamburger Abendblatt " verfasst hat.

Es geht aber vor allem um einen gebürtigen Mecklenburger aus dem Örtchen Röbel. Sein Name wird hier mit Enrico P. angegeben. Enrico ist noch in der unter gegangenen DDR geboren, denn er zählt 40 Lenze. Er schildert seine Leidensgeschichte innerhalb der Lebensbiografie dem " SPIEGEL " - Mitarbeiter in einem Cafe´in Heiligenhafen. Das ist ein Ort, der mehr als 78 Kilometer östlich von Bad Segeberg liegt. Er ist noch bis zu den 1960er Jahren auch als Fährhafen zu der Insel Fehmarn bekannt gewesen, ehe die Fehmarn - Sundbrücke in Betrieb gestellt wurde und die Touristenmassen über die so genannte Vogelfluglinie längst an dem Ort vorbei rauschen.

Hier aber kennt keiner den schmächtigen Enrico. Der mit seinen 40 Jahren erheblich älter aussehen soll. Das soll es immer wieder geben. Insbesondere bei Männern, die dann - aus oft gleichförmigen Anlässen, wie Arbeitslosigkeit, Zerbrechen einer Partnerschaft oder auch Tod eines nahen Angehörigen - den Boden unter den Füßen verlieren und in das soziale Abseits abdriften. Flankiert wird ein sukzessiver Abstieg häufig mit Drogen - zumeist Alkoholsucht. Dieses war auch bei Enrico P. der Fall.

Als er zu DDR - Zeiten noch in der mecklenburgischen Kleinstadt Röbel Kreis: Mecklenburgische Seenplatte ) , die als Kreisstadt in dem Bezirk Neubrandenburg eingegliedert war, aufwuchs, waren seine Lebensverhältnisse - nach heutigen Maßstäben - als bescheiden zu bewerten. Er verbrachte - mangels vorhandener Freizeitalternativen - viel Zeit in der Freien Deutschen Jugend ( FDJ ). Hier wurden - staatlich gelenkt und selbstverständlich überwacht - die sozialistischen Ferienlager abgehalten. Deren Programm sich, ideologisch eingefärbt, auch durch das gemeinsame Singen von Kinderlieder über Freundschaft, Frieden und Verbrüderung mit anderen - allerdings nur sozialistischen Staaten und deren Menschen - handelten.

Wer noch die volle Kanne West - oder BRD - Sozialisation übergekübelt bekommen hat, die mit deren Gründung 1949, dann auch den massiven kirchlichen Einfluss in viele gesellschaftliche Bereiche zuließ, könnte die FDJ mit dem CVJM vergleichen. Hier spielte die Gruppe, nicht das Individuum die entscheidende Rolle. Die CVJM - Struktur mit der Jugendschar und Jugendschaft war indes nur bedingt vergleichbar; inhaltlich und von der Zielrichtung der Gruppenerziehung aber überhaupt nicht.


http://www.ddr-geschichte.de/Bildung/Schule/FDJ/fdj.html


Unser Enrico fühlte sich aber hier sehr wohl. Das ist nachvollziehbar, denn in der Pampa, der Einöde des damaligen Bezirks Neubrandenburg, waren Kultur nur bedingt und Freizeitangebote nahezu gar nicht vorhanden. So wurde denn kollektiv die freie Zeit verbracht. Mit Gitarre spielen, Klassenkampflieder singen und am Lagerfeuer junge Kartoffeln am Stock aufgespießt garen.

So vergingen die Jahre - bis die Wende kam. Unser Enrico war im Wendejahr noch Teenager. Also jung genug, um sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Nach einer Ausbildung als Briefzusteller zog es ihn im dritten Nachwendejahr in Richtung Westen. Nach Neukirchen, einem Ort im schleswig - holsteinischen Flachland. Dort engagierte er sich alsbald im SPD - Ortsverein und lernte seine große Liebe kennen. Eine junge Frau mit türkischen Wurzeln. Die Beziehung hielt sechs Jahre, dann trennte sich seine Lebensgefährtin von ihm.

Enrico´s Leben geriet aus dem Ruder. Er soff und driftete immer weiter ab; unterhielt intensive Kontakte mit Kriminellen, beging Straftaten und landete deshalb im Knast. Als er wieder entlassen wurde, stand er - wie Millionen andere Straftäter oft auch - vor einem Trümmerhaufen, der sich Leben nannte. Dann nahm er Kontakt zu Neo - Faschisten auf, die in Mecklenburg - Vorpommern und Hamburg ihr Unwesen treiben. Er traf sie auf Veranstaltungen und bei Demonstrationen gegen Ausländer, die Asyl - und Flüchtlingspolitik sowie gegen angeblich kriminelle Migranten. Er, der selbst kriminell war, hetzt gegen andere Menschen, denen er dieses Verhalten unterstellt.

Enrico ging langsam das Geld aus. Die Fahrten zu den rechten Folklore - Veranstaltungen kosteten einige Euro, die er wohl nicht mehr hatte. Also versuchte Enrico sich mit dem, was auch die NPDler, die AfDler vorexerzieren: Sie rufen zu Protestkundgebungen auf und versuchen auch hier Spenden einzutreiben.

Enrico kreierte eine Facebook - Seite mit dem viel sagenden Titel: " Schleswig - Holstein wehrt sich " und erhielt sagenhafte 200 - aktuell 241 -  Likes.

https://www.facebook.com/Schleswig-Holstein-wehrt-sich-1524040577912003/?fref=ts


Nun  dachte unser Enrico, dass er damit 200 Unterstützer gefunden habe. Doch, seine angemeldete Demonstration unter dem Wild - West - Slogan " Asylmissbrauch stoppen - Nein zur Merkel - Politik " wurde zum Fiasko. nachdem er die Kundgebung ordnungsgemäß bei dem zuständigen Ordnungsamt in Bad Segeberg angemeldet hatte, erteilte dieses ihre Genehmigung. Frohen Mutes zog unser Enrico an jenem Samstag in heißen Juni 2016 mit einer Deutschland- - Flagge bewehrt los.

Doch ihm begegneten an den Straßen, durch die der geplante Demonstrationszug ziehen wollte, nur versprengte 50 Gegendemonstranten. Aber, was noch viel frustrierender war, ein Polizeiaufgebot von sage und schreibe 170 Frauen und Männern in Uniform. Die zuständige Kreisordnungs - und die Polizeibehörde hatten nämlich Wochen zuvor eine so genannte Gefahrenanalyse erstellt und kamen zu dem Ergebnis, dass ahand der zu erwatenden Umstände, des daraus resultierenden polizeitaktischen Konzepts und eines vorgegebenen Personalschlüssels 170 Beamte einzusetzen seien.

Enrico bleib dennoch standhaft und schwenkte die schwarz - rot - goldene Flagge als Erkennungsmerkmal für vermutete Gleichgesinnte. Doch auch nach vielen Minuten der Anspannung in der Hitze des Juni - Samstags: Es erschien kein weiterer Demonstrant. Nur die Staatsmacht in Gestalt der mit 40 Einsatzfahrzeugen angerückten schleswig - holsteinischen Polizei demonstrierte weiterhin Stärke. Und auch die 50 Gegendemonstranten waren noch präsent.

Die Polizei - Einsatzleitung wartete das viel zitierte " Akademische Viertelstündchen " ab, dann sagte diese die Demonstration ab. Enrico wurde im Schutzgeleit von zwei Beamten wieder nach hause gefahren. Unterwegs erklärten die - vielleicht etwas von Mitleid erfassten  - Polizisten Enrico, dass der Einsatz dem Land mehr als 50.000 Euro gekostet habe. Geld, dass der Staat, die Allgemeinheit, der Steuer zahlende Bürger, aufzubringen habe.

Armer Enrico. So viel Moneten wird er in seinem restlichen Leben möglicherweise gar nicht mehr verdienen.

Fazit: Rechts ist nicht gleich rechts und rechts zu sein, bedarf es oft nur wenig oder: Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König.

Hach, Enrico P. jetzt stehst Du auch noch im " SPIEGEL ", dem exponierten Vertreter der " Lügen - Presse " und Geld gab es auch dafür - was willst´e mehr. Eine Fra? Suche Dir da lieber eine Deutsche, denn türkische Frauen aus der 3 und 4. Genration haben eigen Lebensvorstellungen und dazu zählen oft ein Familien - und Kinderwunsch.

Vor allem haben die Schleswig - Holsteiner im allgemeine, aber die Bad Segeberger im besonderen mit Rassismus, Nationalismus und Faschismus nichts am Hut, denn das Gros der heute dort Lebenden hatte mit Sicherheit Eltern, die nach dem Totalzusammenbruch des von einem Größenwahnsinnigen geführten III. Reichs, unter Gefahr von Leib und Leben flieghen mussten. Das prägt - für immer.

Gut´s Nächtle mit " Ten Years After " und " I woke up this morning ":





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