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Mittwoch, 21. September 2016

Social Selling, die aufgewärmte Form des heimischen Konsum - Rausches?



Die fort während unbeantwortete Frage, was ist sozial, was unsozial und was asozial, lässt sich grammatikalisch - semantisch dahingehend eingrenzen, dass " sozial " nicht mit " c " und " asozial " nicht mit einem doppelten " s " geschrieben wird, um mit dem - längst inflationär - gebräuchlichen Begriffen, zum Ausdruck zu bringen, wie das Verhalten einer einzelnen Person, einer Gruppe gegenüber der Gemeinschaft einzuordnen wäre.

Sozial also ohne " c " ist, was nicht asozial, dann eben ohne Doppel - S, sein könnte. Was aber ist " sozial " mit " c ";  demnach ", social " ?

Social ist die englische Schreibweise für " sozial ". Und eben dieser Begriff wird seit Jahren im Zuge der medial - verursachten Dauerverblödung durch unkritische Übernahme US - amerikanischer Trends, zum Synonym einer bestimmten Lebenseinstellung. Wer Mithalten möchte, der nimmt aktiv an diesem Brimborium rund um ein planbares, von äußeren Einflüssen gelenktes Leben teil. Was " in " , " hip " oder " trendy " ist, wird nicht von den Konsumenten, sondern von der Industrie, der Werbung und den Medien bestimmt.

Da bekam ich kürzlich in einem Bericht die Mitteilung, dass eine bestimmte Verkaufsform, die einst, nämlich ab den WiWu - Jahren in Westdeutschland mit Hausverkauf benannt war, dann später als " Rollender Kaufmannladen " in den Kuh - Blöken, dieses unseres, westdeutschen Landes ziehend, alsdann zur Randerscheinung mit Außendienstmitarbeitern oder vulgo: Vertretern bestückt wurde, wieder " mega - boomen " würde. Aus dem Reich der Untoten aufgestiegen ist die " Tupperware - Party ", die in den aufgeklärten Zeiten des von Beate Uhse bestimmten Sex - Versandhandels, hinter geschlossenen Türen und zugezogenen Gardinen nebst Storen, sodann " Dessous - Party " umgetauft wurde. Der heutige, vermeintliche Verkaufsschlager nennt sich nunmehr " Social Selling ".

" Social " deshalb, weil hierzu mindestens eine weitere Person an jenem " Event " in der häuslichen " Home " Umgebung " Location " ( auch mit " k " als Abwandlung des " Lokus " schreibfähig " ) teilnehmen muss. Ähnlich, wie " Social Media ". " Social Network " oder hieraus entsprungen " Social Radio ", wird versucht möglichst viele Interessenten für dieses " Social Selling " ( to sell = verkaufen " ) zu gewinnen.

Ho, ja, ein neuer Trend am , ansonsten düsteren Konjunktur - Himmel, an dem Sterne, wie VW und Deutsche Bank oder - regional auf Sachsen bezogen - Unister wegen gewerbsmäßiger Betrügereien so langsam verblassen bzw. erloschen sind? Nö, wohl eher der berühmte alte Wein in neuen Schläuchen.

Was hier in bestimmten Kreisen als geplanter Gegenschlag zu der vereinsamenden Kauf - Möglichkeit via Online - Handel oder als physisches Korrelat zur Vereinsamung der Halbtags - Hausfrau, der volltags, dauergestressten, getrenntlebend bis geschiedenen Ehefrau mit Alleinerziehungsmerkmalen oder der unausgelasteten Mittelschichts - Mamsel mit Zweitwagen, Lego - Haus - Anteilseigentum im Wohnpark am Rande der Stadt und Ein - Kind - Ehe ( allenfalls sind es Mädchen und Junge ) und im geleckten Outfit ihrer schweren Bürde der Lebensmittelbesorgung in den rammel - vollen Supermärkten, gelten soll, ist denn eher Schismus auf gehobenen Niveau.

Wer benötigt geköderte Nachbarn, auf den Leim gegangene Arbeitskolleginnen oder einstige Schulkolleginnen, die gleichso im Nest kleben geblieben sind, um Vekaufsveranstaltungen im häuslichen Umfeld zu veranstalten? Nun, es gibt sie dennoch, die nicht voll ausgelastete Mittdressiger - bis Mittvierzigerin, die nach einem neuen Sinn des Lebens, abseits von den drei Kardinal - Größen Kinder, Küche, Kaufen suchen. Ist der Lack der Äußerlichkeiten bereits stark von Gebrauchsspuren, die das reale Dasein versusacht hat, beschädigt, sucht die Frau aus den Jahrgängen der 1970ern bis 1980ern nach sinnstiftenden Alternativen zum täglichen Trott.

So stürzen sich denn die zum Termin aufgebrezelten Damen von 35 bis 70 auf jene, bei den " Social Selling " - Veranstaltungen im angemessenen Ambiente des Hauses, der angelegten Terrasse oder des Gartens, bei Prosecco auf die pretentiös vorbereitenden Auslagen. Ob nun Mode - Schmuck im unterpreisigen Bereich, Handtaschen im gehobenen Segment oder Haushaltsartikel als " Eye - Catcher " ohne nachvollziehbaren Gebrauchswert, es wird so ziemlich alles feil geboten, was Umsatz bringt und Konto - Bewegungen verursacht.

Ganz nebenbei wird fein nivellierten Ton der aufstrebenden middle class über geplante oder verbrachte Reisen, Urlaube, das Wetter von Übermorgen palavert. Belanglose Themen, eben, als Entlastung zu der Berufs - und Alltagsrealität. " Social Selling " als Wiedergeburt der längst abgelegten Bemühungen, sich im eigenen Umfeld, in einer sprachlosen Gesellschaft und einer feindlichen Welt zurechzufinden?

Die berufstätige Schulpsychologin als " Style Coach " stellt in der Tat eine sinnvolle Ergänzung zu dem Unbill des eigenen Daseins dar, denn " stylig " ist heutzutage in der Tat, es im feinsten Denglisch nicht aussprechen zu müssen: " Kohle ist cool und coals sind wichtiger Bestandteil des Lebens. 

Das können der wahren Gründe alle sein. Es soll hier vornehmlich über solche Verkaufsveranstaltungen klingende Münze erbracht werden. Zunächst für den Hersteller, den Vertrieb und auch in Form einer Provision für den Freizeit - Verkäufer. So, wie es bereits Jahre zuvor auch der Fall war.

Da stellt sich dem Rezipienten die wirkliche Frage: " Was ist daran sozial"?
  
 

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