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Sonntag, 16. Oktober 2016

Die Bunge



Es gibt Gebäude, die können einem Menschen eher Angst als Vertrautheit einflößen. Hierzu zählen vielleicht auch Krankenhäuser. Davon gibt es in diesem Land sehr viele. Es können auch zu viele sein, weil eine erkleckliche Anzahl von ihnen, chronisch defizitär betrieben werden. Dieses sind nicht nur die kleineren Häuser in der Provinz, sondern auch Einrichtungen in Städten oder sogar Großstädten.
Auch hier kämpfen sie um ihre Existenz. Und weil sie es tun müssen, gibt es viele Ungereimtheiten bei der Bewirtschaftung eines solchen Krankenhauses. Da könnte es vielleicht vorkommen, dass ein Patient auch dann noch auf einer teuren, weil personalintensiven Station liegt, obwohl er dem Gesundheitszustand nach, dort gar nicht hin gehört.

Da erfuhr ich vom Hörensagen, dass eine solche Patientin sich über einige Tage auf einer Intensivstation in einem größeren Dresdner Krankenhaus befand. Sie hatte sich dort einer Operation unterzogen. Doch, obwohl ihr Allgemeinzustand sich bereits erheblich verbesserte, behielten die verantwortlichen Ärzte sie in der Intensivstation. Frau M. aus einer kleineren Stadt bei Chemnitz brachte es nämlich fertig, sich über ihre ausgesprochen wehleidige Art, die gesamte Mannschaft an Pflegepersonal ständig auf Trab zu halten.

So betätigte sie die an ihrem Bett montierte Klingel ungezählte Male während der Tages - und Nachtzeit, markierte einen ständig sterbenden Schwan und rief permanent nach Hilfe. Sie könne nicht mehr liegen, habe Durst und verspüre Schmerzen. Eine Art Hypochonder mit schloh -weißem Haar, das sie zu zwei " Pippi Langstrumpf  " - Zöpfen zusammen geflochten hatte. Sie hatte zudem Mitte der letzten Oktoberwoche  Geburtstag. Mit 53. ist sie keine mehr ganz junge Frau, die Bunge. Aber, die Bunge gab sich, als sie sie eine sehr alte Frau; eine Greisin.. Steinalt, eben.

Die Bunge war zwar nicht so alt, wie sie sich gegenüber dem Pflegepersonal ausgab, aber sie sah mit ihrem faltigen Gesicht beinahe so aus, wie der weise, der gute Zauberer Gandalf in der Tolkin´schen Trilogie " Herr der Ringe ".  Die Bunge ist aber leider nicht so weise, denn sonst würde sie sich stärker zeigen. Gegen ihre Krankheit kämpfen, so, wie es Gandalf, der Graue, der Zauberer ständig zeigt. Er kämpft bei Tolkin gegen das Böse und vertritt das Gute.
Die Bunge aber vertritt nichts mehr. Sie bemitleidete sich ständig selbst. Sie tat so, als sein sie allein auf der Welt vom Schicksal schwer getroffen und deshalb vom Leben ebenso gezeichnet.

Die Bunge, die Mühsame und Beladene?

" Schwester, Hilfe. Ich kann nicht mehr....!" Für die lumpigen Gehälter, die das Pflegepersonal in diesem und auch vielen anderen Krankenhäuser in Deutschland erhält, muss es sich wirklich viel anhören. Wehleidige Patienten, nörgelnde Kranke und ewig Unzufriedene. So kam mir dabei der Gedanke, dass es Hunderte Millionen auf diesem Erdball gibt, die ein Krankenhaus nie betreten können, obwohl sie todkrank sind, denn es gibt dort erst gar keines. Die Bunge indes nörgelte, tat auf Sterbenskranke, obwohl sie die OP längst gut überstanden hatte. Eine Zumutung für andere Patienten und das Personal.

Die Bunge sah vor zwei, drei Jahrzehnten bestimmt mal attraktiv aus. Blonde Haare, schlanke Figur, relativ groß. Ein Männerschwarm! Doch die Natur sieht vor, dass mit jedem weiteren Lebensjahr, auch der Körper älter wird. Auch wenn der Geist möglicherweise noch frisch bleibt, können dabei so einige Zipperlein auftreten. Dagegen gibt es Medizin und bei größeren Beschwerden helfen Ärzte. Das ist der Bunge auch bekannt. Doch gegen Einsamkeit, Unebenheiten in unserem Leben, sogar Schicksalsschläge, können diese Mediziner nur bedingt helfen.
Jeder Mensch ist seines eigenen Glückes Schmied - so heißt das Sprichwort. Und wie viel Glück er im Leben hat, bestimmt er zum größten Teil selbst. Als Glück muss auch eine rechtzeitig erkannte und gut behandelte Krankheit angesehen werden.

Glück gehabt, Frau M. Doch die Bunge ist immer noch unglücklich, weshalb sie jetzt in die Reha - Klinik verlegt wurde. Wohl nach Kreischa - Unglückliche Bunge, das Glück hat sie verlassen!

Gut´s Nächtle mit " Cluster " ( feat. Brian Eno ) und " Die Bunge " aus dem 1977er Album " Cluster & Eno ):






Und, weil unser Leben eine einzige Wanderschaft bleibt, noch etwas jazzig - melancholisches:

Michael Wollny und " Der Wanderer " : 



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