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Montag, 12. Dezember 2016

Almuth und Rita - Teil II: Zwei wie Pech und Schwefel.



Wenn zwei Menschen aus einer Genration entstammen, muss dieses noch lange nicht bedeuten, dass sie sich unbedingt gut verstehen. Ob sie überhaupt miteinander auskommen, hängt - wie sonst wohl auch - von ihrer Sozialisation ab. Und gerade hier zeigt sich, dass es meistens himmelweite Unterschiede gibt.

In dem zweiten Teil des Fernsehfilms " Almuth und Rita ", der in der letzten Woche in der ARD gezeigt wurde, treffen nun zwei beinahe gleichaltrige, jedoch vollkommen Ungleiche erneut aufeinander. Den ersten Teil jenes Fortsetzungsfilms konnte der Interessierte vor knapp drei Jahren, nämlich im Januar 2014 sehen.
Die beiden Protagonistinnen sind geblieben, nämlich Almuth, eine wohl habende, pensionierte Zahnärztin aus München und Rita, eine Zugezogene aus der Ex - DDR.

Almuth wird von der exzellenten österreichischen Schauspielerin Senta Berger verkörpert. Die zweifelsohne hierbei authentisch, jene längst in ihrem eigenen Mikrokosmos gefangene Pensionärin spielt. Bei Senta Berger wird sofort klar, dass sie mehr als 5 Jahrzehnte Berufserfahrung mit sich bringt. Allein ihre Mimik, ihre kühle Distanziertheit zu den einfachen Dingen des Lebens und die - sicherlich überzogenen - Peinlichkeiten, die sie in der Rolle eher non - chalant übersieht, zeigen ihre schauspielerische Klasse.


https://de.wikipedia.org/wiki/Senta_Berger

Bei Cornelia Froboess, die ja einst aus dem Schlager - Dunstkreis und der Massenunterhaltung zum Film und Fernsehen kam, lässt sich erkennen, dass sie eine andere Herkunft, einen anderen Stall, vorweisen kann. Aber auch sie ist eine erfahrene, durch und durch professionell arbeitende Darstellerin. Der Glotzer nimmt ihr die " kodderschnäuzige " Ex - DDRlerin aus dem Fantasie - Kaff " Deutsch Rolandsdorf " ( wohl in Anlehung an Rüdersdorf im brandenburgischen, bei Berlin und Groß Rödersdorf, einen Ort in einstigen Ostpreußen ) - eigentlich Bernstadt an der Eigen im Landkreis Görlitz -. Auch Cornelia Froebess spielt ihre Rolle exzellent.

https://de.wikipedia.org/wiki/Cornelia_Froboess

Bereits im ersten Teil des Fernsehfilms gibt es Szenen, die sowohl zum Schmunzeln Anlass geben, als auch nachdenklich stimmen. Eine umfassende Filmkritik kann u.a. hier gefunden werden:



http://www.tittelbach.tv/programm/fernsehfilm/artikel-3011.html

Nun folgt als Teil II, der Geschichte um Almuth und Rita.

Almuth hat einmal mehr Geburtstag, den sie - zum wiederholten Male - allein verbringen möchte, denn sie hat die Blumen ( teure, weiße Lilien ) gleich selbst gekauft. Als sie nach hause kommt, hört sie in ihrer opulenten Münchner Altbauwohnung den AB ab. Ihre Tochter sowie die Enkel haben sich mit Geburtstagsglückwünschen darauf verewigt. Almuth spult das übliche Geseiere regungslos ab. Da ihre Familie nicht erscheinen wird, ihr Mann längst unter der Erde liegt, muss sie sich auch nicht auf den Tag freuen.

Doch: Plötzlich klingelt es an der Tür und ihre Putzfrau Rita nebst Mann, Hund Pankow und einer Torte stehen in der Tür. Pankow flitzt gleich durch und packt sich auf die teure Coach. Almuth ist der überraschende Besuch eher lästig, doch sie mimt gute Laune zum unerwünschten Besuch.
Als sie einen Tag später von einem langjährigen, sie verehrenden Bekannten zum Essen ausgeführt und mit einem sündhaft teuren Perlencollier beschenkt wird, brüskiert sie den Mann und verweigert das Geschenk.

Als dann Rita nicht zu ihrer Arbeit erscheint, weil Rita´s Mann unerwartet verstorben ist, zudem Almuth´s Tochter völlig aufgelöst erscheint, weil sie sich von ihrem Mann, der sie betrogen hat, trennen möchte, gerät Almuth´s - eher beschauliches - Umfeld gehörig ins Wanken. Sie sieht sich nun gegenüber ihrer Tochter und auch der Putzfrau Rita in die Pflicht genommen, denn deren Leben scheint eventuell aus den Fugen zu geraten.

Doch auch eine so genannte Tragikomödie hat ein Happy End. Weshalb sich Rita nach der Beerdigung ihres Mannes, für dessen Beisetzung sie ihren Schmuck im Pfandhaus abgibt, langsam wieder berappelt und die Arbeit bei Almuth weiter führt. Deren Tochter zieht wieder zu dem untreuen Mann und deshalb glätten sich die Wogen im familiären Umfeld der Pensionären relativ schnell. Nun darf Almuth an ihr eher freudloses, eigenes Leben zurück. Inzwischen hat sie eingesehen, dass sie dem langjährigen Verehrer Unrecht angetan hat. Doch ehe sie diese Baustelle beenden kann, zieht Rita nach einem heftigen Streit zwischen den beiden Frauen aus München weg; zumal sie auch ihre Wohnung in einem trostlosen Mietblock nicht mehr halten kann.

Almuth klärt zunächst die Angelegenheit mit ihrem Freund, ehe sie sich auf die Suche nach Rita begibt. Ein Gespräch mit Rita´s vormaliger Vermieter, einer aufgeblasenen, Geld geilen Trulla aus München, führen zu keinem Hinweis. Dann erinnert sie sich, dass sie die ehemalige Wohnadresse ihrer Putzfrau in " Deutsch Rolandsdorf " in einem Heft notiert hatte. Almuth fährt mit dem Zug zunächst nach Dresden. Hier bekommt sie einen kurzen Einblick,warum München nicht Dresden und umgekehrt ist, denn bei ihrer Ankunft steht sie auf einem nur mäßig besuchten Hauptbahnhof; von wo sie aus weiter bis Görlitz fährt. Hier sieht es noch leerer aus. Mit einem Taxi lässt sie sich bis nach " Deutsch Rolandsdorf " fahren, wo sie in einem " Tante Emma - Laden " erfährt sie schließlich die neue Adresse ihrer Putzfrau, die sie zu einem pakistanischen Imbissbetreiber führt.

Nach einem längeren Gespräch, beschließt Rita, wieder für Almuth zu arbeiten. Die hatte zwischenzeitlich ihren Schmuck im Pfandhaus ausgelöst.

Der Film zeigt - wenn auch bewusst übertrieben - jene Unterschiede zwischen dem Luxusleben in der Millionenstadt München und dem öden Dasein in der Pampa Ostsachsens. Der Kulturschock wird von Almuth erstaunlich gut weggesteckt. Wohl deshalb, weil sie derweilen die Gewissheit hat, dass auch Rita ihren Plan, dort zu blieben, verworfen hat.

Das auch Feuer und Wasser als Elemente nebeneinander existieren können, so, wie die beiden Frauen es zeigen, obwohl sie völlig unterschiedliche Charaktere aufweisen, bedeutet somit: Beide brauchen einander - sie halten letztendlich zusammen, wie Pech und Schwefel.




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