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Dienstag, 20. Dezember 2016

Der spielende Christbaumständer



Noch vier Tage, dann ist Heilig Abend. Es wird Zeit, ernsthaft Überlegungen anzustellen, welche Art von Weihnachtsbaum es in diesem Jahr sein wird, der den Raum zieren möchte. Häufig wird ja das Teil im Wohnzimmer platziert. Wenn dieser groß genug ist und das Gardemaß von 180 cm überschreitet, dürfte das Prachtexemplar auf dem Fußboden in einem so genannten Christbaumständer stehen. Jene Monster, die dann in den ersten Januarwochen des neuen Jahres von der Stadt mit speziellen Müllwagen wieder zurück geführt werden, da sie ihre Dienste ja getan haben.

Davor allerdings darf der Weihnachtsbaum - Fan sich " Eenen " - möglichst aus Sachsen - aussuchen, dafür zwischen 10 bis 60 Euronen ablatzen und das Bäumchen mit dem eigenen rollen Wohnzimmer abtransportieren. Ohne es genau zu wissen, bin ich davon überzeugt, dass es jedoch auch hier - ähnlich, den Bringdiensten für Pizzen und sonstigen Fast Food - Fraß - einen Service gibt, der den Nordmann, die Fichte oder Blautanne, heim ins Reich bringt.
Und - ich möchte mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen - es wird wohl auf einen Miet - oder Leasingbaum - Anbiete geben, der die Krücke ebenfalls - so als erweitertes Angebot - her karrt, vielleicht sogar aufstellt und wieder abholt und ggfs. entsorgt. Diesen Bärendienst muss natürlich jeder Weihnachtsbaum - Anhänger separat löhnen.

Mensch, wat war dat einst eine besinnliche Zeit, so ab Ende der 1950er Jahre? Als das Kinder - Schlafzimmer für uns drei Geschwister abgeschlossen wurde, der Ofen darin zuvor ordentlich angeheizt war und die Eltern dann den Christbaum, den Tannenbaum, den Weihnachtsbaum, in diesen Raum brachten, auf einen Beistelltisch platzierten und diesen dort in einen so genannten Christbaumständer steckten. Dort wurde das Bäumchen, das ausnahmslos gut proportioniert, frisch und ein saftiges, helles Grün hatte, in einem Gußeisen - Kopf mit Stellschrauben befestigt. Manchmal musste unser Vater ein wenig handwerkliches Geschick, das er zur Genüge besaß, walten lassen, weil der abgesägte Stamm des Baums zu dünn war oder unten diverse Wucherungen gewachsen waren, die er mit einem Beil beseitigte. Er glich dann die Unwuchten mittel Holzkeilen, die er extra schnitzen musste, aus.

War der Baum in dem Ständer, stand er dort kerzengrade drin und waren andere kosmetische Feinheiten, wie das Kappen der Spitze, das Beseitigen zu länger Zweige und der Probelauf des beweglichen, sich drehenden Christbaumständers erledigt, durfte Herr Baum geschmückt werden. Hierzu holten die Eltern und Großeltern wunderbare Glaskugeln, einen großen Stern, Lametta, Engelshaar, Kerzenhalter und Wunderkerzen sowie Wachskerzen aus einer Truhe, die auf dem Dachboden stand, hervor.
Nach getaner Arbeit, wurde das Kinderzimmer wieder abgeschlossen. Bis zur Bescherung, durften wir nicht in den Raum. Neugierig, wie wir, wie alle Kinder - zumindest jene, die diesen Brauch erleben dürfen - lugten wir durch das Schlüsselloch des Zimmers und sahen ihn auf dem kleinen Tisch stehen: unseren Weihnachtsbaum.

Dann kam die große Stunde. Ab 16.00 Uhr - es war draußen längst dunkel - durften wir in den Raum. Der große Christbaum war eigentlich das Highlight, doch zuvor wurden die unter seinen Zweigen, direkt neben dem Christbaumständer, die Präsente geöffnet. Auch wenn deren Zahl und auch der Wert - auf den heutigen Wahnsinn bezogen - eher klein, ja, überschaubar war, so haben wir uns immer sehr gefreut. Eine helle Freude jedoch war unser geschmückter Weihnachtsbaum. Mit den teils handgemachten oder mundgeblasenen Kugeln, dem Lametta und dem Engelshaar.
Dann durften wir noch zusehen, wie die Kerzen angezündet wurden. Anschließend gab es das Abendessen. Auf dem Küchentisch standen Würstchen vom Schlachter und selbst zubereiteter Kartoffelsalat.

Später folgte das letzte Highlight - im wahrsten Sinne des Wortes. An dem Weihnachtsbaum wurden die Wunderkerzen gezündet. Dazu spielte der Christbaumständer, in dem ein Spielwerk, das nach dem Aufziehen mit einem speziellen Schlüssel, dann über eine gestanzte Metallrolle das Weihnachtslied " Stille Nacht " erklingen ließ und zu dem sich auf dessen Metall - Deckel über zwei mechanische Halter zwei Glockenspiel bewegten. Der Weihnachtsbaumständer kam von meinen Urgroßeltern, die ich leider nicht mehr kennen gelernt habe. Sie hatten den Christbaumständer mit Spielwerk irgendwann vor der Jahrhundertwende für einst viel Geld gekauft und auch selbst genutzt.

Und just so einen Christbaumständer sah ich gestern in einer Wiederholungssendung von " Bares für Rares " im ZDFneo. Hier bot ein älterer Herr eine sogar noch wertvollere Ausfertigung jenes Christbaumständers an. Die dort eingebaute Walze hatte sechs bekannte Weihnachtslieder eingestanzt bekommen. Das gute Stück funktionierte noch. Viel Geld gab es von den Händlern dafür nicht. Und doch, es kamen wieder Erinnerung an meine Kindheit und die Weihnachtszeit hoch. Der spielende Christbaumständer war plötzlich wieder ganz nah. Und: Er spielte " Stille Nacht " - so, wie damals auch.

Hach, schön!

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