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Samstag, 7. Januar 2017

Abgemännelt 2017





Nun ist der Nachbrenner der Weihnachtszeit 2016 mit dem 06. 01. 2017 auf erloschen. Bis zu diesem Tag werden - regional sehr unterschiedlich gehalten - der Weihnachtschmuck und all jene leuchtenden Utensilien, die so nennen dürfen, noch an den Fenstern, auf den Fensterbänken sowie in den Gärten und Vorgärten präsentiert. Danach ist erst einmal finito. Das gilt allerdings nur für den Durchschnittsmichel. Wer von Weihnachten immer noch nicht genug hat, der kann sich nach Rovaniemi in Finnland, am nördlichen Polarkreis begeben. Dort, im finnischen Teil Lapplands gibt es Weihnachtsmann - Folklore 365 / 366 Tage lang, beinahe rund um die Uhr.


https://de.wikipedia.org/wiki/Rovaniemi
http://www.santatelevision.com/weihnachtsmann/weihnachtsmann/webcam-weihnachtsmanndorf/

Bei uns aber, ist mit dem Brimborium und dem Extrem Schmücking erst einmal Schluss. Das bedeutet für den gestressten Weihnachtschmuckliebhaber: Abmänneln!

So begannen wir am 7. Januar 2017 mit der Schweiß treibenden Arbeit und legten zunächst im Wohnzimmer los. Die Schwippbögen wurden von der Stromzufuhr und der Zeitschaltuhr abgekoppelt. Sorgfältig stellte ich sie in den Flur. Es folgten die dekorativen Weihnachtsterne an den Fensterscheiben. Danach mussten die Nussknacker zurück in den Schrank, Der Adventskranz hatte seine Schuldigkeit getan und wurde abgeschmückt. Die Dekorationsteile wanderten allesamt in den Kasten. Dann war das Prunkstück des Weihnachtsfestes 2016 an der Reihe. Der Weihnachtsbaum vom " Obi ". Gekauft vor mehr als 3 Wochen im Super - Sonder - Sparpreis - Angebot. Auch der Hight Tech - Christbaumständer gelangte wieder in die Verpackung. Kugel für Kugel, Stück für Schmuckstück, wanderte in die Plaste - Verpackung, die - immerhin bruchsicher - wiederum in einen Karton gelegt, dann den Weg zum Boden fand.

Ich holte die ausziehbare Alu - Leiter aus dem Keller und stieg hinauf. In luftiger Höhe von mehr als 3,50 Meter begann ich, die Lichterketten zu entwirren. Das Verlängerungskabel wurde ab gelegt. Es kam in einen großen, dafür aber Zweck entfremdenden Wäschekorb, der sich sukzessive mit Gedöns füllte. Je voller der Korb wurde, desto gereizte wurde ich. Diese ewige Maloche nach Weihnachten. Hunderte von Weihnachtsdekorationsstücken mussten wieder untergebracht werden. Dorthin, wo sie bis zum 1. Adventssonntag des Jahres 2017 ihr dunkles Dasein zu fristen hatten: auf dem kalten Boden.

Langsam lichtete sich das Lazarett an abgenommenen und damit nicht mehr einsatzfähigen Weihnachtsutensilien. Die Nussknacker aus dem Erzgebirge standen längst wieder in der Glasvitrine, als ich den sau - schweren Wäschekorb nach oben, in die 2. Etage wuchtete.
Nach 3 Stunden war der Spuk vorbei. Mit durchgeschwitzten Hemden legte ich nun zum Großreinemachen los. Schrubber, Eimer und Feudel sowie Staubsauger kamen dabei zum Einsatz. Dann waren die Zimmer wieder sauber, wenn auch nicht klinisch getestet.

Die zweite Enkeltochter hatte es am zweiten Weihnachtstag offensichtlich mit den Ohren, denn sie bespielte - trotz mehrfacher Ermahnungen - das Nussknacker - Ensemble, den Schwippbogen und probierte die Reiß - und Zugkraft der Vorhänge im Vorflur aus. Es knallte, dann waren die Store auf dem Boden. Es gab das, was die Familienpsychologie gemein hin einen interaktiven Appetenz - Aversionskonflikt nennt. Während meine bessere Hälfte ihre berechtigten Interessen an einer unzerstörbaren Weihnachtsdeko lautstark zur Geltung brachte, war unsere Tochter als Mutter der irrigen Meinung " das seien eben Kinder ". Jenseits des in den 1960ern aufkommenden, nahezu revolutionären Gesellschaftsthema der " anti - autoritären Erziehung ", deren Grundprinzipien auf ein laissez faire beruhten und innerhalb deren so ziemlich alles erlaubt wurde, was nicht auf einer Über - Unterordnung entsprach ( hierbei war das Beschmieren der Wände im Kinderhort mit eigenen Exkrementen / Kot durchaus erlaubt ), lautet das heutige Credo der sinnfreien Kindererziehung " Nicht - Erziehung durch Wegducken, Weggehen und Gewähren lassen, sofern es nicht das eigene Eigentum und Umfeld betrifft ).

Nun, wir werden alle älter und das Nervenkostüm ist durch den tagtäglichen Stresse nicht immer gut ausgelegt. Der Konflikt wurde eben dadurch gelöst, dass Enkeltochter, kleiner, durch Enkelsohn am kleinsten, zuvor verpetzt, wie ein Schlosshund heulte. Die besuchsweise angereisten Familie verließ vorfristig das Schlachtfeld. Bereits einen Tag später hatten sich die Wogen geglättet. Die Enkeltochter, kleiner, hatte ihre Schuldgefühle inzwischen durch die im Auto gestellte Frage, ob ihre Oma sie nun nicht mehr lieb habe, abgebaut. Tja, am 10. Januar hat sie ihren 8. Geburtstag - ein Päckchen ist bereits unterwegs.

Beim Abmänneln kamen mir dann auch noch die Gedanken an die ewige Tischdeckerei, die endlose Bekochung und das dauerhafte Abräumen sowie Geschirr abwaschen. Nein, eigentlich möchte ich mir diese Küchenmamsel - Arbeiten in 2017 an Weihnachten nicht mehr in dieser Form antun. Und, nein, auch das Herrichten der Gästezimmer, das Saubermachen, das zeitraubende Einkaufen in Etappen - rundum den gesamten, selbst auferlegten Weihnachtsfeststress, er müsste, vielleicht, wie von Zauberhand geleitet, über mich hinweg gehen. Doch andererseits sind da die noch schulpflichtigen Enkelkinder und der Hang, das höchste Fest der Christen und derer, die es längst nicht mehr sind, gebührend feiern zu dürfen, als eine Art Appetenz - Appetenz - Konflikt. Also: Wie wir uns auch entscheiden: In 323 wird der 1. Advent die Vorweihnachtszeit beginnen lassen. Dann hieß es wieder : Aufmänneln "!

Die Beleuchtung an den zwei Tannen und im Vorgarten habe ich noch nicht entfernt, sie wird dann eingepackt, wenn Väterchen Frost uns nach seiner Stippvisite, wieder verlässt. Gleiches gilt für den beleuchteten Weihnachtstern vor der Haustür. Ehrlich gesagt: Bei dieser Kälte lässt man keinen Hund vor die Tür. Deshalb warte ich einfach, bis es wärmer wird. Schließlich bin ich nicht der Weihnachtsmann aus Rovaniemi, der das ganze Jahr über anwesend sein muss. Bei diesem ganzen Kitsch drum herum, war es auch kein Wunder, dass er in 2015 vergaß, seine Steuern in Höhe von 200.000 Euro an den finnischen Fiskus zu zahlen und deshalb pleite war. Er hatte ja wichtigere Dinge zu tun, wie Briefe beantworten, Kinder zum Fotografieren ( auch im Hochsommer bei + 30 ° C und Myriaden von Mücken, die die Camper dort heimsuchen ) hinzustellen oder in seinem Dienstzimmer in die Webcam zu glotzen und eine beschäftigte Person zu spielen.

Es ist abgemännelt, nur am Polarkreis nicht!

" Led Zeppelin " und " In my time of dying ":


Es lebe aber das Aufmänneln zu Weihnachten 2017!

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