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Mittwoch, 4. Januar 2017

Das ist Armut!



Das neue Jahr beginnt, so, wie das alte Jahr zu Ende gegangen ist: mit Arztterminen. Heute waren es deren zwei. Nach einer Blutbild - Untersuchung, war ein zunächst abschließendes Beratungsgespräch bei dem Onkologen in Freital vereinbart. Es ist Mittwoch. Eigentlich haben an jenem Werktag viele Dienstleister nur den Vormittag Sprechzeiten. Bei dem Arzt in Freital ist es umgekehrt. Er bietet die Sprechstunde an dem Nachmittag an.

Das Wartezimmer war gerammelt voll. Mindestens 20 bis 25 Personen saßen bereits dort. Das kann dauern. So las ich zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder eine Ausgabe des Magazins " stern ", dass in Westdeutschland einst als Mitverfechter der sozial - liberalen Politik, der gesellschaftskritischen Berichterstattung und der Brandmarkung von sozialer Ungleichheit galt. Henri Nannen war hierfür damals verantwortlich. Neben dem " SPIEGEL " und der Wochenzeitung " Die Zeit " galt die Illustrierte als Intellektuellen - Medium in den später 1960er bis 1980er Jahre.

Soziale Ungleichgewichtung ist, mehr als 20 Jahre nach dem Tod des gebürtigen Ostfriesen Nannen, immer noch ein großes Thema in dieser Gesellschaft. Leider wird hierüber nur - so meine Einschätzung - viel zu wenig berichtet. Das mag daran liegen, dass Armut, als Folge der extremen Ungleichgewichtung, ein anderes Gesicht bekommen hat. Es sind nicht nur die Obdachlosen, die HARTZ IV - Empfänger oder Bezieher von kleinen Renten; nicht die " Mini - Jobber ", die Teilzeitbeschäftigten, die sich für einen Hungerlohn in Hungerlohn - Branchen ausbeuten lassen müssen und es sind auch nich nur die Scheinselbständigen oder Selbständigen, deren Einkünfte unter dem HARTZ IV - Satz liegen. Es sind durchaus auch Zugehörige des so genannten sozialen Mittelstandes, die, weil sie plötzlich erkrankt sind, in den Sog des sozialen Abstiegs geraten.

Wenn sogar zwei oder mehr dieser Armutsfaktoren zusammen treffen, kann dieses beschämende Auswirkungen für die Betroffenen nach sich ziehen. Dann reicht das Geld nicht einmal für angemessene Kleidung, für ein Paar neue Schuhe oder - viel gravierender - für die Gesundheitsvorsorge.

Da saß ich nun und las im " stern " einige der bunt bebilderter Berichte. Bereits nach wenigen Seiten kam mir der Gedanke, dass ich dieses, in Hamburg verlegte, Magazin nicht kaufen würde. Die Textbeiträge sind mir viel zu klein, zu nichtssagend und die oft reißerischen Fotos dazu, sie reißen eben den Story nicht aus dem Einheitsbrei des Beliebigen. Egal: Es war keine andere interessante Zeitschrift dabei. " Für Sie " und auch " Petra " lagen dort. Nö, um Himmelswillen, dieser Dreck!

Also las ich den Stuss des einstigen " stern " - Chefredakteurs Jörges, der sich in vielen Laber - Veranstaltungen im öffentlich - rechtlichen Fernsehen so prima produzieren kann. Und in einer der " stern " - Dezemeber - Ausgaben war ein Artikel über den Ex - Bayern München - Profi Toni Kroos zu lesen. Das A..., dachte ich so bei mir, als ich die Bilder von seinem Luxus - Anwesen in Spanien sah. Neben CR 7 verdient er das meiste Geld bei Real Madrid. Der Verein, der dem spanischen Fiskus Steuern im dreistelligen Millionenbereich schuldet. Der ist krank, der spanische Regierungsapparat ist korrupt und Kroos eben ein Schmarotzer. Das waren u.a. meine Gedanken, beim Lesen des Berichts.

Ich sah kurz auf, als sich mein Nachbar, ein vielleicht 70jähriger mit schlohweißen Haaren und einer uralten Hose sowie einer altmodischen Jacke, bemerkbar machte. Er wollte die Zeitung wieder auf den Tisch legen, nachdem er diese ausgelesen hatte. Ich nahm sie ihn ab. Er bedankte sich höflich bei mir. Dann sah ich später, als er mit seiner Frau aufgerufen wurde und das Arztzimmer betrat, auf seine Schuhe. Es waren abgewetzte, ausgelatschte Sommer - Pantinen in schwarz. Billiges Schuhwerk, eben. Aber, wir haben Winter und draußen begann es leicht zu Schneien.  Sommer - Latschen im Winter? Das bedeutete für mich Armut.

Jedes Mal, wenn ein anderer Patient, eine Patientin aufgerufen wurde, sah mich ich mich dezent nach ihnen und den weiteren Wartenden um. Das war zumeist Armut. Das war Altersarmut. Eine noch perfidere Ausprägung der Armut, weil sich die davon Betroffenen in der Regel nicht befreien können. Wer gibt einem 65 - bis 75jährigen noch Arbeit, wenn dieser krank oder sogar todkrank ist? Niemand!

Wir werden in das Arztzimmer gebeten. Das Gespräch dauert vielleicht eine Viertelstunde. Dafür war die Wartezeit 6 Mal so lang. Als wir die Praxis wieder verlassen, ist es draußen längst dunkel. Winterzeit! Beim Gang zum PKW, denn wir auf einen Privatparkplatz abstellen mussten, weil vor der Praxis nie Platz ist, überlege ich, ob ich den Schmarotzer, den Scheißkerl Kroos, nicht eine Mail sende, in der ich meine Eindrücke bei den Besuchen der Freitaler Praxis schildere. Das A .. ist immerhin noch deutscher und hätte hier gefälligst Steuern zu zahlen. Damit könnte ein kleiner Teil der von mir in den vielen Wochen gesehenen und gespürten Armut beseitigt werden.

Klar, die Habenichtse, die ich hier gesehen habe, sie müssen keinen Eurocent für die extrem teure Behandlung zuzahlen, aber: sie sind - aus welchen Gründen auch immer - arm. Zudem auch noch sehr krank. Und von der Zuzahlungsbefreiung können sie sich weder ein Brot, eine warme Mahlzeit und schon gar kein Paar Winterschuhe kaufen. Die hätte der neben mir sitzenden Mann dringend benötigt. Einmal arm - immer arm. Leider!

Gut´s Nächtle mit " Mountain " und " Blood of the sun " - Live:






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