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Freitag, 20. Januar 2017

Sage mir, welche Postleitzahl Du hast und ich sage Dir, wo Du wohnst?



Gestern Nacht sanken die Außentemperaturen in unserer schönen Landeshauptstadt auf - 10 ° C. Brrrrrh! Bei diesem eisigen Wetter, kann doch kein Hund vor die Tür? Doch! Und zwar der Zusteller der Post. Tatsächlich hatte die Mitarbeiterin der Deutsche Post uns einige Briefe und eine Postkarte unserer Bekannten aus Chemnitz in den Kasten geworfen. Ich legte sie auf den Küchentisch, wo zuvor die letzten 6 Ausgaben des " SPIEGEL " lagen. In einer dieser Hefte hatte ich zuvor einen Artikel über die inzwischen längst beendete Unterbringungssituation der zirka 900.000 Flüchtling gelesen. Der Autor hatte sich auf den Weg gemacht und einige Orte besucht, in denen wenige Asylsuchende seit vielleicht einem Jahr wohnen. Er gab darin die Ortsnamen mit der dazu gehörigen Postleitzahl an.

Auf seiner Deutschlandreise verschlug es den " SPIEGEL " - Redakteur Alexander Smoltczyk von Ost nach West und von Nord nach Süd und umgekehrt ( " SPIEGEL " - Ausgabe 2 / 2017, S. 58 ff. ). Er bereiste dabei die 0rte 83471 Markt Berchtesgarden ( Bayern ) , 02957 Weißkeißel ( Sachsen ), 19273 Sumte, Amt Neuhaus ( Niedersachsen ), 67454 Haßloch Baden - Württemberg ), 17358 Torgelow ( Meckelnburg - Vorpommern ), 02826 Görlitz ( Sachsen ) und 45966 Gladbeck - Zweckel ( Nordrhein - Westfalen ).

Beim Lesend es Artikels erinnerte ich mich an die Zeit, in der die Postleitzahlen in Westdeutschland noch zweistellig waren und dann hinter dieser - allerdings nur bei Großstädten, eine weitere, bis zu zwei Stellen umfassende Ziffer zu benennen war. Ab 1974 wurden es dann vier stellige Ziffern
So lautete meine einstige Adresse auch 2800 Bremen 33 oder 21 oder 1.

Schon damals prägte ich mir die 8 Postbezirke ein:
1 stand für Berlin ( West ), 2 für Hamburg, 3 für Hannover, 4 für Düsseldorf, 5 für Köln, 6 für Frankfurt am Main, 7 für Stuttgart, 8 für München. Ab 1993 wurden die Postleitzahlen dann fünfstellig, weil die Neuen Bundesländer endgültig hinzukamen.

Ab da war über Jahre eine Adressierung nur mittels eines dicken Postleitzahlenbuchs möglich. Dieses einstige Wunderwerk der manuellen Rechtschreibhilfe erhielt ich für mein Büro in Bremen über das dortige Hauptpostamt an der " Domsheide ". Eine gelbe Schwarte mit nahezu 1.000 Seiten. Alphabetisch aufgelistet, war es hierüber möglich, auch das kleinste Nest, in dem frisch wieder vereinigten " Vaterland " aufzufinden, die korrekte Schreibweise zu erhalten und auch nach dorthin - nahezu Idioten sicher - Briefe oder ähnliche Poststücke zu versenden.

Weil nach den Geburtswehen der Deutschen Wiedervereinigung so langsam auch auf der administrativen Ebene die deutsche Zuverlässigkeit, gepaart mit dem Hang zur Ordnungsliebe und der Obrigkeitsgläubigkeit einzog, garantierte die Deutsche Post AG - trotz ihrer neo - neoliberalen Privatisierungstendenzen -, dass ein Brief binnen eines Tages dem Adressaten zugeht; egal ob er in der Pampa von Bayern, Brandenburg oder bei Bremen wohnt. Das war ein revolutionärer Fortschritt. Schließlich habe ich selbst Fälle erlebt, bei denen Schriftstücke mehr als eine Woche unterwegs waren.

Die Postleitzahl macht es möglich. Als der vormalige Bundespostminister Richard Stücklen (  https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Stücklen ) sie am 23. März 1962 - hoch offiziell - einführte, war es der CDU - Meute vom Mainzer Lerchenberg ( damals dort noch sehr bescheiden in einem Flachbau untergebracht ) eine biedere, rührselige, aber sehr erfolgreiche Spielshow mit dem Tausendsassa Peter Frankenfeld, unter dem Namen " Vergißmeinnicht " ins Leben zu rufen ( https://de.wikipedia.org/wiki/Vergißmeinnicht_(Fernsehsendung).

Das Postleitzahlensystem hat sich bis heute bewährt. Auch wenn der Drang, sich vor Seinesgleichen durch exklusive, ungewöhnlich oder auch standardisierte Urlaubsreisen via Ansichtskarte zu produzieren, dem Herzallerliebste oder der Angebeteten, glühe Bekenntnisbriefe zu versenden oder die West - Ost - Fresspakete mit freundlicher Unterstützung des Fiskus, mindestens ein Mal pro Jahre, nämlich zu Weihnachten, über die Gefängnismauern transportieren zu lassen, längst nicht mehr in Mode ist, so gibt es über die riesigen Versand - und Logistikunternehmen immer noch genügend Arbeit für den Gelben Riesen.

Für eine Reihe von Dienstleistern indes geben die Postleitzahlen aber auch Auskunft über den sozialen Stand, ja, die Bonität vieler Menschen. Wer in einem Ort wohnt, in der dem die Wohltaten der geldgeilen Industriegesellschaft des 21. Jahrhunderts eher nur vorbei geschrammt sind, der wird schon allein anhand der ihm zugeteilten Postleitzahl als arme Kirchenmaus stigmatisiert. Kommen noch alter, diskriminierende Faktoren, wie Alter, Geschlecht und vor allem Einkommen hinzu, gibt es ein ungünstiges Ergebnis des  Scoring und somit kein Geld ( Kredit ).

https://de.wikipedia.org/wiki/Postleitzahl_(Deutschland)

Sgae mir, welche Postleitzahl Du hast und ich sage Dir, wer Du bist ( wie arm oder reich Du bist? ).


Ich möchte ab heute, so in unregelmäßigen Abständen, eine kleine geographische Rundreise mittels etwas ungewöhnlicherer Postleitzahlen, in diesem, unserem, doch schönen, Lande beginnen und dazu ein wenig aus dem eigenen Nähkästchen plaudern.

" The Beatles " und ihr " Mr. Postman " aus dem Jahre 1963:


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