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Samstag, 11. Februar 2017

" Der Südwind Weht " und Hans - Joachim Roedelus geht noch nicht.



Als sich in den frühen 1970er Jahren, als die Welt zwar nicht besser, jedoch noch überschaubar war, die beiden Musiker Dieter Moebius ( https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Moebius_(Musiker) )
und
Hans - Joachim Roedelius
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Joachim_Roedelius ) aus dem großen, aber einst eben geteilten Berlin, aufmachten, um in einer der tiefsten Provinzen Westdeutschlands, der Region rund um die Bergzüge Ith, Solling und Vogler, an der, sich dort durch schlängelnden Weser, musikalisch Fuß zu fassen, war längst nicht klar, ob dieses Experiment überhaupt durchführbar war.

In Forst, einem so genannten Flecken, der zu der Gemeinde Bevern zählt, die später, nämlich nach der Gebietsreform 1973, als Verwaltungszentrum der dann Samtgemeinde Bevern eingeordnet wurde. In dem schwach besiedelten ( 119 Einwohner je Quadratkilometer ), ging es vormals eher beschaulich zu. Hier, wo die Landwirtschaft den Haupterwerbsbereich einnimmt, sagen sich an einen Abenden dann Fuchs und Hase Gute Nacht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bevern_(Landkreis_Holzminden)

https://de.wikipedia.org/wiki/Samtgemeinde_Bevern

Ein gutes Feld also um aus der herrschenden Ruhe, die Kraft zu schöpfen, sich der experimentellen Musik zu widmen. Der gebürtige Schweizer Dieter Moebius traf während seines Kunststudiums in Berlin die beiden Musiker Conrad " Conny " Schnitzler und Hans - Joachim Roedelius. aus der Gruppe " Tangerine Dream " mit denen er 1969 die Formation " Kluster " gründete, die Schnitzler allerdings nach der Veröffentlichung der beiden Alben " Klopfzeichen " und " Zwei Osterei " wieder verließ. Wohl während dieses, nur sehr kurzen Zeitraums, reifte der Plan, in der niedersächsischen Einöde eine Musikkommune zu gründen.

http://www.harmonia1973.com/story/

Nachdem die beiden Anhänger der elektronischen Musik ein verlassenes Gebäude in dem Flecken Forst aufgetan hatten, zogen sie ab 1971 dort hin. Hier entstanden dann einige Alben der Band " Cluster " ( https://de.wikipedia.org/wiki/Cluster_(Band) ). Mit dem aus Hamburg stammenden Musiker Michael Rother wurden dann zwei LPs unter dem Namen " Harmonia " eingespielt, die bei dem " Brian " - Label verlegt, einen relativen, kommerziellen Erfolg erzielen konnten. Insbesondere das erste " Harmonia " - Album " De Luxe ", dass mit einem hohen Werbeaufwand bei " Brain " auf den Markt kam, war unter den Fans von Rockmusik und mehr, sehr beliebt.

Mitte der 1970er Jahre widmete sich Hans - Joachim Roedelius auch vermehrt der Formation " Cluster ", die zusammen mit dem " Avantgarde " - Musiker und Elektroniker Brian Eno einige Platten - Projekte umsetzte.
Ab 1978 verfolgte er zudem einige Solo - Projekte und stellte dann das Album " Durch die Wüste vor ". Es folgten:

  • 1979: Jardin au Fou (Studioalbum)
  • 1979: Selbstportrait (Studioalbum)
  • 1980: Selbstportrait – Vol. II (Studioalbum)
  • 1980: Selbstportrait Vol. III „Reise durch Arcadien“ (Studioalbum)
  • 1981: Lustwandel (Studioalbum)
  • 1981: Wenn Der Südwind Weht (Studioalbum)
  • 1981: Offene Türen (Studioalbum)
  • 1982: Flieg' Vogel fliege (Studioalbum)
  • 1982: Wasser im Wind (Studioalbum)
  • 1984: Auf leisen Sohlen (Kompilation)
  • 1984: Geschenk des Augenblicks – Gift of the Moment (Studioalbum)
  • 1984: Begegnungen (Kompilation)
  • 1985: Begegnungen II (Kompilation)
  • 1986: Wie das Wispern des Windes (Studioalbum)
  • 1987: Momenti Felici (Studioalbum)
  • 1989: Bastionen der Liebe – Fortress of love (Studioalbum)
  • 1990: Variety of Moods (Studioalbum)
  • 1991: Der Ohrenspiegel (Studioalbum)
  • 1991: Piano Piano (Studioalbum)
  • 1992: Cuando… Adonde (Studioalbum)
  • 1992: Frühling (Studioalbum) später wiederveröffentlicht als Romance in the Wilderness
  • 1993: Tace! (Studioalbum)
  • 1994: Sinfonia Contempora No. 1: Von Zeit zu Zeit (Studioalbum)
  • 1994: Theatre Works (Studioalbum)
  • 1995: Selbstportrait VI: The Diary of the Unforgotten (Studioalbum)
  • 1995: Vom Nutzen der Stunden – Lieder vom Steinfeld Vol. I (Studioalbum)
  • 1995: 61sechzigjahr (Kompilation, released privately)
  • 1996: Sinfonia Contempora No. 2: La Nordica (Salz Des Nordens) (Studioalbum)
  • 1996: Pink, Blue And Amber (Studioalbum)
  • 1999: Selfportrait VII: dem Wind voran – ahead of the wind (Studioalbum)
  • 1999: Amerika Recycled by America Inc (Studioalbum)
  • 1999: Vom Nutzen der Stunden – Lieder Vom Steinfeld Vol.II (Studioalbum)
  • 2000: Roedeliusweg (Studioalbum)
  • 2001: Roedelius 2001 – Orgel Solo (Studioalbum)
  • 2001: Das Verwirrte Schaf – Wort-Klang Collage zum Aschermittwoch (Studioalbum)
  • 2002: Selbstportrait VIII – Introspection (Studioalbum)
  • 2003: American Steamboat (Studioalbum)
  • 2003: Counterfeit (Studioalbum)
  • 2003: Lieder vom Steinfeld Vol.III (Studioalbum)
  • 2003: Roedelius 1969–2002 (Kompilation)
  • 2006: Works 1968–2005 (Kompilation)
  • 2007: Snapshots/Sidesteps (Studioalbum)
  • 2008: Back Soon (Kompilation)
  • 2010: Ex Animo (Studioalbum)

Aus:  https://en.wikipedia.org/wiki/Hans-Joachim_Roedelius

Das 1981 produzierte Album " Wenn der Südwind Weht ", das unter dem " Sky " - Label veröffentlicht wurde, stellt eine Fortsetzung des musikalischen Schaffens des Berliners dar. Wer die bis dato erscheinen Alben oder Tonträger, bei denen der Elektronik - Musiker mitgewirkt hat, kennt und die Stücke mehrfach hört, der könnte auf die Idee kommen, dass sich auch hier viele Loops, Klangfolgen und Töne ähneln. Nun, die Gefahr, dass sich ein Künstler alsbald wiederholt, wenn er bereits einige Zeit im Geschäft tätig ist, besteht allerdings. Es mag hier vor allem darin begründet sein, dass die computerisierte, die maschinen - gesteuerte Musik auf anderen Fundamenten steht, als der kommerzielle Schlager, der Beat oder der Pop; aber auch die Rockmusik. Die Möglichkeit, dass jene daraus hervor gehenden Lieder, die geschriebene Stücke, nicht unbedingt eintönig sind, ist nicht so häufig gegeben, wie es bei der Elektronischen Musik der Fall sein könnte.

Auf dem 1981er  Roedelius - Album finden sich diese Lieder wieder:

  1. "Wenn der Südwind weht" - 4:11
  2. "Veilchenwurzeln " - 5:01
  3. "Mein Freund Farouk " - 4:14
  4. "Mutee" - 4:11
  5. "Freudentanz" - 2:00
  6. "Goldregen" - 1:00
  7. "Auf leisen Sohlen " - 3:47
  8. "Saumpfad" - 8:30
  9. "Sonnengeflecht" - 3:25
  10. "Felix Austria" - 4:21


So beschreibt ein Musikkritker das siebte Solo - Werk des Berliners so:

"  Unbeschwert und leicht: analog-elektronische Musikminiaturen vom Elektronikpionier.
"Wo nimmt der Roedelius nur die vielen schönen Töne her?", fragt Asmus Tietchens in den Linernotes zu dieser Reissue. Eine berechtigte Frage. Hans-Joachim Roedelius, Pionier der Ambientmusik, des Krautrock, des Synthiepops, Mitglied in solch wegweisenden Bands wie Cluster und Harmonia, schwelgt auf seiner siebten Soloplatte aus dem Jahr 1981 in fremden Welten. Dies ist "Musik zum Leisehören", schreibt Roedelius auf der Plattenhülle. Und tatsächlich: Sie leise abzuspielen verstärkt den Eindruck des Außerweltlichen. Dabei ist hier nichts, was auch nur annähernd spacig oder psychedelisch wäre. Die einzelnen Stücke sind kurz, sie kommen und gehen, wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Die Musik klingt immer ein wenig wie in Watte gepackt. Roedelius erlaubt sich beim Spielen auf seiner Elektroorgel kleine Ungenauigkeiten, lässt elektrische Störgeräusche zu. Das unterscheidet die Musik ganz grundsätzlich von der präzisen und perfekten Minimal Music. Roedelius’ Musik lebt von der Improvisation, ihre Ehrlichkeit treibt einem fast die Tränen in die Augen. "




https://en.wikipedia.org/wiki/Wenn_Der_Südwind_Weht

Auch ein Hardrock - Fan durfte und darf dann und wann schon mal in einem völlig anderen Bereich herum wildern. Und - völlig undogmatisch betrachtet - sollte der Musikfreund sich dabei die Mühe machen, mehr als nur die Klänge aus den fremden Musikwelten aufzunehmen. Als der einstige WDR - Moderator Winfrid Trenkler, so ab Mitte der 1970er - in seinen Sendungen auch elktronische Musik einspielte, wurde er dafür von seinem Studioleiter angeraunzt ( " Was spielst Du da für eine Scheiße?! " ). Das ist lange her. Inzwischen hat die Musikwelt sich inzwischen längst verändert. Aus dem Nischendasein hat sich die elektronische Musik verabschiedet. Es gibt für sie eigenen Bezeichnung, wie " New Age ", "  Komische Musik ", " ambient " oder einfach nur " electronic ".  Einige Interpreten dieses Genre haben sich zudem aus dem Grundverständnis des Musikmachens verabschiedet und befinden sich in nahezu Gott ähnlichen Sphären. Sie nennen sich - irreführend - Musikavantgarde. Völlig zu Unrecht, denn ihre Interpretation aus computerisierten Klangelementen, aus dem Maschinenmusik - Bereich sind nichts anderes, als der Versuch Töne und Klänge zu erzeugen, einzufangen und dann wiederzugeben.

Wer dabei den Versuch unternimmt, sich einen übermenschlichen Status anzudichten, wird scheitern. Es ist nach wie vor nur eine verschwindend kleine Gruppe von Künstlern, die einer ebenso kleinen Fangemeinde jene Musikrichtung kredenzt, die sich wohltuend von dem Beschallungsmüll aus Schlager - Pop - und sonstiger kommerziell gesteuerter Unterhaltung, hervor tut.

Hans - Joachim Rodelius zählt dazu. Er wird demnächst 82 Jahre alt, kann damit auf ein erfülltes Musik - und Künstlerleben zurück blicken und dabei feststellen, dass seine Fans auch außerhalb Berlins, Deutschlands und Europas verstreut sind. Einige seiner Weggefährten von damals sind mittlerweile verstorben.
Dieter Moebius verstarb am 20. Juli 2015 im Alter von 71 Jahren: Conrad " Conny " Schnitzler am 4. August 2011 im Alter von 74 Jahren in Berlin; Edgar Froese am 20. Januar 2015 im Alter von 70 Jahren in Wien.

Hans - Joachim Roedelius´ " Wenn Der Südwind Weht ", indes bleibt:



    

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