Haftung für externe Links - Datenschutz

Hinweis und Belehrung

Aus gegebenen Anlass erkläre ich hier durch, dass eine rechtliche Haftung für den Inhalt externer Links - unter Anwendung der bundesdeutschen Gesetze und der Rechtsprechung - ausgeschlossen ist. Ich distanziere mich ausdrücklich von Inhalten, die mittels Verlinkung in meinen Veröffentlichungen eingebettet werden und möglicher Weise gegen Rechtsvorschriften verstoßen könnten.

Da die Verwendung von so genannten Cookies auf diesem Blog nicht erfolgt, schließe ich auch die Haftung - aus welchen Rechtsgründen auch immer - ausdrücklich aus.

Beiträge mit strafrechtlich relevanten Inhalt, wie beispielsweise Volksverhetzung, Beleidigung, üble Nachrede, Bedrohung sowie das Verwenden von verfassungsfeindlicher Symbolik, werden unangekündigt gelöscht und den zuständigen Ermittlungsbehörden zur Kenntnis geleitet.

Donnerstag, 9. Februar 2017

So habe ich den Krieg gesehen - Teil II: Oberschlesien von 1924 bis 1944



Die Woiwodschaft Opole ( Oppeln ) zeichnete sich auch vor mehr als 90 Jahren durch waldreiche Gebiete aus. Hier wurde deshalb der Jagd auf Wild nach gegangen. Deshalb hatte beinahe jeder Haushalt ein Gewehr, dass für die Jagd genutzt wurde. Auch mein Großvater Richard hatte einen solchen Schießprügel. Da er aber nur sehr selten zuhause war, stand dieser die meiste Zeit in einem abgeschlossen Schrank. Er holte ihn nur dann heraus, wenn im herbst die Treibjagd angesetzt wurde. Dann trommelten die Pächter oder Eigentümer der Waldgebiete nahezu das gesamte Dorf zusammen, um die Jagd auf Wildschweine, Rehe, Hirsche oder Hasen ablaufen zu lassen. Die meisten der Dörfler waren allerdings Treiber; nur wer ein Gewehr besaß, durfte mit den Jäger mitlaufen.

Eines Tages kam ein Waldbesitzer und Jäger in das elterliche Haus meiner dortigen Großelter Richard und Cecilie und wollte mit dem Großvater Richard einige Dinge zu der bevor stehenden Jagd besprechen. Mein Großvater Richard mochte diesen Mann nicht besonders. Er war - wie viele andere Menschen, die etwas mehr besaßen - ein arroganter und überheblicher Pinsel. Er hielt die Nase immer hoch, erwartete, dass die übrige Dorfbevölkerung ihn immer zuerst grüßten, wenn er von seinem Landgut in den Ort Niederkunzendorf mit Pferd und Wagen fuhr und erwartete von diesen auch noch, dass sie für ihn umsonst Arbeiten erledigten. So auch bei der Jagd.

Der Jäger erschien also am Haus meiner Großeltern und brachte bei seinem Besuch - wie sonst auch - seinen Jagdhund, einen relativ großen und kräftigen Rauhaardackel mit. Der Dackel war - wie sein Halter auch - ein falscher Fuffziger. Er knurrte und kläffte bei jeder Gelegenheit, versuchte auch schon mal Menschen in die Wade zu beißen und war aber sonst gut abgerichtet. Er apportierte, wenn der Halter es ihm befahl und hörte bei diesem aufs Wort.

Der Jagdhund mochte - wie sollte es anders sein - keine Katzen. Sah er diese, bellte und knurrte er ohne Unterlass und stellte ihnen auch hinterher. Bekam er eine Katze, weil diese nicht schnell genug, zu jung oder auch manchmal krank war, riss er diese in Stücke.
Als der Gutsherr und Jäger nun in das Haus meiner Großeltern eintrat, ging er sofort in die Küche, wo mein Großvater, die Großmutter Cecilie, mein Vater und dessen beide Geschwister an einem Tisch saßen und aßen. Hinter dem dort eingebauten Kamin befand sich eine Eckbank mit einem weiteren Tisch und Stühlen. Und just unter diesem Tisch lag auf einem weichen Stuhl die schwarz - weiße Hauskatze. Die Katze war ein riesigen Brocken. Vielleicht 5 1/2 Kilogramm schwer, hatte kräftige Pfoten und einen enormen Schädel mit einem ordentlichen Fang. Ein imposantes Tier, dass es locker mit Fasanen, Kaninchen oder auch dicken Ratten aufnehmen konnte und diese zur Strecke brachte.

Der Besucher sah die Hauskatze meiner Großeltern nicht, wohl aber der Dackel. Was wiederum sein Halter, der Besucher nicht bemerkt hatte. Nachdem dieser einige Worte mit meinem Großvater gewechselt hatte, bat der diesen am anderen Tisch Platz zu nehmen. Dort wollten beide dann sich wegen der anstehenden Jagd unterhalten. Dann machte der Dackelhalter einen entscheidenden, einen Sekunden später tödlichen Fehler. Er ließ seinen Dackel von der Leine. Binnen eines Wimpernschlags schoss die Töle, wie von der Tarantel gestochen auf den Stuhl zu, unter dm der dicke Kater lag. Der hatte allerdings sowohl den Besucher als auch den Köter längst registriert. Noch bevor der Jagdhund einen Versuch machen konnte, den Kater - Brocken zu beißen, hatte dieser mit der rechten Pfote, an der sich bekanntlich die Rasierklingen scharfen und stahlharten sowie nadelspitzen Krallen befinden, zugeschlagen. Der Riesenkater schlitzte damit mehr als die Hälfte des Unterbauchs bei dem Rauhaardackel auf und zerfetzte gleichzeitig das Gedärm des Hundes. Mit einem fürchterlichen Jaulen verendete der Dackel Sekunden später auf dem Fußboden unter dem Tisch.

Der Besucher starrte wie versteinert auf das tote Tier. Es dauerte einige Zeit, ehe sich der Jäger gefangen hatte, dann zeterte er los. Mein Großvater müsse ihm den Dackel ersetzten. Er solle den Kater erschießen, der sei gemein gefährlich. Und er drohte sogar, ihn von seiner Jagd auszuschließen. Großvater Richard indes blieb seelenruhig sitzen, ließ den Dackelhalter sich abregen und antwortet dann. Er, der Jäger, habe den Hund selbst los gelassen. Der Hund habe in dem Haus eigentlich nichts verloren und er werde ihm  den Hund natürlich nicht ersetzen. Zusätzlich sagte er ihm, dass er sich überlegen solle, ob er auf einen guten Schützen verzichten will. Denn mein Großvater war ein exzellenter Jäger.

Wutentbrannt verließ der Gast das Haus der Großeltern. Einige Tage später kam er mit einem neuen Jagdhund zurück und bat meinen Großvater, sich an der anstehenden Jagd zu beteiligen. Er brauche schließlich jeden Mann und einen guten Gewehrschützen alle Male.

Als mein Vater mir diese Geschichte vor langer Zeit erzählte, konnte ich es kaum glauben, dass eine Katze, einem beinahe gleich großen Hund zur Strecke bringen könnte. Doch inzwischen weiß ich es auch. Katzen sind nicht nur die perfekten Jäger, sondern sie sind viel schlauer als Menschen und oft auch Hunde. Eine Hofkatze, die nicht gerade betüdelt und verwöhnt wird, muss sich meistens die Nahrung selbst suchen und hat deshalb einen extrem starken Überlebenswillen. Sie ist zumeist sehr vorsichtig und damit in der Lage, ihre von der Natur gegebenen Sinne und Fähigkeiten in jeder Situation einzusetzen.

Dem Rauhaardackel in Kujakowice Dolne hätte diese Erkenntnis damals das Leben gerettet. Wir aber sollten dafür dankbar sein, dass nur Katzen und Menschen in vieler Hinsicht überlegen sind. Wäre es anders herum, würde das größte Raubtier der Erde bereits alle anderen Lebewesen und sich zum größten Teil selbst zur Strecke gebracht haben.

Gut´s Nächtle mit " Caravan & The New Symphonia " - Live: " For Richard ":


 

Keine Kommentare: