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Montag, 6. März 2017

Meine Schwester heißt Polyester



Die westdeutschenWirtschaftswunderjahre, kurz:  WiWu - Jahre, zeichneten sich auch dadurch aus, dass die zuvor noch darbende Nachkriegsbevölkerung, sich auch weiter als fortschritts -gläubig gebärdete und zudem - wohl auch aus Angst, dass die in dieser Ära geborenen Kinder, ihre Eltern mit der Nazi - Keule hätten malträtieren könnten - als nicht gerade affin gegenüber der eigenen Historie nach 1933 gab. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftswunder#Deutsches_Wirtschaftswunder )

Aus diesen Jahren stammt der systematische Auf - und Ausbau der chemischen Industrie. Wohlwissend, dass das rohstoffarme und zudem kastrierte Deutschland die vormals kriegsbedingt aufgebauten Chemie - Konzerne wieder benötigt, um die Binnenwirtschaft anzukurbeln, wurde in West - und Ostdeutschland auf Teufel kommt raus, Kunststoff jedweder Art produziert. Diese hielten dann sehr schnell Einzug in die Kleiderschränke der immer fetter werdenden Wohlstandsbürger ( überwiegend West ).

Da mussten bald neue Konfektionsgrößen angeboten werden. Aus den normierten 34 bis 38 bei den Damen, wurden 46 bis 52; bei den Herren aus der 46 bis 50, alsbald eine 56 bis 60.
Zudem kamen, um die steig steigende Nachfrage zu befriedigen, immer mehr Kunststoffe hinzu. Es gab da:
"  Polyacryl (Markenbezeichnung unter anderem Dralon, Orlon), Polyamid (Nylon, Perlon, Nyltest, Helanca, Tactel), Polyester (Dacron, Diolen, Trevira), und Polypropylen... "

- Zitatende - aus:
https://www.test.de/Sportunterwaesche-Synthetik-macht-das-Rennen-1121122-1121018/

Was zunächst preislich in vergleichsweise hohen Bereichen verkauft wurde, sank dann dank der ausländischen Konkurrenz und vor allem der verbesserten Herstellungstechniken in der Massenproduktion, auf beinahe Ramschniveau.

So berichtete damals " DER SPIEGEL " in seiner Ausgabe 52 / 1964 von der " Haut aus der Retorte " ( S. 98 ff. )

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46176420.html

Mehr als 52 Jahre danach hat das Hamburger Nachrichtenmagazin erneut einen Artikel über jene Kunststoff - Bekleidungsstücke abgedruckt. In seiner Ausgabe 8 / 2017 titelt er: " Die Polyesterschwemme " und konstatiert, dass mittlerweile 60 % der so genannten Fast - Fashion - Industrie - Artikel aus jenem Kunststoff hergestellt sind. Nach dem Gusto: " Mode - Bekleidung für Alle ", bieten Billigheimer, wie der irische Discounter " Primark ", aber auch " H & M " oder " C & A ", modische Kleidung für einen Appel und ein Ei an.
Nach den Schätzungen von " Greenpeace " werden jährlich ca. 100 Mrd. Bekleidungsstücke produziert. Überwiegend dann aus Polyester, da die Herstellungskosten wesentlich geringer sind.

Dank der Dumpingpreise, die damit einher gehen, kann es sich - allerdings nur durchschnittlich - jeder Bundesdeutsche leisten, 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr zu erwerben. Die Ramschware wird udem nicht nur in dem Fachhandel oder Supermarktketten, wie " Aldi ", " Lidl " und " Kaufland " angeboten, nein, es gibt sie auch bei dem Möbelhäusern von " IKEA ". Da macht Gelegenheit natürlich Liebe und der eitlen Selbstdarstellung in der ansonsten namenlosen Masse Mensch folgend, wir konsumiert bis die Schwarte kracht.

Was dabei " en vogue ", " in " oder auch " hip " sein soll, geben alsdann Modeberaterinnen im Netz vor. Darauf spezialisierte Bloggerinnen faseln zwar auf ihren Seiten nicht unbedingt von den Fasern herum, aus denen die Wegwerf - Klamotten hergestellt werden, jedoch geben sie den vermeintlichen Trend vor. Ein einträgliches Geschäft, denn je mehr Klicks diese Polyester - Seiten vorweisen können, desto höher die Werbeeinnahmen der Betreiberin. Eine Art " win - win - situation ", alle Male.

Völlig unkritisch wird auf diesen Seiten und auch You Tube - Kanälen über die vermeintlich aktuelle Mode herum palavert. Die ökologischen Seiten blenden jene " Beraterinnen " indes völlig aus. Ebenso die Tatsache, dass die meisten Bekleidungsstücke aus armen Staaten dieser Erde stammen, in denen Hungerlöhne für die Näherinnen und anderes Personal bei der Herstellung sowie den Versand der Ramschware gezahlt werden, womit ein extrem hoher Ausbeutungsfaktor entsteht.

Zudem sind die ökologischen Folgen dieser Massenproduktion kaum vorhersehbar. Die aus konventionellen Polyester hergestellten Klamotten zersetzen sich im Schnitt erst nach 50 Jahren. Da sind die sie anpreisenden Bloggerinnen - wenn noch unter uns - bereits im Renten - und Großmutter - Alter.

Dank des " SPIEGEL " - Artikels ( a.a.O., S. 56 ff. ) fiel mir der Loriot´sche Film " Ödipussi " aus dem Jahr 1988 ein. Da versucht sich die alternde Diplom - Psychologin Margarethe Tietze ( wie immer eindrucksvoll gespielt von Evelyn Hamann ) bei ihren Kontaktversuchen zu dem Ödipus Paul Winkelmann ( Loriot = Vicco von Bülow ) unter anderem mit einer Sangeseinlage in einem Kabarett, in der sie einen Fauxpas produziert: ( („Meine Schwester heißt Polyester, die lutscht nun schon bald neun Jahre immer dasselbe gelbe Plastikpüree“).

https://de.wikipedia.org/wiki/Ödipussi





Aja, die Schwester " Polyester " und die Billig - Mode - Zippen aus den Jahren 2000 ff. Ein ewig währendes Ärgernis, denn wenn 60 Kleidungsstücke, bei einer Stärke von vielleicht 2 cm,je Teil, jährlich gekauft von mehr als 82 Millionen Bundesdeutschen, einen Berg von  984.000.000.0 cm = 98.400 Km ergeben, könnten die Klamotten, aneinander geknüpft, mehr als 2 Mal um die Erde gespannt werden. Dank Polyester und alledem.

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