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Dienstag, 11. April 2017

Totentanz



Der Bewohner, der mit mehr als 7,5 Milliarden Menschen überbevölkerten Erde, könnte ja viele Abläufe in seinem Leben selbst bestimmen. Kann er, darf er aber nicht. Zudem gibt es allerdings Ereignisse, die er nicht direkt beeinflussen kann. Dazu zählt zweifelsohne der Zeitpunkt, an dem er sein irdisches Dasein aushaucht.

Da hörte ich am Sonntag bei " MDR aktuell " einen Bericht über die ungezählten, weil nicht offiziell registrierten Toten, die auf der Flucht über die einstige, die sogenannte Balkan - Route, ums Leben kommen bzw. gekommen sind. Nachdem die von diesem Elends - Treck betroffenen Länder, Kroatien, Serbien und Slowenien ihre Grenzen bereits einige Monate nach dem Flüchtlingsansturm geschlossen hatten, folgte vor etwas mehr als einem Jahr auch Mazedonien. Besonders nach der Grenzschließung starb eine Vielzahl von Menschen bei dem Versuch, dennoch über dieses Land in Richtung Österreich, Deutschland oder sogar Schweden zu gelangen.

Die Flüchtlinge ließen ihr Leben bei verschiedenen Unfällen. Während des Marsches entlang der Bahnstrecken wurden sie von einem Zug erfasst. Bei dem Überqueren von Gewässern ertranken sie. Oder sie erfroren während der Wintermonate. Kein schöner Tod ( wenn es diesen überhaupt gibt? ).
Die Landesbehörden jener Staaten indes machten mit den Verstorbenen kurzen Prozess. Sie verscharrten die Toten zum Teil  an jenen Orten, an denen sie vorgefunden wurden. Einige zeigten sich indes humaner. Sie ließen die Toten anonym auf Friedhöfen beisetzen.
Mögliche Angehörige versuchten die Behörden dieser Länder erst gar nicht zu ermitteln.


http://www.sueddeutsche.de/politik/balkanroute-mazedonien-schliesst-seine-grenze-1.2899886

Diese Staaten gehören zum Teil der EU an. Da muss die Frage erlaubt sein, wo hier die Erfüllung jener Verpflichtungen bleibt, die sie mit Eintritt in diese Staatengemeinschaft eingegangen sind?
Ein Stück geschlachtetes Vieh in Deutschland verursacht mehr Verwaltungsaufwand, als ein toter Unbekannter in diesen Ländern. Auch wenn wir das Jahr 2017 schreiben, hat sich dort wohl eher die Barbarei aus dem Mittelalter breit gemacht.

So ergeht es zum Teil auch den vielen Toten in der Heroin - Metropole Middletown im US - Bundesstaat Ohio. Die Stadt liegt 60 Kilometer von Cincinnatti, im mittleren Westen des Riesenlandes. Einst zählte sie zu den Boomtowns. Der US - Stahlproduzent " Armco Steel " ( heute " AK Steel " hatte hier ein gigantisches Werk aus den Boden stampfen lassen. Hiervon und damit leben / lebten seit 1899 Zehntausende Menschen und dieses nicht nur in der Stadt selbst.

Als die Weltwirtschaft, aber auch die amerikanische Ökonomie, starken Schwankungen unterworfen war, entließ der größte Arbeitgeber in dieser Stadt Tausende Mitarbeiter. Ein langsames, aber dafür stetiges, wirtschaftliches Siechtum begann.

Die Stadt verlor dabei nicht nur mehr als 3000 Einwohner, sondern viele Menschen, die sich dank der Arbeit in dem Stahlwerk zur so genannten " upper middle class " zählen durften, verarmten. In vielen Familien bildete sich damit ein Kreislauf aus Perspektivlosigkeit, Gewalt und Drogensucht.
Seit einigen Jahren nennt sich diese Sucht Heroin. An diesem Gift sterben in der Stadt jährlich mehr Menschen als an einem natürlichen Tod. Ein Schuss ist inzwischen für 10 Dollar erhältlich. Aber nicht nur das Heroin gehört zu jenen Drogen, die hier von einer Vielzahl Abhängiger konsumiert werden. Es gibt Alkoholkranke und Barbiturat - Abhängige oder Medikamentensüchtige.

In einem Nachbarort jenseits des Ohio River starben im vergangenen Sommer 28 Menschen an einer Überdosis Heroin.

 Vgl. " DER SPIEGEL " , 14 / 2017, S. 102 ff

Middletown ist aber nur ein kleiner Ausschnitt jenes Teils der US - amerikanischen Gesellschaft, deren Widersprüche mit jedem Jahr weiter offen zu Tage treten. Die " AK Steel " - Werke sind zu einer Industriebrache, zu einer Ruine verkommen. Wer hier herum noch wohnt, in einem jener herunter gekommen, typischen Holzhäusern mit identischen Vorgarten, der einst gepflegt war, zählt zu den Absteigern. Das weiße Prekariat schreibt auch hier seine eigene Geschichten.
Hier regt sich kaum noch Leben. Die Menschen verharren in einer von der Sucht bestimmten Lethargie. Sie schaffen es nicht mehr, der Stadt den Rücken zu kehren, weil die Drogenabhängigkeit sie lähmt. Das Heroin und die anderen Giftstoffe den Körper langsam von innen zerfressen. Was folgt ist der Tod.

Die gestorbenen Flüchtlinge in Mazedonien, auf der jetzt abgeschotteten " Balkan - Route " indes hatten noch Hoffnung. Sie verließen ihre Heimat, weil dort Krieg herrscht. In Europa sind sie unerwünscht, deshalb wurden die Grenzen abgeriegelt und scharfe Grenzkontrollen eingeführt. Die Konsequenz waren - wie vor vielen Jahren vor dem Inkrafttreten des " Schengen " - Abkommens schon immer - Kilometer lange Blechkolonnen und mehrstündige Wartezeiten bei der Einreise und Ausreise in ein Nachbarland. Die Politik hat - einige Monate vor beginnt der Sommerferien - die Grenzkontrollen zurück gefahren. Die Urlauber, die jene Milliarden an Devisen für diese Länder einbringen, sie sollen nicht vergrault werden.

Die an den Grenzen fest gehaltenen Flüchtlinge indes, wollen diese Ländern immer noch nicht einreisen lassen. Sie sind unerwünscht, weil sie angeblich nur Probleme und hohe Kosten verursachen. Trump aus den USA will sie aber auch nicht. Deswegen wurde er ja auch von mindestens einem Wahlberechtigten in der weißen Unterschichtsfamilie in Middletown und anderswo in dem riesigen Land zum Präsidenten gewählt. Würde er diese vor dem Krieg fliehenden Menschen in Middletown ansiedeln? Nein. Vielleicht wäre es aber eine Chance. Er lässt aber lieber die Heroin - Süchtigen dort weiter herum vegetieren. Das sind seine Wähler gewesen. Das sind die wahren US - Patrioten. Weiß bleibt eben weiß und Syrer bleibt Syrer. Der Weiße fixt, schnupft und schluckt sich zu Tode. Der Syrer flieht in den Tod.

Totentanz in Middletown und an der mazedonischen Grenze.

" Black Sabbath " - " War Pigs ":






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