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Montag, 22. Mai 2017

Das Erdbeer - Mädchen aus Odda


An einem warmen Junitag des Jahres 1988, auf der großen Reise von Bad Eilsen zum Nordkap, gelangten wir in das südwest - norwegische Städtchen Odda. Der Ort liegt an der Eingangspforte zum Hochplateau Hardangervidda, das sich über 8.000 Km² rund um die Fylke Buskerud, Hordaland und Telemark erstreckt.

Bevor uns der Weg in Richtung Nordern weiter führte, machten wir an jenem warmen Junitag in Odda Station. In der inzwischen auf 7.000 Einwohner angewachsenen Städtchen war gerade Wochenmarkt. Einige Bauern und Händler hatten ihre Holzstände aufgebaut und boten diverses Obst und Gemüse an.

Ich parkte unseren italienischen Lastenesel irgendwo auf einer Freifläche und so konnten wir uns das interessante Treiben ein wenig genauer ansehen. Beim Flanieren durch die Marktstände entdeckten wir einen winzigen Stand, an dem eine Schülerin Erdbeeren anbot. Ein Korb sollte 5 Norwegische Kronen = 1,25 DM kosten. Ein Spottpreis und deshalb langten wir gleich zu. Ich kramte aus meinem Brustbeutel einige Münzen hervor und zählte sie bis 5 NKR ab. Dann ging ich zu der Erdbeer - Anbieterin. Sagte ihr auf Englisch, dass ich einen Korb kaufen möchte und übergab ihr die 5 Kronen. Ihr Gesicht, dass von einer Vielzahl von lustigen Sommersprossen gekennzeichnet war,erstrahlte.

Auf einem Pappschild, dass neben dem Holztischchen stand, hatte das Mädchen einige Erdbeeren und ein lustiges Gesicht mit vielen Sommerprossen gemalt. Unterhalb des gezeichneten Gesichts stand " jordbær " Ich schaute sie nochmals an. Sie sah ein wenig wie Astrid Lindgrens " Pippi Langstrumpf " aus. Dann zeigte ich auf das Pappbild und danach auf sie selbst. Sie lachte und nickte heftig. Ein älterer Mann hatte uns beobachtet und kam jetzt auf uns zu. Er sprach uns zwar auf Norwegisch an, aber in seiner Frage kam eben das Wort " jordbaer " vor. Ich schaltete sofort und antworte ihm in Englisch und sagte nur " Five ". Dabei hielt ich die rechte Hand mit 5 gespreizten Fingern hoch. Er schüttelte nur den Kopf , drehte sich um und ging.

Wir begaben uns wieder zu dem Wohnmobil, stellte innen den Klapp - Küchentisch hoch, holten drei Teller heraus und begannen die leckeren Früchte zu entstielen. Dann wurden die 2, 5 Kilogramm Erdbeeren gründlich in einer Schüssel abgewaschen, etwas gezuckert und auf die drei Teller verteilt.

Lecker, lecker, lecker!

Sie waren jede Krone wert.

Kein Wunder, denn das Hordaland (https://de.wikipedia.org/wiki/Ask_(Hordaland)#Neuere_Geschichte ) ist als Anbaugebiet für jene roten Feldfrüchte nicht nur regional ein Begriff. Nach dem köstlichen Zwischenmahl starteten wir in Richtung Kinsarvik und Fagerness zum Bergmassiv Jotunheimen.
Über die ungewöhnliche Begegnung in Odda sprachen wir abends beim Essen noch.
Warum hatte sich der Alte so aufgeregt?

Jahre später wurde mir der Grund klar. Die Norweger verdienten damals wesentlich weniger als Deutsche oder Engländer. Das hat sich durch den enormen Ölboom und die globalen Handelsbeziehungen des Landes längst geändert. Ein Assistenzarzt verdient in Norwegen 6.350 Euro brutto je Monat; eine ausgebildete Pflegekraft 4.630 Euro monatlich. Die Löhne und Gehälter in Norwegen liegen mittlerweile durchschnittlich bei 75.000 Euro p.a. In Deutschland kommen wir lediglich auf 30.000 Euro.

Tja, dann dürften Erdbeeren wohl jetzt 5 Euro ???  oder nur ( 10 NRK ??? )  je 2,5 Kilogramm - Korb kosten?

Vielleicht!   Wenn dem so wäre, immer noch billiger als aktuell bei uns!

Gut´s Nächtle mit den " Cranberries " und " Zombie " - Live 1999


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