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Dienstag, 4. Juli 2017

Blähende Landschaften


 Es muss im 2010 gewesen sein, als eine Schreiben des hiesigen Energieversorgers im Briefkasten lag. Darin wurde uns mitgeteilt, dass die Gas - und Wasserleitungen ab November erneuert werden und eine Einverständniserklärung zum Betreten des Grundstücks hierfür erforderlich sei. Nach reiflicher Überlegung kamen wir zu dem Entschluss, dass wir unseren mühsam und mit Herzblut angelegten Vorgarten von diesen Vandalen nicht umpflügen lassen werden.
Der November des Jahres nahte und die Straßenarbeiten begannen.

Wie befürchtet, kam der Wintereinbruch wenige Wochen später und die Arbeiten ruhten und ruhten und ruhten. Hoch offiziell bemerkte die Drewag, dass die Anschlussarbeiten in diesem Jahr nicht mehr fertig gestellt werden könnten. Ach, wer hätte das nicht gleich gedacht?Die aufgebuddelte Straße blieb für den Durchgangsverkehr weiterhin gesperrt. Dieses hatte den riesigen Vorteil, dass unsere nachbarschaftlichen Raser nun einen kleinen Umweg fahren mussten.

Es schneite, es fror, es windete bis Februar. Dann erst konnten die Erdarbeiten weiter gehen. Doch zwischenzeitlich benötigten wir unsere Holzpellets für die Heizungsanlage. Die Straße war aber in dieser Form für einen LKW nicht passierbar. Was also tun? Nun, ich besann mich meines juristischen Handwerks und drohte der Stadt und hier dem Straßenbauamt mit einer Einstweiligen Verfügung, wenn der LKW am Liefertermin nicht vor das Grundstück fahren könne.

Da sah ich mit Genuss, bei Minustemperaturen draußen und einer wohligen Wärme von mindestens 19 Grad in meinem Büro, springen, hüpfen und laufen, um die Straße bis vor dem Grundstück wieder befahrbar zu bekommen. Einige der Knilche hatten zuvor eine große Klappe als ich sie auf die ewig andauernden Bauarbeiten ansprach. Jetzt hüpften sie, wie junge Hasen im Vorfrühling auf und ab. Die Baumaschinen jauchzten, die Kerle schwitzen und die hart gefrorene Erde wanderte. nahezu wie von Zauberhand, zur Verfüllung der aufgerissenen Straße in die Baugrube.

Das ist inzwischen fast 6 1/2 Jahre her.

Aber der Zustand der einstreifigen Straße hat sich nicht verbessert. Die Kloppertruppe aus der Nähe von Hainichen, hinterließ den Gehweg in einem verschlimmbesserten Zustand. Im Sommer sprießen bis zur Wiesbadener Straße, dem Avus von Dölzschen, überall Grasbüschel, Unkräuter und Moose. Ab Mai ist dann auf den katastrophal aussehenden Flächen Blütefest. Im Winter allerdings, wenn alles Grau in Grau bleibt, hebt sich wie von selbst der Gehwegbelag und türmt sich zu einer Art Sächsische Schweiz in Miniatur auf. Es wölben sich großflächige Teile vor dem Grundstück zu einem asphaltierten Buckel auf. Eine Gefahr für jeden Fußgänger. Als in einer dieser Stolperkanten mein Schneeschieber immer und immer wieder jäh gestoppt wurde, platzte mir der Kragen.

Ich schrieb der verantwortlichen Stelle des Straßenbauamtes eine Mail, in der ich den unhaltbaren Zustand des Gehwegs kritisierte. Wie schon einst bei dem schriftlichen Hinweis, dass der Wildwuchs auf dem Gehwegbereich gegenüber dem Hausgrundstück Nummer 1 zu einem sommerlichen Slalomlauf für alle Fußgänger gerät, weil Daumen dicke Ranken der Brombeerhecke in die Fläche hinein wuchern, erfolgte eine Reaktion auf meine Eingabe.
 Ein Sachbearbeiter teilte mir mit, dass die Drewag als verantwortlicher Bauherr mit der Überprüfung und der Beseitigung der Schäden gebeten worden sei.

Die Zeit verging. Von dem Energieversorger, der sich ansonsten mittels reißerischer Eigenwerbung, eine Nähe zum Kunden und Dresdner Bürger ans Revers heftet, ward niemand gesehen.

Das Jahr verging, die Blähungen auf dem Gehwegasphalt wurden größer. Und sie wuchsen von jahr zu Jahr, von Winter zu Winter. Bei knackigen Frost sprengte das längst gefrorene Wasser in den aufgeplatzten geflickschusterten Bereichen die Decke auf und führte zu weiteren Schäden.
Als im Winter des vergangenen Jahres die Asphaltblähungen eine dramatische Form annahmen, reichte es mir erneut.

Ich schrieb der Behörde erneut eine Mail und drohte mit juristischen Schritten. Nun kam Bewegung in die Chose. Ein Absperrtrupp setzte mehrere Warnbaken auf den sich wölbenden Asphalt. Zudem wurden zwei Warnlampen angebracht. Das war´s.

Die Monate vergingen. Ich wurde ungeduldig und schrieb erneut eine Mail. Da ein Zeitpunkt für die Sanierungsarbeiten nicht genannt werden konnte, setzte ich dem Amt eine Frist.

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem Ihre Mitarbeiter die von mir angezeigten Schäden auf dem Gehweg des o.a. Bereichs lokalisiert und mittels Warnbaken unzugänglich gemacht haben, stellt sich mir die Ihrerseits noch nicht beantwortete Frage, in welchem Zeitraum Sie gedenken, diese nicht unerheblichen Beeinträchtigungen in einem öffentlich, unbeschränkt nutzbaren Bereich, zu beseitigen. Ich weise nochmals nachdrücklich daraufhin, dass auch der derzeitige Zustand ein Gefahrenpotenzial für jedweden Verkehrsteilnehmer darstellt, weil die älteren Fußgänger, die sich zum Teil durch Gehilfen fort bewegen müssen, die Straße nutzen müssen.

Einer Klärung der Angelegenheit darf ich deshalb bis zum

10. 07.2017

entgegen sehen.


Mit freundlichen Grüßen "


Dann schrieb mir die Leiterin der Straßenaufsichtsbehörde folgendes:

" Ihren Hinweis, dass die Gehbahn derzeit unzugänglich ist, haben wir im Rahmen einer Vor-Ort-Begehung und Kontrolle unserer Absperrung überprüft. 
Nach Kenntnis der Schadstellen, vielen Dank für die Meldung, haben wir als Sofortmaßnahme die Absicherung durch Warnbaken vorgenommen. 
Die Baken wurden gestellt, um eben auf die Gefahr, die derzeit an zwei Stellen im Bereich der HNr. 8 durch erhobenen Asphalt besteht, aufmerksam zu machen. 
Eine Einengung der Gehbahn war damit leider unabdingbar. Sofern der Gehweg mit der im öffentlichen Verkehrsraum gebotenen Vorsicht begangen wird, ist eine sichere Nutzbarkeit durchaus gegeben. 
Wir haben auch Verständnis dafür, dass Sie auf eine kurzfristige Lösung hoffen. Der Instandsetzungsbedarf öffentlicher Verkehrsflächen ist aber weitaus höher, als finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Es ist deshalb unabdingbar, den Zustand des reparaturbedürftigen Verkehrsnetzes laufend zu analysieren und zu prüfen, ob erhöhte Unfallgefahr besteht oder gar die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Auf Grundlage dieser und weiterer Kriterien, etwa der verkehrlichen Bedeutung der Straße, erfolgt die Bewertung über Rang- und Reihenfolge. Ein entsprechender Reparaturauftrag wurde bereits ausgelöst, jedoch ist uns leider nicht möglich eine diese genau zu terminieren. 
Auch wenn unsere Stellungnahme Ihrem Anliegen sicherlich nicht in vollem Umfang gerecht wird, hoffen wir auf Ihr Verständnis, dass sich der Gehbahnzustand aus den benannten Gründen kurzfristig nicht verändern lässt. 
Die Absperrung wird von uns in regelmäßigen Abständen kontrolliert. 
Für evtl. Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

 
( Sperrung d. Namens d. mich - sic. )

Leiterin Straßenaufsicht "



Aha, also ein Reparaturauftrag ist nun endlich, nach mehr als 6 langen Jahren, in denen Kohl´s " Blühende Landschaften " sich auch hier zu " Blähenden Landschaften " verwandelten, ausgelöst worden.

Wenn dieser solange auf sich warten lässt, wie Kohl und Merkel´s  Kanzlerschaft, dann könnte sich der Gehweg hier bald in einen Garten Eden verwandeln. Wir bräuchten nur noch den Mund aufmachen und das Mana, die edlen Früchte und der Honig fließen sofort in den Mund.


" Aardvark " und " I Can´t Stop " aus:  " Aardvark Nova " - 1971:





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