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Freitag, 28. Juli 2017

Das Ende einer Kaffeefahrt.



Was ein Durchschnittsbürger unter einer Kaffeefahrt zu verstehen hat, dürfte schnell erklärt sein: Unter einem Vorwand werden vermeintlich Gratisartikel - und Gewinne sowie kostenfreie Verpflegung zur Verfügung gestellt, um dann - überwiegend - Rentner mit einem Bus zu einer Fahrt an einem - zumeist - unbekannten Ort zu transportieren, wo in einem - überwiegend - einfachen Gasthof im Verlaufe einer Verkaufsveranstaltung sodann diverse Artikel zu vollkommen überhöhten Preisen angeboten werden.

  https://de.wikipedia.org/wiki/Kaffeefahrt

Ähnlich der ab 1953 in Westdeutschland durchgeführten Butterfahrten nach Helgoland, innerhalb derer dann in dem so genannten " Duty Free Shop " an Bord oder später auf der Insel, zollfreie Ware, wie eben Butter, Kaffee und Zigaretten, aber auch Alkoholika oder Parfüm kredenzt wurden, handelt es sich bei den Kaffeefahrten um reine Kommerzveranstaltungen.
Die Butterfahrten sind ab 1999 nicht mehr als Reiseveranstaltung im Programm von Busunternehmen, wohl aber Kaffeefahrten.

Heute berichtete der Spartensender " Phoenix " in einer Sendung über die kriminellen Machenschaften der unzähligen Unternehmen, die mittel Hochglanz - Einwurfblättchen, jene Klientel zu locken versucht, von der sie überzeugt sein kann, dass diese besonders empfänglich für systematische Betrugsmaschen ist: die Rentner, Pensionäre und vor allem die Alleinstehenden.

Unter dem Titel " Einsame Ermittler - Allein gegen die Kaffeefahrten - Betrüger " berichtet Marion Försching über jenen Bereich in der Konsumgesellschaft, der aufgrund der dort herrschenden, kriminellen Machenschaften, Jahr für Jahr einen riesigen Umsatz verzeichnen kann.
In dem Filmbericht geht es aber nicht nur um das Aufdecken von Straftaten, sondern auch um das Hinterfragen, warum es immer wieder und immer noch ältere Menschen gibt, die diesen Bauernfängern auf den Leim gehen.

Meistens ist es die Einsamkeit, das eher einförmige, auch freudlose Leben, das den Teilnehmern an diesen Fahrten den Anlass gibt, sich in einen jener vielen Busse zu setzen, der sie sodann in die Fänge von Abzockern treibt.

Der ehemalige Polizist Hermann Kipnowski kämpft seit vielen Jahren gegen die Kaffeefahrten - Mafiosis, die es glänzend verstehen, trotz des nachgewiesenen, systematischen Verstoßes gegen Strafgesetze, immer wieder neue Kunden anzulocken und sie zu prellen. Vielleicht kämpft er diesen einsamen Kampf auch, um seinem Leben noch einen fassbaren Inhalt zu geben. Zu seinen Kindern hat der vormalige, jetzt alleinstehende Polizeibeamte kaum Kontakt. Warum auch immer sich dieses so entwickelt hat, seine jetzigen Bezugspersonen sind die vielen Betrogenen und Betrüger. Der Beitrag zeigt aber auch auf, dass es trotz der neuen Kommunikationstechniken möglich ist, auf diese, eher alt bewährte Betrugsmasche, den älteren Menschen viel Geld für wertlose Dinge zu entlocken.

  https://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/einsame_ermittler/2464581?datum=2017-07-28


Die in dem durchaus solide gemachten Fernsehbericht aufgezeigten Machenschaften der Kaffeefahrten - Betrüger waren mir allerdings längst, sehr gut bekannt.

Wir schreiben das Jahr 2002. Über einen Mandanten erhielt ich einen weiteren Rechtsfall, bei dem es um ein Darlehn geht, dass eine Frau, die eben als Assistenten bei einer dieser vielen Kaffeefahrten - Werbefirmen tätig ist, einem einstigen Lebensgefährten gewährt hatte. Es ging dabei immerhin um 12.000 DM. In der damaligen Zeit, eine Menge Geld, die nicht jeder so ohne weiteres auf der hohen Kante hatte. Die Mandantin sehr wohl. Deshalb stellte ich mir die Frage, woher sie dieses Geld hergenommen haben könnte. Eine ungelernte jüngere Frau, die einem Inhaber einer kleinen Firma, die just jene Betrugsfahrten durchführt, sowie weiteren dort tätigen, so genannten Sprechern, die den Betrugsopfern während der Veranstaltung durch pausenloses Gequassel einen Knopf an die Backe labern, lediglich assistierte?

Die Antwort auf diese Frage gab mir die Mandantin bald selbst. Sie war zu dieser Zeit noch mit einem rumänisch - stämmigen Mann verheiratet, den sie in den Nachwendejahren kennen gelernt und dann pro forma geheiratet hatte, damit dieser eine Aufenthaltserlaubnis und später ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten konnte. Dafür zahlte er locker 10.000 DM. Die er wiederum als Sprecher bei einer dieser Kaffeefahrtenfirmen verdiente. Der als Freiberufler dort geführte Mann der Mandantin, erhielt pro Woche knapp 8.000 DM Umsatzbeteiligung von der Firma.  Da die Beiden längst wieder getrennt lebten, musste der in Dresden - Gompitz wohnende Mann der Mandantin zunächst Unterhalt zahlen, was bei diesem Verdienst natürlich ein erkleckliches Sümmchen ergab.

Von ihrem jetzigen Job allein konnte Claudia S. , die in Weimar geboren wurde und deren Eltern dort - zu DDR - Zeiten - an dem Schauspielhaus tätig waren - nicht leben. Da die Eltern nach der Wende arbeitslos wurden, unterstütze sie diese mit Geldüberweisungen aus Bremen. Zudem erzählte sie mir von den vielen Firmen, die rund um Vechta  ihr Unwesen als Kaffeefahrten - Veranstalter trieben. Immerhin wurde auch sie dabei fürstlich belohnt. Anderenfalls hätte sie sich eine relativ teure Wohnung in Bremen nicht leisten können.

Anhand ihrer Schilderungen konnte ich mir ein gutes Bild über die Abläufe bei diesen Abzock - Veranstaltungen machen. So verdienten nicht nur die beiden, vor Ort als Verkäufer fungierenden Männer, pro Fahrt um die 2000 DM, sondern die Firma selbst - nach Abzug der Kosten für den Einkauf des billigen Schunds, dass allesamt aus den Niederlanden stammte, mindestens das 10fache.

Wie heißt es so schön im Volksmund? " Und ist der Handel noch so klein, so bringt er mehr als Arbeit ein. "
Und weiter: " Mit ehrlicher Arbeit wird man nicht reich. "

In diesem Sinne:

Gut´s Nächtle mit
" Captain Beyond " und " Dancing Madly Backwards " - 1972:





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