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Sonntag, 23. Juli 2017

Spät - teutonische Dekadenz?



Es regnete heute Morgen schon wieder. Nach der heißen Julitagen, eine Abkühlung. In Berlin und Brandenburg fiel diese allerdings etwas zu heftig aus. Durch sintflutartige Regenfälle liefen Hunderte von Kellern und Wohnungen voll Wasser. Bei uns indes gab es nur normale Niederschläge. Weil es aber dadurch kühler wurde, war an ein Sonntagsfrühstück auf der Terrasse nicht zu denken. Somit fand es wieder in der Küche statt. Während meine bessere Hälfte ihren Kaffee trank, das Frühstücksei aufklopfte und ein aufgebackenes Brötchen schmierte, erzählte sie mir von dem Telefonat mit ihrer Tante am gestrigen Abend.

Darin schilderte diese, dass ihre älteste Enkeltochter das vor zirka einem Jahr in einer bayrischen Stadt begonnene Studium hat unterbrechen müssen. Sie sei erkrankt. Nun, ja, das kann durchaus passieren. Krankheit ist eine unangenehme Sache. Als ich dann aber hörte, dass die Nichte wegen eines Burnout - Syndroms pausieren muss. Bournaout im Studium, im 2. Semester? Wir diskutierten alsbald über mögliche Ursachen dieser Erkrankung. Es soll ja hauptsächlich mit einer persönlichen Lebenskrise oder auch mit anhaltenden Stress in Verbindung stehen.

Lebenskrise bei einer 21jährigen? Gut, das kommt heutzutage alle Male vor. Doch die Umstände in denen sich die Nichte R. befindet, könnten idealer wohl nicht sein. Okay, die Eltern sind seit Jahren geschieden. Aber der Vater steht beruflich und auch finanziell glänzend da. Er unterstützt die Studentin, also seine Tochter, ständig.
Dieses sieht so aus, dass ein Segelschein auf dem Starnberger See bezahlt wurde, ein mehr als einjähriger Neuseeland - Aufenthalt ermöglicht werden konnte, der sich dem eher holprig abgelegten Abitur folgte und hiernach ein Appartement in der Ausbildungsstadt zur Verfügung gestellt wird, dass der Herr Papa zuvor gekauft hatte.
Da kann Frau doch nicht meckern. Oder?
Also an dem Vorliegen einer persönlichen Lebens - oder Identitätskrise mag es wohl nicht liegen.

Bliebe noch der Hauptfaktor jedweder schulischen Ausbildung und von Prüfungen, der Stress. Nun, auch hier ist dieses eher relativ zu sehen, denn es lässt sich auch heute noch wesentlich leichter studieren, wenn man/frau nicht noch jobben muss. Dennoch scheint es wohl hier so zu sein, dass Studentin R. mit den Anforderungen des Studiums nicht klar kommt. Der Körper und der Geist reagieren auf Drucksituationen sehr unterschiedlich. So gibt es Menschen, die erst in diesen Lagen zur Höchstform auflaufen und die Anforderungen, die an sie gestellt werden glänzend meistern. Dann sind jene zu nennen, die unter Leistungs - und Anforderungsdruck eher gehemmt arbeiten und darauf vielleicht panisch reagieren. Und es gibt viele Menschen, die schlichtweg versagen. Die in den berühmten Sack hauen oder sich einigeln, das Problem, den Druck versuchen auszusitzen und in extremen Fällen erkranken.

Letzteres dürfte bei der Nichte R. gegeben sein.

Jetzt nimmt sich Frau Studentin R. somit eine Auszeit. Sie wird sich eventuell überlegen, ob das gewählte Studium für sie überhaupt der richtige Weg in eine berufliche Zukunft ist. Oft kommen dann diese Erkenntnisse spät, manchmal zu spät. Eine Berufsausbildung, eine Lehre, wird hier wohl eher die bessere Lösung, der gangbarere Weg zu einem Ziel sein?
Wie dem auch sei, R, nimmt sich eine Auszeit. Sie wird möglicherweise vorübergehend zu ihrem Vater zurück kehren, nachdem die Mutter, die in der Nähe von München wohnt, das seit letztem Jahr frei gewordene Zimmer untervermietet hat. Die Mutter benötigt nämlich die Mieteinnahme hieraus um selbst über die Runden zu kommen.

Die 15.000 Euro als Gebühr für das sechssemestrige Studium sind zwar noch nicht verloren, aber auch eine privat geführte Fachhochschule wartet nicht ewig auf ihre Studenten und Studentinnen; bis diese sich in solchen Fällen irgendwann vielleicht - mal sehen, keine Ahnung, weiß nicht  - entschieden haben, ob sie die Ausbildung fort setzen.

Manchmal ist es besser, ein junger Mensch greift nicht zu den zu hoch hängenden Trauben, weil er nämlich dabei abstürzen kann. Doch in der heutigen Zeit, in der der Schein, das Blendwerk, was um sich selbst aufgebaut wird, eher etwas darstellen soll als ein solider Berufsabschluss, wird von Seiten der Eltern mehr in die Fähigkeiten der eigenen Brut hinein interpretiert, als tatsächlich vorhanden ist. Der Leistungswille kann dadurch gehemmt werden. Es kann dabei zu einer Blockade kommen.
Dann helfen auch keine elterlichen Ratschläge mehr und schon gar nicht materielle Wohltaten, wie es hier der Fall ist.

Wenn die Eltern zudem einem Konsum - Fetisch erlegen sind, der im eigenen Dasein dazu führt, dass mangelnde Intelligenz und die Fähigkeit zum Erziehen damit kompensiert wird, und dieses dann noch auf den eigenen Nachwuchs projizieren, können die Folgen fatal sein. Oder, um es in den abgewandelten Worten des inzwischen verstorbenen Ex - Bundesaußenministers und FDP - Parteivorsitzenden Guido Westerwelle zu formulieren:
" Wer den Kindern ein leistungsfreies Leben vorgaukelt, lädt zur spät - teutonischen Dekadenz ein! "

" Zone Six " mit " Babapaptantramanta " - Album " Split Thing " - 2012:

Vor allem aber: Papa - Tanta!



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