Tag der Deutschen Einheit 2026, der Versuch eine Bilanz zu ziehen
Der heutige Samstag ist ein Feiertag. Es dürfte der 36. Tag der Deutschen Einheit sein, den die ehemalige Kohl‑Regierung hat lassen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Tag_der_Deutschen_Einheit
Die hierzu üblichen Feierlichkeiten werden in diesem Jahr in der Freien Hansestadt Bremen abgehalten. Bremen darf diese turnusmäßig ausführen lassen. Das geschieht zum 3. Mal ( 1994, 2010, 2026 ).
Nicht nur in diesem Jahr stellt sich die Frage, ob dieser Feiertag anlässlich der deutschen Wiedervereinigung überhaupt als solcher begangen werden soll. Dieses umso mehr, als dass sich Deutschland mehr denn je - nicht nur politisch – als weiterhin zweigeteilt darstellt. Die als Wirtschafts - und Währungsunion den ehemaligen DDR - Bürgern angepriesene Konstruktion des wiedervereinten Deutschlands hatte überwiegend westdeutsche Nutznießer.
Vielleicht hat die Mehrzahl der ab 1990 Abgewickelten sich danach als Bürger zweiter Klasse gefühlt. Es mag auch sein, dass dadurch der unisono latente Hang zu rechtsradikalem Gedankengut verstärkt wurde. Fakt ist jedoch, dass die Mehrzahl der AfD - Faschisten aus den Ländern der BRD stammt und dort in irgendeiner Form gescheitert war. Nun geben wieder Westdeutsche in den Bundesländern, die einst das DDR‑Gebiet ausmachten, den politischen Ton an.
Damals waren es von Kohl abkommandierte Politiker, Beamte und Männer aus der Wirtschaft, die in sogenannten neuen Bundesländern, in das Beitrittsgebiet einfielen, um die Gesellschaft, die Verwaltung umzukrempeln. Dies geschah mit allen Mitteln der Kunst. Ob legal oder nicht, das spielte ab 1990 keine Rolle mehr.
Inzwischen hat das Beitrittsgebiet allerdings einen sichtbaren Aufschwung erfahren. Nicht nur auf dem Gebiet der Ökonomie. Auch die Infrastruktur erfuhr massive Veränderungen. Die Lebensbedingungen dürften ebenso vollkommen andere sein. Doch selbst die Abkehr von den diktatorisch geprägten Staats - und Gesellschaftsstrukturen hat offensichtlich nicht dazu gehört, dass die Mehrzahl der Bewohner aus Mecklenburg - Vorpommern, Sachsen, Sachsen - Anhalt und Thüringen ein Grundvertrauen in die Demokratie aufbauen konnten.
Warum dies so ist und weshalb die Faschisten gerade in den ostdeutschen Gebieten einen derartigen Zuspruch erhalten, lässt sich wohl nicht mit einigen erklärenden Sätzen formulieren. Wer hierzu vielleicht über die Suchmaschine Google die simple Frage
Warum wählen so viele Ostdeutsche die AfD
eingibt, könnte daraufhin zu diesen Komplexen einige Antworten erhalten:
– Wohlstandsgefälle
– Strukturschwache Regionen
– Brüche in der Biografie
– Gefühl der Benachteiligung
– Geringe Bindung an Volksparteien
– Fehlendes zivilgesellschaftliches Vorfeld
– Demokratieverdruss
– Homogenität und Skepsis gegenüber Diversität
– Autoritäre Einstellungen
usw,
Doch vor allem dürften die Ängste vor der Zukunft, dem Unbekannten und der damit verbundenen Auseinandersetzung mit den bevorstehenden Veränderungen eine sehr gewichtige Rolle spielen. Das alles und weitere Faktoren wird von den rechten Rattenfängern schamlos, unter Missachtung der grundsätzlichen Regelungen eines Miteinanderumgehens, systematisch ausgenutzt.
Wenn dann die Vergangenheit verklärt wird, weil es einer Reihe von ehemaligen DDR - Bürgern vor dem Mauerfall vermeintlich besser ging, wird es wohl kaum möglich sein, diese Abgedrifteten wieder zurückzuholen. Allerdings wird die Anzahl derer, die sich der Ostalgie verschrieben haben, von Jahr zu Jahr geringer. Dennoch sollte die Entwicklung in den vier benannten Bundesländern nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn die neofaschistische Partei erhält auch im Westen regen Zuspruch. Ihr politischer Einfluss wächst, denn es hängen sich immer mehr Karrieristen, Männer, die sich von einem Parteieintritt Geld, Macht sowie Anerkennung versprechen, ebenso dazu wie solche, die es bislang nicht geschafft haben, ihr eigenes Leben in geordnete Bahnen zu bringen.
Diese Entwicklung hatten wir schon einmal, nämlich in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Geschichte wiederholt sich doch?
Kommentare